Peking. Am siebten Tag der Olympischen Winterspiele stehen insgesamt sieben Entscheidungen an. Alle Entwicklungen im Newsblog.

  • Am Freitag steht der siebte Entscheidungs-Tag bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking an
  • Christopher Grotheer ist der erste deutsche Olympiasieger im Skeleton. Silber geht an Teamkollege Axel Jungk.
  • Skispringer Markus Eisenbichler hat in der Qualifikation leise Hoffnungen für die Entscheidung von der Großschanze geweckt.
  • Die deutschen Biathletinnen bleiben im Olympia-Sprint ohne Medaillen - und sind vor der Verfolgung weit abgeschlagen.

In unserem täglichen Olympia-Newsblog informieren wir Sie fortlaufend über alles Wichtige zu den Spielen in Peking.

Grotheer feiert historisches Skeleton-Gold

Christopher Grotheer ist der erste deutsche Olympiasieger im Skeleton. Der Oberhofer raste nach vier Läufen vor dem Oberbärenburger Axel Jungk und dem Chinesen Yan Wengang zur Goldmedaille. Es waren die ersten Medaillen für die deutschen Skeleton-Männer auf der olympischen Bühne. Der dritte deutsche Starter Alexander Gassner belegte Platz acht.

Mit 0,85 Sekunden Vorsprung vor Jungk war Grotheer in den finalen Lauf gegangen und raste auch da ganz cool bäuchlings ins Tal. Sein 45 Kilogramm schwerer Schlitten war mit über 130 km/h wieder der schnellste im Feld, dabei fährt Grotheer noch das Modell aus dem Vorjahr. Ähnlich hoch wie der Triumph des Polizeibeamten ist die Silbermedaille von Jungk einzuschätzen. Der 30-Jährige vom BSC Oberbärenburg hatte sich nach dem Weltcupfinale in St. Moritz mit dem Coronavirus infiziert, zitterte lange um die Olympia-Teilnahme und konnte sich nicht wie geplant vorbereiten.

Eiskunstläufer Seegert aus Corona-Quarantäne entlassen

Eiskunstläufer Nolan Seegert hat bei den Winterspielen in China nach über einer Woche die Corona-Quarantäne verlassen. Wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mitteilte, zog der Berliner am Freitag ins Olympische Dorf. Dort wird er nun als Kontaktperson behandelt, bleibt vom Team weiterhin separiert. Allerdings darf Seegert mit seiner Partnerin Minerva Haase trainieren und am Wettkampf teilnehmen. Die Entscheidung im Paarlauf fällt am 18. und 19. Februar.

Seegert war bei der Einreise nach China positiv auf das Coronavirus getestet worden und befand sich seit dem 2. Februar in Quarantäne. Dadurch war das deutsche Eiskunstlauf-Team ohne Paar bei der ersten Entscheidung der Spiele gestartet und hatte von zehn Mannschaften den neunten Platz belegt.

Shorttrack: Schulting erneut Olympiasiegerin über 1000 m

Die niederländische Shorttrackerin Suzanne Schulting hat wie vor vier Jahren in Pyeongchang Olympia-Gold über 1000 m geholt. In Peking setzte sich die achtmalige Weltmeisterin vor der Südkoreanerin Choi Minjeong und Hanne Desmet aus Belgien durch.

Favoritin Schulting hatte am Montag bereits Silber über 500 m gewonnen. Beim Triumph über die doppelte Distanz feierte die 24-Jährige ihren insgesamt vierten Medaillengewinn bei Winterspielen. 2018 war Schulting mit der Oranje-Staffel zu Bronze gelaufen.

Skispringer Eisenbichler macht Hoffnung in der Quali

Skispringer Markus Eisenbichler hat in der Qualifikation leise Hoffnungen für die Olympia-Entscheidung von der Großschanze am Samstag geweckt. Der ehemalige Weltmeister landete mit einem Flug auf 129,0 m auf Rang sechs und war damit bester der zuletzt so enttäuschenden DSV-Adler. Hoffnungsträger Karl Geiger kam an seinem 29. Geburtstag mit 128,0 m auf den zwölften Platz. Gewinner der Qualifikation wurde der Norweger Marius Lindvik mit 135,0 m vor seinem Teamkollegen Halvor Egner Granerud und Routinier Peter Prevc aus Slowenien. Normalschanzen-Olympiasieger Ryoyu Kobayashi aus Japan musste sich mit Rang neun begnügen.

Constantin Schmid (Oberaudorf) folgte auf dem 19. Platz. Pius Paschke (Kiefersfelden), der im Einzel von der Normalschanze noch gefehlt hatte, schaffte es als 30. ebenfalls problemlos unter die besten 50 und ist somit am Samstag (12 Uhr/ZDF und Eurosport) dabei.

Skispringer Karl Geiger landet im Ziel.
Skispringer Karl Geiger landet im Ziel. © dpa

Eishockey-Team gegen China wohl ohne verletzten Nowak

Eishockey-Nationalspieler Marco Nowak hat auch am Freitag noch nicht wieder mit dem Olympia-Team in Peking trainieren können. Der 31 Jahre alte Verteidiger der Düsseldorfer EG dürfte nach seiner Verletzung beim 1:5 am Donnerstag gegen Kanada auch am Samstag gegen das offiziell als China antretende Club-Team Kunlun Red Star nicht spielen können. „Für morgen wird es eng“, bestätigte der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, Christian Künast.

Der deutsche Eishockeyspieler Marco Nowak (rechts) wurde von Kanadas Eric O'Dell hart gecheckt und fehlt seitdem verletzt.
Der deutsche Eishockeyspieler Marco Nowak (rechts) wurde von Kanadas Eric O'Dell hart gecheckt und fehlt seitdem verletzt. © AFP

Nowak hatte gegen die Kanadier bereits früh einen nicht geahndeten Check von Eric O'Dell gegen den Kopf einstecken müssen und war nicht mehr in der Lage gewesen, weiter zu spielen. Am Freitag beim Training stand Bundestrainer Toni Söderholm mit 24 Spielern auf dem Eis. Nowak trainierte demnach aber schon wieder inviduell. „Heute geht es ihm auch schon besser als gestern“, sagte Künast, der sich insgesamt vorsichtig optimistisch zeigte. Sollte sich der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bei Nowak nicht bestätigen, könnte der Verteidiger womöglich am Sonntag gegen die USA wieder mitwirken.

Biathletinnen im Sprint ohne Medaillenchance - Gold an Röiseland

Nach Denise Herrmanns Goldmedaille im Einzelrennen haben die deutschen Biathletinnen im Sprint ihr schlechtestes Olympia-Ergebnis der Geschichte eingefahren. Vier Tage nach ihrem Triumph im Klassiker war Herrmann in Zhangjiakou über 7,5 km nach zwei Strafrunden weit abgeschlagen und musste sich mit Rang 22 begnügen. Als beste Deutsche kam nur die fehlerfreie Olympia-Debütantin Vanessa Voigt als 18. gerade noch in die Top 20.

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Für das zuvor schlechteste Sprint-Ergebnis bei Olympischen Winterspielen, bei denen die Biathletinnen seit 1992 um Medaillen kämpfen, hatten die Athletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) 2014 in Sotschi gesorgt. Damals war Evi Sachenbacher-Stehle als beste Deutsche Elfte geworden.

Eisschnelllauf: Beckert Siebter über 10.000 m - Weltrekord für van der Poel

Der deutsche Eisschnellläufer Patrick Beckert hat bei den Olympischen Winterspielen in Peking auch in seinem zweiten Einsatz eine Medaille klar verpasst. Der beste deutsche Langstreckler lief am Freitag auf seiner Spezialstrecke 10.000 m in 13:01,23 Minuten auf den siebten Rang. Beckert hatte sich im Vorfeld nicht zu den Top-Favoriten gezählt.

Der Schwede Nils Van Der Poel auf dem Weg zu Gold.
Der Schwede Nils Van Der Poel auf dem Weg zu Gold. © AFP

Zu diesen gehörte Nils van der Poel. Der Schwede, der mit Korruptionsvorwürfen gegen das niederländische Team für Aufsehen gesorgt hatte, feierte sein zweites Gold. Fünf Tage nach dem Triumph über 5000 m lief der 25-Jährige in 12:30,74 Minuten Weltrekord. Silber ging an den Niederländer Patrick Roest (12:44,59), Bronze gewann der Italiener Davide Ghiotto (12:45,98).

Van der Poel hatte zuletzt schwere Anschuldigungen erhoben und sich dabei auf einen Bericht in niederländischen Medien bezogen. Demnach würde das niederländische Team versuchen, den kanadischen Eismeister Mark Messer zu beeinflussen, um den Untergrund an die Bedürfnisse des TeamNL anzupassen. Van der Poel sprach unter anderem von „Korruption“. Der Eislauf-Weltverband ISU und die Niederländer wiesen die Manipulationsvorwürfe zurück.

Finne Niskanen gewinnt Langlauf-Gold - Kuchler verläuft sich

Der finnische Skilangläufer Iivo Niskanen hat bei den Winterspielen in Peking den Klassiker über 15 km gewonnen und nach dem Sieg im 50-km-Marathon 2018 in Pyeongchang sein zweites Olympia-Gold geholt. Einen Tag nachdem seine Schwester Kerttu im Frauen-Rennen über 10 km als Zweite hinter Therese Johaug den Sieg um 0,4 Sekunden verpasst hatte, setzte sich der 30 Jahre alte Klassik-Spezialist mit 23,2 Sekunden Vorsprung auf Alexander Bolschunow durch. Bronze ging an den Norweger Johannes Hösflot Kläbo.

Albert Kuchler bog viel zu früh in Richtung Ziel ab und musste umkehren.
Albert Kuchler bog viel zu früh in Richtung Ziel ab und musste umkehren. © Getty

Die deutschen Läufer hatten am Tag nach dem starken fünften Platz von Katharina Hennig nichts mit der Medaillenvergabe zu tun. Bester DSV-Athlet war Lucas Bögl (Gaißach) mit 2:19 Minuten Rückstand auf Platz 17, Jonas Dobler (Traunstein) und Janosch Brugger (Schluchsee) belegten Rang 19 und 20. Olympia-Debütant Albert Kuchler (Lam) belegte nach einem Fauxpas nur Platz 32 - der 23-Jährige war viel zu früh Richtung Ziel abgebogen und musste umdrehen.

Olympia-Sprint mit Biathleten Doll, Kühn, Nawrath und Rees

Ex-Weltmeister Benedikt Doll, Johannes Kühn, Roman Rees und Philipp Nawrath vertreten Deutschland im Biathlon-Sprint bei den Olympischen Winterspielen in China. Wie der Deutsche Skiverband am Freitag in Zhangjiakou mitteilte, wird Routinier Erik Lesser im Rennen über zehn Kilometer an diesem Samstag (10.00 Uhr MEZ) hingegen keinen Startplatz erhalten.

Erwartungsgemäß wird auch Ersatzläufer David Zobel nicht eingesetzt und hat damit keine Chance, sich für das am Sonntag (11.45 Uhr MEZ) stattfindende Verfolgungsrennen der besten 60 aus dem Sprint zu qualifizieren.

Deutsche Skeleton-Pilotinnen bei Olympia auf Medaillenkurs

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen haben einen vielversprechenden Auftakt in den Olympia-Wettkampf in China hingelegt. Juniorenweltmeisterin Hannah Neise (Winterberg) befindet sich als beste Deutsche zur Rennhalbzeit als Zweite überraschend auf Medaillenkurs, mit 0,21 Sekunden Rückstand auf die führende Australierin Jaclyn Narracott ist die Olympia-Debütantin im Rennen um Gold.

Jacqueline Lölling liegt zur Halbzeit des Skeleton-Wettbewerbs auf Rang fünf.
Jacqueline Lölling liegt zur Halbzeit des Skeleton-Wettbewerbs auf Rang fünf. © dpa

Nach zwei von vier Durchgängen haben auch die zwei weiteren deutschen Starterinnen das Podest im Visier: Weltmeisterin Tina Hermann (Königssee) liegt nur zwei Hundertstel hinter Neise auf Rang drei (+0,23 Sekunden). Jacqueline Lölling (Winterberg), die Olympia-Zweite von Pyeongchang, folgt im bislang engen Rennen auf der fünften Position (+0,38 Sekunden).

Positiver Dopingtest bei Olympiasiegerin Walijewa bestätigt - Fall geht vor den CAS

Die russische Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kamila Walijewa ist vor den Winterspielen in Peking positiv auf das Stimulans Trimetazidin getestet worden. Das teilte die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beauftragte Internationale Testagentur ITA am Freitagmorgen mit. Ob die 15-Jährige, die am Montag mit der russischen Mannschaft Gold im Teamwettbewerb gewonnen hatte, am Einzelwettbewerb teilnehmen darf, entscheidet sich vor dem Sportgerichtshof CAS.

Walijewas positive Probe wurde laut ITA-Mitteilung am 25. Dezember am Rande der russischen Eiskunstlauf-Meisterschaften in St. Petersburg genommen. Das WADA-akkreditierte Labor in Stockholm teilte den positiven Befund am Dienstag mit - einen Tag nach dem olympischen Teamwettbewerb. Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA sprach eine vorläufige Sperre aus, hob diese nach einem Einspruch Walijewas aber bereits am Mittwoch wieder auf. Das IOC geht gegen diese Entscheidung in Berufung.

Schweizerin Gut-Behrami holt Olympia-Gold im Super-G - Weidle 15.

Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami ist erstmals Olympiasiegerin. Die Weltmeisterin und 34-fache Weltcupsiegerin gewann bei den Winterspielen in China am Freitag den Super-G. Am Montag hatte die 30-Jährige schon Bronze im Riesenslalom geholt. Zweite hinter Gut-Behrami wurde die Österreicherin Mirjam Puchner, Dritte die Schweizerin Michelle Gisin.

Guter Flug: Lara Gut-Behrami raste im Super G auf dene rsten Platz.
Guter Flug: Lara Gut-Behrami raste im Super G auf dene rsten Platz. © Getty

Die einzige deutsche Starterin, Kira Weidle, fuhr auf Rang 15. In der Abfahrt am kommenden Dienstag ist die Starnbergerin aber deutlich stärker einzuschätzen. Mikaela Shiffrin (USA) erreichte nach ihrem jeweils frühen Aus im Riesenslalom und Slalom diesmal das Ziel und belegte Platz neun.

Snowboard-Legende Shaun White verabschiedet sich bei Olympia ohne Medaille

Snowboard-Superstar Shaun White hat bei den Olympischen Winterspielen von Peking im letzten Wettkampf seiner ruhmreichen Karriere eine Medaille knapp verfehlt. Der 35 Jahre alte Amerikaner kam im Halfpipe-Finale am Freitag mit 85,00 Punkten auf den vierten Rang und blieb nach insgesamt dreimal Olympia-Gold ohne weiteres Edelmetall.

Und tschüss: Shaun White verabschiedet sich nach dem letzten Wettkampf seiner Karriere.
Und tschüss: Shaun White verabschiedet sich nach dem letzten Wettkampf seiner Karriere. © Getty

White stürzte im dritten und letzten Lauf, ihm fehlten 2,25 Zähler auf den Schweizer Jan Scherrer auf dem Bronze-Rang. Der Japaner Ayumu Hirano folgte mit 96,00 Punkten dank einer herausragenden Leistung mit höchster Schwierigkeit im letzten Lauf auf White als Olympiasieger. Silber gewann der Australier Scotty James. André Höflich vom SC Kempten wurde mit 76,00 Punkten Achter.

(dpa/sid)