WM 2022

WM-Blog: Fifa erlaubt ab Freitag Regenbogenfarben in Stadien

| Lesedauer: 15 Minuten
WM Inside - Der Experten-Vodcast: DFB-Fehlstart gegen Japan

WM Inside - der Experten-Vodcast mit Linda Bresonik

Nach dem misslungenen WM-Auftakt gegen Japan spricht Weltmeisterin Linda Bresonik im Experten-Talk WM-Inside über die Leistung des DFB-Teams.

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Essen.  Am Tag nach der Deutschland-Pleite hat Brasilien ein Ausrufezeichen gesetzt. So lief der Donnerstag bei der WM. Alle News im Liveblog.

  • Rekordweltmeister und Topfavorit Brasilien ist mit einem Sieg in die Fußball-WM in Katar gestartet und hat seine eindrucksvolle Auftaktserie fortgesetzt. Das Team um Superstar Neymar begann seine Jagd auf den sechsten WM-Titel mit einem 2:0 (0:0) gegen Serbien.
  • Nach der WM-Auftaktpleite gegen Japan fiel die Reaktion der Experten drastisch aus. Auch Hansi Flick musste sich Kritik gefallen lassen. Unter anderem Paul Breitner und Andy Möller sind mit seinen Entscheidungen nicht einverstanden.
  • Fußball-Nationalspieler Leroy Sane ist womöglich eine Option für das vorentscheidende WM-Spiel der DFB-Auswahl am Sonntag (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) gegen Spanien. „Leroy ist gerade auf dem Platz und trainiert alleine für sich. Das ist positiv“, sagte Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag.
  • Die 1:2-Pleite gegen Japan hat zwar für eine deutsche Rekordquote bei der Weltmeisterschaft in Katar gesorgt, unter dem Strich sahen aber nur 9,23 Millionen Fußball-Fans bei der ARD-Live-Übertragung zu. Der Marktanteil betrug allerdings stolze 59,7 Prozent.

Deutschland ist mit einer bitteren 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Japan in die Fußball-WM 2022 in Katar gestartet. Schon im zweiten Gruppenspiel am Sonntag (20 Uhr) gegen Spanien droht der deutschen Mannschaft das Aus in der Vorrunde. Nach der überraschenden Pleite gab es Kritik von allen Seiten. Viele Experten bemängelten auch die Entscheidungen von Bundestrainer Hansi Flick. Alle News zur Deutschland-Pleite und das Tagesprogramm am Donnerstag bei der WM 2022 gibt es hier im Liveblog.

Neymar verletzt sich bei Brasilien-Sieg

22:31 Uhr: Stürmerstar Neymar hat sich beim Auftaktsieg der brasilianischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar offenbar am Fußgelenk verletzt. Der 30-Jährige von Paris Saint-Germain wurde am Donnerstagabend beim 2:0-Erfolg gegen Serbien in der 79. Minute ausgewechselt und nach Angaben seiner Mitspieler sofort in der Kabine behandelt. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Abwehrspieler Alex Sandro nach der Partie in der Interviewzone des Lusail-Stadions.

Corona: Ronaldo verpasst Brasiliens WM-Auftakt

20:57 Uhr: Ex-Weltmeister Ronaldo musste den Turnier-Auftakt seiner Brasilianer bei der WM in Katar aus dem Hotelzimmer verfolgen. Statt bei der Partie gegen Serbien am Donnerstag im Lusail-Stadion zu sitzen, begab sich der 46-Jährige nach einem positiven Coronatest in Hotel-Quarantäne.

„Ich kann nicht kommen, aber ich werde von hier die Daumen drücken“, schrieb Ronaldo in den sozialen Netzwerken. Er habe leichte Grippesymptome und werde jetzt fünf Tage sein Zimmer nicht verlassen, verkündete der dreimalige Weltfußballer.

Ronaldo war als 17-Jähriger ohne Einsatzminuten bei Brasiliens WM-Triumph 1994 dabei gewesen. Vier Jahre nach seiner Final-Pleite 1998 hatte er die Selecao bei der Endrunde in Südkorea und Japan mit zwei Toren im Finale gegen Deutschland (2:0) zum Titelgewinn geführt.

Bericht: Katar erlaubt ab Freitag Regenbogenfarben in WM-Stadien

Laut eines Berichts von „The Independent“ wird Katar seine restriktive Haltung bezüglich der Regenbogenfarben in den WM-Stadien aufgeben. Mit Beginn der zweiten Runde der Gruppenphase am Freitag sollen Anhänger, die ihre Unterstützung für die LGBTQ+-Community in den Arenen dokumentieren, dafür nicht mehr vom Sicherheitspersonal behelligt werden.

Genau dies war in den vergangenen Tagen mehrfach geschehen. Stadionbesucher waren immer wieder aufgefordert worden, ihre bunten Kleidungsstücke auszuziehen und entsprechende Motive zu verdecken.

Angeblich sind alle an der WM-Endrunde beteiligten nationalen Verbände vom Weltverband FIFA über die entsprechende Zusicherung des Gastgebers informiert worden. Nach SID-Informationen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) von einer solchen Information aber bisher keine Kenntnis.

Daniel Siebert pfeift sein erstes WM-Spiel

17:42 Uhr: Der deutsche Fußball-Schiedsrichter Daniel Siebert bekommt seine WM-Premiere. Der Berliner wird mit seinen Assistenten Rafael Foltyn und Jan Seidel am Samstag (11.00 Uhr MEZ/MagentaTV) das Spiel der Gruppe D zwischen Tunesien und Australien leiten. Gespielt wird im Al-Janoub-Stadion in Al-Wakrah, auch das VAR-Team mit Bastian Dankert und Marco Fritz kommt dabei zum Einsatz.

Das Spiel Polen gegen Saudi-Arabien wird der Brasilianer Wilton Sampaio pfeifen, der Pole Szymon Marciniak ist für das zweite Gruppenspiel des Titelverteidigers Frankreich gegen Dänemark angesetzt. Daniele Orsato aus Italien leitet das Spiel der Argentinier gegen Mexiko.

Uruguay und Südkorea trennen sich 0:0

16 Uhr: Uruguay und Südkorea haben bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar für die bereits vierte Nullnummer des Turniers gesorgt. Im Auftaktspiel der Vorrundengruppe H blieben „La Celeste“ mit ihrem Altstar Luis Suarez in Ar-Rayyan ebenso ohne Treffer wie die Südkoreaner um den früheren Bundesliga-Profi Heung-Min Son.

Bei der WM 2018 in Russland hatte es nur ein einziges 0:0 gegeben. In Katar endeten vor dem Duell am Donnerstag bereits die Begegnungen Mexiko - Polen, Dänemark – Tunesien und Marokko – Kroatien torlos. Uruguay und Südkorea bekommen es im weiteren Verlauf der Gruppenphase mit Portugal und Ghana zu tun.

Belgien-Star Hazard zur DFB-Aktion: „Besser nichts getan und gewonnen“

13:45 Uhr: Belgiens Kapitän Eden Hazard hat kein Verständnis für die deutsche Protestaktion vor dem 1:2 am Mittwoch gegen Japan. „Es wäre besser gewesen, wenn sie es nicht getan und gewonnen hätten“, ätzte der 31 Jahre alte Hazard von Real Madrid laut französischem Radio RMC nach dem 1:0 Belgiens am Mittwochabend gegen Kanada.

Die deutschen Spieler hatten sich vor dem Spiel gegen Japan demonstrativ den Mund zugehalten, nachdem die FIFA Konsequenzen für das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde angekündigt hatte. „Wir sind hier, um Fußball zu spielen, ich bin nicht hier, um eine politische Botschaft zu verbreiten, dafür sind andere Leute besser geeignet. Wir wollen uns auf den Fußball konzentrieren“, sagte Hazard laut RMC weiter.

BVB-Boss Watzke kritisiert die Fifa: "Einzige Katastrophe"

13:40 Uhr: DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat das Vorgehen des Weltfußballverbandes im Streit um die „One-Love“-Armbinde bei der WM in Katar mit deutlichen Worten kritisiert. „So wie die FIFA sich momentan abbildet, ist das eine einzige Katastrophe. Mit dem, was die FIFA jetzt gemacht hat, ist das Thema insgesamt noch mehr auf die Agenda gekommen. Ich glaube, dass sie sich damit keinen Gefallen getan hat“, sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund und Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga in einem Sky-Interview während der Asien-Reise des Bundesligisten.

Vor Spanien-Spiel der DFB-Auswahl: Sané trainiert wieder

11:54 Uhr: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Spanien am Sonntag wieder auf den Einsatz von Leroy Sané hoffen. „Leroy ist auf dem Platz und trainiert für sich. Das ist positiv“, berichtete Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag.

Der 26 Jahre alte Offensivspieler vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München hatte bei der 1:2-Auftaktpleite der DFB-Auswahl gegen Japan wegen Knieproblemen gefehlt. Flick hatte dies im Vorfeld bedauert, weil Sané „ein Unterschiedsspieler ist und ein Spiel alleine drehen kann mit seinen Qualitäten“.

WM: TV-Quoten weiterhin eher mäßig

10:16 Uhr: Die 1:2-Pleite der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihrem ersten WM-Spiel gegen Japan hat zwar für eine deutsche Rekordquote bei der Weltmeisterschaft in Katar gesorgt, unter dem Strich sahen aber nur 9,23 Millionen Fußball-Fans bei der ARD-Live-Übertragung zu. Der Marktanteil betrug allerdings stolze 59,7 Prozent.

Bei der WM vor vier Jahren in Russland hatten das 0:1 zum Auftakt gegen Mexiko in Moskau 25,97 Millionen (MA: 81,6 Prozent) im ZDF gesehen.

In Katar setzt sich der Trend fort, dass die Reichweiten deutlich hinter den Ergebnissen der letzten Turniere zurückbleiben. Das Abendspiel zwischen Belgien und Kanada (1:0) sahen 4,33 Millionen (MA: 16,8 Prozent) in der ARD. Am späten Nachmittag schalteten beim Match zwischen Spanien und Costa Rica (7:0) 3,89 Millionen (MA: 21,9 Prozent) das Erste ein. Die Nullnummer zwischen Kroatien und Marokko verzeichnete nur 1,32 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen (MA: 20,0 Prozent).

Alle 64 WM-Spiele werden allerdings auch vom Streamingdienst MagentaTV übertragen.

Auch Weltmeister Paul Breitner poltert gegen Bundestrainer Hansi Flick

08:35 Uhr: Bundestrainer Hansi Flick muss sich wegen der Auswechslung seiner Mittelfeldachse bei der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Japan einige Kritik gefallen lassen. „Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Cheftrainer auf Teufel komm raus irgendwann einmal im Spiel unbedingt wechseln müssen. Vor allem dann, wenn das Spielgeschehen passt. Damit reiße ich doch nur das Spielgefüge auseinander“, sagte Ex-Weltmeister Paul Breitner bei Münchner Merkur/tz zum Auftaktspiel bei der Fußball-WM in Katar.

Es sei ihm „ein Rätsel, warum Thomas Müller und Ilkay Gündogan ausgewechselt wurden, dafür gab es doch keinen triftigen Grund“, ergänzte Breitner. Er habe dafür „keinerlei Verständnis“.

Lothar Matthäus über WM-Fehlstart von Deutschland: Nebengeräusche stören

08:05 Uhr: Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht die Konzentration der DFB-Auswahl auf die sportlichen Aufgaben bei der WM in Katar durch die Nebengeräusche gestört. „Die vielen Debatten um Menschenrechte, Spielführerbinde, dürfen die Fans ein Bier trinken oder nicht - das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei“, sagte Matthäus dem TV-Sender RTL.

Lesen Sie auch: Kommentar: Warum die WM-Spiele in Katar politisch überladen sind

Er habe das Gefühl gehabt, dass bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan „in der zweiten Halbzeit viele Spieler blockiert waren. Zeichen setzen - ja. Aber die Spieler sind bei der WM, um Fußball zu spielen und uns auf dem Platz zu repräsentieren. Deutschland hat sehr viel diskutiert über diese Sachen und wie man Messages senden kann. Da lässt automatisch die Konzentration nach“, betonte der 61-Jährige.

Weltmeister Andreas Möller: "Auswechslungen wurden zum Bumerang für Deutschland“

07:09 Uhr: Andreas Möller sieht in der Auswechslung von Ilkay Gündogan den Hauptgrund für die 1:2-Auftaktniederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar gegen Japan. „Das Herz einer jeden Mannschaft ist ein kompaktes Mittelfeld. Dafür standen über eine Stunde lang Gündogan und Kimmich. Wir haben diesem Herz nach einer Stunde die Sauerstoffzufuhr verweigert“, schrieb der frühere Welt- und Europameister im kicker.

Die Auswechslungen von Gündogan und Thomas Müller (jeweils 67.) „wurden zum Bumerang für Deutschland“, meinte Möller. Außerdem habe der DFB-Elf die Galligkeit gefehlt: „Vorne bei der Verwertung guter Chancen, hinten in den entscheidenden Zweikampfsituationen, wo wir die früher gepriesenen “deutschen Tugenden' vermissen ließen! Das geht nun mal überhaupt nicht bei einer Weltmeisterschaft, und schon gar nicht beim ersten Auftritt. (...) In dieser Hinsicht sind wir zu soft."

Didi Hamann kritisiert Hansi Flick wegen Verzicht auf Mats Hummels

07:05 Uhr: Der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann hat nach der WM-Auftaktpleite gegen Japan (1:2) den Verzicht auf Mats Hummels für das Turnier in Katar kritisiert. „Ein Spieler wie Hummels hätte in die Mannschaft gehört, weil er Verantwortung übernimmt, weil er Missstände anspricht, weil er Tendenzen und Entwicklungen erkennt“, schrieb Hamann in seiner Sky-Kolumne.

Für die Nichtberücksichtigung von Hummels sieht der Vize-Weltmeister von 2002 nicht nur sportliche Gründe. „Man hatte sich dazu entschieden, Harmonie über alles zu stellen. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Hummels nicht dabei ist. Aber mit einer ruhigen, harmonischen Truppe wirst du nichts gewinnen“, meinte Hamann. Ihm sei das alles zu weich, zu nett und zu eintönig. „Du brauchst Reibung. Dadurch werden Reize gesetzt“, schrieb der 49-Jährige.

Bundestrainer Hansi Flick hatte seinen Verzicht auf den 33-jährigen Hummels unter anderem damit begründet, dass er auch „ein bisschen die Zukunft im Blick haben“ müsse. Stattdessen steht der 20 Jahre alte Armel Bella Kotchap vom FC Southampton im Kader.

Deutschland verliert gegen Japan: Alle News zum Spiel

WM 2022: Diese Spiele stehen heute an

Schweiz - Kamerun (11.00 Uhr/MagentaTV)

Die Schweizer wollen bei der WM an ihre starken Leistungen bei der EM im vergangenen Jahr anknüpfen, als erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen Spanien Schluss war. Das mit zahlreichen aktuellen und ehemaligen Bundesliga-Profis besetzte Team geht als leichter Favorit in das Duell mit Kamerun. Gladbachs Torwart Yann Sommer ist rechtzeitig fit geworden.

Uruguay - Südkorea (14.00 Uhr/ZDF und MagentaTV)

Für Uruguays Altstars Luis Suárez und Edinson Cavani ist die WM in Katar der letzte Aufritt auf der großen Fußball-Bühne. Die Südamerikaner haben eine komplizierte Qualifikation hinter sich, wollen wie stets seit 2010 aber wieder in die K.o.-Runde. Die Südkoreaner bangten lange um Superstar Heung-Min Son, der sich eine Fraktur im Gesicht zugezogen hat. Der frühere Hamburger kann aber mit Maske spielen.

Portugal - Ghana (17.00 Uhr/ZDF und MagentaTV)

Ronaldo, Ronaldo, Ronaldo - bei den Portugiesen gab es vor dem WM-Auftakt nur ein einziges Thema. Die Frage ist, wie sehr die Diskussionen um den Superstar das Team belastet haben. Der Auftakt gegen Ghana ist unangenehm. Das Team von Trainer Otto Addo, in Dortmund als Talenteentwickler tätig, hat das Überstehen der Vorrunde als Ziel ausgegeben und braucht dafür jeden Punkt.

Brasilien - Serbien (20.00 Uhr/ZDF und MagentaTV)

In Katar soll es für die Brasilianer endlich mit der „Hexa“, dem sechsten WM-Titel, klappen. Und die Ausgangslage ist gut. Vor allem offensiv ist der Rekord-Weltmeister hochklassig besetzt. Besonders auf Superstar Neymar sind die Augen gerichtet. Die Serben wollen es der Seleção aber mit ihrer Robustheit schwer machen. Der frühere Frankfurter Star Filip Kostic droht wegen einer Oberschenkel-Verletzung auszufallen.