Autobauer

Daimler will bis Ende 2022 Tausende Stellen streichen

Stuttgart.  Der Sparkurs bei Daimler wird unter anderem zur Streichung Tausender Stellen führen. Das gab der Konzern am Freitag offiziell bekannt.

Die Konzernzentrale der Daimler AG in Untertürkheim.

Die Konzernzentrale der Daimler AG in Untertürkheim.

Foto: Marijan Murat / dpa

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Das Sparprogramm beim Autobauer Daimler wird in den kommenden drei Jahren weltweit Tausende Arbeitsplätze kosten. Das gab der Konzern am Freitag in Stuttgart bekannt, ohne allerdings eine genaue Größenordnung des Stellenabbaus zu benennen.

Vor allem will Daimler freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen, dazu sollen die Altersteilzeit ausgeweitet und Mitarbeitern in der Verwaltung in Deutschland Abfindungen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Standorten bis Ende 2029 ausgeschlossen – dabei bleibt es.

Vorstandschef Ola Källenius hatte Mitte des Monats schon angekündigt, konzernweit rund 1,4 Milliarden Euro Personalkosten einsparen und jede zehnte Management-Stelle streichen zu wollen. Details hatte auch er damals nicht genannt.

„Mit den jetzt gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossenen Eckpunkten zur Verschlankung des Unternehmens können wir dieses Ziel bis Ende 2022 erreichen“, betonte Personalvorstand Wilfried Porth in der Mitteilung. „Wir werden die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten.“ Wie genau die Eckpunkte umgesetzt werden sollen, werde in den kommenden Wochen ausgearbeitet.

Daimler will unter Mitarbeitern für Arbeitsreduzierung werben

Daimler kündigte auch an, auslaufende Verträge von Zeitarbeitern in der Verwaltung nur noch sehr restriktiv zu verlängern. Ähnlich sparsam will der Konzern künftig mit 40-Stunden-Verträgen umgehen und damit Kosten sparen. Zudem will der Autobauer die Beschäftigten mit Anreizen dazu bringen, ihre Arbeitszeit selbst zu reduzieren.

Das Vorhaben, mögliche Tarifsteigerungen in der Metall- und Elektroindustrie im kommenden Jahr nicht bei Daimler zu übernehmen, ist dagegen laut Betriebsrat vom Tisch. „Den Beschäftigten darf nicht in die Tasche gegriffen werden“, betonte der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ergun Lümali. „Wir wollen keine reine Debatte über Köpfe führen – der Fokus der Personalkostenreduzierung muss auf der Verbesserung von Prozessen und Abläufen liegen.“ Der Abbau von Kapazitäten dürfe nicht zu einer Leistungsverdichtung führen.

Daimler rutsche zuletzt zwischenzeitlich in die roten Zahlen

Daimler hat mit einer Fülle von Problemen zu kämpfen, die dem Autobauer 2018 – noch zu Zeiten von Dieter Zetsche – erst einen herben Gewinneinbruch beschert und ihn dann Mitte dieses Jahres gar zeitweilig in die roten Zahlen gedrückt haben.

Der Konzern muss Milliarden für seine Diesel-Altlasten zurückstellen, während zugleich der Hochlauf der Elektroauto-Produktion und die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren gewaltige Summen verschlingen. Dazu kamen Produktionsprobleme und ein schwächelnder Absatz, der erst vor wenigen Monaten langsam wieder auf Touren kam.

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Erst vor wenigen Tagen hatte auch Audi angekündigt, Stellen streichen zu wollen. Bis 2025 soll jeder sechste Arbeitsplatz wegfallen. Insgesamt baue Audi 9500 Stellen in Deutschland ab, teilte der Autohersteller am Dienstag mit.

Ein anderer Autobauer will hingegen in Deutschland wachsen: Der US-amerikanische E-Auto-Hersteller Tesla plant, in Brandenburg eine große Fabrik zu bauen.

(br/dpa)

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