Tourismus

Reiseverbandschef will Pauschaltouristen besser absichern

Berlin.  Reiseverbandschef Fiebig möchte Pauschalurlauber besser absichern. Die Forderung ist eine Konsequenz aus der Pleite von Thomas Cook.

Reiseverbandspräsident Norbert Fiebig möchte Reisende besser absichern. Allerdings könnten Urlaube dann teurer werden.

Reiseverbandspräsident Norbert Fiebig möchte Reisende besser absichern. Allerdings könnten Urlaube dann teurer werden.

Foto: DRV

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Der Deutsche Reiseverband setzt sich nach der Thomas-Cook-Pleite für einen besseren Versicherungsschutz für Pauschaltouristen ein. „Dafür müssen wir das System der Kundengeldabsicherung für die organisierte Reise zukunftssicher und wirtschaftlich tragfähig machen“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, unserer Redaktion.

Politik, Versicherungen und Reisewirtschaft müssten hier eine Lösung finden. „Wir sind gemeinsam gefordert, Lücken im bestehenden Sicherungssystem zu schließen.“ Allerdings seien mit einem höheren Schutzniveau auch höhere Kosten verbunden. Das künftige Sicherungssystem würde „die Reise für Kunden verteuern“. Eine konkrete Summe nannte Fiebig nicht. Die Bundesregierung wolle in einem Gutachten klären lassen, ob die Insolvenzregelungen, wie sie derzeit ausgestaltet sind, modifiziert werden müssen.

Pauschalreisen: Haftung ist auf 110 Millionen Euro begrenzt

Pauschalreisende sind in Deutschland gegen die Pleite von Reiseveranstaltern versichert. Da die Haftung jedoch auf 110 Millionen Euro begrenzt ist, wird die Summe aus Sicht der zuständigen Versicherung Zurich Deutschland nicht ausreichen, um allen Geschädigten von Thomas Cook den vollen Preis für die ausgefallenen Reisen zurückzuerstatten. Somit werden die meisten wohl nur einen Teil zurückerhalten.

Viele Thomas-Cook-Urlauber, deren Reise ausgefallen ist, wollen dennoch verreisen. „Einige Veranstalter bieten den Thomas Cook-Gästen Sonderkonditionen, um einen Teil des entstandenen Schadens abzumildern“, berichtete Fiebig.

Fiebig: Hoteliers werden „eine Weile zu kämpfen haben“

Die Hoteliers im In- und Ausland, die viel mit Thomas Cook zusammen gearbeitet haben, werden „eine Weile zu kämpfen haben, um diese enorme finanzielle Belastung zu überwinden“, sagte der DRV-Präsident. Es seien aber schon viele andere Reiseveranstalter in den Zielgebieten unterwegs, „um mit den Hotels neue Verträge zu machen, damit das Angebot auch weiter für den Kunden verfügbar ist“.

Vor allem in Spanien, der Türkei und Griechenland stehen viele Hotels vor dem Ruin. Daher verlangen einige Hotels sogar zusätzliches Geld von Urlaubern.

Reiseverbandschef begrüßt Kredit für Fluglinie Condor

Der Reiseverbandschef befürwortet die Bewilligung eines Überbrückungskredits an Condor. „Die Condor war und ist ein gesundes und profitables Unternehmen, das durch die Insolvenz der britischen Mutter Thomas Cook in Mitleidenschaft gezogen wurde.“

Die Bundesregierung hat Condor für den Überlebenskampf 380 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Easyjet zeigte sich bereits an Thomas-Cook-Teilen interessiert – aber nicht an der Condor.

Zudem sei Condor von großer Bedeutung für die deutsche Reisewirtschaft, „mit ihr fliegen ja nicht nur Gäste von Thomas Cook, sondern auch Gäste von vielen anderen Reiseveranstaltern in Deutschland“. Urlaub habe bei den Deutschen weiter einen hohen Stellenwert und die Reiselust sei ungebrochen, sagte Fiebig.

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