Inflation

US-Notenbank erhöht Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte

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Leitzins, Sollzins, Habenzins: Das sind Zinsen

Leitzins, Sollzins, Habenzins: Das sind Zinsen

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Berlin  Um die Inflationsrate zu bekämpfen, hat die Federal Reserve den Leitzins erneut erhöht. Das teilte die US-Notenbank am Mittwoch mit.

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins erneut stark erhöht. Um die hohe Inflationsrate zu bekämpfen, steigerte sie den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte. Damit liegt er in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch mitteilte.

Erst im Juni hatte die Fed den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Für gewöhnlich hebt die Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. Der Zinsschritt im Juni war daher der größte seit 1994, also seit beinahe 30 Jahren.

Die Notenbank will mit den Maßnahmen die hohen Verbraucherpreise in den Griff bekommen. Die Fed kann die Preise mit ihrer Zinspolitik aber nur sehr begrenzt beeinflussen. Die Unterbrechungen globaler Lieferketten und steigende Energiepreise reagieren nicht direkt auf den US-Leitzins. Auch die Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Lockdowns in China kann die Fed nicht kontrollieren.

Zudem müssen die US-Zentralbanker aufpassen, dass sie das Wirtschaftswachstum nicht zu sehr ausbremsen. Insofern birgt die Anhebung auch ein Risiko. Der erneute ungewöhnlich große Zinsschritt lässt die Angst vor einer Rezession wachsen.

Inflation: Leitzins-Erhöhung könnte Arbeitslosenquote steigern

Erhöhungen des Leitzinses durch die Notenbank verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum. Das dürfte auch eine höhere Arbeitslosenquote zur Folge haben. Diese liegt in den USA aktuell bei 3,6 Prozent – also auf eher niedrigem Niveau.

Fed-Chef Jerome Powell hat den US-Arbeitsmarkt in der Vergangenheit allerdings als "unhaltbar heiß" beschrieben. Viele Unternehmen in den USA suchen gerade händeringend Arbeitskräfte. Das hat zur Folge, dass die Löhne steigen, was wiederum die Preise in die Höhe treibt. Powell hatte deutlich gemacht, dass höhere Arbeitslosenzahlen für ihn im Kampf gegen die hohe Inflation ein notwendiges Übel sind.

Die Fed sendet mit ihrer straffen Geldpolitik nun ein deutliches Signal. Es geht darum, Unternehmen und Familien davon zu überzeugen, dass die derzeitige Inflation nicht von Dauer sein wird. Denn rechnen die Menschen dauerhaft mit hoher Inflation, werden sie über kurz oder lang höhere Gehälter verlangen. Unternehmen erhöhen dann im Gegenzug die Preise, um die steigenden Lohnkosten zu decken. Die Folge: Die Preise steigen immer weiter.

Die Lohn-Preis-Spirale
Die Lohn-Preis-Spirale

Inflation: Schon die vierte Leitzins-Erhöhung in diesem Jahr

Der Druck auf die Notenbank ist jetzt schon groß: Die Teuerungsrate in den USA ist mit 9,1 Prozent so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr. Die aktuelle Leitzins-Erhöhung ist die vierte in diesem Jahr und seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie.

Erwartet wird nun zumindest, dass die Inflationsdaten der USA für Juli ein erstes positives Signal senden könnten. Sie werden im August veröffentlicht. Die Teuerungsrate könnte dann zumindest etwas zurückgehen. Zuletzt sind bereits die Benzinpreise in den USA wieder gesunken. (dpa/fmg/reba)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.