Wirtschaftskrise

Wegen Corona: Friseur-Kette Klier hat Insolvenz beantragt

Wolfsburg.  Die Friseur-Kette Klier kann die Umsatzeinbußen aus der Zeit des Lockdowns nicht ausgleichen: Die Firma hat nun Insolvenz beantragt.

Endlich! Frisöre haben wieder geöffnet

Die Zeit der dilettantischen Corona-Frisuren ist vorbei: Ab heute dürfen Friseure wieder waschen, schneiden und legen. Für ihre Salons gelten aber strenge Vorschriften. IMAGES AND SOUNDBITESN°1QZ6J3

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Deutschlands größte Friseurkette Klier Hair Group (KHG) hat bereits im September einen Insolvenz antrag gestellt. Das bestätigte die Geschäftsführung des Unternehmens unserer Redaktion. Demzufolge entscheidet das Amtsgericht Wolfsburg am Dienstag, ob ein Hauptverfahren eröffnet wird. Zuvor hatte „Bild“ berichtet.

„Grundsätzlich können wir hierzu sagen, dass die KHG im September 2020 eine Sanierung im Schutzschirmverfahren begonnen hat. Oberstes Ziel der Bemühungen ist neben der Fortführung und Neuaufstellung des Unternehmens, möglichst viele Salons und Shops sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten“, heißt es von der Geschäftsleitung.

Dem „Bild“-Bericht zufolge sollen 9200 Beschäftigte in 1350 Friseursalons von der Krise betroffen sein, darunter unter anderem Klier , Super Cut und Hair Express – außerdem 130 Läden für Haarprodukte, wie Cosmo und Beautyhairshop. Zu konkreten Zahlen machte die Geschäftsleitung der Klier Hair Group GmbH gegenüber unserer Redaktion keine Angaben.

Corona: Lockdown im Frühjahr ist für die Krise verantwortlich

Auslöser der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens ist die Corona-Pandemie , genauer noch: der Lockdown im Frühjahr. Im Lockdown mussten alle Friseur-Salons schließen. Die Einnahmen aus den Dienstleistungsbetrieben selbst fielen demnach weg, während Fixkosten, wie unter anderem die Miete, weiter anfielen. Nach der Wiedereröffnung habe das Unternehmen laut „Bild“ unter der Zurückhaltung der Kunden gelitten. Lesen Sie hier: Welche Regeln jetzt bei Friseuren gelten

Überbrückungshilfen konnten die hohen Umsatzeinbußen nicht ausgleichen. „Die Folgen der Corona-Pandemie sind der Grund, weswegen KHG einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt hat“, fasste die Geschäftsleitung zusammen.

Insolvenz: Klier macht sich große Hoffnungen für die Zukunft

Die Insolvenz bedeute für das Unternehmen allerdings nicht das Ende, im Gegenteil. „Als Familienunternehmen nimmt die KHG die besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familien sehr ernst und kämpft um jeden Standort“, so die Geschäftsführung.

Im Zuge des beantragten und vom Gericht angeordneten Schutzschirmverfahrens könne sich das Unternehmen in Eigenverwaltung sanieren, neu aufstellen und dann gestärkt wieder am Markt agieren. „Bei KHG überwiegen die Chancen, dass die Sanierung gelingen und KHG schon im Frühjahr die Insolvenz beenden und aus eigener Kraft wieder neu starten kann“, ließ das Unternehmen mitteilen.

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Nach der Eröffnung des Hauptverfahrens – voraussichtlich Anfang Dezember – solle der Sanierungsplan bei Gericht eingereicht und den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Plan beschreibt, wie sich die KHG für die Zukunft aufstellen will“, heißt es in dem Statement weiter.

Klier soll zuletzt einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro erwirtschaftet haben

Die Klier Hair Group hat ihren Sitz in Wolfsburg. Das Familienunternehmen wird inzwischen in dritter Generation geführt. Neben den Niederlassungen im Inland gibt es zahlreiche Filialen in weiteren europäischen Ländern. Neben den oben genannten Marken gehört unter anderem Essanelle zu dem Konzern. Laut „Bild“ soll die Firma einen Jahresumsatz von etwa 300 Millionen Euro erwirtschaftet haben. (day)

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