Orgel in Oberpöllnitz hat wieder einen Klang

Oberpöllnitz  Nach fast 40 Jahren ohne Ton ist das Instrument nach seiner Restaurierung in einem Gottesdienst in den Dienst genommen worden

Der ehrenamtliche Organist Dieter Fischer spielt die Zillgitt-Jehmlich-Orgel und weiht damit das restaurierte Instrument in der Kirche Oberpöllnitz ein.

Der ehrenamtliche Organist Dieter Fischer spielt die Zillgitt-Jehmlich-Orgel und weiht damit das restaurierte Instrument in der Kirche Oberpöllnitz ein.

Foto: Sandra Hoffmann

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Ein klingendes Zeitzeugnis ist am Tag des offenen Denkmals wieder seiner Bestimmung übergeben worden: Nach fast vier Jahrzehnten Pause erklang in der voll besetzten Kirche zu Oberpöllnitz erstmals die restaurierte Zillgitt-Jehmlich-Orgel und bereicherte den Festgottesdienst zur Wieder­weihe des Instrumentes.

„Die Oberpöllnitzer haben ihre Orgel vermisst“, sagte Pastorin Sabine Michaelis. Das im Herbst 1892 vom Orgelbauer Carl Friedrich Zillgitt aus Gera eingebaute und 1937 durch die Firma Bruno & Emil Jehmlich aus Dresden umgebaute Instrument, war um 1982 herum unbespielbar geworden und für Jahrzehnte verstummt. Der Holzwurm hatte sich an ihm gelabt und später verlor es zusätzlich seine „Lunge“, weil im Zuge von Sanierungsarbeiten am Dach- und Turmtragwerk sowie an der Kirchendecke die Balganlage auf dem Boden abgebaut wurde.

„Wir hatten hier Menschen, die hofften und dranblieben und heute haben wir eine Orgel“, würdigte Sabine Michaelis die Ausdauer und das Engagement der Oberpöllnitzer und im Besonderen des ehrenamtlichen Organisten Dieter Fischer aus Dreitzsch. Er brachte für die Gottesdienste jedes Mal sein Keyboard von zu Hause mit und half außerdem, die Orgel wieder zum Leben zu erwecken, indem er unter anderem Fördermittel beantragte. „Durch sein Tun und Handeln erklingt die Königin der Instrumente wieder in diesem Gotteshaus“, dankte ihm Bärbel Günzel, Mitglied des Gemeindekirchenrates.

Darüber hinaus sammelte die Kirchgemeinde Gelder und dazu unterstützten zahlreiche weitere Geldgeber das Projekt. Im Herbst 2017 erhielt dann Orgelbauer Frank Peiter aus Pockau-Lengefeld den Auftrag, die Orgel zu restaurieren. Im Sommer schloss er die Arbeiten ab, die nicht nur Kirchenmusikdirektor Klaus Rilke als „handwerklich sehr gut und verantwortungsvoll ausgeführt“ einschätzte.

Ein Dankeschön ging außerdem an Roland Wetzel vom Gemeindekirchenrat, der den Orgelbau betreute und bei der Erneuerung der Elektrik mithalf.

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