Großbockedra ist Spitzenreiter

Kleiner Ort siegt im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft. Golmsdorf und Milda kommen auf Platz zwei und drei.

Siegerehrung des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" im Siegerort Großbockedra. Landrat Andreas Heller (Links) mit Vertretern der Teilnehmergemeinden

Siegerehrung des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" im Siegerort Großbockedra. Landrat Andreas Heller (Links) mit Vertretern der Teilnehmergemeinden

Foto: zgt

Großbockedra. Großbockedra ist der diesjährige Kreissieger im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Gestern war die 190 Einwohner zählende Gemeinde an der südlichen Kreisgrenze zu Jena deshalb auch Gastgeber für die Auszeichnungsveranstaltung.

Großbockedra erreichte 87 von 100 möglichen Punkten. 84 Punkte vergab die Bewertungskommission an die Gemeinde Golmsdorf mit den Ortsteilen Beutnitz und Naura, was Platz zwei bedeutet. Den dritten Rang sicherte sich Milda, das mit dem Ortsteil Milda 78 Punkte erreichte.

Insgesamt haben sich sieben Gemeinden beteiligt. Somit liegen auf den weiteren Plätzen gleichwertig in alphabetischer Reihenfolge Hartmannsdorf, Laasdorf, Lindig und Zimmern.

Die Menschen in den Dörfern motivieren, ihre Zukunft mitzugestalten und aktiv an der Verbesserung der Lebensqualität in den ländlichen Räumen mitzuwirken, das ist das Ziel des vom Freistaat Thüringen ausgelobten Wettbewerbes. Darum machen sich die ausgezeichneten Gemeinden, aber auch die übrigen Teilnehmergemeinden verdient, würdigte Landrat Andreas Heller (CDU) bei der Urkundenübergabe.

Der Dorfwettbewerb findet seit 1994 statt, damals noch in den Altkreisen, dann im Saale-Holzland-Kreis. Nach der Gebietsreform ging es zunächst jährlich, später aller zwei Jahre weiter. Seit 2005 wird der Wettbewerb im Dreijahresrhythmus ausgelobt.

Dabei hat es im Laufe der Jahre eine grundlegende Veränderung gegeben. Das Initiieren und Umsetzen von isolierten Einzelvorhaben reicht allein nicht mehr aus. Entscheidend für den Erfolg sind Projekte, die ihren Erfolg aus gemeinschaftlichem Handeln beziehen und überörtliche Ausstrahlungskraft haben.

Auf diesem Weg hat Großbockedra gepunktet. Hier wirken Vereine, politische und Kirch-Gemeinde eng zusammen. Mit dem Dorftheater TIB und einem vielfältigen, auf ländlichem Brauchtum fußenden Veranstaltungsangebot, nicht nur für das eigene, sondern auch für die Nachbardörfer hat sich der Ort zu einem ländlichen Kulturzentrum profiliert. Auf dem gestrigen Dorfrundgang lernten die Vertreter der anderen Teilnehmergemeinden unter anderem die Kulturscheune, den Probenboden des Theaters, das Jugendzimmer, den Rundwanderweg zu Denkmalen und Sehenswürdigkeiten und das private Mini-Museum Heimatstube "Altes Standesamt" kennen.

In der Gemeinde Golmsdorf, im Nord-Westen des Saale-Holzland-Kreises gelegen, leben derzeit 688 Einwohner. Auch hier ist Gemeinschaftssinn Trumpf. Der Gemeinderat und die neun Vereine organisieren unter Einbeziehung der aktiven Kirchgemeinde vielseitige Veranstaltungen. Ein Besuchermagnet für die ganze Region ist die legendäre "Bornfege" mit dem großen Festumzug, ein Heimatfest, das seit 1700 zu Trinitates zelebriert wird.

Für den Bekanntheitsgrad von Milda sorgt zweifellos die Ganztagsschule, die als erste freie Schule für Jena und Umgebung Pionierarbeit für neue Schulkonzepte leistete. Auch der Kindergarten, der als Kneippkindergarten positiv von sich Reden macht, ist im Gemeindeleben integriert. "Schule, Kindergarten, Sportanlagen, Gemeindehaus, Jugendklub und Spielplatz sowie sieben Vereine", die Aufzählung in der Wettbewerbsdokumentation zeigt: Milda hat Zukunft, ist attraktiv für junge Leute und Familien.

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