Dreba: Viel Arbeit im Lebensraum Teichgebiet

Für den Nabu-Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen e.V. sind Vogelschutz und Forschung nur ein Teil der ehrenamtlichen Arbeit. Landschaftspflege und Naturschutz sollen zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.

NABU Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen e.V. Arbeitseinsatz Heuernte

NABU Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen e.V. Arbeitseinsatz Heuernte

Foto: zgt

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Dreba. Der Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen e.V. im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gehört zu den hartnäckigen Mitstreitern und Helfern für die Erhaltung und den Schutz des geschützten Biotops. Vogelschutz ist dabei nur ein Teil der ehrenamtlichen Arbeit, Landschaftspflege und Naturschutz gehören fest zum jährlichen Arbeitsprogramm der rund 50 Mitglieder.

Das vergangene Jahr war ein recht bewegtes Jahr, stand der Nabu doch wiederholt im Fokus der Öffentlichkeit, sagt Jürgen Auerswald, 1. Vorsitzender der Arbeitskreises, am vergangenen Freitagabend in der Drebaer Gaststätte "Zur Linde". 30 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung gekommen, um Bilanz zu ziehen. Grund für die vielen notwendigen Aktivitäten waren umstrittene Baumaßnahmen des Landes Thüringen im Teichgebiet ohne Beteiligung der Bürger und Kommunen. "Es ging um die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Teichgebietes mit seinem verbindenden Grabensystem und damit der Bedrohung für sensible Lebensräume und wertgebenden Tier- und Pflanzenarten. Hier haben wir uns in vielfältiger Weise zu Ortsterminen oder Bürgerversammlungen eingebracht."

Inzwischen habe sich hier einiges zum Positiven getan, konnte Auerswald resümieren. Letztlich habe die fachliche Kompetenz des Nabu-Arbeitskreises dazu geführt, dass abgetrennt von der Erstellung eines Gesamtkonzepts für die Teichlandschaft vorab ein Pachtvertrag über 35,4 Hektar Fläche des Freistaates Thüringen zur weiteren Entwicklung und Optimierung von Lebensräumen in Aussicht gestellt worden sei. Nach langen Verhandlungen konnte auch eine erste Aussage erreicht werden, dass nicht der Nabu sondern die Thüringer Landgesellschaft die Kosten für die Sanierung der stark beschädigten Stege zu den Teichmönchen übernimmt, die den Nabu überfordert hätten.

Vogelbeobachtung und -forschung, Beringung und Dokumentation gehören zu den zeitaufwändigsten ehrenamtlichen Arbeiten des Arbeitskreises. Bevor die Fangsaison beginnt müssen Reusenteile repariert, geschweißt, neu mit Netz bespannt, wieder zusammengebaut und an den Einsatzort getragen werden. An 169 Tagen waren die Reusen im letzten Jahr durch die ständige Betreuung fangbereit. Bekassine, Bruchwasserläufer, Kampfläufer sowie Krick,- Schnatter- und Knäkenten konnten aus den Fanggeräten zur Beringung genommen werden, fasste Auerswald die Arbeit zusammen. Erstmals gelang völlig unerwartet der Fang des selten bei uns auftretenden Wachtelkönigs, der natürlich mit Ring seinen Weiterflug fortsetzte. Auch hier habe allerdings die Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen, nachgelassen. Im Ergebnis der Arbeit mit den Uferreusen wurden im Berichtsjahr 403 Vögel in 24 Arten beringt und über 100 Kontrollfänge erbracht.

Die Zahl der Vogelbeobachter sei auf 117 angestiegen. Die Beobachter lieferten 15 779 Datensätze die ausgewertet wurden. Auerswald bedauerte, dass sich niemand gefunden habe, die Aufarbeitung der Datenmenge zu unterstützen. Die vom Nabu herausgegebene Broschüre mit inzwischen 1^60 Seiten sei langfristig gefährdet. Landratsamt und Kreissparkasse Saale-Orla haben schon die Mehrausgaben der Druckkosten weitgehend abgefangen.

Positiv merkte Auerswald an, dass die Informationsstelle in Plothen trotz knapper Kassen geöffnet bleiben soll. Eine Zusage im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung gebe es von Landrat Fügmann (CDU).

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