Pandemie

Booster-Impfung: Ist sie auch für Schwangere sinnvoll?

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Ab dritten Monat Booster-Impfung möglich

Stiko: Booster-Impfungen für alle

Wir befinden uns mittlerweile in der vierten Corona-Welle. Aufgrund der zu niedrigen Impfquote steigen die Zahlen enorm an. Die Booster-Impfungen sind im vollen Gange.

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Berlin  Die Politik setzt im Kampf gegen Corona verstärkt auf Booster-Impfungen. Sind sie auch für Schwangere sinnvoll? Das sagen Experten.

  • Booster-Impfungen helfen, den Schutz vor einer Coronainfektion aufrechtzuerhalten
  • Wichtig ist das vor allem für Risikogruppen
  • Zu ihnen zählen auch Schwangere – sollten sie sich erneut impfen lassen?

Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen in Deutschland raten immer mehr Expertinnen und Experten dazu, die Auffrischungsimpfungen in einem schnelleren Tempo vorzunehmen. Die Schutzwirkung der Corona-Impfung ist nach der dritten Dosis wesentlich höher. Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Booster nur bestimmten Gruppen. Doch wie sieht es eigentlich in der Schwangerschaft aus?

Schwangere zählen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums auch ohne Vorerkrankungen in der Pandemie zu den gefährdeten Gruppen: Verglichen mit der gleichen Altergruppe, bei der keine Schwangerschaft vorliegt, weisen sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf auf. Aus diesem Grund fragen sich viele werdende Mütter, ob sie den nachlassenden Schutz ihrer Corona-Impfung nun auffrischen können.

Corona: Wann bekommen Schwangere die Auffrischungsimpfung?

Bislang gibt es zum Booster bei Schwangeren keine Stiko-Empfehlung. Grundsätzlich empfiehlt die Stiko werdenden Müttern eine Corona-Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schreibt. In einer aktualisierten Stiko-Mitteilung heißt es dazu, dass Schwangeren unabhängig vom Alter die mRNA-Impfung von Biontech/Pfizer angeboten werden soll – und nicht mehr das Vakzin von Moderna. Zur Auffrischung liegen allerdings noch keine Angaben der Kommission vor.

Die Deutschen Fachgesellschaften für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sehen nach eigenen Angaben aber keinen Grund, schwangere oder stillende Frauen von einer Booster-Impfung auszugrenzen. Sie schließen sich einer Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe an, die sich für eine entsprechende Impfung ausgesprochen hatte.

Booster in der Schwangerschaft: In einigen Ländern bereits möglich

In manchen Ländern ist die Auffrischungsimpfung gegen Corona während der Schwangerschaft bereits möglich: In den USA können Schwangere die Booster-Impfung bekommen, wie auf der Webseite des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zu lesen ist. Dies ist sechs Monate nach der Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff möglich – und im Falle einer Erstimpfung mit der Einmal-Dosis von Johnson&Johnson sogar schon nach zwei Monaten.

Auch Israel hat mit den Drittimpfungen für Schwangere laut "New York Times" bereits begonnen. In Großbritannien ist die dritte Impfung für Schwangere ebenfalls möglich - bislang allerdings nur, sofern sie unter bestimmten Vorerkrankungen leiden oder zu sonstigen Risikogruppen zählen, wie der National Health Service (NHS) erklärt.

(raer)