Corona-Pandemie

So verbreitet ist die Delta-Variante in Deutschland

Markus Schünemann
| Lesedauer: 3 Minuten
Sechs Fakten zur Delta-Mutation

Sechs Fakten zur Delta-Mutation

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen wieder an und vor allem die indische Variante (Delta-Mutation) verbreitet sich rasant. Was es mit der Mutation auf sich hat, sehen Sie im Video.

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Berlin.  In Großbritannien breitet sich die ansteckende Coronavirus-Variante Delta rasch aus. Grund zur Sorge? So ist die Lage in Deutschland.

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta sorgt die Expertinnen und Experten. Sie gilt als deutlich ansteckender. In Großbritannien sind die Zuwachsraten bei dieser Variante von Woche zu Woche erheblich. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien steigt: Nachdem sie lange Zeit nur knapp über 20 lag, ist sie derzeit wieder bei rund 46 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Droht auch in Deutschland eine solche Entwicklung? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Delta-Variante – wie ist die Lage in Deutschland?

Aktuell bleibt die Delta-Variante in Deutschland weiter relativ selten, was so offenbar zunächst nicht erwartet wurde. Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt derzeit 2,5 Prozent. Das geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai.

Die Entwicklung der Variante B.1.617.2 in den Wochen zuvor beschreibt das RKI in der Tendenz ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten mit um die zwei Prozent beziffert worden, nun gab es aber rückwirkend Nachmeldungen.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass es auch für die Woche vom 24. bis 30. Mai noch Nachmeldungen geben kann, so lässt sich doch sagen, dass die Variante zuletzt nicht gravierend zugenommen hat.

Welche Variante dominiert aktuell in Deutschland?

Die zunächst in Großbritannien aufgetretene Variante Alpha (B.1.1.7) löst derzeit mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben bundesweit weiter den größten Teil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante Beta (B.1.351) und die zunächst in Brasilien aufgetretene Variante Gamma (P.1) spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Welche Entwicklung ist in Deutschland zu erwarten?

Der Chef-Virologe des Berliner Klinikums Charité, Christian Drosten, sagte am Dienstag in seinem Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info), dass Delta oder ähnliche Varianten „sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren“. Es gelte, bis dahin für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen. „Dann werden wir keine großen Probleme haben.“

Wann gelten Varianten als besorgniserregend?

Als besorgniserregend werden Varianten eingestuft, wenn sie sich zum Beispiel möglicherweise leichter verbreiten, schwerere Verläufe verursachen oder wenn sich das Virus so verändert hat, dass der Schutz von Geimpften und Genesenen beeinträchtigt sein könnte.

Warum ist die Delta-Variante so gefährlich?

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben britischer Experten um 40 Prozent ansteckender als die Ursprungsform des Covid-19-Erregers. Das sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag der BBC. Zudem geht die Regierungsbehörde Public Health England (PHE) davon aus, dass mit Delta infizierte Menschen häufiger schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Nach Erkenntnissen des britischen Francis Crick Institute und des National Institute for Health Research UCLH Biomedical Research Centre ist die Delta wahrscheinlich resistenter gegen Impfstoffe – vor allem gegen das Biontech-Vakzin. Demnach entwickelten mit dem Biontech-Vakzin Geimpfte fünf- bis achtmal weniger neutralisierende Antikörper gegen die Delta-Variante als gegen die zuvor in Großbritannien zirkulierenden Varianten.