Pandemie

Corona-Impfstoff als Nasenspray – Das sagt Karl Lauterbach

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Corona: Omikron angepasste Impfstoffe in der EU zugelassen

Corona- Omikron angepasste Impfstoffe in der EU zugelassen

In der EU können ab jetzt auch auf die Omikron-Variante des Coronavirus angepasste Impfstoffe verwendet werden: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die von Moderna und Biontech/Pfizer entwickelten Vakzine zugelassen. Diese sind auf die Omikron-Subvariante BA.1 angepasst.

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Berlin.  China und Indien haben erste Corona-Nasensprays zugelassen. Gesundheitsminister Lauterbach spricht von einem „wichtigem Schritt“.

China hat als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff zugelassen, der nicht gespritzt, sondern inhaliert wird. Die chinesische Arzneimittelbehörde habe grünes Licht gegeben, teilte das in Tianjin ansässige Unternehmen CanSino Biologics mit.

Das neuartige Nasenspray-Vakzin mit dem Namen Convidecia Air ist als Notfall-Mittel für Corona-Auffrischungsimpfungen gedacht. Seine Gabe ist ohne Nadelstich möglich, außerdem ist es nach Unternehmensangaben leichter zu lagern als herkömmliche Corona-Impfstoffe.

Wann das Vakzin der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein wird, teilte CanSino nicht mit. Laut einer im Juli 2021 in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie rief der Impfstoff bei Probanden starke Antikörperreaktionen hervor.

Nasenspray-Impfung gegen Corona: Lauterbach spricht von „wichtigem Schritt“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnete die Zulassung als „wichtigen Schritt nach vorne“. „Inhalierte oder nasal eingesprühte Impfstoffe können langfristig gedacht am besten vor Ansteckung durch Coronaviren schützen“, schrieb Lauterbach bei Twitter.

In einigen Ländern, darunter die USA, Kanada und Kuba, arbeiten Wissenschaftler an Impfstoffen, die durch die Nase verabreicht werden können. Auch in Deutschland wird daran geforscht. So wird das Projekt Zell-Trans an der Universität München mit rund 1,7 Millionen Euro vom Bund gefördert.

Biontech und Co. bald mit Nasenspray-Impfstoff?

Auch in Indien wurde ein Nasenspray-Impfstoff zugelassen. Das Präparat des indischen Herstellers Bharat Biotech dürfe bei Erwachsenen als Basisimmunisierung eingesetzt werden, teilte Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya mit. Der Impfstoff gebe Indiens Kampf gegen Corona einen großen Schub. Es handle sich dabei um den ersten nasalen Impfstoff Indiens, schrieb die indische Nachrichtenagentur ANI. Hersteller Bharat Biotech stellt auch den in Indien und etlichen anderen Ländern breit verwendeten Corona-Totimpfstoff Covaxin her.

Indien ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt generell einen Großteil der Impfstoffe weltweit her - besonders für ärmere Länder. Seit der Pandemie stellt das Land unter anderem Astrazeneca-Impfstoff sowie eigens entwickelte Impfstoffe her.

Nach Angaben der Firma Bharat Biotech wurden Phase 3 Studien erfolgreich durchgeführt. Die entsprechenden Daten würden demnach künftig in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Die Nasenspray-Impfung solle günstig sein und sich deshalb gut zur Anwendung in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen eignen.

Corona-Impfung per Nasenspray in Studien mit guten Ergebnissen

Die Hoffnung der Forschenden: Mit einem Nasenspray-Imopfstoff werden Coronaviren direkt im Nasen-Rachen-Raum bekämpft und können sich dort gar nicht erst festsetzen. Damit könnte das Präparat im Idealfall nicht nur vor symptomatischen Erkrankungen schützen, sondern gleich vor einer Infektion. Ersten Studien zufolge zeigten Corona-Impfungen über ein Nasenspray gute Ergebnisse bei der Wirksamkeit.

China hat seit 2020 bereits acht heimische Corona-Impfstoffe zugelassen. Im Ausland entwickelte Vakzine gegen das Virus sind in der Volksrepublik hingegen nicht zugelassen.

Trotz niedriger Fallzahlen verfolgt China eine strikte Null-Covid-Politik. Dazu gehören Lockdown-Anordnungen für ganze Städte bei nur wenigen Neuinfektionen sowie Massentests und strenge Quarantäneregeln. So sind derzeit die Einwohner der Wirtschaftsmetropole Chengdu aufgerufen, sich auf Corona testen zu lassen und ansonsten zu Hause zu bleiben. (afp/dpa/bee)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.