Pandemie

Corona: Impfung per Pflaster – Forschende zuversichtlich

Sebastian Kohler
Lauterbach empfiehlt vierte Corona-Impfung auch Unter-60-Jährigen

Lauterbach empfiehlt vierte Corona-Impfung auch Unter-60-Jährigen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfiehlt auch Menschen unter 60 Jahren eine vierte Corona-Impfung. Damit geht er über die Empfehlungen von EU und Ständiger Impfkommission hinaus.

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Berlin  Forschende arbeiten an einer Alternative zur Corona-Impfung per Spritze. Reicht bald ein Pflaster, um sich vor dem Virus zu schützen?

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist gegen Corona geimpft, oft sogar mehr als zweimal. Vor allem für Menschen, die große Angst vor einer Spritze haben, gibt es jetzt gute Nachrichten. Forschende der Universität Queensland in Australien haben zusammen mit dem Pharmakonzern Vaxxas Mäuse mittels Pflaster gegen Covid-19 geimpft.

Mit der sogenannten High-Density-Microarray-Technologie ist es dem Team gelungen, den Impfstoff Hexapro gezielt in Hautschichten mit vielen Immunzellen zu transportieren. Der schmerzhafte Pieks wäre mit dem Impfpflaster obsolet.

Impfung mit Biontech und Co. per Pflaster? Neue Methode "elfmal wirksamer" als Spritzen

Die Methode erwies sich bei den Labormäusen als überraschend wirksam: "Wir haben festgestellt, dass die Impfung über ein Pflaster etwa elfmal wirksamer gegen die Omikron-Variante war als derselbe Impfstoff, wenn er mit einer Spritze verabreicht wurde", erklärte Christopher McMillan, einer der Studienautoren, dem Wissenschaftsmagazin "Science Daily". Lesen Sie auch: Lauterbach: Wer jetzt die Anti-Covid-Pille Paxlovid bekommt

Die große Wirksamkeit könnte zum Trumpf werden, weil das Spike-Protein der Omikron-Variante häufig mutiert. "Bisher erzeugt jeder Impfstofftyp, den wir durch das Pflaster getestet haben überlegene Immunantworten im Vergleich zu herkömmlichen Nadelimpfmethoden", sagte McMillan. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin "Vaccine" veröffentlicht.

Von der Impfung per Pflaster erhoffen sich die Wissenschaftler weniger Angst und Schmerzen als bei der Injektion per Nadel sowie eine deutlich vereinfachte Anwendung. Aktuell erweitert das Team um McMillan seine Kapazitäten und bereitet größere Studien am Menschen vor.


Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.