Newsblog

Corona: RKI meldet Zahlen – Inzidenz steigt leicht an

| Lesedauer: 13 Minuten
Corona-Folgen: Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht

Corona-Folgen: Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht

Eine der bislang größten Studien zeigt, welche Schäden und Probleme eine Covid-Erkrankung zu Folge haben kann.

Beschreibung anzeigen

Das RKI meldet Corona-Zahlen. In Berlin kommt ein Mann vor Gericht, der am Reichstagssturm beteiligt gewesen sein soll. Mehr im Blog.

  • RKI meldet 46.552 Neuinfektionen, Inzidenz bei 190,6
  • Weiter Proteste gegen Chinas Null-Covid-Strategie
  • Lehrerverband sauer über Corona-Regeln in manchen Bundesländern
  • Lungen-Expertin fordert ein Umdenken bei der Versorgung von Menschen mit Long Covid
  • BGH bestätigt Urteil: Falscher Impfarzt bleibt in Haft
  • China verhängt einen fünftägigen Lockdown für mehr als sechs Millionen Menschen

Berlin. Das Coronavirus breitet sich derzeit in Deutschland nicht allzu stark aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 190,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 178,3 gelegen (Vorwoche: 183,2; Vormonat: 436,4).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 46.552 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 41 676) und 162 Todesfälle (Vorwoche: 199) innerhalb eines Tages. Die Daten liefern kein vollständiges Bild des Infektionsgeschehens, da viele Menschen sich nicht mehr testen und Gesundheitsämter ihre Zahlen gar nicht mehr oder nur verzögert übermitteln.

In China zieht die Null-Covid-Strategie der Regierung indes Protestierende auf die Straßen. Am Wochenende fanden die größten Proteste seit Jahrzehnten in der Volksrepublik statt. Mit massiver Polizeipräsenz drangsaliert die Kommunistische Partei ihre Bürgerinnen und Bürger und geht rigoros gegen Demonstrierende vor.

Corona-News von Dienstag, 29. November: 28-Jähriger wegen Krawallen am Reichstagsgebäude vor Gericht

6.30 Uhr: Mehr als zwei Jahre nach Krawallen am Reichstagsgebäude in Berlin kommt am Dienstag (11.30 Uhr) ein 28-Jähriger wegen Landfriedensbruch vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mann vor, am 29. August 2020 Polizeisperren am Bundestag beiseite geschafft haben, um einen Durchbruch zur Treppe des Gebäudes zu ermöglichen. Damals hatten sich Hunderte nach einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen vor dem Reichstagsgebäude versammelt. Einige stürmten dann auf die Treppe des Parlaments, was bundesweit Schlagzeilen machte.

Der Angeklagte war nach Gerichtsangaben nicht darunter. Zu dem Prozess kommt es, weil er gegen einen Strafbefehl über 1800 Euro Einspruch einlegte. In Zusammenhang mit den Krawallen hat die Staatsanwaltschaft bislang etwa 85 Verfahren bearbeitet. Ein Großteil wurde eingestellt, weil Beweise nicht ausreichten oder Täter nicht identifiziert werden konnten.

In fünf Fällen dauern die Ermittlungen an, wie ein Behördensprecher auf Anfrage mitteilte. Zwei Verfahren seien an andere Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Einen Mann sprach das Amtsgericht Tiergarten im vergangenen Juli wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte schuldig. Er muss 2400 Euro Geldstrafe zahlen.

Corona-News von Montag, 28. November: Lehrerverband: Lehrkräfte mit positivem Corona-Test sollten zu Hause bleiben

16.36 Uhr: Dass symptomlose Lehrer in mehreren Bundesländern trotz positivem Corona-Test in die Schule kommen sollen, stößt auf scharfe Kritik. Der Deutsche Lehrerverband wertete diese Regelung als „grob fahrlässig“. „Wer infiziert ist, soll zu Hause bleiben – egal, ob er Symptome hat oder nicht“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabmeldung vom Montag. „Deutschland schaltet vom Vorsichtsmodus mit Volldampf in den Fahrlässigkeitsmodus.“

Die Gefahr sei groß, dass Lehrer andere Lehrkräfte mit Vorerkrankungen oder Schüler mit Risikopatienten in der Familie anstecken könnten, warnte Meidinger. Anders als an anderen Arbeitsplätzen gebe es in der Schule viel mehr Kontakte und ein enges Aufeinandertreffen von Menschen auf Gängen und in kleinen Räumen.

„Wir hatten zwar einen enormen Unterrichtsausfall in den vergangenen Monaten, aber wir dürfen die Gesundheit der Lehrer und Schüler nicht aufs Spiel setzen“, sagte Meidinger. Betroffen von der Regelung sind demnach Lehrkräfte in mehreren Bundesländern, darunter in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.

BBC-Reporter in China festgenommen – Misshandlungen durch Polizei?

4.23 Uhr: Ein über regierungskritische Demonstrationen in Shanghai berichtender BBC-Reporter ist festgenommen und nach eigenen Angaben von der chinesischen Polizei misshandelt worden. "Die BBC ist extrem besorgt über die Behandlung unseres Journalisten Ed Lawrence, der festgenommen und in Handschellen gelegt wurde, während er über die Proteste in Shanghai berichtete", sagte ein Sprecher des britischen Senders. Lawrence sei bei der Festnahme von Polizisten geschlagen und getreten worden, obwohl er als Journalist akkreditiert gewesen sei. Erst Stunden später sei er wieder freigelassen worden.

Seitens der chinesischen Behörden habe es keine offizielle Erklärung oder Entschuldigung für den Vorfall gegeben, sagte der Sprecher weiter. Dass die Polizei bei der Freilassung behauptet habe, Lawrence sei bloß in Gewahrsam genommen worden, um ihn vor einer Corona-Infektion in der Menschenmenge zu schützen, sei "keine glaubwürdige Erklärung". Im Internet waren Fotos und Videos zu sehen, auf denen ein von der Polizei abgeführter Mann ruft, jemand möge sofort das Konsulat anzurufen. Auf seinem Twitter-Account hatte Lawrence kurz zuvor noch Eindrücke von den in China extrem ungewöhnlichen Protesten geschildert, an denen sich nach seiner Schätzung mehrere hundert Menschen beteiligten.

Corona-News von Sonntag, 27. November: Keine Nahaufnahmen von maskenlosen WM-Zuschauern in Chinas Staats-TV zu sehen

  • Chinas staatlicher Fernsehsender schneidet bei der Übertragung der WM-Spiele in Katar Nahaufnahmen von Stadionbesuchern ohne Maske heraus. Während der Vorrundenbegegnung zwischen Japan und Costa Rica zeigte der Sender CCTV Sports am Sonntag stattdessen Aufnahmen von Spielern und Offiziellen oder Bilder des Stadions, wie AFP-Reporter berichteten.
  • Kuba erhält nach Regierungsangaben eine Spende von China von rund 100 Millionen US-Dollar (96 Millionen Euro). Das sei bei Gesprächen zwischen den Präsidenten der beiden Länder, Xi Jinping und Miguel Díaz-Canel, herausgekommen, sagte Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil am Samstag zum Abschluss eines China-Besuchs nach einer Mitteilung des kubanischen Präsidialamtes.
  • Aus Protest gegen die strengen Corona-Maßnahmen der chinesischen Regierung sind in Shanghai in der Nacht zu Sonntag Hunderte junge Menschen auf die Straße gezogen. Wie in Online-Videos zu hören war, riefen die Demonstranten unter anderem: "Nieder mit der kommunistischen Partei! Nieder mit Xi Jinping!". Laut den Aufnahmen wurden mehrere Personen von der Polizei abgeführt. Solche offenen Proteste sind in der autoritär regierten Volksrepublik mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern extrem ungewöhnlich. Lesen Sie auch: Corona-Politik: Chinesen rufen „Nieder mit Xi Jinping“

Corona-News von Samstag, 26. November: Wachsende Wut über Corona-Politik nach tödlichem Wohnhausbrand in Xinjiang

  • Ein tödlicher Brand in einem Wohnkomplex der chinesischen Stadt Urumqi hat heftige Proteste gegen die anhaltenden Corona-Ausgangssperren ausgelöst. Nutzer von Online-Diensten im In- und Ausland warfen den Behörden vor, mit ihren Lockdown-Anordnungen die Rettung der Bewohner behindert zu haben. Online-Videos zeigten unter anderem eine nächtliche Kundgebung vor der Stadtverwaltung, bei der hunderte Demonstranten ein Ende der Lockdowns forderten. Die Proteste scheinen bei der Stadtverwaltung Wirkung zu zeigen. Lesen Sie auch den Kommentar: Wut in China auf Null-Covid-Politik: Das Volk hat gesprochen
  • Bei einem Wohnungsbrand in der nordwestchinesischen Stadt Ürümqi sind mindestens zehn Menschen getötet und weitere neun verletzt worden. Das teilten die Behörden am Samstag mit. Auf im Internet kursierenden Videos war zu sehen, wie im 15. Stock eines Appartementhaus riesige Flammen aus den Fenstern loderten. Der Brand war bereits am Donnerstag ausgebrochen.
  • Die Geschäftsführerin des Long-Covid-Instituts Rostock, Jördis Frommhold, hat neue Wege bei der Versorgung von Patienten mit Long Covid gefordert. "Das Gesundheitswesen ist nicht auf die Behandlung und Beratung dieser Patienten vorbereitet", sagte Frommhold am Samstag. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat vor einer wachsenden Belastung der Kinderkliniken durch Atemwegserkrankungen gewarnt. "Wir sehen aktuell eine deutliche Zunahme der Atemwegsinfektionen", sagte DGKJ-Präsident Jörg Dötsch unserer Redaktion.
  • In Thüringen sind nach Angaben des Innenministeriums in diesem Jahr immer wieder Polizisten bei Einsätzen rund um Demonstrationen verletzt worden. Allein bis Ende Oktober hätten 34 Beamte dabei Verletzungen erlitten, teilte das Innenministerium auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk mit. In 16 Fällen sei es bei Demonstrationen zu Angriffen oder Widerstand gegen Beamte gekommen.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 189,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 190,8 gelegen (Vorwoche: 192,0; Vormonat: 528,0).

Corona-News von Freitag, 25. November: Mehrere Jahre Haft für falsche Impfnachweise aus der Apotheke

  • Wegen mehr als 1000 Fällen falscher Corona-Impfnachweise ist eine Mitarbeiterin einer Münchner Apotheke zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Für einen ebenfalls angeklagten Bekannten der Frau, der die Impfzertifikate verkauft haben soll, verhängte das Landgericht München I am Freitag eine Haftstrafe von vier Jahren unter anderem wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Duo im Jahr 2021 über mehrere Monate hinweg im großen Stil Impfzertifikate gefälscht hatte.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 190,8 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 186,9 gelegen (Vorwoche: 194,3; Vormonat: 570,2).

Corona-News von Donnerstag, 24. November: BGH bestätigt Urteil gegen falschen Impfarzt

  • Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil des Landgerichts Traunstein gegen einen falschen Impfarzt bestätigt. Das Landgericht hatte den inzwischen 51-jährigen Theologen im Mai dieses Jahres zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt, weil er sich als Arzt ausgegeben und unter anderem in Impfzentren Schutzimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht und Impfungen überwacht hatte.
  • Der abnehmende Trend bei den gemeldeten Corona-Fällen in Deutschland hat sich laut Robert Koch-Institut (RKI) nochmals fortgesetzt. Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche im Vergleich zur Woche davor erneut um 17 Prozent gesunken, heißt es im RKI-Wochenbericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie. Die höchsten Inzidenzen betrafen demnach Menschen über 90 Jahren, für die auch der geringste Rückgang der Inzidenzwerte seit der Woche davor vermerkt wurde.
  • China hat einen Rekordanstieg bei den Corona-Fällen gemeldet und erneut zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Rings um die größte iPhone-Fabrik des Landes in der Stadt Zhengzhou, an der es zuletzt zu gewaltsamen Protesten gekommen war, wurde am Donnerstag ein Lockdown für mehr als sechs Millionen Menschen verfügt. Zuvor war die Zahl der landesweiten Neuinfektionen auf den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie vor fast drei Jahren geklettert. Lesen Sie auch: Chinas Null-Covid-Strategie schlägt in Frust und Gewalt um
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angesichts von Aussichten auf eine baldige Entspannung der Corona-Lage vor zu früher Sorglosigkeit gewarnt. Es gebe "Hinweise auf eine Entschärfung der Situation", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Das hänge damit zusammen, dass die Art der Virus-Weiterverbreitung in eine Sackgasse zu geraten scheine, indem nur noch geringe Veränderungen für das Virus möglich seien, noch ansteckender zu werden.
  • In der Debatte um die Corona-Schutzregeln kommt aus den Ländern eine Initiative für ein koordiniertes Ende der Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Vorsitzende der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne), sagte am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Mein Ziel ist es, dass sich die Bundesländer hier auf ein einheitliches Vorgehen einigen."
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit steigenden Corona-Infektionszahlen im Winter. "Ich glaube, dass wir noch einmal eine Winterwelle bekommen werden", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Er verstehe daher die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht. "Jetzt gibt es hier einen Überbietungswettbewerb: Welches Land kann zuerst lockern? Das ist ein Stück weit populistisch."

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle Corona-News von Donnerstag, dem 17. November finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.