Corona-Pandemie

Omikron BA.5: Warum sich jetzt so viele Genesene anstecken

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Corona-Evaluierungskommission beklagt schlechte Arbeitsvoraussetzungen

Corona-Evaluierungskommission beklagt schlechte Arbeitsvoraussetzungen

Die Kommission zur Evaluierung der bisherigen Corona-Politik hat sich über schwierige Grundvoraussetzungen ihrer Arbeit beklagt. Die stellvertretende Vorsitzende Helga Rübsamen-Schaeff sagte in Berlin, die Erfüllung des Arbeitsauftrags sei "erheblich" dadurch erschwert worden, "dass wir eben zur Bewertung erst zwei Jahre nach Beginn der Maßnahmen aufgefordert worden sind".

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Berlin  Die Corona-Sommerwelle rollt über Deutschland. Auch viele Genesene erkranken jetzt wieder. Eine Studie zeigt, woran das liegen könnte.

In der aktuellen Corona-Sommerwelle erkranken auch viele, die bereits von Covid-19 genesen sind. Dabei müsste ihr aufgebauter Immunschutz eigentlich eine erneute Ansteckung verhindern. Warum dies bei der jetzt in Deutschland vorherrschenden Omikron-Variante BA.5 anders ist.

Corona-Variante BA.5: Warum sich Genesene anstecken

Forschende des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen haben sich mit dem Phänomen beschäftigt und untersucht, wie die Antikörper im Blut von ungeimpften Genesenen auf verschiedene Omikron-Varianten reagieren. Lesen Sie auch: Corona: Neue Variante BA.2.75 alarmiert Wissenschaftler

Das Ergebnis ihrer Studie: Offenbar unterscheiden sich die Varianten so stark voneinander, dass eine überstandene Erkrankung unter Umständen kaum schützt. Die Antikörper, die die Studienteilnehmer nach einer Ansteckung mit BA.1 oder BA.2 aufgebaut hatten, zeigten gegen die Mutanten BA.4 und BA.5 weniger Wirkung als beispielsweise nach einer erneuten Konfrontation mit BA.2.

Der Grund dafür könnte beim sogenannten Spike-Protein liegen. Mit diesem Baustein dockt das Virus an Zellen an und befällt sie. Ist das Protein jedoch stark mutiert, können die Antikörper nicht mehr greifen.

Studie: Schützt Biontech vor BA.5?

Dies dürfte auch für Geimpfte von Bedeutung sein. Denn die Forschenden untersuchten außerdem, inwiefern eine dreifache Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech gegen BA.4 und BA.5 schützt. Schon bei der ursprünglichen Omikron-Variante war die Wirkung geringer, bei den neuen Varianten fiel sie jedoch nochmal achtmal niedriger aus.

Eine ähnliche Tendenz beobachteten die Wissenschaftler bei geimpften Genesenen nach einer Ansteckung mit BA.1 oder BA.2. Für die Forschenden deutet dies daraufhin, dass es sich bei BA.4 und BA.5 um Varianten mit einer sogenannten Immunevasion handelt.

Das bedeutet, dass diese Varianten sich schneller in einer Bevölkerung verbreiten können, die bereits geimpft, genesen oder beides ist. (jtb)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.