Corona-Variante

Omikron: Booster-Impfung macht Infizierte weniger ansteckend

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Corona-Lage: "Gute" und "schlechte" Entwicklungen

Corona-Lage: "Gute" und "schlechte" Entwicklungen

Schwere Krankheitsverläufe bei einer Corona-Infektion sind trotz gleichzeitig hoher Infektionszahlen derzeit deutlich seltener. Dies teilte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin mit. Intensivmediziner Gernot Marx warnt dennoch vor einer Überlastung der Krankenhäuser.

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Berlin/Genf  Eine Studie zeigt, dass die dritte Impfung gegen Corona nicht nur vor Krankheit schützt, sondern auch die Viruslast stark verringert.

  • Wer sich dreifach mit Biontech und Co. gegen das Coronavirus impfen lassen hat, ist bei einer Infektion deutlich weniger ansteckend
  • Das ist nicht das einzige Ergebnis einer Studie aus der Schweiz
  • Auch zu Omikron haben die Forscher etwas Erstaunliches herausgefunden

Wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, ist nicht nur im Falle einer Durchbruchsinfektion vor schwereren Krankheitsverläufen gut geschützt. Geimpfte sind auch weniger ansteckend als Ungeimpfte. Anders als bei der Delta-Variante sind bei der Omikron-Variante allerdings drei Impfdosen nötig, um die Menge infektiöser Viruspartikel wirksam zu senken.

Das berichten Schweizer Forscher um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer von der Universität Genf im Fachmagazin „Nature Medicine“. In einem Fachartikel stellten sie die Ergebnisse ihrer fast seit Pandemie-Beginn andauernden Studie erstmals vor.

Omikron: Studie zeigt, dass Impfungen nicht nur individuell schützen

Die Studie bezieht sich dabei auf die Omikron-Subvariante BA.1, nicht auf die mittlerweile in Deutschland dominierende Subvariante BA.2.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die positive Wirkung von Impfungen über den individuellen Schutz vor schweren Erkrankungen hinaus“, schreiben die Forscherinnen und Forscher. Zuerst hatte der „Spiegel“ über die Studie berichtet.

Forscher untersuchten Corona-Infizierte seit 2020

Die Wissenschaftler hatten zwischen April 2020 und Februar 2022 bei insgesamt 565 Corona-infizierten Menschen innerhalb der ersten fünf Tage nach Symptombeginn Abstriche von der Nasenschleimhaut genommen.

Die Untersuchung deckt also quasi den gesamten bisherigen Pandemie-Verlauf ab: Es wurde Infektionen mit der ursprünglich zirkulierenden Variante sowie mit der Delta- und der Omikron-Variante erfasst. Ein Teil der Probanden war ungeimpft, ein anderer Teil war zweifach geimpft oder geboostert. Fast alle Geimpften hatten einen RNA-Impfstoff bekommen.

Corona-Infektion: Booster-Impfung sorgt für massiv niedrigere Viruslast

Die Wissenschaftler ermittelten dann den sogenannte Ct-Wert, der angibt, wie viel Erbgut des Virus in einer Probe vorhanden ist. Zudem bestimmten sie über Zellkultur-Versuche die Menge infektiöser Viruspartikel in einer Probe. Dies ist ein besserer Indikator für die Ansteckungsfähigkeit eines Erkrankten, wie die Untersuchungen der Forscher bestätigten.

Die Auswertung der Daten ergab, dass Zweifach-Geimpfte bei einer Delta-Infektion deutlich weniger infektiöse Partikel in den oberen Atemwegen hatten als Ungeimpfte, nämlich knapp ein Fünftel. Außerdem konnten Geimpfte das Virus der Untersuchung zufolge schneller bekämpfen.

Bei Omikron-Durchbruchsinfektionen war die Menge infektiöser Viruspartikel nach einer doppelten Impfung so hoch wie bei Ungeimpften. Erst eine Booster-Impfung drückte den Wert deutlich auf etwa ein Fünftel.

Forscher finden Erstaunliches über Omikron-Variante heraus

Ein weiteres Ergebnis: Während der Omikron-Welle fanden die Forscher insgesamt deutlich geringere Mengen infektiöser Partikel bei den geimpften Probanden als während der Delta-Welle - trotz der höheren Ansteckungsfähigkeit der Omikron-Variante. Sie folgern daraus, dass Omikron-Infizierte nicht deshalb ansteckender sind, weil sie mehr Viren ausscheiden. Möglicherweise sei der Eintrittsmechanismus des Virus in die Zelle ein anderer.

Die Forscher weisen darauf hin, dass nicht bekannt ist, ab welcher Menge nachgewiesener Viruspartikel ein Infizierter ansteckend ist. Die Schwankungen in der Virusmenge könnten zudem auch durch die jeweilige Qualität des Abstrichs beeinflusst worden sein oder dadurch, dass die Proben nicht bei allen Probanden zum gleichen Zeitpunkt der Infektion genommen wurden. (dpa/fmg)

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen