Pandemie

Corona: Welche Regeln zu Quarantäne und Isolation gelten

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Freiwillige Isolation: Lauterbach macht Kehrtwende

Quarantäne soll eigenverantwortlich auf 5 Tage verkürzt werden

Eigentlich sollte die Isolation bei einer Corona-Infektion ab dem 1. Mai freiwillig sein, so ein Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Karl Lauterbach rückt jetzt von diesem Vorhaben ab.

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Berlin  Fachleute fordern eine Verkürzung der aktuell geltenden Quarantäne-Regeln. Unser Überblick zeigt, was aktuell in Deutschland gilt.

Die aktuell hohen Corona-Infektionszahlen kurbeln die Diskussion um eine Lockerung der Quarantäne- und Isolationsregeln in Deutschland an. Zuletzt forderte auch die Bundesärztekammer, die geltenden Corona-Regeln aufzuweichen. "Die vom Bundesgesundheitsminister vorgeschlagene Verkürzung auf fünf Tage ist in Anbetracht dessen ein pragmatischer Schritt, um einen Stillstand des öffentlichen Lebens zu verhindern", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt unserer Redaktion.

Doch welche Quarantäne-Regeln gelten derzeit genau? Unser Überblick zeigt, was in Deutschland gilt und welche Verkürzungen kommen könnten.

Corona und Quarantäne: Diese Regeln gelten

Bund und Länder haben die Quarantäne-Regeln angesichts der Omikron-Variante bereits im Januar verkürzt. Die Quarantänezeiten für Kontaktpersonen und die Isolierung von Infizierten orientieren sich seitdem grundsätzlich an einer Sieben-Tage-Regel. Nach sieben Tagen können sich Betroffene freitesten. Ohne abschließenden Test dauern Quarantäne und Isolierung jeweils zehn Tage.

Außerdem werden Kontaktpersonen von der Quarantäne befreit, wenn sie eine Booster-Impfung haben. Die Ausnahme von der Quarantäne gilt auch für frisch doppelt Geimpfte und frisch Genesene - für Kontaktpersonen also, deren Erkrankung oder Impfung weniger als drei Monate zurückliegt.

Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher "freitesten" lassen. Das geht allgemein nach sieben Tagen, wenn entweder ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest vorgezeigt werden kann. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in den Angeboten der Kinderbetreuung kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen PCR- oder Antigenschnelltest beendet werden.

Corona: So könnten die neuen Regeln aussehen

Konkret könnten Isolierungen, wenn man selbst infiziert ist, laut einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts (RKI) künftig noch fünf Tage dauern. Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und – beginnend nach fünf Tagen – wiederholt Tests oder Selbsttests zu machen. Es soll "keine strenge Isolierung" vorgegeben werden, wie es in einem der dpa vorliegenden Konzeptschema heißt.

Auch die Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten soll dem Vorschlag zufolge künftig noch fünf Tage dauern und muss nicht mehr eine "strenge Quarantäne" sein. Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und sich täglich zu testen.

Für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen und der Pflege soll demnach ebenfalls die Fünf-Tage-Regel gelten. Für das Beenden einer Isolierung wegen einer Infektion sieht der Vorschlag vor, dass man zuvor 48 Stunden ohne Symptome sein muss. Zudem soll man einen negativen Test vorlegen müssen, der frühestens am fünften Tag abgenommen werden kann. (dpa/les)

Dieser Text erschien zuerst auf www.morgenpost.de