Corona

RKI-Bericht: Corona-Zahlen lassen sich nur noch schätzen

Miguel Sanches
| Lesedauer: 2 Minuten
Corona-Warn-App ignoriert Geboosterte

Corona-Warn-App ignoriert Geboosterte

Die neue Version der Corona-Warn-App ignoriert alle Menschen, die geboostert sind. Das kann zu Problemen bei Kontrollen führen.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Die Omikron-Welle ist bald nicht mehr zu fassen – die Infektionszahlen schnellen nach oben. Vor allem in den Kitas schlägt Corona zu.

  • Die epidemiologische Lage ist laut RKI "sehr angespannt"
  • In den Kitas gibt es einen rasanten Anstieg der Ausbrüche
  • Das Institut hält fest: Die Omikron-Welle ist zu groß, um noch genau erfasst zu werden
  • Zu Corona könnte bald eine Grippewelle hinzukommen

Fast jeder vierte PCR-Test fällt positiv aus, die Infektionszahlen steigen rasant und – Ausnahme: Sachsen und Thüringen – flächendeckend an. Die Omikron-Welle ist so groß geworden, dass sie bald nicht mehr genau zu bemessen ist, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht einräumt.

Der maximale Ausschlag der Welle könne "voraussichtlich nicht exakt quantifiziert werden", so das RKI. Größenordnung und Trends seien jedoch zuverlässig. Im Klartext: In den nächsten Wochen wird sich das RKI mit Orientierungsgrößen behelfen.

Corona in der Kita: Betreuer sind geschützt, die Kinder nicht

Auf Omikron gehen inzwischen 89 Prozent der übermittelten Covid-19-Fälle zurück, wobei es große Unterschiede gibt. In Bremen beträgt der Anteil 96 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern nur 16 Prozent.

Seit dem Jahreswechsel nimmt die Zahl der Corona-Ausbrüche in den Kitas "wieder rasch zu". Betroffen sind die Kinder – nicht die Betreuerinnen und Betreuer. Das RKI vermutet als Grund dafür die "zunehmenden Auffrischimpfungen" unter Kita-Personal.

In der Altersgruppe der 5- bis 24-Jährigen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bereits bei über 1000. In der letzten Wochen hat sie sich bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis 14 Jahren verdoppelt. Generell sei die Infektionslage "sehr angespannt".

RKI: Ältere und Ungeimpfte landen eher im Krankenhaus

Die Belastung der Intensivstationen ist allerdings gesunken. "Obwohl die Belegungszahlen zurzeit noch rückläufig sind, kann es weiterhin zu regionalen Kapazitätsengpässen im intensivmedizinischen Bereich kommen", warnt das RKI.

Die mit Abstand höchste Hospitalisierungsinzidenz weisen über 80-Jährige auf. Und: Es gibt immer noch zwölf Prozent der über 60-Jährigen, die nicht geimpft sind.

Zweite Welle: Bald kommt zu Omikron die Grippe hinzu

Für die Impfung spricht nicht zuletzt, dass unter Geimpften – über fast alle Altersgruppen hinweg – deutlich weniger symptomatische Fälle zu verzeichnen sind als unter Ungeimpften.

Die Grippewelle hat noch nicht begonnen, aber es könnte bald losgehen. Dafür spricht, dass mehrere europäische Nachbarländer einen deutlichen Anstieg der Influenza-Aktivität verzeichnen. Omikron- und Grippewelle könnten sich überlappen.