Unwetter-Blog

Bis zu 149 Stundenkilometer – "Antonia" fegt über Südwesten

| Lesedauer: 57 Minuten
Sturmtief "Zeynep" trifft Deutschland mit Wucht

Sturmtief "Zeynep" trifft Deutschland mit Wucht

Das Sturmtief "Zeynep" hat in der Nacht weite Teile Deutschlands mit großer Wucht getroffen. Laut Behörden am mindestens ein Mensch ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr war vielerorts im Dauereinsatz.

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Berlin.  Erst "Ylenia", dann "Zeynep", jetzt "Antonia": Schwere Stürme haben erneut vielen eine unruhige Nacht gebracht. Mehr im Unwetter-Blog.

  • Nach "Ylenia" und "Zeynep" sorgt "Antonia" für schwere Stürme
  • Der Deutsche Wetterdienst rechnet für Montagabend mit einer Entspannung des Unwetters
  • Die Deutsche Bahn warnt vor weiteren Einschränkungen des Zugverkehrs
  • "Zeynep" sorgte zuvor in Europa für Chaos, Millionenschäden und Tote
  • Drei Menschen starben in Deutschland, 14 in Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Polen
  • Dieser Unwetter-Blog ist geschlossen

Berlin. Eine Serie von drei heftigen Stürmen ist in den vergangenen Tagen über weite Teile Deutschlands gefegt. Sturmtief "Antonia" sorgte in der Nacht zu Montag erneut für schwere Sturmböen, nachdem zuvor bereits die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" Chaos und Schäden in Millionenhöhe angerichtet hatten. Allein in Deutschland starben drei Menschen. Erst ab dem Montagabend soll sich die Sturmlage laut Deutschem Wetterdienst (DWD) beruhigen. "Der Wind wird die Woche aber weiter Thema bleiben", erklärte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. "Allerdings wird das eine ganz andere Hausnummer als das, was wir in diesen Tagen erleben." Lesen Sie mehr: Sturm "Ylenia": Zugausfälle – Besondere Regeln für Kunden

Der Newsblog zur Sturmlage ist geschlossen.

Unwetter-News von Montag, 21. Februar: Tief "Antonia" zieht ohne große Wucht durch den Norden

8.12 Uhr: Der dritte Sturm innerhalb weniger Tage hat in Schleswig-Holstein in der Nacht zum Montag kaum Einfluss auf die Einsatzzahlen von Polizei und Feuerwehr gehabt. Es habe zwar Sturmeinsätze gegeben, aber vergleichsweise wenige, sagten die Sprecher der Polizeileitstellen im Norden am Montagmorgen. Auch seien keine Menschen verletzt worden. Im Bereich Schleswig, Flensburg und Husum registrierte die Polizei fast 40 Einsätze. "In Sachen Sturm hatten wir nur vier Einsätze wegen Bäumen auf Straßen und 34 Einsätze wegen zu viel Wasser in Gebäuden. Das Wasser kann nicht mehr versickern. Das ist das Problem", sagte ein Polizeisprecher dazu.

Auch im Raum Kiel mussten Feuerwehr und Polizei zu deutlich weniger Sturmeinsätzen ausrücken als in den vergangenen Tagen. "Wir hatten nur zehn Einsätze in der Region. Das waren vor allem umgestürzte Bäume, herabgestürzte Äste und eine überschwemmte Straße", so ein Sprecher der Leitstelle.

Bis zu 149 Stundenkilometer – "Antonia" rauscht über Südwesten

6.09 Uhr: Das Sturmtief "Antonia" fegt mit hoher Geschwindigkeit über Baden-Württemberg hinweg. Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienst (DWD) sprach am Montagmorgen von schweren Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern im Flachland, auf dem Feldberg gar von einem Orkan mit einer Geschwindigkeit von bis zu 149 Stundenkilometern. "Zur Zeit wird das Land von der Kaltfront überquert, sie zieht im Laufe des Vormittags südostwärts ab", sagte der Meteorologe. Im Flachland sei der Sturm aber eher etwas schwächer ausgefallen als zuletzt die Sturmtiefs "Ylenia" und "Zeynep".

Sturmtief "Antonia" sorgt für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr

5.01 Uhr: Wegen des Unwetters müssen sich Fahrgäste auch am Montag auf Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen. Aufgrund von Unwetterschäden durch das Sturmtief "Antonia" sei mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Demnach verkehren keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund, zwischen Berlin und Rostock/Stralsund, zwischen Norddeich Mole/Emden und Köln und zwischen Siegen und Dortmund.

Mit Beeinträchtigungen aufgrund des Unwetters bis Montagnachmittag rechnet die Bahn außerdem für den Regionalverkehr in Nordbaden, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bleibt der Bahnverkehr bis voraussichtlich Montagnachmittag eingeschränkt. Es sei mit Verspätungen und Zugausfällen in der gesamten Region zu rechnen. In Sachsen-Anhalt sind einige Linien noch von Unwetterschäden durch das vergangene Sturmtief "Zeynep" betroffen.

Unwetter-News von Sonntag, 20. Februar: Bei Berliner Feuerwehr ist einsatzreichster Ausnahmezustand beendet

21.14 Uhr: Tagelang sorgten die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" für jede Menge Arbeit – nun ist der einsatzreichste Ausnahmezustand in der Geschichte der Hauptstadtfeuerwehr beendet. Insgesamt gingen seit Donnerstag 15.300 Notrufe bei der Feuerwehr ein, wie die Berliner Feuerwehr am Sonntagabend mitteilte – das sei ein Höchstwert. Zu rund 4000 wetterbedingten Einsätzen mussten die Einsatzkräfte demnach zwischen Donnerstagfrüh und Sonntagnachmittag ausrücken - auch so viele wie nie zuvor. "Zur Verdeutlichung der enormen Schlagzahl: Alle 30 Sekunden rückte die Berliner Feuerwehr in dem genannten Zeitraum zu einem Einsatz aus", teilte die Leitstelle mit.

Zum Wochenstart noch erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr

20.21 Uhr: Angesichts erheblicher Unwetterschäden müssen sich Bahnreisende zum Wochenstart auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. Insbesondere auch mit Blick auf das nächste angekündigte Sturmtief "Antonia" hat die Deutsche Bahn am Sonntag Fahrgäste gebeten, sich zu informieren, ob die geplante Fahrt möglich sei. Dies gelte insbesondere für Pendler im Berufsverkehr. Wer könne, solle die Reise verschieben. Die Prognose bleibe schwierig. Man versuche, sich so gut es gehe auf den nächsten Sturm vorzubereiten, sagte Bahnsprecher Achim Stauß am späten Sonntagnachmittag.

Vor allem der Norden und Nordosten seien stark betroffen von den Schäden. Zwischen Berlin und Hamburg sollten am Sonntagabend wieder zwei ICE starten, auch Montag sollten Züge fahren. "Aktuell können wir etwa drei Viertel des Fernverkehrs fahren", so Stauß.

DWD: "Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen"

17.45 Uhr: Auch am Sonntag sind die schweren Stürme und zum Teil orkanartigen Böen noch nicht vorüber. „Die Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Nach Orkan „Zeynep“ schickt Sturmtief „Antonia“ bereits eine Kaltfront voraus: Der Wind frischt auf und kann besonders in der Nacht zum Montag noch mal für zum Teil gefährliche Böen sorgen. Erst ab dem Abend beruhige sich das Wetter.

In der Nacht und am Morgen (22.00 Uhr bis 9.00 Uhr) könne es in Teilen der Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern orkanartige Böen in Verbindung mit Schauern und einzelne Gewittern geben, warnte der DWD am Sonntagnachmittag. Es müsse mit entwurzelten Bäume, herabstürzenden Dachziegeln und örtlichen Blitzschäden gerechnet werden.

Ab Sonntagabend, 21.00 Uhr, lege der Wind deutlich zu und ziehe in Verbindung mit einer Kaltfront von Nordwest nach Südost durchs Land, sagte der Meteorologe. Zwischenzeitlich bestehe die Gefahr heftiger Stürme und orkanartiger Böen mit bis zu 115 km/h Windgeschwindigkeit. Dazu müsse mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Der DWD kündigte für die Nacht besonders im Westen Orkanböen an. Auch an der Ostsee können orkanartige Böen bis in den Montagvormittag hinein anhalten. Über der Mitte sei die Gefahr von schweren Sturmböen allerdings nicht ganz so hoch.

Deutsche Bahn meldet nach Sturm weiter massive Störungen in Norddeutschland

17.20 Uhr: Im Bahnverkehr in Deutschland hat es nach dem Sturmtief „Zeynep“ auch am Sonntagnachmittag noch erhebliche Störungen gegeben. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, verkehrten zunächst weiterhin keine Fernzüge zwischen Hamburg und Berlin, zwischen Köln und Norddeich Mole beziehungsweise Emden und auf weiteren Strecken nördlich von Berlin. Andere Strecken wurden dagegen wieder freigegeben.

Die Bahn erklärte, das Schadensausmaß sei noch deutlich größer als befürchtet. Allein mehr als tausend Kilometer Oberleitungen seien beschädigt worden. Trotz eines Großeinsatzes von Reparaturteams seien am Mittag weiterhin noch 874 Streckenkilometer von Schäden betroffen gewesen. „Extrem betroffen ist unter anderem die Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg - hier wurden reihenweise Bäume umgemäht und kilometerlange Schäden an den Oberleitungen verzeichnet“, hieß es. Viele Oberleitungsmasten müssten komplett ersetzt werden.

Auch im Regionalverkehr gab es am Sonntag noch viele Zugausfälle. Neben dem Personenverkehr gebe es auch für den Güterverkehr noch starke Einschränkungen, hieß es. Eine sichere Prognose, wann die gesperrten Strecken wieder freigegeben würden, ist demnach noch nicht möglich. Erwartet wurden Beeinträchtigungen bis mindestens Montagnachmittag.

Drohen durch "Antonia" neue Schäden?

8.51 Uhr: Das ganze Ausmaß der von "Ylenia" und "Zeynep" verursachten Schäden ist noch gar nicht erfasst, da droht bereits neues Ungemach: Sturmtief "Antonia" soll im Tagesverlauf zunächst starke bis stürmische Böen bringen. Turbulent könne dann wieder die Nacht zum Montag werden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Schwere Sturmböen oder orkanartige Böen seien möglich. Besondere Gefahr geht von Bäumen aus, wie DWD-Meteorologe Adrian Leyser erklärte. "Die ohnehin durch die vorangegangenen Stürme in Mitleidenschaft gezogenen und in teilweise stark aufgeweichten Böden stehenden Bäume können dabei leicht umstürzen."

Unwetter-News von Samstag, 19. Februar: Von Solarmodul getroffener Mann stirbt in Belgien

19.50 Uhr: Ein durch den Wintersturm "Zeynep" losgerissenes Solarmodul hat in Belgien einen Mann getötet. Der Mann habe das von einem Hausdach gewehte Bauteil am Freitag auf den Kopf bekommen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Samstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Ostflandern.

Er sei in einem Krankenhaus an den schweren Verletzungen gestorben. Als ein weiteres belgisches Opfer des in dem Land "Eunice" genannten Sturmtiefs gilt ein 79-Jähriger. Er war am Freitag gestorben, nachdem er in einem Jachthafen in Ypern in Westflandern von einem Boot ins Wasser gefallen war.

Zugverkehr der Deutschen Bahn bis Montagnachmittag beeinträchtigt

16.16 Uhr: Bahnreisende müssen weiter mit starken Beeinträchtigungen rechnen. "Aufgrund von Unwetterschäden kommt es im Norden Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen bis mindestens Montagnachmittag zu Verspätungen und Zugausfällen", teilte die Deutsche Bahn am Samstagnachmittag mit und forderte dazu auf, Reisen von und nach Hamburg und Bremen zu vermeiden.

Der Bahn zufolge verkehren am Sonntag bis mindestens 18 Uhr keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin. Bis dahin fallen auch ICE-Züge auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin aus, genau wie ICE-Züge zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Berlin.

Weiter Einschränkungen bei der Abfertigung am Flughafen BER

11.40 Uhr: Am Hauptstadtflughafen BER gab es am Samstagvormittag weiterhin Verzögerungen bei der Abfertigung. "Wegen des Sturms abgesagte Flüge gab es nicht, teilweise gab es Flugverspätungen", sagte ein Flughafensprecher am Samstagvormittag. "Und es gibt immer noch Probleme im Abfertigungsbetrieb." Es sei wegen der hohen Windgeschwindigkeiten immer noch so, dass das Gepäck häufig nicht aus den Flugzeugen aus- und auch nicht eingeladen werde. "Die Passagiere fliegen nur mit Handgepäck."

„Was sonst normal ist, dass Gepäck und Passagiere zusammen fliegen, wird jetzt wegen des Sturms zum Teil getrennt“, so der Sprecher. "Das ist auch in den letzten beiden Tagen so gewesen." An der Situation werde sich voraussichtlich bis Mitte des Tages nichts ändern. Mit Einschränkungen sei bis dahin noch zu rechnen. "Wir haben aber die Hoffnung, dass es sich dann normalisiert."

Bahnverkehr im Norden weiterhin stark eingeschränkt

11.20 Uhr: Der Bahnverkehr im Norden Deutschlands und in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens ist infolge des Sturms weiterhin stark eingeschränkt. Wie die Deutsche Bahn (DB) in Berlin am Samstagmorgen berichtete, fahren weiterhin keine Züge des Fernverkehrs in den betroffenen Regionen. Dies gelte für Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin sowie zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig. Nur auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt führen einzelne Züge. Auch der Regionalverkehr fällt nach Angaben der Bahn noch flächendeckend aus.

Vor einer Wiederaufnahme des Verkehrs seien zunächst umfangreiche Erkundungsfahrten erforderlich, hieß es. "Mit abflauendem Sturm sind rund 2000 Einsatzkräfte der DB im Dauereinsatz, um Strecken zu erkunden und Reparaturen durchzuführen", teilte die Bahn mit. Für einen Überblick über den Zustand der Strecken setze die Bahn auch Hubschrauber ein. "Die DB arbeitet mit Hochdruck daran, Strecken freizuräumen und den Verkehr Stück für Stück wieder aufzunehmen", hieß es weiter.

Mann bei Hannover von Baum getroffen und schwer verletzt

11.00 Uhr: In Lehrte (Region Hannover) ist ein Mann von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, wollte der Mann am Freitagabend nachsehen, ob der Baum durch den Sturm beschädigt oder gefährdet ist. In diesem Moment erfasste eine Windböe den Baum und die Baumkrone stürzte herab. Entgegen einer ersten Annahme sei der Mann aber nicht unter dem Baum eingeklemmt gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Mann wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Kupferplatte fliegt von Kirchturm und schlägt in Haus ein

10.30 Uhr: Eine rund 80 Kilogramm schwere Kupferplatte ist während des Sturms in Gronau bei Hildesheim von einem Kirchturm weggeweht worden und etwa 80 Meter weiter in ein Haus eingeschlagen. Weitere, etwa drei Mal drei Meter große Platten, drohten weiterhin abzubrechen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagmorgen. Die Feuerwehr sperrte die Altstadt in der Umgebung ab und bat die Anwohner, sich in Sicherheit zu begeben. Momentan gehe es um das Absichern. "Da oben in rund 50 Metern Höhe können wir schlecht arbeiten", so der Sprecher. Ein Fachberater soll sich den Schaden anschauen. Erst dann werde man weitere Schritte einleiten.

Nach Unfall im Sturm: 400 Liter Diesel auf der A7 ausgelaufen

10 Uhr: Nach einem Unfall aufgrund des Sturmtiefs "Zeynep" sind am Freitagabend 400 Liter Diesel-Kraftstoff auf der Autobahn 7 ausgelaufen. Nach Angaben der Polizei hatte sich bei Hildesheim durch den Sturm das Fundament einer Verkehrstafel gelöst, so dass diese umknickte und auf die Fahrbahn fiel. Ein Sattelzugfahrer habe nicht mehr ausweichen können und sei über die Hindernisse gefahren. Dabei riss der Tank auf und Hunderte Liter Kraftstoff ergossen sich über die Fahrbahn. Durch den starken Wind habe sich die Flüssigkeit immer weiter verteilt, berichtete die Polizei. Die Feuerwehr rückte an und pumpte noch einmal mehrere Hundert Liter Diesel aus dem Sattelzug ab, um ein weiteres Auslaufen zu verhindern.

Die Autobahn musste in beiden Fahrtrichtungen für mehrere Stunden gesperrt werden. Die Fahrbahn in Richtung Kassel war laut Polizei erst in den frühen Morgenstunden am Samstag wieder störungsfrei befahrbar.

Strand der Insel Wangerooge im Sturm fast vollständig weggespült

9.30 Uhr: Die Nordseeinsel Wangerooge hat im Sturm etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. "Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand", sagte Wangerooges Inselbürgermeister Marcel Fangohr am Samstagmorgen. Die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet hätten kein Deckwerk mehr, dies müsse wie der Strand neu aufgeschüttet werden. Dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen, das Orkantief "Zeynep" habe keine schweren Schäden verursacht.

Der Wasserstand habe etwa zwei Meter über dem normalen Stand gelegen, das sei weit von den Höchstständen entfernt, erklärte Fangohr. 2013 habe der Wasserstand bei 9,17 Metern gelegen, in der Nacht zum Samstag seien es 8,50 Meter gewesen. Glück im Unglück sei es gewesen, dass der starke Wind eher aus westlicher Richtung kam - nicht aus nordwestlicher. Neben dem weggespülten Strand seien Mülleimer umgekippt, eine Satellitenschüssel sei von einem Dach geflogen und Zäune umgefallen.

Wetterdienst hebt Warnung vor extremen Orkanböen auf

7.27 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am frühen Samstagmorgen seine Warnung vor extremen Orkanböen an der Nordsee von bis zu 160 Kilometern pro Stunde aufgehoben. In Büsum (Kreis Dithmarschen) hatte der DWD am Abend eine Böe mit 143,3 Kilometern pro Stunde gemessen.

Sturmflut erreicht Hamburg

7.23 Uhr: Infolge des Sturmtiefs "Zeynep" hat Hamburg eine sehr schwere Sturmflut erreicht. Am Pegel St. Pauli wurden Samstagfrüh 3,75 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen, wie es vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hieß. Ab einem Pegel von 3,50 Meter wäre es ein sehr schwere Sturmflut gewesen, der Wasserstand begann aber bereits zu sinken.

Wegen des Hochwassers trieben im Bereich der Hamburger Hafencity mehrere Autos in dem über die Ufer getriebenen Elbwasser, wie die Hamburger Feuerwehr bei Twitter mitteilte. Einsatzkräfte hätten mit einem Schlauchboot zwei Menschen aus einem Fahrzeug gerettet. Sie seien rettungsdienstlich versorgt und dann in ein Krankenhaus gebracht worden.

Hunderte Sturmeinsätze im Norden – Fehmarnsundbrücke gesperrt

7.11 Uhr: Das Sturmtief "Zeynep" hat in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg für Hunderte Einsätze gesorgt. Alleine in Hamburg sei die Feuerwehr bis zum frühen Samstagmorgen 654 Mal ausgerückt, sagte ein Sprecher. Meist handelte es sich dabei um umgekippte Bäume, Schilder und Zäune, aber auch umherfliegende Dach- und Fassadenteile forderten die Einsatzkräfte. Zwei Menschen wurden von der Feuerwehr per Schlauchboot aus ihrem im Wasser treibenden Auto gerettet. Die Elbe hatte den Bereich überschwemmt. Beide wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Auf der Fehmarnsundbrücke kippten in der Nacht zwei Laster um. Ein Fahrer wurde dabei verletzt. Die Brücke ist seitdem gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Im Norden Schleswig-Holsteins zählte die Polizei 84 Einsätze. Im westlichen Bereich waren es 123. Und im Bereich der Polizei-Leitstelle Süd waren es laut einem Sprecher deutlich mehr als 200 Einsätze.

Mindestens neun Tote durch Orkantief "Zeynep" in Europa

6.45 Uhr: Mindestens neun Menschen sind am Freitag in Deutschland und anderen Ländern durch das Orkantief "Zeynep" ums Leben gekommen. In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste ist ein Mann während des Sturms von einem Dach gestürzt und gestorben. Der 68-Jährige habe in der Nacht auf Samstag versucht, das beschädigte Dach eines Stalls zu reparieren, teilte die Polizei mit. Dabei sei er durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

In den Niederlanden kamen drei Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben, darunter war auch ein Radfahrer. Großbritannien meldete ebenfalls drei Todesopfer. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. In Irland starb ein Mann infolge des Orkantiefs. In Frankreich wurden mindestens elf Menschen verletzt. Im Norden des Landes waren am Abend rund 130.000 Haushalte ohne Strom.

DWD misst extreme Windgeschwindigkeiten

5.19 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hatte im Laufe des Abends in Kiel, Hamburg, auf Sylt und auf Helgoland Windstärken zwischen 9 und 11 gemessen, in Büsum wurde eine Orkanböe mit 143,3 Kilometer pro Stunde festgestellt.

Der DWD hat die Höhe der in Hamburg am frühen Samstagmorgen erwarteten Sturmflut nach oben korrigiert. Statt mit einer schweren Sturmflut mit Wasserständen von bis zu drei Metern müsse nun mit bis zu 3,5 Metern gerechnet werden, was einer sehr schweren Sturmflut entspräche, teilte der Wetterdienst am Samstag mit.

In Bremen musste wegen eines erwarteten Hochwassers ein Parzellengebiet in der Pauliner Marsch evakuiert worden, sagte eine Polizeisprecherin am Freitagabend. "Das ist Jahre her, dass wir zu so einer Maßnahme greifen mussten." An der Küste im Bereich Aurich und Leer in Niedersachsen wurde es nach Angaben eines Sprechers der Polizei erst ab 3.00 Uhr merkbar ruhiger. Ein Sprecher der Feuerwehr dort zählte bis drei Uhr insgesamt fast 500 Einsätze.

Zwei Tote bei Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen

3.02 Uhr: Bei Verkehrsunfällen während des Durchzugs von Sturmtief "Zeynep" sind im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen am Freitagabend zwei Autofahrer ums Leben gekommen. Auf der Bundesstraße 54 bei Altenberge prallte ein Wagen gegen einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum, der während des Sturms umgestürzt war, wie ein Polizeisprecher am Abend mitteilte. Der 56-jährige Fahrer wurde im Auto eingeklemmt und reagierte den Angaben zufolge nicht auf Ansprachen. Er starb demnach noch am Unfallort.

Die Bundesstraße 54 soll laut Polizei wegen weiterer umgestürzter Bäume bis mindestens Samstag 8.00 Uhr gesperrt bleiben. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

Etwa zur selben Zeit war ein Mann mit seinem Wagen in Saerbeck unterwegs, als das Fahrzeug sich nach Angaben der Polizei überschlug. Der 33-Jährige sei am Unfallort gestorben. Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar, vermutlich sei das Auto von einer Windböe erfasst worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Abend.

Bahnreisende müssen auch am Samstag mit Einschränkungen rechnen

2.15 Uhr: Bahnreisende in Deutschland müssen wegen der Auswirkungen des Sturms "Zeynep" auch am Samstag noch mit Einschränkungen rechnen. Im Norden Deutschlands war der Zugverkehr am Freitag bis mindestens zum Betriebsschluss eingestellt worden. Bevor der Verkehr wieder aufgenommen werden könne, seien erst "umfangreiche Erkundungsfahrten" nötig, teilte die Deutsche Bahn am Abend mit.

Eine Übersicht über eventuelle Schäden hatte die Bahn am Freitagabend noch nicht. Der Sturm sollte laut Deutschem Wetterdienst erst in der zweiten Nachthälfte allmählich abflauen.

Hunderte Reisende in Hannover gestrandet

1.21 Uhr: Hunderte Reisende sind am Freitagabend am Hauptbahnhof in Hannover gestrandet. Sie mussten voraussichtlich die Nacht über dort ausharren. Die Bahn stellte am frühen Abend einen Aufenthaltszug mit Essen und Trinken zur Verfügung, später sollte ein zweiter hinzukommen. "Wir erwarten noch zwei Züge aus dem Süden, von hier geht nichts mehr weiter", sagte ein Bahnsprecher am späten Abend.

Je nach Verlauf des Sturmtiefs "Zeynep" werde man am Samstagmorgen gegen 6.00 Uhr die Passagiere informieren, welche Reisemöglichkeiten es gebe, hieß es.

Unwetter-News von Freitag, 18. Februar: Polizei evakuiert wegen Sturmtiefs "Zeynep" Gebiete in Bremen

21.46 Uhr: Wegen des Sturmtiefs "Zeynep" sind am Freitagabend mehrere Gebiete in Bremen evakuiert werden. Es bestehe Überschwemmungsgefahr, teilte die Polizei mit. Die Bereiche Pauliner Marsch, Stadtwerder und Rablinghauser Deich würden daher evakuiert. Die Menschen wurden demnach per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, die Gegend zu verlassen und zu meiden. Es handele sich überwiegend um Kleingartenanlagen.

Baukran droht umzukippen – Häuser in Aurich evakuiert

21.13 Uhr: Weil ein Baukran in Aurich in Ostfriesland umzukippen drohte, sind dort am Freitagabend zwei Einfamilienhäuser evakuiert worden. "Er drehte und neigte sich erheblich, wir mussten auch die Baufirma hinzuziehen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Details zur Lage vor Ort nannte er zunächst nicht.

Wegen des heftigen Sturms seien bis zum Abend im Kreis Aurich rund 70 Einsätze zu verzeichnen gewesen. Im Kreis Leer gab es mehr als 100 Einsätze, wie es hieß.

Bäume seien auf Häuser gestürzt. Eine Eiche krachte in Aurich in ein Haus. Carports und Dächer mussten von den Einsatzkräften gesichert werden, sie drohten abzuwehen. Beim Technischen Hilfswerk (THW) in der Region im Nordwesten Niedersachsens herrschte Voralarm wegen des Orkans "Zeynep".

Vorboten des Orkantiefs "Zeynep" drücken mit Stärke 9 in den Norden

19.38 Uhr: Hamburg und Schleswig-Holstein bereiten sich erneut auf einen Orkan und eine Sturmflut vor. Am Freitagnachmittag zeigten sich bereits die ersten Vorboten des Sturmtiefs "Zeynep". Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete für 17.00 Uhr auf Helgoland und Sylt Böen der Stärke 9, in Hamburg-Fuhlsbüttel wurden Böen der Windstärke 8 gemessen. Für den Abend und die Nacht warnte der DWD vor extremen Orkanböen der Stärke 12 an der Nordsee mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde.

Es bestehe Lebensgefahr durch Windschäden wie umstürzende Bäume und herabstürzende Gegenstände, teilte der DWD mit. Türen und Fester sollten geschlossen und Gegenstände im Freien gesichert werden. Menschen sollten den Aufenthalt draußen meiden und Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Der DWD riet, Autofahrten zu vermeiden und Fahrzeuge nach Möglichkeit in Garagen abzustellen. Erst in den Frühstunden des Samstags dürfte der Sturm wieder nachlassen.

"Ylenia" wehte historische Lagermauer des KZ Sachsenhausen um

17.45 Uhr: Das Sturmtief "Ylenia" hat in der Nacht zu Donnerstag Teile der östlichen Lagermauer der brandenburgischen KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen zum Einsturz gebracht. Die rund 2,80 Meter hohe Mauer wurde auf einer Länge von etwa 200 Metern umgeweht, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Freitag in Oranienburg mitteilte. Der entstandene Schaden lasse sich derzeit noch nicht beziffern, bewege sich aber vermutlich im sechsstelligen Bereich.

Die 1937 errichtete und weitgehend original erhaltene Lagermauer des KZ Sachsenhausen war Teil der Sicherungsanlagen, die das Häftlingslager umgaben. Sie bestanden aus einem Todesstreifen, den die Häftlinge nicht betreten durften, einem elektrisch geladenen Zaun, dem Posteingang und der Lagermauer. Bereits in der Vergangenheit sei die historische Lagermauer mehrfach durch Orkanstürme beschädigt worden.

Im KZ Sachsenhausen in Oranienburg waren von 1936 bis 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder kamen auf andere Weise ums Leben. Nach dem Krieg war das Areal von 1946 bis 1950 ein sowjetisches Speziallager.

Zwei Tote durch heftigen Sturm in Niederlanden

17.26 Uhr: Der schwere Sturm hat in den Niederlanden mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. In Amsterdam war ein Mensch am Freitagnachmittag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, wie die Feuerwehr mitteilte. In Diemen im Osten der Hauptstadt starb ein Mensch, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war.

Der Sturm mit orkanartigen Böen legte das öffentliche Leben in großen Teilen des Landes lahm. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und Lastwagen stürzten um. In Den Haag blies der Wind das Dach vom Fußballstadion. Der Zug- und öffentliche Nahverkehr wurden eingestellt. Schulen sowie Test- und Impfzentren schlossen. Die extremen Wetterbedingungen sorgten auch für Ausfälle und Verspätungen am Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Deutsche Bahn stellt Verkehr in weiten Teilen ein

16.09 Uhr: Wegen des heraufziehenden Sturmtiefs stellt die Deutsche Bahn in weiten Teilen des Landes ab Freitagnachmittag sukzessive ihren Verkehr ein. Im Fernverkehr wurden demnach ab dem Nachmittag alle Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin eingestellt. Auch auf den in Ost-West-Richtung quer verlaufenden Strecken von Köln über Hannover bis Berlin sowie zwischen Berlin und Frankfurt am Main nach Amsterdam sollten keine ICE- oder IC-Züge mehr verkehren.

Der Stopp des Regionalverkehrs betraf die kompletten Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sowie zusätzlich große Teile von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Zusätzlich ruhte nach Bahnangaben auch der Verkehr auf bestimmten Regionalstrecken in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie Sachsen-Anhalt. Teils sollten Busnotverkehre eingerichtet werden.

VW stoppt Produktion im Werk Emden

14.52 Uhr: Wegen des herannahenden Orkantiefs "Zeynep" setzt Volkswagen die Produktion in seinem Emder Werk vorerst aus. Eine VW-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Emder Zeitung" am Freitagmittag.

Demnach fielen die Spät- und die Nachtschicht am Freitag aus. Die Beschäftigten wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben. Dies passiere aus Vorsicht, sagte die VW-Sprecherin. Es gehe darum, die Beschäftigten von ihrem Weg von und zum Werk vor dem Unwetter zu schützen.

Lebensgefahr – Höchste Wetterwarnung in London ausgerufen

13.55 Uhr: Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt, dem Süden Englands sowie in Wales sind am Freitag wegen stürmischen Wetters dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben. Wie der britische Wetterdienst Met Office mitteilte, droht wegen umherfliegender Trümmerteile bei Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern Lebensgefahr. Zu rechnen sei mit abgedeckten Dächern, entwurzelten Bäumen und Störungen im Zug- und Schiffsverkehr. Menschen an der Küste wurden vor großen Wellen und Überschwemmungen gewarnt.

Großbritannien bereitete sich am Freitag auf Sturmtief "Eunice" vor, das in Deutschland "Zeynep" getauft wurde. Der BBC zufolge könnte es sich um einen der schwersten Stürme in dem Land seit Jahrzehnten handeln. In Irland hatten heftige Winde bereits zu Stromausfällen bei rund 55.000 Haushalten geführt.

Bahn stellt auch Fernverkehr in Norddeutschland ein

13.14 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt auch den Fernverkehr in Norddeutschland wegen des Sturmtiefs ab sofort schrittweise ein. Für den Rest des Tages führen dann keine Fernzüge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Es hatte zuvor schon angekündigt, dass im Tagesverlauf der Regionalverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Teilen von NRW eingestellt werde. Auf den Verbindungen von Amsterdam mit Berlin und Frankfurt fuhren ganztägig keine Fernzüge.

Schwere Sturmfluten im Norden erwartet

12.11 Uhr: Hamburg muss sich auf eine schwere Sturmflut mit Wasserständen von drei Metern über dem normalen Hochwasser in der Nacht zu Samstag einstellen. Der höchste Wasserstand werde wahrscheinlich zwischen 5.00 Uhr und 6.00 Uhr am Samstagmorgen erreicht, sagte Bernd Brügge vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Freitag. Für Hochwasserschutzeinrichtungen und Deiche werde das aber nicht zum Problem. Brügge erinnerte an die Sturmflut von 1976, die 4,64 Meter über dem normalen Hochwasser in der Hansestadt erreicht hatte. Für Schleswig-Holstein rechnet das BSH in Büsum mit 2,5 Metern über dem normalen Hochwasser, am Eidersperrwerk mit 3,0 Metern.

Wetterexperte Frank Böttcher schätzt den heranziehenden Sturm an der oberen Grenze dessen ein, was meteorologisch an der Küste möglich sei. Er könne historische Dimensionen erreichen. Dass dennoch keine höhere Sturmflut erwartet wird, liegt nach Brügges Angaben unter anderem am zeitlichen Ablauf. Das stärkste Windfeld und das Hochwasser fielen zeitlich nicht zusammen. Zu einer sehr schweren Sturmflut, die bei 3,5 Metern über dem normalen Hochwasser beginnt, werde es wahrscheinlich nicht kommen. "Das sehen wir zur Zeit noch nicht", sagte Brügge.

Regionalverkehr im Norden und NRW wird nach und nach eingestellt

11.24 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt den Regionalverkehr in Teilen Norddeutschlands und Nordrhein-Westfalens wegen des angekündigten Sturms nach und nach ein. Das kündigte das Unternehmen am Freitag für den Tagesverlauf in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Teilen von NRW an. Der Schutz der Reisenden und der Beschäftigten habe Vorrang, hieß es. Der Deutsche Wetterdienst warne insbesondere für die nördlichen Landesteile und für die Mitte Deutschlands ab dem Nachmittag vor Unwetter mit extremen Orkanböen und orkanartigen Böen.

„Wer immer kann, dem empfehlen wir Reisen mit der Bahn vom späten Nachmittag auf einen früheren Zeitpunkt vorzuziehen“, empfahl die Bahn. Fahrgäste können ihre für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gebuchten Fahrkarten bis zum 27. Februar flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren, wenn sie Reisen wegen des Sturms verschieben.

Eine Welle zerschlägt die Scheiben einer Fähre
Eine Welle zerschlägt die Scheiben einer Fähre

Wetterdienst – Orkan erreicht gegen Mitternacht deutsche Nordseeküste

10.48 Uhr: Der für die Nacht zu Samstag vorhergesagte Orkan erreicht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gegen Mitternacht die Nordseeküste. Dort werden demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erwartet. In der zweiten Nachthälfte trifft "Zeynep" auf die Ostseeküste und lässt dann allmählich nach. "Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt", sagte ein DWD-Meteorologe am Freitag in Offenbach.

Trotzdem bleibt es laut DWD aber mindestens bis zum Montag in Deutschland stürmisch. "Es kehrt einfach keine Ruhe ein", sagte der Meteorologe. Zu dem stürmischen Wetter geselle sich ein ungemütlicher Mix aus Regen und Graupelschauern.

Hamburger Fischmarkt erneut unter Wasser – schwere Sturmflut erwartet

8.42 Uhr: Nach dem Sturm am Donnerstag wurde am frühen Freitagmorgen erneut der Fischmarkt im Hamburger Stadtteil Altona überspült. Am Messpunkt St.Pauli erreichte der Wasserstand laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 1,49 Meter über dem mittleren Hochwasser – einen Zentimeter unter der Grenze für Sturmfluten. Für Samstag rechnet das BSH mit Wasserständen von bis zu drei Metern über dem mittleren Hochwasser, das entspricht einer schweren Sturmflut. Der Höchstwert soll voraussichtlich am frühen Samstagmorgen erreicht werden.

Bahn: Großteil der Strecken nach Sturm wieder befahrbar

8.02 Uhr: Nach dem Sturm "Ylenia" ist der Großteil der Strecken im Bahnverkehr wieder befahrbar. Insbesondere zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen seien wieder Fernverkehrszüge unterwegs, teilte die Bahn am Freitagmorgen mit. Dennoch komme es weiterhin aufgrund von gesperrten Streckenabschnitten im Fernverkehr zu Einschränkungen. Auf der Strecke nördlich von Berlin Richtung Ostseeküste und nördlich von Hamburg und Münster sowie den internationalen Verbindungen von Frankfurt/Main und Berlin nach Amsterdam würden noch keine ICE und Intercity-Züge fahren. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen.

Im Regionalverkehr habe sich der Verkehr weitgehend wieder normalisiert. Beeinträchtigungen seien noch auf einzelnen Verbindungen in den besonders von dem Sturmtief betroffenen Gebieten, wie Teile Niedersachsens, möglich. Die DB bittet ihre Fahrgäste, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf bahn.de oder im DB Navigator zu informieren.

Wangerooge sorgt sich um den Hauptstrand

7.31 Uhr: Das Orkantief "Ylenia" ist über Niedersachsen und Bremen hinweggefegt, da wird schon "Zeynep" erwartet. Von Freitagnachmittag an soll der Wind im Nordwesten wieder merklich auffrischen und seinen Höhepunkt am Abend und in der ersten Nachthälfte zum Samstag erreichen, hieß es beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

So ist besonders auf Wangerooge die Angst vor den Fluten groß. Wenn der Wasserpegel der Sturmflut auf etwa 2,25 Meter steigen sollte, würde das den Verlust des kompletten Hauptstrandes bedeuten. Die Fluttore sollten geschlossen werden, um eine Katastrophe zu verhindern.

Feuerwehr gibt Tipps zur Sturmvorbereitung

7.23 Uhr: Um Schäden und Unfälle durch den herannahenden Sturm "Zeynep" zu vermeiden, sollten Bürgerinnen und Bürger entsprechende Vorbereitungen treffen. "Alles, was auf der Terrasse ist, was nicht niet- und nagelfest ist, am besten reinholen, in die Garage stellen", sagte Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, am Freitagmorgen im ARD-"Morgenmagazin". Blumenkästen oder andere Gegenstände sollten von Balkonen entfernt werden.

Von Spaziergängen rät Rehnert derzeit ab. Vor allem sollte man nach einem heftigen Sturm Ausflüge in den Wald meiden, da dort abgebrochene Äste herunterfallen könnten. "Die Stunden und die Tage danach können immer noch gefährlich sein."

Tief "Zeynep" wird erwartet

7.11 Uhr: Weiten Teilen Deutschlands droht an diesem Freitag schon der nächste Sturm. Nachdem "Ylenia" erst am Donnerstag viele Bäume umstürzen ließ, auf den Straßen zu Unfällen mit einigen Toten und Verletzten führte, den Bahnverkehr durcheinanderbrachte und Schulausfälle verursachte, kommt von der Nordsee bereits das nächste Orkantief namens "Zeynep".

Schwerpunkt dieser neuen schweren Sturm- beziehungsweise sogar Orkanlage sei vom Freitagnachmittag bis Samstagfrüh die Nordhälfte Deutschlands, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Betroffen seien Teile der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen, hieß es am Donnerstagabend.

In der Nacht zum Freitag soll der Wind erst einmal weiter nachlassen, wie es am Donnerstagabend im DWD-Warnlagebericht hieß. Aber die Ruhe wird wohl nur von kurzer Dauer sein. Zwischen Nordsee und Hochrhein soll der Wind am Freitagvormittag zunehmen, vom Nachmittag an beginnt dann die nächste schwere Sturmlage - von West nach Ost ausgreifend. Für die Nordhälfte Deutschlands rechnet der DWD mit orkanartigen Böen und Orkanböen von 100 bis 140 km/h bis ins Flachland. In der Nacht zum Samstag könne der Wind an der Nordsee und in einigen Hochlagen wahrscheinlich sogar noch heftiger sein.

Unwetter-News von Donnerstag, 17. Februar: Höchste Wetterwarnung in Großbritannien - Prinz Charles sagt Reise ab

22.29 Uhr: Weil in Teilen Großbritanniens die höchste Wetterwarnstufe ausgerufen wurde, hat der britische Thronfolger Prinz Charles für Freitag eine Reise nach Wales abgesagt. Erwartet wird, dass Sturm "Eunice" am Freitag den Südwesten Englands und die Südküste von Wales mit voller Härte trifft. Dort gilt dann die rote Warnstufe, was bedeutet, dass mit Lebensgefahr durch umherfliegende Trümmerteile, Gebäudeschäden und Schäden an der Infrastruktur zu rechnen ist. Auch in Teilen Irlands wird mit Schäden gerechnet.

In vielen Gebieten wurde auch vor Überschwemmungen gewarnt. Die Menschen wurden teilweise aufgefordert, am Freitag ihre Häuser nicht zu verlassen. Premierminister Boris Johnson kündigte an, die Armee sei in Bereitschaft, um Betroffene zu unterstützen. Für große Teile Englands gilt am Freitag die zweithöchste Warnstufe gelb. In Irland wurden Schulen geschlossen, auch in Teilen von Wales sollten die Schüler am Freitag zuhause bleiben. Touristen-Attraktionen wie das Riesenrad London Eye oder das Legoland in Windsor sowie viele Parks sollten ebenfalls geschlossen bleiben

Sturm beschädigt Charité-Gebäude in Berlin

20.29 Uhr: Der Sturm hat am Donnerstag Gebäude der Berliner Charité beschädigt. An der Zahnklinik habe sich ein Teil des Vordachs gelöst, sagte Kliniksprecher Markus Heggen. Menschen seien nicht verletzt worden. Der Betrieb in dem Gebäude in der Aßmannshauser Straße in Wilmersdorf ist demnach nicht beeinträchtigt. Am Campus Benjamin Franklin in Steglitz löste sich an der Nordrampe ein Teil des Dachs. Auch dort kamen laut Heggen keine Menschen zu Schaden.

Zugausfälle dauern bis mindestens Samstag

18.17 Uhr: Wegen des Sturms dauern die Ausfälle im Fernverkehr der Deutschen Bahn im Norden Deutschlands deutlich länger als zunächst angekündigt. Der Zugverkehr sei voraussichtlich bis Samstag "bundesweit beeinträchtigt", schrieb die Bahn am Donnerstag auf Twitter. In der Nordhälfte des Landes würden am Donnerstag "in weiten Teilen bis Betriebsschluss keine Züge" fahren.

Das gelte besonders für den Fernverkehr von und nach Hamburg. Welche Fernstrecken am Freitag und am Samstag weiterhin ausfallen würden, lasse sich nicht sicher sagen, sagte ein Sprecher in Berlin am Nachmittag. "Es ist schwierig und nicht genau vorherzusagen, wie der Tag morgen aussieht." Fahrgäste sollten sich unbedingt im Internet über ihre Züge informieren. Fahrkarten für den 17. bis 20. Februar könnten flexibel an anderen Tagen bis zum 27. Februar genutzt oder kostenlos storniert werden. Zugbindungen seien aufgehoben.

Drei weitere Todesfälle

17.05 Uhr: Sturmtief "Ylenia" hat drei weitere Menschenleben gefordert. In Hamburg wurden zwei Autofahrer von umstürzenden Bäumen erschlagen. Auch in Sachsen-Anhalt kam es zu einem tödlichen Autounfall in Folge des Orkans: Im Südharz starb ein 55-Jähriger am Donnerstag auf einer Landstraße. Ein Baum sei durch den starken Wind auf den Wagen des Mannes gefallen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen am Morgen überschlagen.

"Ylenia" sorgt für großen Stromausfall in Sachsen

16.56 Uhr: Durch das Sturmtief "Ylenia" waren in Sachsen am Donnerstag Tausende Menschen ohne Strom. Am Nachmittag habe sich aufgrund des wieder zunehmenden Sturmes die Situation nur zum Teil entspannt, wie der Netzbetreiber Mitnetz mitteilte. Der Sturm erschwere die Reparaturarbeiten, vereinzelt würden die Störungen durch umstürzende Bäume und herumfliegende Äste wieder zunehmen.

Am Donnerstagnachmittag wurden noch Störungen in den Landkreisen Mittelsachsen bei rund 1600 Haushalten registriert, im Landkreis Vogtland waren es etwa 200. Am Vormittag waren etwa 2700 Haushalte im Vogtland und im Erzgebirgskreis betroffen. Insgesamt hatten am Morgen laut einer Sprecherin insgesamt 21 800 Mitnetz-Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg keinen Strom.

Als Hauptursache für die Stromausfälle nennt der Netzbetreiber zusammenschlagende Leiterseile sowie umgestürzte Bäume und herabfallende Äste, die die Stromleitungen beschädigten.

Sturm in Hamburg - Wasser dringt in Fähre ein

14.10 Uhr: Am Donnerstagmorgen ist eine Fähre in Hamburg im Sturm von einer Welle überflutet worden. Ein spektakuläres Video zeigt, wie Wasser in das Innere eindringt. Der Chef des Fährdienstes Hadag, Tobias Haack, sagte dem Hamburger Abendblatt, dass dabei keiner der Fahrgäste ernsthaft verletzt worden sei. Das Wasser drang durch die Fenster in den Fahrgastraum ein, die durch den Druck der Welle zerstört wurden.

Sturm in Hamburg: Wasser dringt in Fähre ein

Sturmtoter bei Bad Bevensen: Autofahrer von Baum erschlagen

13.26 Uhr: Ein 37 Jahre alter Mann ist in seinem Auto Opfer des Orkantiefs "Ylenia" geworden. Er war am Donnerstagmorgen gegen 9.00 Uhr auf der L252 zwischen Bad Bevensen und Seedorf im Landkreis Uelzen unterwegs, als ein Baum auf seinen Pkw stürzte und ihn erschlug. Wie ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte, war der Fahrer sofort tot. Für die Dauer der Bergungsarbeiten wurde die Landstraße gesperrt.

Erhebliche Sturmschäden an Bahnstrecken - zahlreiche Zugausfälle

12.50 Uhr: Nach zahlreichen Schäden durch den Sturm und vielen Zugausfällen am Donnerstagvormittag hat die Deutsche Bahn mit Aufräumarbeiten begonnen. "Für eine Schadensaufnahme ist es noch zu früh. Die Schäden sind aber erheblich", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. "Im Moment sind Reparaturtrupps der Bahn mit Hochdruck unterwegs, um Strecken freizuräumen, mit der Kettensäge Bäume zu schneiden oder auch Oberleitungen zu reparieren, was bei diesen Wetterbedingungen nicht ganz einfach ist." Weitere Informationen wurden für den Nachmittag angekündigt.

Wegen des andauernden Sturms sei mit weiteren Störungen zu rechnen. Probleme werde es auch durch die zweite erwartete Sturmfront geben, sagte Stauß. "Ich fürchte, unsere Reisenden müssen noch über einen längeren Zeitraum mit Einschränkungen leben." Reisende sollten sich vor ihren Fahrten genau informieren. Wenn möglich sollten Reisen verschoben werden. Fahrkarten seien länger gültig.

Wegen Unwetters: Düsseldorf lässt vorsichtshalber Gasbeleuchtung an

12.31 Uhr: Wegen des drohenden Unwetters mit Regen, Orkan- und Sturmböen in Nordrhein-Westfalen sollen Teile der mit Gas betriebenen Beleuchtung in Düsseldorf bis Freitag eingeschaltet bleiben. Das teilte die Netzgesellschaft Düsseldorf am Mittwoch auf Twitter aufgrund der aktuellen Unwetterwarnung mit. Möglicherweise werde die Maßnahme bis Samstag verlängert, hieß es in dem Tweet. "So soll verhindert werden, dass die glimmenden Zündglühstrümpfe ausgeweht werden. Bitte passt auf euch auf", schrieb das Unternehmen.

Unklar war zunächst, wie viele Laternen oder Leuchtkörper im Stadtgebiet noch mit Gas betrieben werden. Laut einer Übersichtsseite der Gaswerke Augsburg leuchten in Deutschland noch etwa 50.000 Gasstraßenlaternen, davon allein in Düsseldorf knapp 15.000.

Sturmböe erfasst Lastwagen auf Autobahnbrücke - Fahrer unverletzt

11.30 Uhr: Auf einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat eine Sturmböe einen Lastwagen erfasst und umgekippt. Der Fahrer blieb unverletzt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen sagte. Da der Sattelzug nun mitten auf der Brücke liege, gestalte sich die Bergung schwierig. Ein Kran wurde angefordert. Die Huntebrücke der A29 wurde in Richtung Wilhelmshaven gesperrt. In der Gegenrichtung Osnabrück fließe zwar der Verkehr, sagte der Polizeisprecher - doch für Lastwagen und Gespanne sei die Brücke nun wegen des Sturms gesperrt.

Im Raum Oldenburg rückten die Feuerwehren seit dem Mittwochabend zu vielen Einsätzen aus, vor allem um umgekippte Bäume zu beseitigen. Die Großleitstelle Oldenburg registrierte bis zum Donnerstagmorgen rund 190 Feuerwehreinsätze, die abgearbeitet wurden.

Mehr als 300.000 Haushalte in Tschechien nach Sturm ohne Strom

10.30 Uhr: Das Sturmtief "Ylenia" hat auch in Tschechien für Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Mehr als 300.000 Haushalte waren am Donnerstag wegen beschädigter Leitungen ohne Elektrizität. Die Feuerwehren rückten zu Hunderten Einsätzen aus, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen und abgedeckte Dächer zu sichern. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, teilte ein Sprecher mit.

Im Bahnverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen, unter anderem auf den Strecken Rumburk-Sebnitz und Pilsen (Plzen)-Klatovy. Auf der gut 1600 Meter hohen Schneekoppe wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 181 Kilometern pro Stunde gemessen. In niedrigen Lagen erreichten die Böen nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes CHMU Werte von bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Auch in den nächsten Tagen wird in Tschechien mit stürmischem Wetter gerechnet.

Flugzeugabfertigung am BER unterbrochen

9.59 Uhr: Wegen des Sturmtiefs "Ylenia" hat der Flughafen Berlin-Brandenburg BER am Donnerstagmorgen die sogenannte Flugzeugabfertigung unterbrochen. Das bedeutet, dass wegen der starken Sturmböen keine Maschinen beladen beziehungsweise entladen werden und zunächst auch keine Passagiere in die Flugzeuge einsteigen können, wie ein Sprecher des BER sagte. Bereits abgefertigte Maschinen können jedoch noch starten und Landungen finden auch noch statt. Details zur Zahl abgesagter Flüge blieben zunächst unklar.

Berliner Feuerwehr ruft wegen Sturm zweiten Ausnahmezustand aus

9.48 Uhr: Wegen des Sturms hat die Berliner Feuerwehr am Donnerstagvormittag zum zweiten Mal den Ausnahmezustand ausgerufen. Ausnahmezustand bedeutet, dass so viele Alarmrufe eingehen, dass sie nicht mehr wie sonst üblich nacheinander abgearbeitet werden können, sondern andere Prioritäten gesetzt werden. Das kommt häufiger vor.

In der Nacht zu Donnerstag hatte die Feuerwehr den Ausnahmezustand bereits zwischen 2.30 Uhr und 4.30 Uhr ausgerufen. Von 2.00 Uhr bis 5.30 Uhr gab es 76 wetterbedingte Einsätze. "Größtenteils handelte es sich um umgestürzte Bäume oder lose Bauteile." Die Lage beruhigte sich dann zunächst. Mit dem Berufsverkehr und der zunehmend belebten Stadt am Morgen kamen aber wieder viele Alarmierungen zusammen.

Wegen "Ylenia": Kurzzeitiger Ausnahmezustand bei Berliner Feuerwehr

6.24 Uhr: Die Feuerwehr Berlin hat am frühen Donnerstagmorgen wegen des Sturmtiefs "Ylenia" vorübergehend den Ausnahmezustand ausgerufen. "Auch uns hat das Unwetter erreicht" sagte ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Berlin. Rund zwei Stunden später, um 4.30 Uhr, konnte der Ausnahmezustand wieder beendet werden. Der Feuerwehr zufolge war die Lage am frühen Morgen wieder entspannter, man kümmere sich nun vor allem um Folgeeinsätze.

Ab 2.00 Uhr war den Angaben zufolge zunächst ein starker Anstieg an wetterbedingten Einsätzen verzeichnet worden. Gegen 2.30 Uhr habe man sich entschieden, den Ausnahmezustand auszurufen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen. Zudem waren Einsatzkräfte mit sogenannten Erkundungsfahrzeugen unterwegs, die nach der Meldung eines Schadens erst einmal herausfinden sollen, ob und in welchem Umfang der Einsatz der Feuerwehr wirklich nötig ist.

Nordwestbahn stellt Bahnverkehr wegen Sturms ein – 9 Linien in NRW

6.21 Uhr: Die Nordwestbahn hat am Donnerstagmorgen wegen der Sturmschäden den Zugverkehr komplett eingestellt. Das teilte das Unternehmen am Morgen mit. In Nordrhein-Westfalen sind davon neun Linien vor allem in Ostwestfalen und am Niederrhein betroffen, darunter die Senne-Bahn zwischen Paderborn und Bielefeld (RB 74) und der Niers-Express zwischen Kleve und Düsseldorf (RE 10). Schienenersatzverkehr werde vorerst nicht angeboten, sagte Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann. Falls im Laufe des Vormittags Busse eingesetzt werden könnten, werde die Nordwestbahn dies mitteilen.

Wegen des Sturms lägen vielfach Äste oder Bäume auf den Schienen. Die Strecken müssten bei Helligkeit zur Erkundung abgefahren werden. Voraussichtlich werde der Verkehr gegen Mittag wieder schrittweise aufgenommen.

Orkantief "Ylenia" erreicht Deutschland – Bahn sperrt einzelne Strecken

3.04 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter mit, dass es vor allem in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern zu schweren Sturmböen und orkanartigen Böen komme. Auf dem Brocken im Harz komme es zu Windgeschwindigkeiten von 152 Kilometern pro Stunde. Die Deutsche Bahn teilte auf ihrer Website unterdessen mit, dass mehrere Strecken gesperrt seien.

Auf Twitter teilte die Bahn in der Nacht mit, dass auf der Strecke zwischen Bremen und Hamburg ein umgestürzter Baum auf den Gleisen lag. Auch zwischen Dortmund und Münster lag am Mittwochabend ein Baum auf den Gleisen, mittlerweile war die Strecke aber wieder frei. Wegen des Sturms musste die Bahn Züge anhalten und umleiten. Es kam zu zahlreichen Verspätungen. Die Bahn hat wegen der Unwetter Kulanzregelungen im Fernverkehr angekündigt.

Unwetter-News von Mittwoch, 16. Februar: Besondere Regeln für Bahn-Kunden

22.24 Uhr: Die Bahn warnt wegen der Unwetter bundesweit vor Ausfällen und Zugverspätungen ab Donnerstag. Kunden müssen deshalb einiges beachten. Lesen Sie hier: Bahn warnt vor Sturm "Xandra" – Besondere Regeln für Kunden

Kreis Ahrweiler in Sorge wegen "Xandra"

18.59 Uhr: Der von der Flutkatastrophe im Sommer schwer getroffene Landkreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz warnt die Einwohner vor dem Sturmtief "Xandra". Entgegen zahlreicher Fehlmeldungen habe der DWD die Warnung vor einer Extremwetterlage mit Sturm nicht aufgehoben. Ab 22 Uhr befinde sich der Landkreis in der zweiten von vier Warnstufen, heißt es auf der Homepage des Kreises. Alle Kommunen im Kreis seien informiert worden, Versorgungspunkte und andere Einrichtungen für Fluthelfer zu sichern.

Schüler können in Regionen Niedersachsens wegen des Sturms zu Hause bleiben

18.12 Uhr: Wegen des erwarteten Sturms müssen in mehreren Regionen Niedersachsens Schülerinnen und Schüler am Donnerstag nicht in die Schule gehen. Dies betrifft etwa die Landkreise Hameln-Pyrmont, Aurich, Emsland, Stadt und Landkreis Osnabrück, wie die Regionen am Mittwoch mitteilten. Das Kultusministerium wies darauf hin, dass die jeweiligen Landkreise entscheiden, ob Unterricht möglich ist oder nicht. Dies würde in der Regel erst am frühen Morgen des jeweiligen Schultages geschehen.

Zudem meldeten auch die Region und die Stadt Hannover sowie die Kreise Leer, Wittmund, Peine, Grafschaft Bentheim, Göttingen, Goslar und die Städte Emden und Wilhelmshaven Schulausfälle. In Bremen soll der Schulunterricht wegen des Sturms digital stattfinden, kündigte eine Sprecherin des Bildungsressorts an.

Bundesamt für Seeschifffahrt warnt vor Hochwasser

16.30 Uhr: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte für die Nordseeküste vor der Gefahr einer Sturmflut in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet wird das Hochwasser ein bis 1,5 Meter höher sein als normal, wie das BSH am Mittwochmorgen mitteilte.

Im Hamburger Elbegebiet erreiche es Werte, die 1,5 bis zwei Meter höher als das mittlere Hochwasser lägen. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 5.00 Uhr am Donnerstagmorgen. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei kündigte an, dass die Fahrten zwischen Schlüttsiel in Nordfriesland und den Halligen am Donnerstag nicht stattfinden. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft.

NRW schließt Schulen wegen Unwetter

14.02 Uhr: Wegen des befürchteten Unwetters fällt der Unterricht an allen Schulen im Nordrhein-Westfalen aus, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch überraschend im Düsseldorfer Landtag. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit dem Deutschen Wetterdienst gefallen. Sie wolle nicht, dass Schüler "im Auge des Sturms" die Schulen aufsuchen. Familienminister Joachim Stamp (FDP) bat Eltern von Kita-Kindern, sie sollten ihren Nachwuchs "morgen bitte Zuhause betreuen".

Für Schüler, die nicht mehr rechtzeitig über den Unterrichtsausfall informiert werden könnten, müsse am Donnerstag dennoch eine "angemessene Beaufsichtigung durch die Schulen" gewährleistet werden, schreibt das Ministerium. Lehrkräfte müssten daher "unabhängig von der Entscheidung über den Unterrichtsausfall“ ihren Dienst antreten - soweit es die Witterungsverhältnisse zuließen.

Bahn warnt vor Ausfällen und Verspätungen

12.12 Uhr: Die Deutsche Bahn warnt nach dem Sturm "Xandra" am Donnerstag vor Ausfällen und Verspätungen von Zügen am Freitag. Wie es in der zugehörigen Mitteilung der Bahn heißt, seien würden deswegen besondere Kulanzregeln für bereits gekaufte Tickets gelten. Demnach könnten Fahrgäste, die ein Ticket für den 17. oder 18. Februar gekauft hätten, dieses und entsprechende Sitzplatzreservierungen bis sieben Tage nach dem Ende möglicher Störungen kostenfrei stornieren.

Zuletzt hatte der Sturm "Malik" vor gut zwei Wochen den Fernverkehr in Norddeutschland komplett zum erliegen gebracht. Auch Wetterexperte Jörg Kachelmann forderte die Menschen in Norddeutschland über den Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, für das Wochenende lieber ohne Bahnreisen zu planen.

Berliner Zoo bringt Tiere in Sicherheit

10.00 Uhr: Aufgrund der in Berlin erwarteten starken Unwetter, bleibt der Zoo in der Hauptstadt am Donnerstag geschlossen. Direktor Andreas Knierim sagte gegenüber der "Berliner Zeitung", dass man aufgrund des hohen Baumbestandes im Tiergarten kein Risiko eingehen dürfe. Die Tiere sollen in Häusern und Stallungen in Sicherheit gebracht werden.

Orkan im Anmarsch – Experten erwarten Sturmfluten an der Küste

9.45 Uhr: Ein kräftiges Sturmtief mit Orkanböen der Stärke 12 wird laut Meteorologen ab der Nacht zum Donnerstag über Niedersachsen und Bremen hinwegziehen. Besonders die Küste, die Inseln und das Bergland im Harz werde das Unwetter mit Orkanstärke treffen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg am Dienstagmittag. Dort seien Windgeschwindigkeiten zwischen 110 und bis zu 140 Kilometer pro Stunde möglich. Bereits am Mittwochabend soll der Wind aus Westen spürbar auffrischen. "In der Nacht werden die Windgeschwindigkeiten dann rapide zunehmen", sagte die Meteorologin. Es sei von einer Unwetterlage auszugehen. Amtliche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes sollten am Mittwoch folgen.

(fmg/dpa/afp)