Wetter

Sturm: So kamen Tief "Xandra" und "Ylenia" zu ihrem Namen

Tobias Eßer
| Lesedauer: 2 Minuten
Sturmtiefs ziehen über Deutschland

Sturmwarnung ab Donnerstag

Derzeit ziehen heftige Stürme über Deutschland. Der Fernverkehr in mehreren Bundesländern ist eingestellt. Die Feuerwehr und Polizei arbeitet im Dauereinsatz.

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Berlin  In den kommenden Tagen fegen Tief Xandra und Ylenia über Deutschland. Lesen Sie, wie Hoch- und Tiefdruckgebiete zu ihrem Namen kommen.

Orkanböen bis zu 110 km/h, Sturmflut und Ausfälle im Bahnverkehr: Deutschland rüstet sich für die beiden Stürme "Xandra" und "Ylenia", die laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ab Mittwochnachmittag über das Land fegen sollen. Aber warum tragen diese Unwetter eigentlich Frauennamen?

Ganz einfach: Männliche und weibliche Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete wechseln sich jedes Jahr ab. In geraden Jahren bekommen die Tiefs weibliche, in ungeraden Jahren männliche Namen.

Ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen können dabei fast alle Menschen – durch eine sogenannte Wetterpatenschaft. Die Aktion wird von der Freien Universität Berlin organisiert und wurde von ihren Studierenden im Jahr 2002 erdacht.

Das gilt auch für die Tiefdruckgebiete "Xandra" und "Ylenia". Die wurden von ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern benannt – die Namenspatin des Tiefs Xandra ist laut der Wetterpaten-Website Sandra Stein. Und auch die Namensgeberin des Tiefs "Ylenia", Ylenia Ohm, hat es ebenfalls nach sich selbst benannt. Auch das ist möglich.

Hoch- und Tiefdruckgebiete: Benennung füllt Studienkasse

Alle die möchten, können sich auf der Website bewerben – und wenn sie angenommen werden, ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet benennen. Die einzige Beschränkung: Ausgewählte Namen müssen standesamtlich anerkannt sein. Außerdem kostet eine Wetterpatenschaft natürlich Geld: Ein Hoch liegt bei 360 Euro, ein Tief bei 240 Euro.

Das eingenommene Geld fließt an die Studierenden der FU Berlin, die dadurch die studentische Wetterbeobachtung an der Wetterstation in Berlin-Dahlem finanzieren können. Die Aktion war erfolgreich: Laut Website benannten über 2000 Menschen aus 15 europäischen Ländern, Japan, Brasilien, den USA und Südafrika Hoch- oder Tiefdruckgebiete in Deutschland.

Wetterbenennung: Paten erhalten Geschenkpaket

Patinnen und Paten der Tiefdruckgebiete können sich nicht nur über das von ihnen benannte Wettergebiet freuen. Von den Studierenden erhalten sie außerdem eine Urkunde über die Benennung des Wettergebietes, eine "individuelle Lebensgeschichte" des Hochs oder Tiefs, eine Wetterkarte sowie eine sogenannte "Taufkarte", also eine Wetterkarte vom ersten Tag der Existenz des jeweiligen Hoch- oder Tiefdrucksgebiets.

Für mitunter lustige Namen sorgt die Aktion auch. So heißt das nächste Hochdruckgebiet, dass Deutschland am kommenden Wochenende milderes Wetter und vor allem Trockenheit bringt, "Quedlinburgia". Für diesen Namen haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Quedlinburg zusammengelegt.