Bundeskanzlerin

Corona-Krise: So beschreibt Merkel ihre Arbeit von zu Hause

Berlin.  Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in häusliche Quarantäne begeben. Nun gab sie erste Einblicke aus der Arbeit im Home-Office.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (oben links) und andere europäische Staats- und Regierungschefs, sowie Mitglieder des Europäischen Rates, sind während einer Videokonferenz im Elysee-Palast in Paris auf dem Bildschirm zu sehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (oben links) und andere europäische Staats- und Regierungschefs, sowie Mitglieder des Europäischen Rates, sind während einer Videokonferenz im Elysee-Palast in Paris auf dem Bildschirm zu sehen.

Foto: Ian Langsdon / dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist ein ungewohntes Format mit der Kanzlerin: Per Audio-Livestream meldet sich Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend nach langen Telefonaten mit den G20-Staaten und mit der Europäischen Union zu Wort.

Seit Angela Merkel vor einer Woche Kontakt mit einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte, ist die Kanzlerin in häuslicher Quarantäne. Zwei Tests auf das Coronavirus waren bereits negativ, trotzdem lässt die Bundeskanzlerin Vorsicht walten.

Corona-Krise: Merkel freut sich auf Ende der Quarantäne

Am späten Donnerstagabend, nachdem die Telefonate mit den internationalen Kollegen länger als zunächst geplant gedauert hatten, gewährt die Kanzlerin dann Einblicke, in ihre Arbeit aus dem Home-Office. „Ich bin sehr, sehr gut beschäftigt, weil wir sehr viel über die Videokonferenzen und Telefonschalten machen und ich wie viele andere den ganzen Tag vor einem Gerät sitzen“, sagte Merkel.

Dauerhaft kann die Kanzlerin der Arbeit von zu Hause aus aber wenig abgewinnen: „Trotzdem fehlt es mir ein bisschen, dass ich beispielsweise bei den Kabinettssitzungen nicht persönlich dabei sein kann“, sagte die Kanzlerin und fügte an: „Es ist schon etwas anderes und ich will jetzt nicht sagen, dass ich nicht froh bin, wenn sich die Quarantäne dem Ende zuneigt.“

Kompromisssuche am Telefon

Welche Schwierigkeiten mit der Arbeit im Home-Office einhergehen, machte sie allerdings auch deutlich. Bei der Konferenz der 27 EU-Staaten kam es zu einem heftigen Streit. Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob gemeinsam Schulden zu für allen günstigen Konditionen aufgenommen werden sollten.

Während die Kanzlerin betonte, dass sie den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) als bewährtes Kriseninstrument nutzen wollte, brachte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte offenbar neue Finanzinstrumente ins Spiel.

Die Situation unter den europäischen Gesprächspartnern war damit vertrackt. „Man hat auch nicht die Möglichkeit, rund um den Tisch zu laufen und mit jemandem zu sprechen, persönlich nach einem Kompromiss zu suchen“, sagte Merkel. Man könne sich in so einer Situation nur gegenseitig Nachrichten schreiben. Ihr Fazit zum Home-Office: „Es ist nicht ganz so gut, als wenn man miteinander zusammen sitzt.“

Mehr zum Coronavirus:

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren