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Frankreich-Wahl 2022: Termine und Kandidaten – Alle Infos

Rebecca Baden
| Lesedauer: 3 Minuten
Die französische Präsidentschaftswahl erklärt

Die französische Präsidentschafts-Wahl erklärt

Das Video erklärt, wie die Präsidentschaftswahl in Frankreich funktioniert.

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Berlin  Am Sonntag wählt Frankreich einen Präsidenten oder eine Präsidentin: Alle Infos zum Ablauf, den Terminen und den Kandidaten der Wahl.

  • Am Sonntag fällt in Frankreich die Entscheidung: Regiert Präsident Emmanuel Macron eine zweite Amtszeit oder wird die Rechtspopulistin Marine Le Pen Präsidentin
  • Beide hatten sich in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen durchgesetzt und treten nun in der Stichwahl gegeneinander an
  • Termine, Kandidaten und Ablauf: Die wichtigsten Infos zur Wahl in Frankreich

Am Sonntag wählt Frankreich bei der Präsidentschaftswahl ein Staatsoberhaupt. Es ist die zwölfte Wahl eines Präsidenten oder einer Präsidentin seit der Verkündung der Fünften Französischen Republik im Jahr 1958. Bereits am 10. April fiel bei der ersten Runde der Wahl eine Vorentscheidung – nun treten Präsident Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen in der Stichwahl gegeneinander an.

Noch im März schien die Wiederwahl von Amtsinhaber Macron sicher. Doch zuletzt deutete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und seiner Herausforderin Le Pen – bereits bei der letzten Wahl eine von Macrons Konkurrentinnen – ab. In Frankreich dürfen Staatsoberhäupter höchstens an zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten regieren. Sollte Macron Wiederwahl gelingen, wäre es für ihn der letzte Wahlkampf.

2022 fällt die Wahl mit der französischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2022 zusammen. Der Vorsitz im Rat der EU rotiert alle sechs Monate und ist unter anderem dafür verantwortlich, die Arbeit des Rates zu betreuen und voranzubringen. Für Macron war die Aufgabe zeitweise eine positive Bühne. Angetrieben von seinem diplomatischen Engagement im Ukraine-Krieg stiegen Macrons Beliebtheitswerte einige Wochen vor der Wahl stark. Doch zuletzt konnte auch Le Pen in den Umfragen zulegen, wenngleich sie noch immer rund zehn Prozentpunkte hinter dem Präsidenten liegt.

Frankreich-Wahl: Diese Termine sind wichtig

Bis zum 4. März mussten sich die Kandidaten und Kandidatinnen zur Wahl angemeldet haben. Danach war es nicht mehr möglich, sich für die Wahllisten einzutragen. Die wichtigsten Parteien hatten bereits vorher bekannt gegeben, wen sie ins Rennen schicken.

Offiziell wurden die Kandidaturen allerdings dem Kalender des Conseil Constitutionnel (CC) – dem französischen Verfassungsrat – zufolge erst am 8. März bestätigt. Vorher mussten die Antretenden 500 Patenschaften von Bürgermeistern oder Parlamentarierinnen gesammelt haben.

Erst nachdem sie genug Unterstützungsunterschriften aus den rund 48.000 Volksvertretenden vorweisen konnten, die Unterlagen geprüft waren, und die Kandidierenden ihre Vermögenssituation erklärt hatten, durften sie offiziell antreten. Macron war am 3. Februar der erste mit 500 Stimmen – obwohl er seine Kandidatur zu dem Zeitpunkt noch nicht offiziell erklärt hatte.

Frankreich: Die unterschiedlichen Wahlgänge

Der erste Wahlgang fand am 10. April statt – nach Ablauf der aktuellen fünfjährigen Amtszeit. Vor der darauf folgenden Stichwahl begann dann ein zweiter Wahlkampf, in dem Macron und Le Pen zwei Wochen Zeit hatten, die Wähler und Wählerinnen zu überzeugen. Der zweite Wahlgang ist am 24. April. Wer bei der Stichwahl mehr Stimmen erhält, gewinnt die Wahl.

Das französische Wahlsystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen. Hier lesen Sie, nach welchen Regeln die Wahlgänge am 10. und 24. April genau ablaufen.

Die Kandidaten und Kandidatinnen der Präsidentschaftswahl

Die insgesamt zwölf Kandidaten und Kandidatinnen hatten bis zum 4. März Zeit, um ihre Unterschriften zu sammeln und offiziell ihre Kandidatur zu erklären. Die wichtigsten Kandidaten und Kandidatinnen haben sich bereits vor der Anmeldefrist im März herauskristallisiert, viele von ihnen sind bekannte Persönlichkeiten aus der Politik. Hier finden Sie eine Übersicht über die aussichtsreichsten Kandidaturen.

Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.