Verteidigungsbündnis

Nato: Scholz will mehr Soldaten an der Ostflanke stellen

Jan Dörner
| Lesedauer: 2 Minuten
Scholz spricht in Litauen über Ostflanke der Nato

Scholz spricht in Litauen über Ostflanke der Nato

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist nach Litauen gereist. Zentrales Thema der Reise sind der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die Absicherung der Nato-Ostflanke.

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Vilnius/Pabrade.  Wegen der Bedrohung durch Russland wird Deutschland laut Scholz die Ostflanke verstärken und eine „Kampfbrigade“ im Baltikum anführen.

Deutsche Soldaten mit grün-schwarz bemalten Gesichtern stehen vor dem Bundeskanzler, das Maschinengewehr in der Hand, eine Panzerhaubitze mit meterlanger Kanone hinter ihnen. „Ein großes Ding“, sagt Olaf Scholz.

Er steht im Sand des Truppenübungsplatzes Pabrade in Litauen, kurz vor der Grenze zu Belarus, das an der Seite von Russlands Machthaber Wladimir Putin steht. „Wir werden jeden Zentimeter des Nato-Territoriums gemeinsam mit unseren Verbündeten verteidigen, wenn sie angegriffen werden“, verspricht Scholz.

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Deutschland will Nato deutlich mehr unterstützen

Es ist der erste Besuch des Kanzlers an der Nato-Ostflanke. Scholz, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine noch nicht in Kiew war, kommt damit dem Krieg so nahe wie bisher noch nie. Die Bundeswehr führt die Nato-Battle­group in Litauen und stellt etwa 1000 Soldaten der aktuell 1600-köpfigen Truppe.

„Wir haben uns fest vorgenommen, dass wir unseren Beitrag verstärken werden“, kündigt Scholz in Vilnius bei einer Pressekonferenz mit Präsident Gitanas Nauseda, der estnischen Ministerpräsidentin Kaja ­Kallas sowie Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins an.

Scholz will eine „robuste Kampfbrigade“ an der Ostflanke

Der deutsche Einsatz solle „in Richtung einer robusten Kampfbrigade“ entwickelt werden. Künftig sollen rund 1500 deutsche Soldaten vor Ort sein, weitere 1500 auf Abruf bereitstehen. Zudem sollen die Kommandostrukturen ausgebaut und weiteres schweres Gerät geliefert werden.

Die Vertreter der Baltenstaaten begrüßen die Ankündigung, machen jedoch deutlich, dass sie noch mehr Schutz erwarten. Die Nato müsse ihre Präsenz „von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer“ erhöhen, sagt Karins. Kallas fordert eine Stärkung der Luft- und Seeverteidigung. Nauseda verlangt, das Bündnis müsse „von der Abschreckung zur Vorwärtsverteidigung“ wechseln.