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Ukraine-Krieg: Neue Verhandlungen mit Moskau haben begonnen

| Lesedauer: 75 Minuten
Ukraine-Flüchtlinge: Unübersichtliche Lage am Berliner Hauptbahnhof

Ukraine-Flüchtlinge: Unübersichtliche Lage am Berliner Hauptbahnhof

Der Druck ist groß im Ankunftszentrums des Berliner Bahnhofs: Angesichts der großen Hilfsbereitschaft, um Flüchtlinge aus der Ukraine zu betreuen, wächst auch die Unübersichtlichkeit. Menschenhändler haben dies offenbar ausgenutzt, sodass mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

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Die Ukraine warnt vor neuen Militäroffensiven Russlands. Eine vierte Verhandlungsrunde ist gestartet. Mehr Infos im Blog.

  • Die Ukraine und Russland verhandeln heute zum vierten Mal seit Ausbruch des Krieges
  • Das ukrainische Verhandlungs-Team gab sich vor dem digitalen Gespräch zurückhaltend
  • Russische Truppen bereiten laut ukrainischen Angaben wohl mehrere Offensiven vor
  • Das Atomkraftwerk Tschernobyl ist laut Experten wieder vollständig an die Stromversorgung angeschlossen
  • Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Alle neueren Entwicklungen lesen Sie in unserem aktuellen Liveticker.

Berlin/Kiew/Moskau. Der Kriegwütet in der Ukraine mit unverminderter Grausamkeit weiter. Zuletzt erschütterten ein russischer Raketenangriff nahe der Grenze zu Polen und heftige Gefechte in der Umgebung der Hauptstadt Kiew das Land. Wegen des jüngsten Abschusses in unmittelbarer Nähe zum Nato-Gebiet forderte Präsident Selenskyj erneut die Einrchtung einer Flugverbotszone über der Ukraine.

Inmitten heftiger Kämpfe und gegenseitiger Anschuldigungen haben die Unterhändler der Ukraine und Russlands eine vierte Verhandlungsrunde begonnen. Moskau fordert, dass Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch anerkennt sowie die Separatistengebiete in der Ostukraine als unabhängige "Volksrepubliken". Das lehnt die Ukraine weiter ab. Kiew fordert ein Ende des Kriegs und den Abzug russischer Truppen.

News zum Ukraine-Krieg von Montag, 14. März: Ende des Newsblogs

12.00 Uhr: Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Alle neueren Entwicklungen lesen Sie in unserem aktuellen Liveticker.

Neue Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew

11.39 Uhr: Rund zweieinhalb Wochen nach Kriegsbeginn haben am Montag neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine begonnen. Die Delegationen verhandelten diesmal per Video-Schalte, wie aus einem Tweet des ukrainischen Präsidentenberaters Mychajlo Podoljak hervorging. Es ist bereits das vierte Treffen in größerer Runde.

Zuletzt hatten sich die Delegationen persönlich in Belarus getroffen. In den vergangenen Tagen wurde bereits in Arbeitsgruppen diskutiert. Bislang gab es allerdings noch keinen Durchbruch.

Beide Seiten hätten ihre Positionen ausgetauscht, schrieb Podoljak. Die Kommunikation sei schwierig. "Grund für die Uneinigkeit sind die zu unterschiedlichen politischen Systeme." In der Ukraine gebe es einen freien Dialog und einen notwendigen Konsens, in Russland hingegen werde die Gesellschaft unterdrückt, twitterte Podoljak.

Luftbilder zeigen Zerstörung im belagerten Mariupol

11.31 Uhr: Ein Drohnenvideo aus der belagerten Stadt Mariupol soll das Ausmaß der Zerstörung zeigen, die russische Luftschläge und Artillerie angerichtet haben. Darauf sind vor allem Wohnhäuser zu sehen, die größtenteils komplett zerstört sind. Mehr als ausgebrannte Ruinen mit großen Löchern von Explosionen.

Dem Journalisten Bojan Pancevski zufolge, der das Video auf Twitter verbreitet hat, soll keine Straße der 440.000-Einwohner-Stadt von der Zerstörung verschont worden sein. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar sollen hier mehr als 2100 Zivilisten gestorben sein.

Israel lockert Aufnahmepolitik für ukrainische Flüchtlinge

11.15 Uhr: Israel hat seine Aufnahmepolitik für nicht-jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine nach Kritik etwas gelockert. "Israel nimmt Ukrainer auf, die aus Gefahrengebieten fliehen, die Verwandte in Israel haben", sagte der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett am Montag. Sie dürften so lange bleiben, wie es notwendig sei, "bis sich der Sturm wieder legt". Bisher galt für die Aufnahme in Israel eine Obergrenze von 25.000 Ukrainern.

Man werde Ausnahmen für jene Ukrainer machen, die Verwandte in Israel haben, sagte Innenministerin Ajelet Schaked am Sonntagabend am internationalen Flughafen bei Tel Aviv. Der israelische Verwandte müsse in den Ausnahmefällen unterschreiben, dass die Person aus der Ukraine nur "für ein oder zwei Monate bei ihm bleibt, um Luft zu schnappen". Gleichzeitig betonte sie: "Der Staat Israel ist vor allem die Heimstätte des jüdischen Volkes." Man werde zwar die Tore öffnen, "aber nicht für eine unbegrenzte Anzahl", sagte Schaked. Die zentrale Herausforderung sei letztlich, "die Mengen an Neueinwanderern aufzunehmen, die herkommen".

Separatisten melden ukrainischen Angriff mit mindestens 16 Toten in Donezk

11.09 Uhr: Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Armee im ostukrainischen Donezk sind nach Angaben der pro-russischen Separatisten mindestens 16 Menschen getötet worden. Mehr als 20 weitere Menschen seien im Stadtzentrum von Donezk verletzt worden, teilten die Separatisten am Montag mit. Die Flugabwehr der Separatisten hatte demnach eine ukrainische Rakete abgeschossen, deren Trümmer dann Menschen in Donezk trafen.

Sicherheitskräfte der Separatisten hatten im Messengerdienst Telegram zunächst von mindestens 20 Toten gesprochen. Das örtliche Gesundheitsministerium meldete kurz darauf 16 Tote und 23 Verletzte. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Die Separatisten veröffentlichten auf Telegram Fotos von Todesopfern, die inmitten von Trümmern auf einer Straße lagen. Auch ein Kleinbus mit zerbrochenen Fensterscheiben war darauf zu sehen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Londons Bürgermeister: Oligarchen-Immobilien für Flüchtlinge öffnen

10.50 Uhr: Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat sich dafür ausgesprochen, ukrainische Flüchtlinge in Immobilien russischer Oligarchen in der britischen Hauptstadt unterzubringen. Ein Großteil der Wohnungen in London stünden ohnehin leer, sagte Khan dem Sender Times Radio am Montag.

Der Labour-Politiker geht davon aus, dass viele Immobilien russischer Superreicher eher zur Geldwäsche gekauft wurden, als um darin zu wohnen. Es handle sich nicht um Wohnungen, sondern um "goldene Backsteine", so Khan weiter. "Ich finde, die Regierung sollte sie beschlagnahmen und bevor sie verkauft werden, sollten sie dazu verwendet werden, Ukrainer unterzubringen", sagte er. Das sei eine Art der "poetischen Gerechtigkeit".

Niederlande starten Verfahren gegen Russland wegen Abschuss Flug MH17

10.43 Uhr: Die Niederlande haben gemeinsam mit Australien bei der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) ein Verfahren gegen Russland wegen des Abschusses von Passagierflug MH17 eingeleitet. Das teilte die Regierung am Montag in Den Haag mit. Die Organisation solle feststellen, dass Russland verantwortlich und damit haftbar sei. Eine solche Feststellung eröffne den Weg zu Schadenersatzforderungen, erklärte die Regierung.

Die Maschine der Malaysia Airlines war im Juli 2014 über umkämpftem Gebiet der Ostukraine von einer Buk-Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet, die meisten kamen aus den Niederlanden. Auch 27 Australier starben. Nach internationalen Untersuchungen kam die Buk-Rakete aus Russland. "Und genau das ist natürlich passiert", sagte der niederländische Außenminister Wopke Hoekstra der Nachrichtenagentur ANP. "Wir wissen, dass MH17 mit einer Buk der russischen Armee aus der Luft geschossen wurde." Moskau aber bestreitet jegliche Beteiligung.

Fast 1,8 Millionen Flüchtlinge aus Ukraine in Polen angekommen

10.14 Uhr: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich fast 1,8 Millionen Menschen in Polen in Sicherheit gebracht. Das teilte der polnische Grenzschutz am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Allein am Sonntag hätten rund 82.100 Menschen die Grenze überschritten, damit stieg die Zahl auf insgesamt 1,76 Millionen.

Am Montag seien von Mitternacht bis 7.00 Uhr morgens weitere 18.400 Ukrainer abgefertigt worden, hieß es. Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele bereits in andere EU-Staaten weitergereist sind. Polen und die Ukraine verbindet eine mehr als 500 Kilometer lange Staatsgrenze.

US-Berichte: Bat Russland China um Hilfe für Ukraine-Krieg?

10.10 Uhr: Russland soll China um Hilfe für den Angriffskrieg in der Ukraine gebeten haben. Moskau habe Peking sowohl um militärische Hilfe für den Krieg als auch um Unterstützung bei der Umgehung westlicher Sanktionen gebeten, berichtete am Sonntag die „New York Times“ unter Berufung auf Washingtoner Regierungskreise. Die Regierung in Peking warf den USA daraufhin vor, Falschinformationen zu verbreiten.

„In letzter Zeit verbreiten die USA ständig Falschmeldungen über China“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian. Er ging nicht konkret auf die Angaben des Medienberichts ein und dementierte diesen auch nicht. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington hatte zuvor bereits gesagt, er habe von besagtem russischen Hilfeersuchen „noch nie gehört“.

Rund 147.000 Geflohene aus Ukraine in Deutschland eingetroffen

10.03 Uhr: Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland nimmt weiter stark zu. Bis Montag seien 146.998 Geflohene aus der Ukraine registriert worden, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Diese Zahl habe die Bundespolizei erhoben, die momentan verstärkte Kontrollen an den Grenzen ausführe. Am Sonntag waren 135.000 Flüchtlinge registriert, am Samstag waren es rund 120.000.

Das Bundesinnenministerium wies abermals darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge"„bereits wesentlich höher" sein könnte. Da keine festen Kontrollen an de Grenzen stattfänden, sei die genaue Zahl nicht zu ermitteln.

London: Russland hat Ukraine vom Seehandel abgeschnitten

9.59 Uhr: Russische Kriegsschiffe haben die Ukraine nach Erkenntnissen britischer Behörden vom internationalen Seehandel abgeschnitten. "Russische Seestreitkräfte haben aus der Ferne eine Blockade der ukrainischen Schwarzmeerküste herbeigeführt", hieß es in einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Montag. Das schneide das Land effektiv vom internationalen Seehandel ab.

Gleichzeitig führten russische Schiffe weiterhin Raketenangriffe gegen Ziele in der gesamten Ukraine durch, hieß es in dem Geheimdienst-Update weiter. In den kommenden Wochen könne es vermehrt auch zur Landung russischer Truppen an der ukrainischen Küste kommen, warnten die Briten. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Sonntag erneut mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Johnson versprach, weitere Optionen zu verfolgen, um die Fähigkeiten der Ukraine zur Selbstverteidigung zu stärken, hieß es in einer Mitteilung des Londoner Regierungssitzes Downing Street.

Kiew will mit Moskau um "Frieden, Waffenruhe, Rückzug" verhandeln

9.51 Uhr: Unmittelbar vor einer vierten Verhandlungsrunde mit Russland hat sich die Ukraine zurückhaltend gezeigt. Es gehe um Frieden, Waffenstillstand, den sofortigen Rückzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Montag bei Twitter. "Schwieriges Gespräch. Obwohl Russland sich der Sinnlosigkeit seines aggressiven Vorgehens bewusst ist, hängt es der Illusion nach, dass 19 Tage Gewalt gegen friedliche Städte die richtige Strategie sind", schrieb Podoljak weiter.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Moskau: Weiter starker ukrainischer Widerstand im Gebiet Luhansk

9.40 Uhr: Im Krieg in der Ukraine treffen die prorussischen Separatisten in der Region Luhansk nach Moskauer Angaben weiter auf starken Widerstand ukrainischer Truppen. Im Nordosten der Großstadt Sjewjerodonezk liefen Kämpfe gegen "Nationalisten", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag in seinem Morgenbriefing. In der Stadt leben etwa 100.000 Menschen. Die russische Armee drang nach Darstellung von Konaschenkow indes weitere elf Kilometer in der Ostukraine vor.

Die Zahl der seit Kriegsbeginn am 24. Februar zerstörten Militärobjekte liegt demnach inzwischen bei rund 4000 – darunter mehr als 1200 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte seinen Einmarsch in die Ukraine auch damit begründet, dass er das vom Westen mit Waffen ausgerüstete Land "entmilitarisieren" wolle.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Gazprom setzt Gaslieferungen über Ukraine fort

8.40 Uhr: Ungeachtet des Kriegs in der Ukraine setzt der russische Energiekonzern Gazprom nach eigenen Angaben seine Gaslieferungen durch das Nachbarland nach Europa fort. Auch zu Wochenbeginn blieb die Menge demnach auf unverändert hohem Niveau. Am Montag würden 109,5 Millionen Kubikmeter durch die Röhren gepumpt, sagte der Sprecher von Gazprom, Sergej Kuprijanow, am Morgen der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Am Vortag waren es demnach 109,6 Millionen Kubikmeter. Laut Vertrag liefert Gazprom jährlich 40 Milliarden Kubikmeter Gas.

Bericht: Russland droht ausländischen Firmen mit Festnahmen und Beschlagnahmungen

8.31 Uhr: Die russischen Behörden drohen einem US-Medienbericht zufolge ausländischen Unternehmen mit Festnahmen von Verantwortlichen oder der Beschlagnahmung von Vermögen, falls sie sich aus Protest gegen den Ukraine-Krieg aus dem Land zurückziehen. Russische Staatsanwälte hätten Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald's, Procter & Gamble und IBM kontaktiert und vor schweren Konsequenzen gewarnt, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag. Die russische Botschaft in den USA bezeichnete den Bericht als "reine Fiktion".

Das "Wall Street Journal" berief sich auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Demnach kontaktierten die Staatsanwälte die Firmen per Brief oder erschienen persönlich. Sie hätten gedroht, Verantwortliche festzunehmen, die sich kritisch über die russische Regierung äußern, oder Vermögenswerte zu beschlagnahmen, inklusive Eigentumsrechte. Die betroffenen Firmen – Coca-Cola, McDonald's, Procter & Gamble sowie die KFC-Mutter Yum Brands – antworteten auf AFP-Anfrage zunächst nicht.

Die Warnungen der russischen Justiz "haben mindestens eins der betroffenen Unternehmen veranlasst, die Kommunikation zwischen dem russischen Teil und dem Rest des Unternehmens zu begrenzen", schrieb die Zeitung. Es gebe die Befürchtung, E-Mails oder Textnachrichten zwischen Kollegen könnten abgefangen werden.

Mindestens ein Toter bei Angriff auf Wohnhaus in Kiew

8.17 Uhr: Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes mindestens ein Menschen getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rettungsdienst am Montag im Online-Netzwerk Facebook mit. In dem mehrstöckigen Wohnhaus im Stadtteil Obolon im Norden der Hauptstadt seien am Morgen zwei Tote gefunden worden. "Drei Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert und neun Menschen wurden vor Ort behandelt", hieß es in der Erklärung.

Die russische Armee hatten den Druck auf Kiew zuletzt massiv verstärkt. Am Sonntag stand die Hauptstadt kurz vor der Einkesselung. Nur noch die Straßen nach Süden waren offen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe versuchten russische Flugzeuge in der Nacht zum Montag, ukrainische Verteidigungsstellungen in der Region um Kiew zu zerstören.

Nicht nur ein Wohnhaus wurde heute morgen in Kiew bombardiert. Nach Angaben des ukrainischen Parlaments kam es gegen fünf Uhr am Montagmorgen zu mehreren Explosionen in der Fabrik des Flugzeugherstellers Antonov im Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt. Dabei sollen zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden sein. Helferinnen und Helfer befänden sich schon in der Nähe des Werks, um Lösch- und Rettungsarbeiten zu koordinieren.

Hochschwangere Verletzte aus Mariupol gestorben

8.13 Uhr: Ihr Bild ging um die Welt: Nach dem verheerenden Angriff auf eine Kinder- und Geburtsklinik in Mariupol ist die hochschwangere Frau, die verletzt auf einer Trage fotografiert worden war, gestorben. Das berichtetet die amerikanische Journalistin Aysa Dolina. Sie habe darüber mit dem Fotografen Evgeny Maloletka, der das Bild für die Associated Press gemacht hat. Auch das ungeborene Kind der Frau habe nicht überlebt. Das ukrainische Parlament bestätigte die Nachricht am Montagmorgen über den Telegram-Kanal des Hauses.

Union fordert Spritpreisbremse von mindestens 40 Cent pro Liter

8.00 Uhr: Seit Beginn des Ukraine-Krieges vor gut zwei Wochen haben die Spritpreise extrem zugelegt. In der Diskussion über eine entsprechende Preisbremse hat die Union eine Entlastung von mindestens 40 Cent pro Liter gefordert. Fraktionsvize Jens Spahn (CDU) sagte am Montag im ARD-"Morgenmagazin" nach Ankündigungen von Entlastungsplänen aus der Koalition: "Wir sind gespannt. Es müssen mindestens 40 Cent pro Liter sein, und es muss unbürokratisch sein."

CDU und CSU hatten sich angesichts der stark gestiegenen Preise bei Benzin und Diesel im Zuge des Ukraine-Krieges für eine Senkung der Mineralöl- und Mehrwertsteuer auf die Spritpreise ausgesprochen. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge plant Vizekanzler und Finanzminister Christian Lindner (FDP) dagegen einen staatlichen Tank-Zuschuss. Der Gesamtbetrag soll demnach beim Bezahlen abgezogen werden.

Selenskyj: Verhandlungsziel ist Treffen beider Präsidenten

6.45 Uhr: Als eine wichtige Aufgabe bei den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland sieht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Organisation eines Treffens der Staatschefs der beiden Länder. "Unsere Delegation hat eine klare Aufgabe – alles zu tun, damit ein Treffen der Präsidenten stattfindet", sagte Selenskyj in einer in der Nacht zu Montag veröffentlichten Videoansprache. Es sei ein Treffen, auf das, so sei er sicher, alle warteten. Das sei ein schwieriger Weg, aber notwendig, um wirksame Garantien zu erhalten.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Sonntag im russischen Staatsfernsehen ein Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin mit Selenskyj nicht ausgeschlossen. Man müsse aber verstehen, was das Ergebnis des Treffens sein solle und was dort besprochen werde. Lesen Sie auch: Ist Wladimir Putin ein Kriegsverbrecher?

Russland verleiht Orden an in der Ukraine verwundete Soldaten

6.36 Uhr: In Russland sind mehrere Soldaten für ihren Einsatz im Krieg mit der Ukraine ausgezeichnet worden. Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Gennadi Schidko habe in einem Militärkrankenhaus in der Region Moskau elf Militärangehörigen Orden und Medaillen für ihren Mut verliehen, berichtete die russische Agentur Tass in der Nacht zu Montag unter Berufung auf einen Bericht in der Zeitung "Roter Stern".

Darin hieße es weiter, alle ins Krankenhaus gebrachten Soldaten seien bereits operiert und befänden sich in der Rehabilitation. Man ergreife alle notwendigen Maßnahmen "für die rasche Rückkehr der Soldaten in ihre Einheiten".

Tass berichtete in Berufung auf die Zeitung "Roter Stern" zugleich, dass etwa 1400 russische Soldaten bereits aus medizinischen Einrichtungen entlassen und nun in Reha-Behandlung seien, nachdem sie bei der "militärischen Spezialoperation in der Ukraine" – wie Moskau den Angriffskrieg gegen die Ukraine nennt – verwundet worden waren. Sie alle hätten den Wunsch geäußert, nach vollständiger Genesung "zur weiteren Erfüllung von Aufgaben" zu ihren Einheiten zurückzukehren.

Tschetschenen-Chef Kadyrow gibt an, in der Ukraine zu sein

6.31 Uhr: Der tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow hat behauptet, sich in der Ukraine aufzuhalten. Über ein in der Nacht zu Montag auf seinem Telegram-Kanal geteiltes Video schreibt er, dieses sei in Hostomel aufgenommen worden, einem Ort nordwestlich der Hauptstadt Kiew mit einem nahen Flugplatz, der seit Beginn des Krieges in der Ukraine umkämpft ist. Auf dem Video, das nicht unabhängig verifiziert werden kann, sind mehrere Männer in militärischer Kleidung mit Waffen und Kadyrow zu sehen, wie sie einen unkenntlich gemachten Plan auf einem Tisch studieren.

"Neulich waren wir etwa 20 Kilometer von Ihnen entfernt, Kiewer Nazis, und jetzt sind wir noch näher, und raten Sie mal, wie nahe wir gekommen sind", schreibt Kadyrow weiter. "Ich werde eine Intrige hinzufügen: Vielleicht sind wir bereits in Kiew und warten nur auf die nötigen Befehle?" Zudem behauptet er, "nicht wenige" Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes arbeiteten für Russland.

Weiter droht Kadyrow in dem Telegram-Posting der Kiewer Führung und ruft sie auf, die Seite zu wechseln. "Ihr könnt Euch eine Minute entspannen, denn ihr müsst uns nicht suchen – wir finden Euch selber", schreibt der Chef der Nordkaukasus-Republik Tschetschenien weiter. "Oh, lange habt ihr nicht mehr. Besser, ihr ergebt euch und stellt euch neben uns, wie ich schon mehrmals vorgeschlagen habe, oder Euer Ende steht bevor."

Hohe Energiepreise: Habeck kündigt weiteres Entlastungspaket an

6.29 Uhr: Die Bundesregieung geht Entlastungen angesichts der steigenden Energiepreise an. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) kündigte ein neues Maßnahmenpaket an. So müsse es erstens bei Strom, Wärme und Mobilität Erleichterungen geben. "Gerade die hohen Heizkosten erdrücken zahlreiche Familien." Zweitens brauche es auch Energieeffizienz und Einsparungen, etwa eine Minderung des Verbrauchs beim Autofahren oder einen Austausch von Gasheizungen, sagte Habeck. Drittens seien weiter marktwirtschaftliche Impulse nötig, damit gelte: "Je effizienter, desto geringer die Kosten".

Instagram nun ebenfalls in Russland blockiert

6.24 Uhr: Nach Facebook und Twitter ist nun auch das Online-Netzwerk Instagram in Russland blockiert. Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor hatte die Sperre am Freitag erklärt. Sie verwies darauf, dass der Mutterkonzern Meta in der Ukraine Gewaltaufrufe gegen russische Truppen toleriert. Die Medienaufsicht wies die Bürger darauf hin, dass Russland eigene Internetplattformen habe, wie etwa die Facebook-Kopie VKontakte. Die Sperre solle aber auch die "psychische Gesundheit" der Bürger sicherstellen, indem sie vor Belästigungen und Beleidigungen im Internet geschützt würden.

Stromversorgung an Akw Tschernobyl läuft wieder

6.08 Uhr: Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist ukrainischen Angaben zufolge wieder vollständig an die Stromversorgung angeschlossen. "Heute ist es unseren Atomwissenschaftlern und Elektrikern (...) gelungen, die Stromversorgung des von den russischen Besatzern beschlagnahmten Kernkraftwerks Tschernobyl wiederherzustellen", teilte der ukrainische Betreiber Enerhoatom mit. Damit liefen die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff nun wieder normal und nicht länger nur über eine Notstromversorgung. Das von russischen Einheiten besetzte Atomkraftwerk Tschernobyl war am vergangenen Mittwoch von der Stromversorgung abgeschnitten worden.

Gesundheitsminister: Bereits sieben Krankenhäuser irreparabel zerstört

5.48 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden in der Ukraine nach Angaben aus Kiew sieben Krankenhäuser irreparabel zerstört. Die Kliniken müssten nach russischem Beschuss ganz neu aufgebaut werden, sagte Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko. Mehr als 100 weitere Gesundheitseinrichtungen seien beschädigt worden. Für besonderes Entsetzen hatte vor einigen Tagen ein russischer Angriff auf eine Geburtsklinik in der Hafenstadt Mariupol gesorgt. Moskau behauptete, das Gebäude sei von ukrainischen Kämpfern genutzt worden. Von ukrainischer wie auch von UN-Seite jedoch hieß es, dass es sich um eine funktionierende Geburtsklinik gehandelt habe.

Ukraine rechnet mit weiteren russischen Militäroffensiven

4.21 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs bereiten russische Truppen im Land mehrere Offensiven vor. Dafür versuchten die Einheiten, sich an bisher von ihnen eingenommenen Punkten festzusetzen, Nachschub zu sichern und sich neu zu gruppieren, hieß es in einem in der Nacht zu Montag auf Facebook veröffentlichten Bericht. Sobald dies geschehen sei, erwarte man neue Angriffe etwa auf die Städte Charkiw im Osten, Sumy im Nordosten oder auch den Kiewer Vorort Browari.

Im Gebiet Luhansk im Osten des Landes konzentriere sich Russland vor allem auf den Vormarsch in Richtung Sjewjerodonetsk. Moskau hatte am Sonntag mitgeteilt, dass Kämpfer der prorussischen Separatisten den östlichen und südlichen Teil der Stadt mit 100.000 Einwohnern blockiert hätten. Die Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen.

Selenskyj fordert erneut Flugverbotszone

4.13 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief den Westen erneut auf, den Luftraum über der Ukraine zu schließen. "Wenn Sie das nicht tun, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis russische Raketen auf Ihre Gebiete fallen", sagte er in einer Videoansprache. Die Nato lehnt eine Flugverbotszone ab, um nicht in einen direkten Konflikt mit Russland verwickelt zu werden. Die Ukraine gehe durch die schwerste Bewährungsprobe ihrer Geschichte, sagte Selenskyj. Russische Raketen und Bomben hätten am Sonntag vom Westen bis zum Osten das Land getroffen. Beim Angriff auf einen Truppenübungsplatz an der Grenze zu Polen wurden 35 Menschen getötet und 134 verletzt. Selenskyj versuchte, den Bürgern Mut zuzusprechen. "Wir werden alle dunklen Tage überleben, weil wir zusammenhalten."

News zum Ukraine-Krieg vom 13. März: Rotes Kreuz – Mariupol braucht dringend Feuerpause

23.00 Uhr: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat vor einer humanitären Katastrophe im von russischen Truppen belagerten Mariupol im Süden der Ukraine gewarnt. Die Bewohner der Hafenstadt müssten seit Wochen einen Alptraum zwischen Leben und Tod aushalten, erklärte der Präsident der in Genf ansässigen Hilfsorganisation, Peter Maurer. Leichen von Zivilisten und Kämpfern seien noch immer unter Schutt eingeschlossen oder lägen im Freien auf dem Boden. Lebensverändernde Verletzungen und chronische, lähmende Krankheiten blieben unbehandelt.

Hunderttausende Bewohner Mariupols hätten mit extremen Engpässen bei Grundlegendem wie Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten zu kämpfen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz rief die Konfliktparteien zur Einigung auf Bedingungen für eine Feuerpause und Fluchtrouten für Zivilisten auf. Es müsse sichergestellt werden, dass ein solcher Deal auch eingehalten werde.

Kuleba und Blinken beraten weitere Hilfe der USA

22.45 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte, er habe mit seinem US-Kollegen Antony Blinken gesprochen und über weitere Unterstützung der USA für die Ukraine gesprochen.

"Wir sind uns beide einig, dass mehr getan werden muss, um die russische Aggression zu stoppen und Russland für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen", schrieb Kuleba auf Twitter und fügte hinzu, dass er den USA für ihre Unterstützung dankbar sei.

Russland hat China um militärische Ausrüstung gebeten

22.38 Uhr: Russland hat Medienberichten zufolge seit seiner Invasion in der Ukraine am 24. Februar China um militärische Ausrüstung gebeten. Das berichten die "Financial Times" und die "Washington Post" unter Berufung auf US-Beamte. Die "Washington Post" schreibt, die Beamten hätten weder etwas über die Art der angeforderten Waffen noch über die Reaktion Chinas gesagt.

Ukraine-Konflikt: Schröder will offenbar weiter vermitteln

22.32 Uhr: Altbundeskanzler Gerhard Schröder reiste nach Moskau, um persönlich mit Wladimir Putin über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine zu sprechen. Nun berichtet die "Süddeutsche Zeitung", dass Schröder "angeblich" plane, seine Vermittlungsbemühungen fortzusetzen. Inzwischen soll Schröder wieder aus Russland abgereist sein. Eine Bestätigung der Berichte blieb aus, auch die Bundesregierung schwieg dazu.

Selenskyj fordert Software-Riesen auf, Support für Russland einzustellen

21.44 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert Software-Riesen auf, ihren Support für Russland einzustellen. "Ihr seid entweder für Frieden, oder ihr unterstützt den blutigen russischen Aggressor dabei, ukrainische Kinder und Frauen umzubringen", twitterte er in Richtung Microsoft, SAP und Oracle.

BKA ermittelt wegen Hackerangriff auf Rosneft

21.25 Uhr: Aktivistinnen und Aktivisten der Hacker-Gruppierung Anonymous haben den Energiekonzern Rosneft Deutschland angegriffen und dabei nach eigenen Angaben 20 Terabyte Daten erbeutet. Nach Informationen von "Spiegel" hat die Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Hackerangriffs ein Verfahren eingeleitet und das Bundeskriminalamt (BKA) mit den weiteren Ermittlungen beauftragt.

Ukraine startet Gegenoffensive in zwei Regionen

20.34 Uhr: Das ukrainische Militär hat mitgeteilt, Gegenangriffe gegen russische Truppen in zwei Regionen starten zu wollen. Wie das Innenministerium mitteilte, seien die Gegenangriffe in der südlichen Region Mykolajiw und der östlichen Region Charkiw geplant. Am Samstag hatte es Berichte über russische Angriffe auf Krankenhäuser in Mykolajiw gegeben.

Mehr als 800 Festnahmen bei Protesten gegen Ukraine-Einsatz in Russland

19.14 Uhr: Bei landesweiten Demonstrationen in Russland gegen den "Militäreinsatz" Moskaus in der Ukraine sind nach Angaben von Aktivisten am Sonntag mehr als 800 Menschen festgenommen worden. Die Polizei habe in 37 Städten 817 Demonstranten in Gewahrsam genommen, teilte die Bürgerrechtsplattform OWD-Info am Sonntag mit. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten einige brutale Festnahmen in Moskau und St. Petersburg. Auch mehrere Journalisten wurden in Gewahrsam genommen.

In Moskau widersetzten sich einige Dutzend Menschen dem Demonstrationsverbot und versammelten sich auf einem Platz nahe des Kremls. Laut einem AFP-Korrespondenten nahm die Polizei mindestens hundert Demonstranten sowie einen Journalisten mit. Eine junge Frau rief "Frieden für die Welt", während sie von zwei Polizisten weggetragen wurde. Unter den Festgenommenen in Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg waren laut einem AFP-Reporter mehrere Journalisten.

Die Helme einiger Polizisten in Moskau waren mit einem in den russischen Nationalfarben gehaltenen "Z" beschriftet, wie der AFP-Reporter aus Moskau berichtete. Der Buchstabe hat sich zum Symbol von Befürwortern des "militärischen Sondereinsatzes" Russlands in der Ukraine entwickelt. Russische Panzer und andere Fahrzeuge in d

Laut OWD-Info gab es seit dem 24. Februar in Russland mehr als 14.800 Festnahmen im Zuge von Kundgebungen gegen den Konflikt mit der Ukraine. Allein am Sonntag vergangener Wochen waren demnach landesweit mehr als 5000 Demonstranten festgenommen worden. Protestteilnehmern drohen in Russland Geld- und Haftstrafen.

Evakuierung aus ukrainischer Stadt Mariupol erneut gescheitert

18.55 Uhr: In der Südukraine ist nach Angaben aus Kiew erneut ein Versuch gescheitert, Menschen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. WEs ist nicht gelungen, Mariupol zu erreichen“, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntag dem Portal „strana.newsW. Der Konvoi sei in der Stadt Berdjansk geblieben, weil es Luftangriffe auf Mariupol gegeben habe. WAber morgen früh versuchen wir es nochmalW, kündigte Wereschtschuk an.

Bisher war noch kein Versuch erfolgreich, Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt am Asowschen Meer zu transportieren und Einwohner herauszuholen. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Russland wirft Ukraine Massenmord an Zivilisten vor

18.26 Uhr: Russland und die mit Moskau verbündeten Separatisten haben der ukrainischen Armee schwere Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Einheiten der selbst ernannten "Volksrepublik" Luhansk entdeckten nach eigenen Angaben bei ihrem Vormarsch ein Massengrab. Sie beschuldigten ukrainische Truppen, Zivilisten als Schutzschilder missbraucht und diejenigen getötet zu haben, die sich widersetzten.

Seit langem wirft der Kreml der Ukraine einen "Genozid" an der russischen Minderheit im Donbass vor. Präsident Wladimir Putin begründete den Angriff auf die Ukraine auch mit dem Schutz dieser Menschen. Für die russischen Vorwürfe gibt es keine Belege.

Die Ukraine wirft ihrerseits russischen Truppen schwere Kriegsverbrechen vor. Die Einheiten plünderten und gingen mit Gewalt gegen Zivilisten vor, zahlreiche Luftangriffe richteten sich gegen Wohngebäude. Kommentar: Putins irrer Krieg – Wie lange noch und zu welchem Preis?

**Die Quelle dieser Nachricht sind die Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Ukraine: Stromversorgung an ehemaligem AKW Tschernobyl läuft wieder

18.13 Uhr: Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl ist ukrainischen Angaben zufolge wieder vollständig an die Stromversorgung angeschlossen. "Heute ist es unseren Atomwissenschaftlern und Elektrikern (...) gelungen, die Stromversorgung des von den russischen Besatzern beschlagnahmten Kernkraftwerks Tschernobyl wiederherzustellen", teilte der ukrainische Betreiber Enerhoatom am Sonntagabend auf Telegram mit. Damit liefen die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff nun wieder normal und nicht länger nur über eine Notstromversorgung.

Das von russischen Einheiten besetzte Atomkraftwerk Tschernobyl war am vergangenen Mittwoch von der Stromversorgung abgeschnitten worden.

Russland: Bis zu 180 ausländische "Söldner" nahe Lwiw getötet

17.21 Uhr: Bei den russischen Angriffen auf einen Truppenübungsplatz nahe der ukrainischen Grenze zu Polen sind nach Angaben aus Moskau zahlreiche ausländische Kämpfer getötet worden. Die russischen Streitkräfte hätten "bis zu 180 ausländische Söldner" sowie eine große Menge aus dem Ausland gelieferter Waffen "zerstört", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag der Agentur Tass zufolge mit. "Die Vernichtung der auf das Territorium der Ukraine eingereisten ausländischen Söldner wird fortgesetzt", sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

IWF hält Zahlungsausfall Russlands für "nicht mehr unwahrscheinlich"

17.11 Uhr: Angesichts der weitgehend blockierten Moskauer Devisenreserven ist ein Zahlungsausfall Russlands in Bezug auf seine Schulden im Ausland nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) "nicht mehr unwahrscheinlich". Wegen der infolge des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen drohe Russland eine "tiefe Rezession", warnte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Sonntag im Gespräch mit dem TV-Sender CBS. Die Abwertung der Landeswährung, des Rubels, habe schon jetzt dazu geführt, dass die Kaufkraft der Menschen in Russland "bedeutend geschrumpft" sei.

Lesen Sie hier: Militär-Budget – Hierhin fließen die Bundeswehr-Milliarden

Ukraine-Krise: Jetzt im Krieg noch Aktien und Gold kaufen?

17.00 Uhr: Die Finanzmärkte befinden sich im Bann des Ukraine-Konflikts. Nach einem jahrelangen Aufwärtstrend erwarten Aktien-Anleger jetzt schwierige Zeiten. Die Mischung aus Krieg, steigender Inflation, Sanktionen und wirtschaftlichen Problemen verändern die Ausgangslage grundlegend. Wie sollte man darauf reagieren? Unsere Redaktion sprach mit Experten und beantwortet die wichtigsten Fragen zu Aktien, Rohstoffen und Gold in Kriegszeiten.

2187 Zivilisten in Mariupol getötet, so ukrainische Behörden

16.55 Uhr: In der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind ukrainischen Angaben zufolge bisher weit mehr als 2000 Zivilisten getötet worden. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar seien 2187 Menschen ums Leben gekommen, teilte der Stadtrat am Sonntag mit. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe es 22 Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt am Asowschen Meer gegeben, bei denen etwa 100 Bomben abgeworfen worden seien.

Die Angreifer würden absichtlich Wohngebäude attackieren, sie zerstörten Kinderkrankenhäuser wie auch die Infrastruktur. Russland hingegen beharrt darauf, lediglich militärische Ziele anzugreifen.

Wolodymyr Selenskyj besucht Verwundete

16.52: Präsident Selenskyj hat ein Krankenhaus besucht, um verwundete ukrainische Soldaten zu treffen und ihnen staatliche Ehrungen zu verleihen. Ein Video bei Twitter zeigt Wolodymyr Selenskyj während seines Besuchs. Er unterhält sich mit Ärzten und den verletzten Soldaten und macht Fotos mit ihnen. Außerdem verleiht er Ehrungen an die Soldaten. Auch eine Krankenschwester erhält einen Orden.

Russische Truppen sollen ukrainischen Ort mit Phosphorbomben angegriffen haben

16.50 Uhr: Russische Truppen sollen bei einem Angriff im Osten des Landes nach Angaben eines örtlichen Polizeivertreters Phosphorbomben eingesetzt haben. Die Ortschaft Popasna rund hundert Kilometer westlich von Luhansk sei in der Nacht von der russischen Armee angegriffen worden, schrieb Polizeichef Oleksij Bilotschyzky in der Nacht zum Sonntag im Online-Netzwerk Facebook. Dabei seien auch Phosphorbomben eingesetzt worden. Es gebe "unbeschreibliches Leid und Brände". Die Angaben konnten von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüft werden.

Klitschko-Brüder wollen Kiew weiterhin verteidigen

15.51 Uhr: Russische Truppen versuchen, die ukrainische Hauptstadt zu erstürmen. Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, beschreibt in einem Interview mit CNN den Kampf um die Stadt. "Wir hören rund um die Uhr Bombenalarm." Doch man sei bereit zu kämpfen und die Stadt zu verteidigen. Sein Bruder Wladimir unterstreicht: "Das ganze Land ist hochmotiviert, die russische Aggression und den Krieg zu stoppen." Nichts könne den Willen der Ukrainerinnen und Ukrainer brechen.

Die Klitschko-Brüder, die in Deutschland als Profiboxer bekannt wurden, hätten weiterhin nicht vor, die Ukraine zu verlassen. Wladimir Klitschko: "Das ist unser Zuhause und wir werden das Land bis zum letzten Blutstropfen verteidigen."

Tausende protestieren in Cherson gegen russische Besatzer

15.38 Uhr: Russische Soldaten haben bei einer friedlichen Demonstration von Bewohnern im ukrainischen Cherson offenbar Warnschüsse abgefeuert. Die Soldaten hätten eine Salve als "Warnung" abgegeben, berichtete der Sender Suspilne Cherson am Sonntag. Die südukrainische Großstadt wird seit Anfang März von der russischen Armee kontrolliert. Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, ein gefälschtes Referendum zur Gründung einer "Volksrepublik" in der Stadt zu organisieren.

An dem Protest auf dem zentralen Freiheitsplatz in Cherson beteiligten sich tausende Menschen. Sie schwenkten ukrainische Flaggen und riefen "Cherson gehört der Ukraine" und "Ruhm der Ukraine". Als die Protest-Teilnehmer an einer Kolonne russischer Armeefahrzeuge vorbeiliefen, riefen einige Demonstranten auf Russisch "Faschisten" und "Geht nach Hause".

Rund 125.000 Menschen demonstrieren bundesweit gegen Krieg

15.31 Uhr: Auf Großdemonstrationen haben am Sonntag erneut zehntausende Menschen in mehreren deutschen Städten für Solidarität mit der Ukraine und für Frieden demonstriert. Nach Angaben des Bündnisses "Stoppt den Krieg" nahmen insgesamt rund 125.000 Menschen an Demonstrationen in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, Stuttgart und Hamburg teil. Dazu aufgerufen hatten mehr als 40 Friedens-, Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen sowie Gewerkschaften und Kirchen.

Viele Demonstrierende trugen gelb-blaue Schilder in den Farben der ukrainischen Nationalflagge mit Aufschriften wie "No war", "Stop war - Stop Putin" oder "Help Ukraine". Zahlreiche Menschen hatten sich auch gelb-blau gekleidet oder hielten gelbe und blaue Luftballons in der Hand.

Was besprach Schröder mit seinem Freund Putin?

14.30 Uhr: Der Ex-Kanzler auf Geheimbesuch bei Wladimir Putin. Lesen Sie hier: Hat Schröder seinem Freund ins Gewissen geredet oder wollte er nur sein Lebenswerk retten?

Ehemaliger "New York Times"-Journalist bei Kiew getötet

14.26 Uhr: Der amerikanische Regisseur und Filmemacher Brent Renaud ist in der Stadt Irpin bei Kiew von russischen Truppen getötet worden. Andriy Nebytov, der Chef der Polizei Kiew, bestätigte den tödlichen Angriff auf Renauds Auto, in dem noch ein weiterer Journalist saß.

Renauds Kollege wurde bei dem Angriff verletzt und in das Okhmatdyt-Krankenhaus in Kiew gebracht, wo er operiert wurde. Er meldete sich von dort mit einem kurzen Video aus dem Krankenhaus, in dem er den Angriff schilderte. Renaud und er seien von einem Fahrer über eine Brücke gebracht worden, als sie aus einem russischen Checkpoint beschossen wurden.

Renaud war mit einem Presseabzeichen der "New York Times" unterwegs. In einem Statement auf Twitter beklagte die Zeitung den Tod des 51-Jährigen. Gleichzeitig heißt es in der Mitteilung, dass Renaud nicht für die "New York Times" im Einsatz war. Er habe zwar früher für sie gearbeitet, sei in der Ukraine aber mit einem Presseabzeichen unterwegs gewesen, dass er vor Jahren für einen anderen Einsatz bekommen habe. Warum Renaud trotzdem das Abzeichen der "New York Times" trug, ist nicht bekannt.

Luftschläge zerstören Teile eines historischen Klosters

14.33 Uhr: In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben russische Bomben Teile des Klosters Swjatohirsk in der Oblast Donezk zerstört. Bei dem Angriff wurden einem Bericht des ukrainischen Parlaments zufolge 33 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Tote soll es demnach nicht gegeben haben.

Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen sich 520 Geflüchtete in dem Kloster aufgehalten haben, darunter 200 Kinder. Alle Geflüchteten und Mönche sollen vor dem Angriff in den Klosterkeller evakuiert worden sein, weshalb es nur so wenig Verletzte gab.

Das Kloster Swjatohirsk ist eines von drei Klöstern in der Ukraine, dass den Ehrentitel "Lawra" trägt und gehört damit zu den heiligsten Orten der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Seine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1526.

Türkei bittet Russland um Hilfe bei Evakuierung ihrer Staatsbürger aus Mariupol

13.37 Uhr: Die türkische Regierung hat Russland um Hilfe bei der Evakuierung ihrer Staatsbürger aus der von russischen Truppen belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol gebeten. "Wir haben Busse in die Region geschickt, aber diese kommen nicht in die Stadt", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Sonntag. Deshalb habe Ankara am Samstag in einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow um Unterstützung gebeten.

67 Menschen in Massengrab bei Kiew beigesetzt

13.23 Uhr: Nach heftigen Kämpfen mit russischen Truppen sind in der ukrainischen Stadt Butscha bei Kiew 67 Zivilisten in einem Massengrab beigesetzt worden. Die Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte am Sonntag ein entsprechendes Video. Zu sehen ist darin, wie Leichen in schwarzen Plastiksäcken von einem Lastwagen in eine ausgehobene Grube gelegt werden. Im Hintergrund ist eine Kirche zu sehen. Ukrainische Medien zitierten einen Arzt, wonach nicht alle Leichen identifiziert worden seien. In der nordwestlich von Kiew gelegenen Stadt waren Berichten zufolge Wohnhäuser durch Beschuss zerstört worden.

Ein Video von einem Massengrab in der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine hatte zuvor weltweit für Schlagzeilen gesorgt und einmal mehr das Leid von Zivilisten in dem von Russland begonnenen Krieg vor Augen geführt. Die Vereinten Nationen hatten zuletzt den Tod von mehr als 570 getöteten Zivilisten dokumentiert. Die ukrainische Regierung geht aber von weitaus höheren Zahlen aus.

Erneut große Friedensdemonstration in Berlin gegen Russlands Krieg

12.54 Uhr: Erneut sind Tausende Menschen in Berlin bei einer großen Friedensdemonstration gegen den Krieg Russlands in der Ukraine auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am Sonntagmittag auf dem Alexanderplatz und liefen Richtung Brandenburger Tor. Die Demonstration erhielt auch nach dem Start weiter großen Zulauf. Eine konkrete Teilnehmerzahl stand zunächst noch nicht fest.

Unter den Demonstranten waren junge wie alte Menschen, auch Familien mit Kindern beteiligten sich. Manche hatten Luftballons in blau und gelb, den Farben der Ukraine, dabei. Andere trugen selbstbeschriebene Transparente mit Aufschriften wie "Stop War", "Peace", "Wo bleibt die Impfung gegen Krieg" und Beschimpfungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. 550 Polizisten waren im Einsatz. Die Stimmung war friedlich, die allermeisten Teilnehmer trugen Corona-Masken.

Dutzende Tote nach Angriff nahe polnischer Grenze

12.19 Uhr: Russland hat bei seinem Krieg in der Ukraine erstmals auch einen folgenreichen Raketenangriff in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze verübt. Am Sonntagmorgen starben mindestens 35 Menschen bei der Attacke auf einen Truppenübungsplatz unweit der Stadt Lwiw. 134 weitere wurden nach ukrainischen Angaben verletzt.

Der Angriff bei Lwiw hat eine besondere Brisanz. In der Stadt sammeln sich viele Flüchtlinge. Der Übungsplatz Jaworiw ist nur rund 15 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Auf ihm waren zumindest vor dem Krieg viele Nato-Ausbilder aktiv. Videos und Fotos zeigten schwere Zerstörungen. Gebietsgouverneur Maxym Kosyzkyj zufolge wurden mehr als 30 Raketen abgefeuert. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow forderte nach dem Angriff erneut eine Flugverbotszone über dem Land.

Behörden: Erneut Bürgermeister in Ukraine von Russen verschleppt

12.00 Uhr: In der Südukraine ist nach Behördenangaben erneut ein Bürgermeister von russischen Truppen verschleppt worden. "Kriegsverbrechen werden immer systematischer", schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Olexander Staruch, am Sonntag bei Facebook. "Der Bürgermeister von Dniprorudne, Jewhenij Matwjejew, wurde entführt." Dniprorudne ist eine Kleinstadt mit knapp 20.000 Einwohner am Fluss Dnipro, der an dieser Stelle zum Kachowkaer Stausee gestaut ist.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Düsseldorfer Karnevalswagen mit Putin-Karikatur vor Brandenburger Tor

11.41 Uhr: Ein Karnevalswagen mit einem riesigen Pappmaché-Putin, der sich die Ukraine in den Rachen stopft, ist am Samstag durch Berlin zum Brandenburger Tor nahe der russischen Botschaft gefahren worden. Der gierige Wladimir Putin mit dem Spruch "Erstick dran!!!" stammt von dem Düsseldorfer Jacques Tilly, den Karnevalswagen entworfen und für den Düsseldorfer Rosenmontagsumzug gebaut hat. Der Wagen wurde nun von einer Privatinitiative nach Berlin gebracht. Am Sonntag soll er bei einer großen Friedensdemonstration gegen den Krieg Russlands in der Ukraine mitfahren.

Bus mit Flüchtlingen verunglückt in Italien

11.25 Uhr: Ein Bus mit 50 Flüchtlingen aus der Ukraine ist in Italien aus bisher noch ungeklärter Sache verunglückt. Der Bus sei auf der Strecke zwischen Bologna und San Marino umgekippt, meldete die Feuerwehr. Ersten Berichten zu Folge soll es ein Todesopfer geben.

Behörden: Neun Tote bei russischen Angriffen auf Großstadt Mykolajiw

11.16 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Großstadt Mykolajiw sind nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. "Neun Menschen starben infolge der Bombardierung durch die Arschlöcher", schrieb der Gouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen. Die Stadt mit knapp 500.000 Einwohnern ist seit Tagen heftig umkämpft. Wenn russische Truppen es schaffen, Mykolajiw zu umgehen oder einzunehmen, stünde ihnen der Landweg in die wichtige südwestukrainische Hafenstadt Odessa offen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Bürgerrechtler: Viele Festnahmen bei neuen Protesten in Russland

11.03 Uhr: Bei neuen in der Ukraine sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern landesweit mehr als 60 Menschen festgenommen worden. Zu den Festnahmen sei es bei Protesten in 14 Städten gekommen, teilte die Organisation Owd-Info am Sonntagmittag mit. Es wurde damit gerechnet, dass diese Zahl im Laufe des Tages weiter steigt. Aktionen gab es demnach etwa in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und in Irkutsk am Baikalsee sowie in der sibirischen Stadt Tomsk.

Bilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Menschen von Polizisten mit Schutzhelmen und schwerer Ausrüstung weggezerrt wurden. Insgesamt wurden den Angaben von Owd-Info seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar mehr als 13.800 Menschen festgenommen.

Ukrainische Armee berichtet von heftigen Kämpfen bei Kiew

10.26 Uhr: Die Gefechte rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew gehen nach Angaben der ukrainischen Armee weiter. Es gebe heftige Kämpfe in Irpin und Makariw im Gebiet Kiew, teilte das Militär am Sonntagmorgen mit. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Dörfern, die humanitäre Lage werde immer schlechter. Allein am Samstag wurden etwa aus Butscha, Irpin, Hostomel und Worsel nordwestlich von Kiew etwa 20.000 Menschen evakuiert. Die Rettung von Zivilisten sollte fortgesetzt werden.

Söder fordert Ministerpräsidentenkonferenz zu Ukraine-Flüchtlingen

10.12 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Sonderkonferenz der Länderchefinnen und -chefs zur Unterbringung der Flüchtlinge aus der Ukraine gefordert. Bund und Länder müssten bei diesem Thema "wie bei Corona" eine enge Abstimmung suchen, sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Wir brauchen eine organisierte Unterbringung in Deutschland", sagte er. Bund und Länder müssten einen Koordinierungsrat einrichten, und der Bund müsse die Kosten der Kommunen und der Länder übernehmen.

Söder warf der SPD-geführten Bundesregierung Überforderung beim Umgang mit den vielen Geflüchteten aus der Ukraine vor. "Das Bundesinnenministerium selbst wirkt überfordert und schaut nur zu, wie Länder und Kommunen vor Ort alles organisieren", sagte Söder. "Das führt zu einer Überlastung in einigen Städten und Ländern und damit zu einer unfairen Aufgabenverteilung."

Mehrere Tote bei Angriff nahe Lwiw

9.46 Uhr: Bei dem Angriff auf einen ukrainischen Stützpunkt bei Lwiw sind nach Angaben der Behörden neun Menschen getötet und weitere 57 verletzt worden. In dem von Russland angegriffenen Internationalen Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit hätten auch "ausländische Ausbilder" gearbeitet, erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Sonntag im Onlinedienst Twitter. Der Militärübungsplatz liegt nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Russland setzt Statthalterin in erobertem Melitopol ein

9.17 Uhr: Erstmals hat Russland in einem eroberten Gebiet eine eigene Statthalterin eingesetzt. Die prorussische Abgeordnete Halyna Daniltschenko rief die Einwohner der südukrainischen Stadt Melitopol auf, sich "an die neue Realität" anzupassen. Zugleich verlangte sie, die Einwohner sollten nicht mehr gegen die russischen Besatzungstruppen demonstrieren.

"Trotz unserer Anstrengungen, gibt es noch immer Leute in der Stadt, die versuchen, die Situation zu destabilisieren und Euch zu extremistischen Handlungen auffordern", sagte Daniltschenko in einer Videobotschaft. Sie wolle ein "Komitee der Volksdeputierten" schaffen, das die Stadt mit knapp 150.000 Einwohnern leitet. Melitopols Bürgermeister Iwan Fedorow war zuvor nach Kiewer Angaben von russischen Kämpfern verschleppt worden. Präsident Selenskyj forderte Fedorows Freilassung, in der Stadt demonstrierten mehrere Hundert Einwohner für das gewählte Stadtoberhaupt.

Selenskyj drohte Statthalterin Daniltschenko mit dem Tod. Örtliche Medien bezeichneten die Abgeordnete am Sonntag in Anlehnung an die SS-Besatzungstruppen im Zweiten Weltkrieg als "Gauleiterin im Rock".

Lindner gegen Senkung der Mehrwertsteuer auf Diesel und Benzin

9.10 Uhr: Trotz der Rekordpreise an den Tankstellen lehnt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine befristete