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Ukraine-Krieg: Russland meldet Angriffe auf "breiter Front"

| Lesedauer: 81 Minuten
Russische Armee greift erstmals Dnipro in der Ukraine an

Russische Armee greift erstmals Dnipro in der Ukraine an

Die russische Armee hat ihre Offensive in der Ukraine ausgeweitet: Erstmals griffen die Streitkräfte die Industriestadt Dnipro im Zentrum an. Millionen Menschen sind laut UNO ins Ausland oder innerhalb der Ukraine vor Angriffen geflohen.

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Die russische Armee versucht wohl Kiew einzukreisen. Mehrere Städte melden starken Beschuss. Mehr im Blog zum Krieg gegen die Ukraine.

  • Russland meldet Angriffe auf "breiter Front"
  • Erneut soll in mehreren Städten versucht werden, die Bevölkerung in Sicherheit zu bringen, etwa in Sumy und Mariupol
  • Die russische Armee versucht offenbar Kiew einzukreisen, die Stadt soll sich im "Belagerungszustand" befinden
  • Die russischen Offensiven nahe Kiew sind nach ukrainischen Angaben "teils" erfolgreic
  • Laut IAEA konnte ein Teil der Stromleitungen zum AKW in Tschernobyl repariert werden
  • Dieser Blog ist geschlossen. Aktuelle News zum Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Blog

Berlin/Kiew/Moskau. In Russlands Krieg gegen die Ukraine gerät die Hauptstadt Kiew wieder stärker ins Visier. Auch aus dem Westen des Landes unweit der Grenze zu Polen werden weitere Luftangriffe gemeldet. Bei den Sorgen um die Atomruine Tschernobyl sowie einen Forschungsreaktor in der Ostukraine gibt es unterdessen vorerst etwas Entwarnung.

Rund um Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, teilte der ukrainische Generalstab in der Nacht zu Samstag mit. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich. In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Samstagmorgen "minutenlanger" Beschuss zu hören.

News zum Ukraine-Krieg vom 12. März: Russland stellt sich auf "harte Konfrontation" bei Energie ein

10.01 Uhr: Russland stellt sich anhand weiterer Sanktionen des Westens auf eine "harte Konfrontation" ein, was die eigenen Energie-Exporte ins Ausland betrifft, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher des Außenministeriums in Moskau.

Die Situation auf den globalen Energiemärkten werde dazu führen, dass die EU mindestens das Dreifache für Öl, Gas und Strom zahlen müsse, hieß es demnach aus dem Ministerium weiter. Davon könne die EU nicht profitieren. Russland werde in dem Konflikt "starke Nerven" beweisen.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Russland meldet Angriffe auf "breiter Front"

9.28 Uhr: Die russische Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe auf "breiter Front" in der Ukraine fort. In der Nähe der Hauptstadt Kiew seien eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary außer Gefecht gesetzt worden.

Im Osten der Ukraine hätten die russischen Truppen und pro-russische Separatisten erneut zahlreiche Ortschaften eingenommen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Russische Raumfahrtbehörde warnt vor Absturz der ISS

9.11 Uhr: Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, hat vor einem Absturz der Internationalen Raumstation ISS gewarnt. Rogosin erklärte im Messengerdienst Telegram, die gegen Russland verhängten Sanktionen beeinträchtigten den Betrieb der russischen Raumschiffe, die die ISS versorgen. Dies betreffe vor allem den russischen Teil der Station, der für Kurskorrekturen zuständig ist.

Als Folge könne die 500 Tonnen schwere Konstruktion auf die Erde stürzen und "ins Meer oder auf Land fallen", warnte Rogosin. Er veröffentlichte zudem eine Weltkarte, die zeigen soll, wo die ISS abstürzen könnte. Russland ist demnach weitgehend sicher. Andere Länder, insbesondere westliche Länder, sollten aber "über den Preis der Sanktionen gegen Roskosmos nachdenken", warnte Rogosin. Der Behördenchef bezeichnete die Länder, die Sanktionen gegen Russland verhängt haben, als "verrückt", und forderte eine Aufhebung der Strafmaßnahmen.

Kiew im "Belagerungszustand"

8.45 Uhr: Die russische Armee kreist die ukrainische Hauptstadt Kiew immer weiter ein. Kiew befinde sich inzwischen im "Belagerungszustand", erklärte der Präsidentenberater Mychailo Podoljak am Freitag. Die Stadt sei aber "bereit zu kämpfen" und werde "standhaft bis zum Ende sein". Vorstädte im Nordwesten Kiews werden seit Tagen von schweren Luftangriffen erschüttert.

Baerbock: Deutschland nimmt Moldau Flüchtlinge ab

8.40 Uhr: Deutschland wird 2500 ukrainische Flüchtlinge aus Moldau aufnehmen. Das kündigte Außenministerin Annalena Baerbock in Chisinau nach einem Gepräch mit Außenminister Nicolae Popescu an. Es werde jetzt ein sogenannter grüner Korridor über Rumänien eingerichtet, um die Menschen vor allem mit Bussen nach Deutschland zu bringen. Auch eine Luftbrücke wäre sinnvoll, sagte die Grünen-Politikerin.

Russland spricht von Tausenden zerstörten militärischen Zielen

8.37 Uhr: Unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass, dass seit Beginn der Invasion in der Ukraine in dem Land fast 3500 Ziele zerstört worden seien, die Russland zur militärischen Infrastruktur zählt.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Offenbar weitere zivile Todesopfer in Charkiw

8.22 Uhr: In der umkämpften ukrainischen Stadt Charkiw sind nach Angaben von ukrainischen Rettungsdiensten weitere Zivilisten bei Angriffen getötet worden. Demnach wurden aus einem Wohnhaus, dass beschossen worden war, die Leichen von fünf Menschen geborgen: zwei Frauen, zwei Kinder und ein Mann.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Evakuierungen sollen am Samstag weitergehen

7.11 Uhr: Die Evakuierung von Menschen aus belagerten und umkämpften Städten in der Ukraine soll am Samstag weitergehen. Für das Gebiet Sumy im Nordosten des Landes seien sechs Fluchtkorridore geplant, teilte der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, in der Nacht auf Telegram mit. Demnach sollen Zivilisten aus den Städten Sumy, Trostjanets, Lebedin, Konotop, Krasnopillja und Velika Pysarivka in die zentralukrainische Stadt Poltawa gebracht werden.

Insgesamt laufen die Evakuierungen schleppend. Hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer sitzen in von russischen Truppen eingekesselten oder umkämpften Städten fest. Kiew und Moskau werfen einander Verletzungen der für die Fluchtkorridore notwendigen Feuerpausen vor.

Ukrainische Städte berichten von heftigem Beschuss

4.34 Uhr: Mehrere Städte in der Ukraine haben in der Nacht zu Samstag erneut Kämpfe und Beschuss gemeldet. "Mistkerle, sie lassen uns nicht schlafen", schrieb der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, in der Nacht zu Samstag auf Telegram. Wenige Stunden davor hatte er einem ukrainischen TV-Sender gesagt, in der Stadt Mykolajiw sei mindestens eine Person verletzt und mehrere Wohnhäuser und Autos beschädigt worden.

Auch zwei Feuer seien in der Stadt aufgrund Raketenbeschusses ausgebrochen. Einem lokalen Beamten zufolge soll zudem die Krebsklinik der Stadt beschädigt worden sein. In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst. Es gab Berichte über Kämpfe in den Außenbezirken der Hauptstadt und in den Städten Irpin, Hostomel und Bucha.

Offenbar Krebsklinik in Mykolajiw beschossen

4.03 Uhr: Russische Truppen sollen nach ukrainischen Angaben eine Krebsklinik in der südukrainischen Stadt Mykolajiw beschossen haben. Hunderte Patienten hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Krankenhaus aufgehalten, sagte Chefarzt Maxim Besnosenko. Getötet worden sei niemand.

Durch den Beschuss sei das Gebäude beschädigt worden. Fenster zerbarsten. Die ukrainische Regierung und der Westen warfen Russland erst diese Wochen den Beschuss einer Geburtsklinik in der Hafenstadt Mariupol vor. Dabei kamen demnach drei Menschen ums Leben, darunter ein Kind.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Ukraine meldet Angriffe rund um Kiew

3.11 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Armee dauern die Angriffe russischer Truppen im Land weiter an. Rund um die Hauptstadt Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, hieß es in einem in der Nacht zu Samstag auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich.

Um die nordostukrainische Stadt Tschernihiw aus südwestlicher Richtung zu blockieren, versuchten russische Einheiten zudem die jeweils rund 15 Kilometer entfernten Orte Mychajlo-Kozjubinske und Schestowytsja einzunehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag gesagt, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Großstadt mit knapp 280 000 Einwohnern ohne Wasserversorgung. In dem Bericht heißt es weiter, strategische Bomber der russischen Luftwaffe setzten Marschflugkörper in den Städten Luzk, Dnipro und Iwano-Frankiwsk ein.

Biden: Dritten Weltkrieg verhinden

2.57 Uhr: Eine direkte militärische Konfrontation in der Ukraine zwischen dem US-Militär und den russischen Streitkräften muss nach Ansicht von Präsident Joe Biden verhindert werden, damit es nicht zu einem "dritten Weltkrieg" kommt. Das US-Militär und die Nato-Partner werden "jeden Zentimeter" des Bündnisgebiets geeint und "mit voller Macht" verteidigen, schrieb Biden auf Twitter.

"Aber wir werden in der Ukraine keinen Krieg mit Russland führen. Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der dritte Weltkrieg - und etwas, das zu verhindern, wir uns bemühen müssen", schrieb er weiter.

Russische Armee kontrolliert offenbar große Teile von Luhansk

2.41 Uhr: Der Leiter der staatlichen ukrainischen Verwaltung in der von Russland unterstützten Separatistenregion Luhansk, Sergej Gaidai, erklärt, dass die russische Armee 70 Prozent der Region kontrolliert. "Die Lage ist schwierig, überall wird geschossen", sagt er und fügt hinzu, dass zivile Infrastrukturen wie Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten kontinuierlich angegriffen werden.

Selenskyj: Mehr als 7000 Zivilisten am Freitag geflohen

2.27 Uhr: Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte, konnten am Freitag 7144 Zivilisten über humanitäre Korridore aus insgesamt vier Städten fliehen. Die Zahl sei deutlich niedriger als in den beiden Tagen davor. Selenskyj erhob in einer Ansprache erneut schwere Vorwürfe gegen Russland, da es sich weigere, Menschen aus der belagerten Stadt Mariupol herauszulassen. Man werde am Samstag erneut versuchen, Lebensmittel und Medikamente nach Mariupol zu liefern, so der Präsident.

Stromversorgung am AKW Tschernobyl läuft wieder

1.38 Uhr: Technikern ist es am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gelungen, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien Freitagabend unter Berufung auf den ukrainischen Betreiber. Die Stromversorgung für die Kühlung von Brennelementen war am Mittwoch unterbrochen worden. Die IAEA sah darin aber kein Sicherheitsproblem. Notstromgeneratoren liefern dort Strom.

Trotz der schwierigen Lage durch den russischen Einmarsch und die Kämpfe in der Ukraine sei es gelungen, dafür mehr Diesel anzuliefern. Nach Angaben der IAEA laufen 8 der 15 ukrainischen Reaktoren an vier Standorten weiter. Das Strahlungsniveau dort sei normal. Am Atomkraftwerk Saporischschja funktionierte die automatische Übertragung von Daten an die IAEA in Wien nach einer Unterbrechung wieder, in Tschernobyl dagegen nicht.

GdP: Menschenhändler sprechen geflohene Ukrainerinnen an

1.12 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat davor gewarnt, dass aus der Ukraine geflohene Frauen in die Fänge von Menschenhändlern geraten. "Diese Taten gehen vorrangig von osteuropäischen Kriminellen aus. Sie sprechen gezielt Frauen an Bahnhöfen größerer Städte, aber auch in Grenznähe an", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Absicht dahinter sei die Schwarzbeschäftigung im Rotlichtmilieu. "Aber auch die illegale Beschäftigung im Servicebereich, unter anderem als Reinigungskräfte oder in der Altenpflege spielen bei der Kontaktaufnahme eine Rolle", sagte Malchow.

Ukrainisches Parlament: Keine erhöhte Strahlung in Charkiw

0.59 Uhr: Nach dem von der Ukraine gemeldeten erneuten Beschuss eines nuklearen Forschungszentrums in der ostukrainischen Stadt Charkiw gibt das ukrainische Parlament Entwarnung. Es seien keine Schäden festgestellt worden, die den Zustand der nuklearen und Strahlensicherheit beeinträchtigten, hieß es in einer in der Nacht zu Samstag veröffentlichten Mitteilung zur Situation der Atomanlagen in der Ukraine. Die Strahlungssituation sei innerhalb der Norm. Auch die Stromversorgung sicherheitsrelevanter Systeme und Komponenten sei wiederhergestellt, hieß es in der Mitteilung weiter.

News zum Ukraine Krieg vom 11. März: USA sehen keinen Hinweis auf belarussische Truppen in der Ukraine

22.16 Uhr: Die USA haben nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass sich Soldaten aus Belarus an Russlands Invasion der Ukraine beteiligen. "Wir sehen keine Spuren für eine unmittelbar bevorstehende Beteiligung der belarussischen Streitkräfte", sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Freitag. "Das soll aber nicht heißen, dass es nicht geschehen könnte."

Kirby verwies auf einen Kommentar des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko, wonach die Armee seines Landes "zur Verteidigung von nachrückenden russischen Truppen kommen würde, sollten diese angegriffen werden". Dies sei das erste Mal, dass Lukaschenko etwas über eine mögliche Beteiligung von Belarus gesagt habe, sagte der Pentagon-Sprecher. Doch gebe es zurzeit keine Anzeichen, "dass sie dies bereits getan haben oder es bevorsteht".

Alabali-Radovan besorgt über Diskriminierung von Russen in Deutschland

22.00 Uhr: Die Antirassismusbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, hat die Diskriminierung von Russen in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Krieges beklagt. "Teilweise trauen sich Menschen nicht mehr, Russisch auf der Straße zu sprechen. Das besorgt mich sehr", sagte die SPD-Politikerin unserer Redaktion. "Es gab auch Angriffe auf russische Lebensmittelmärkte, Kinder werden in der Schule beleidigt. Das dürfen wir nicht dulden."

Dies sei Putins Krieg, nicht der Krieg der Russinnen und Russen, betonte Alabali-Radovan. Die Gesellschaft dürfe sich nicht spalten lassen. "Wir müssen solidarisch zusammenstehen." Lesen Sie hier das Interview mit der Integrationsbeauftragten.

EU-Parlamentsvizepräsidentin Beer fürchtet gefährlichen Auftrieb für Putin

21.45 Uhr: Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Nicola Beer (FDP), hat die Absage der EU-Regierungschefs an einen beschleunigten Beitritt der Ukraine scharf kritisiert: "Diese kalte Schulter Richtung Ukraine wird von Russland nicht unbemerkt bleiben und kann Putin gefährlichen Auftrieb geben2, sagte Beer unserer Redaktion. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit seinem Appell für einen EU-Beitrittskandidatenstatus abblitzen zu lassen, sei deshalb nicht nur schwach, sondern auch riskant. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bei ihrem Gipfel in Versailles nicht darauf einigen können, der Ukraine die erhoffte beschleunigte Aufnahme in die EU in Aussicht zu stellen.

Der Gipfel versicherte zwar, die Ukraine gehöre zur europäischen Familie, die Partnerschaft mit dem Land solle vertieft werden. Eine Beschleunigung des langwierigen Beitrittsprozesses, der noch eine Reihe von Jahren dauern dürfte, ist damit nicht verbunden. Beer sprach von einem „Treffen der verpassten Chance und der verpassten Stärke“, das erste Risse der bislang gelungenen Geschlossenheit offenbare. Ein starkes Signal an die kriegsgebeutelte Ukraine als künftiger EU-Beitrittskandidat sei ausgeblieben, die ausgestreckte Hand des ukrainischen Präsidenten Richtung EU sei nicht erwidert worden, beklagte Beer. "Damit schrumpft der Gipfel in Versailles zu einem Zeichen europäischer Mutlosigkeit", fügte sie hinzu.

Youtube unterbindet Leugnung der russischen Invasion

21.04 Uhr: Der Google-Videoservice Youtube sperrt von sofort an Inhalte, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. "Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren", sagte ein Youtube-Sprecher am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb entferne man Inhalte über die russische Invasion in der Ukraine, die gegen diese Richtlinien verstoßen. "Im Einklang damit sperren wir ab sofort auch Youtube-Kanäle, die mit russischen staatlich finanzierten Medien in Verbindung stehen - und zwar weltweit."

In den staatlichen russischen Medien wird die Invasion in der Regel als friedenserhaltende oder befreiende "Spezial-Operation" bezeichnet. Außerdem wird immer wieder behauptet, dass Kriegsopfer in Wahrheit selbst Akteure in der Krise seien. Diese Propaganda werde nun von Youtube verbannt, teilte das Unternehmen mit. Youtube wird von Menschen in Russland intensiv genutzt, während Facebook dort nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Parlament in Kiew: Bürgermeister von Melitopol von russischen Soldaten entführt

20.57 Uhr: Russische Soldaten haben ukrainischen Angaben zufolge den Bürgermeister der besetzten südukrainischen Stadt Melitopol entführt. Iwan Fedorow sei am Freitag bei einem Besuch des Krisenzentrums von Melitopol von einer Gruppe von "zehn Besatzern" verschleppt worden, als er sich um Versorgungsfragen kümmern wollte, teilte das ukrainische Parlament auf Twitter mit. "Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren", hieß es in der Twitter-Nachricht.

Der stellvertretende Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Kirillo Timoschenko, veröffentlichte im Messengerdienst Telegram ein Video, auf dem Soldaten in einiger Entfernung aus einem Gebäude kommen und dabei einen schwarzgekleideten Mann mit sich führen, dessen Kopf offenbar in einem schwarzen Sack steckt.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Stadtrat von Mariupol – Zahl getöteter Zivilisten auf 1582 gestiegen

20.20 Uhr: In der belagerten Hafenstadt Mariupol in der Ukraine ist die Zahl der getöteten Zivilisten ukrainischen Angaben zufolge auf 1582 gestiegen. Die humanitäre Lage in Mariupol sei katastrophal, hieß es weiter in einer Mitteilung des Stadtrats vom Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. Mehrere Versuche, Menschen zu evakuieren, sind in den vergangenen Tagen gescheitert.

Nach Angaben der Stadt werden dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Nahrungsmittel benötigt. Heizung und Strom sind ausgefallen. Viele Einwohner suchen in Kellern Schutz vor Angriffen. Auch am Freitag habe ein Hilfskonvoi aus der Stadt Saporischschja nicht bis nach Mariupol vordringen können, meldete die Agentur Ukrinform.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Luftabwehr der Ukraine laut US-Regierung sehr effektiv

19.57 Uhr: Ein großer Teil der ukrainischen Kampfflugzeuge ist nach Angaben der US-Regierung noch intakt. "Sie haben noch etwa 56 Kampfflugzeuge am Boden, das ist der große Teil ihrer Flotte", sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Freitag.

Die Kampfjets würden aber nur fünf bis zehn Einsätze pro Tag fliegen - das Militär der Ukraine setze eher auf Luftabwehr vom Boden aus. Das russische Militär fliege indessen mehr als 200 Einsätze pro Tag. Der Beamte betonte, dass die Luftverteidigung der Ukraine sehr "effektiv" und "kreativ" sei.

Angeblich Luftangriffe auf Belarus

19.33 Uhr: Die Ukraine meldet, dass es auf belarussischem Territorium Luftangriffe gegeben haben soll und macht Russland dafür verantwortlich. Nach Darstellung der ukrainischen Regierung will Russland so provozieren, dass Belarus in den Krieg einsteigt.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Kein Luxus mehr: EU stellt Pläne für Russland-Sanktionen vor

18.23 Uhr: Die Europäische Union wird den Export von Luxusgütern nach Russland verbieten. Das sieht nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das neue Sanktionspaket vor, mit dem die EU und ihre Partner auf Russlands Krieg gegen die Ukraine reagiert wird. Das Ausfuhrverbot für Luxusgüter zielt dabei vor allem auf die vielen reichen Unterstützer Putins ab. Von vielen waren zuletzt bereits im Westen vorhandene Vermögenswerte eingefroren worden. Zudem dürfen die Betroffenen auch nicht mehr in die EU einreisen.

Neben dem Importstopp für Luxusgüter sieht das neue Sanktionspaket vor, die Einfuhr bestimmter Produkte der russischen Eisen- und Stahlindustrie zu untersagen. Dies sei ein Schlag gegen einen zentralen Sektor des russischen Systems und bringe das Land um Ausfuhrerlöse in Milliardenhöhe, teilte die Kommissionspräsidentin mit.

Zudem ist ihren Angaben zufolge ein umfassendes Verbot neuer Investitionen in den gesamten russischen Energiesektor geplant und Russland sollen handelspolitische Vergünstigungen gestrichen werden, die es eigentlich als Mitglied der Welthandelsorganisation WTO hat.

Russland: Ukrainische Hafenstadt Mariupol ist blockiert

17.54 Uhr: Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben Russlands blockiert. "Alle Brücken und Zufahrten zur Stadt sind zerstört", sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Freitag in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Er behauptete, dass ukrainische "Nationalisten" die Hauptstraßen vermint hätten und wahllos das Feuer eröffnen würden. "Damit zwingen sie die Bevölkerung, in ihren Häusern zu bleiben."

Es waren schon mehrere Anläufe gescheitert, Zivilisten über vereinbarte Fluchtkorridore zu retten. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, gegen eine vereinbarte Waffenruhe verstoßen zu haben. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

Knapp 50 Kilometer nördlich von Mariupol hätten prorussische Separatisten die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht. Die Bewohner hätten angeblich nicht evakuiert werden wollen, behauptete Misinzew. Wolnowacha stand aber noch am Morgen auf einer ukrainischen Liste mit Städten, die evakuiert werden sollten.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Ukrainischer Verteidigungsminister warnt vor russischem False-Flag-Manöver

17.31 Uhr: Der Verteidigungsminister der Ukraine, Oleksii Reznikov, hat die Menschen in Belarus vor einem möglichen russischen False-Flag-Manöver gewarnt. Informationen des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes zufolge würde die russische Armee "eine Reihe blutiger Provokationen" vorbereiten, schrieb Reznikov auf Facebook.

Russland wolle Angriffe auf die belarussische Siedlung Kopani in der Region Brest angreifen und dazu den ukrainischen Luftraum nutzen, so Reznikov. "Ziel der Provokation ist es, die belarussische Führung in einen Krieg gegen die Ukraine zu zwingen". Reznikov garantiere, "dass die ukrainische Armee keine Aggression gegen Belarus geplant hat, plant und auch nicht planen wird."

Macron erteilt beschleunigter EU-Aufnahme für Ukraine Absage

16.56 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat dem Wunsch der Ukraine nach beschleunigter Aufnahme in die Europäische Union eine klare Absage erteilt. "Können wir ein beschleunigtes oder außerordentliches Verfahren mit einem Land im Krieg haben, ohne auf irgendwelche Kriterien zu gucken? Die Antwort lautet Nein", sagte Macron am Freitag nach einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in Versailles.

Macron sagte, er verstehe die Emotionen und die Erwartung. Man habe die starke, klare und unmissverständliche Nachricht gesendet, dass die Ukraine Teil der europäischen Familie sei. Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen sagte, der Vorgang sei bereits sehr anders. "Es gibt ein enormes Tempo im Verfahren", sagte sie mit Blick auf die zurückliegenden Tage.

USA bringen weitere Strafmaßnahmen gegen Russland auf den Weg

16.46 Uhr: Die US-Regierung will wegen des Ukraine-Krieges in Abstimmung mit westlichen Partnern weitere Strafmaßnahmen gegen Russland in Gang setzen. US-Präsident Joe Biden kündigte am Freitag in Washington an, er wolle unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kongress die normalen Handelsbeziehungen zu Russland aussetzen. Das würde den Weg für höhere Zölle auf russische Waren freimachen.

Baerbock zu Serbiens Präsident: Gegenüber Russland Farbe bekennen

16.42 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine aufgefordert, klar Farbe zu bekennen. "Auf dem Spiel steht in der Ukraine nichts weniger als unsere gemeinsamen europäischen Werte Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand", sagte die Grünen-Politikerin am Freitag nach einem Gespräch mit Vucic in Belgrad. "Wer diese Werte teilt, der kann jetzt nicht an der Seitenlinie stehen." Zu dem von Serbien angestrebten EU-Beitritt gehöre "die Bereitschaft, die gemeinsame Außenpolitik der EU mitzutragen".

Vucic hatte in der Vergangenheit traditionell gute Beziehungen zu Russland gepflegt. Kürzlich stimmte Serbien zwar in einer Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York für eine Verurteilung des russischen Angriffskriegs. Den EU-Sanktionen gegen Russland will Vucic allerdings nicht folgen. Serbien führt seit 2014 Beitrittsverhandlungen mit der EU.

US-Vize: Absichtliche Angriffe auf Zivilisten sind Kriegsverbrechen

16.23 Uhr: US-Präsidentin Kamala Harris hat mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine "absichtliche Angriffe auf Zivilisten" als Kriegsverbrechen bezeichnet. "Jeder vorsätzliche Angriff oder das Abzielen auf Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen", sagte Harris am Freitag bei einem Treffen mit dem rumänischen Präsident Klaus Johannis in Bukarest. Es sei schmerzlich mit anzusehen, was mit unschuldigen Menschen in der Ukraine geschehe.

Die Menschen in der Ukraine wollten einfach nur in ihrem eigenen Land leben, in ihre Kirche gehen und ihre Kinder in der Gemeinde großziehen, in der ihren Familien seit Generationen lebten, so Harris weiter. Die Welt werde derzeit "Zeuge des Grauens". US-Außenminister Antony Blinken hatte am Wochenende gesagt: "Wir haben sehr glaubwürdige Berichte über vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten erhalten, was ein Kriegsverbrechen darstellen würde."

Von der Leyen kündigt neues Sanktionspaket gegen Russland an

16.01 Uhr: Die EU will weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. "Wir werden nun ein viertes Paket von Sanktionen vorschlagen", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag nach einem EU-Gipfel im französischen Versailles. Dies werde Russland weiter vom weltweiten Wirtschaftssystem isolieren. Zudem werde es die Kosten für die russische Invasion in die Ukraine weiter erhöhen.

Details nannte von der Leyen nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen in Abstimmung mit internationalen Partnern wie den USA unter anderem handelspolitische Vergünstigungen für Russland im Rahmen der Welthandelsorganisation aufgehoben werden. Konkret soll demnach Russland der Status als "meistbegünstigte Nation" entzogen werden.

Putin verlangt Plan für russische Aufrüstung an Nato-Grenzen

15.54 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Shoigun soll für Wladimir Putin einen Plan zur Aufrüstung der "westlichen" Grenzen des Lands ausarbeiten. Am Freitag schlug Shoigun Putin den Schritt als Reaktion auf die Truppenverlegungen der Nato im Baltikum und in Südosteuropa vor. Der Generalstab des Heeres entwickle einen "Plan zur Verstärkung unserer westlichen Grenzen", sagte Shoigun. "Dazu gehören natürlich auch neue, moderne Militärkomplexe".

Putin bat seinen Verteidigungsminister daraufhin, einen Bericht zur möglichen Verstärkung der russischen Westgrenze auszuarbeiten. Putin sagte weiterhin, dass er auf Basis dieses Berichts eine Entscheidung "in naher Zukunft" treffen wolle.

Im Westen grenzt Russland an die Nato-Staaten Estland, Litauen und Lettland, außerdem an das westlich orientierte Finnland. Alle vier Länder sind zudem in der EU.

EU will weitere Waffenlieferungen an die Ukraine finanzieren

15.51 Uhr: Die EU will weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Das kündigte EU-Ratschef Charles Michel am Freitag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs im französischen Versailles an.

Was für Material die EU mit den zusätzlichen 500 Millionen Euro finanzieren wird, blieb zunächst unklar. Die Ukraine wünschte sich zuletzt unter anderem Luftabwehrsysteme mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern, Anti-Drohnen-Gewehre, Minenräumgeräte, Funkgeräte, Radarstationen, Nachtsichtgeräte und Sanitätsfahrzeuge.

Putin will ukrainische Waffen an Separatisten liefern

15.08 Uhr: Die Armeen der Separatistengebiete Donezk und Luhansk könnten bald neue Waffen bekommen. Auf einer Sitzung Wladimir Putins mit seinen Ministern schlug der russische Verteidigungsminister, Sergei Shoigu, dem russischen Präsidenten vor, von ukrainischen Truppen erbeutete Waffen und Fahrzeuge an die Armeen der sogenannten "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk auszugeben.

Um die Milizen "kampfbereiter" zu machen, so Shoigu, "sollen sie Flugabwehrraketen erhalten. Auch von der Ukraine erbeutete Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie und Kleinwaffen, sowie Javelin- und Stinger-Systeme, sollen an die Milizen der "Volksrepubliken" ausgegeben werden.

"Ich unterstütze natürlich den Vorschlag, sie [die Waffen, Anm. d. Red.] an die militärischen Einheiten der Volksrepubliken Luhansk und Donezk weiterzugeben", antwortete Putin auf Shoiguns Vorschlag. "Bitte tun Sie das."

Engpässe bei Ernte befürchtet: Selenskyj ruft zur Aussaat auf

15.02 Uhr: Angesichts befürchteter Engpässe bei der Versorgung mit Getreide wegen des Ukraine-Kriegs hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Agrarunternehmen seines Landes zur Aussaat aufgerufen. "Im ganzen Land (...) müssen wir in diesem Frühling, wie jeden Frühling, eine vollwertige Aussaat machen – soweit das möglich ist", sagte das Staatsoberhaupt am Freitag in einer Videoansprache. Er schränkte aber mit Blick auf die Kämpfe gegen die russische Armee ein: "Alles hängt von den Menschen und der Situation ab. Denn dabei geht es um das Leben."

Die Ukraine gilt als eine "Kornkammer Europas". Das Land ist weltweit der fünftgrößte Weizenlieferant. In der EU sind einzelne Länder wie Frankreich oder Deutschland zwar ebenfalls große Akteure auf dem internationalen Getreidemarkt, doch die geernteten Mengen in der Ukraine und deren Ausfuhren können die Preise weltweit beeinflussen.

London verhängt Sanktionen gegen Putin-treue Duma-Abgeordnete

14.36 Uhr: In einer neuen Welle von Strafmaßnahmen gegen Moskau hat Großbritannien Sanktionen gegen die Abgeordneten der russischen Duma verhängt, die bei einer entscheidenden Abstimmung im Februar den Weg für den russischen Einmarsch in die Ukraine ebneten. Die 386 betroffenen russischen Abgeordneten dürften nicht mehr nach Großbritannien einreisen, zudem würden ihre Guthaben im Königreich eingefroren, teilte Außenministerin Liz Truss am Freitag in London mit.

Russische Rockergruppe "Nachtwölfe" postiert sich vor Bonner Konsulat

14.29 Uhr: Mitglieder der berüchtigten russischen Rockergruppe "Nachtwölfe" haben sich am vergangenen Wochenende für mehrere Stunden vor dem russischen Generalkonsulat in Bonn postiert. Am Tag zuvor war dort eine Drohbotschaft mit einem weißen Pulver eingegangen. Das Landeskriminalamt (LKA) bestätigte den Vorgang. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte zuvor berichtet.

Ob die "Nachtwölfe" nach dem Vorfall quasi als Wachleute vor dem russischen Konsulat aufzogen, blieb zunächst unklar. Der nationalistische Motorradclub ist eng mit Russlands Präsident Wladimir Putin verbunden. Putin hatte mehrmals an Veranstaltungen des Clubs teilgenommen und gesagt: "Solche männlichen und coolen Kerle sind jungen Menschen in unserem Land ein Vorbild und zeigen ihnen, wie sie mit Russland umgehen sollten."

Russland will Meta verbieten

14.12 Uhr: Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur "Interfax" beantragt, den Konzern Meta (ehemals Facebook, Anm. d. Red.) zu einer extremistischen Organisation zu erklären und ihre Aktivitäten in Russland zu verbieten. Auch die Zugänge zu Instagram und WhatsApp sollen eingeschränkt werden.

Neben dem Verbot aller Aktivitäten stellt die Generalstaatsanwaltschaft auch noch Strafanzeige gegen den Meta-Konzern. Meta soll für "Propaganda für den Terrorismus" und "Aufstachelung zu Hass und Feindschaft unter Androhung von Gewalt" verantwortlich sein. Facebook und Instagram hatten angekündigt, das Verbot von Aufrufen zu Gewalt gegen das russische Militär aufzuheben.

Futtermangel: Özdemir erlässt Sonderregel für Landwirte

14.07 Uhr: Landwirte und Landwirtinnen in Deutschland dürfen in diesem Jahr wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs ausnahmsweise auch auf ökologischen Vorrangflächen Futterpflanzen anbauen. "Damit kann ein Beitrag zur Futterversorgung geleistet und die Wirkungen der steigenden Futtermittelpreise abgemildert werden", erklärte am Freitag Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne). Normalerweise dürfen die Pflanzen auf diesen Flächen nicht genutzt werden, sondern werden zur Bodenverbesserung untergepflügt.

Mehr als 1.500 Tote und Verletzte durch Krieg in Ukraine

13.44 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion sind in der Ukraine laut den UN mindestens 549 Zivilisten getötet worden. Weitere 957 Zivilisten hätten in dem am 24. Februar begonnenen Krieg Verletzungen erlitten, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Freitag in Genf mit. Die tatsächlichen Opferzahlen könnten allerdings wesentlich höher sein, betonte die Sprecherin des Hochkommissariats, Liz Throssell. Allein bei einem russischen Luftangriff auf zwei Schulen und mehrere Wohngebäude in Tschernihiw seien am 3. März 47 Menschen getötet worden.

Dem Hochkommissariat lägen Berichte vor, wonach die russischen Streitkräfte die international geächtete Streumunition einsetzten. Militärangriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen seien völkerrechtswidrig und könnten den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllen.

Laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind inzwischen mehr als 2,5 Millionen Menschen vor dem Krieg aus der Ukraine ins Ausland geflohen. Innerhalb des Landes seien mindestens 1,85 Millionen Menschen auf der Flucht. Zusätzlich seien fast 13 Millionen Menschen direkt von dem Krieg betroffen, etwa durch den Beschuss von Hab und Gut oder weil sie auf humanitäre Hilfe angewiesen seien.

Putin sieht "positive Veränderungen" in Verhandlungen mit der Ukraine

Russlands Staatschef Wladimir Putin macht in den Verhandlungen mit der Ukraine "positive Veränderungen" aus. "Da sind gewisse positive Veränderungen, haben mir unsere Unterhändler berichtet", sagte Putin am Freitag während eines vom Fernsehen übertragenen Treffens mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. Die Verhandlungen würden "nun auf fast täglicher Basis geführt".

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WHO bleibt vage bei Laborsicherheit in der Ukraine

13.06 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht keine konkreten Angaben über Vorkehrungen gegen eine mögliche Freisetzung von gefährlichen Pathogene aus Laboren in der Ukraine. Behörden in aller Welt müssten ihre Risikolage ständig beurteilen und Erreger oder potenziell gefährliche Substanzen im Falle einer Bedrohung sicher entsorgen, um eine unabsichtigte Freisetzung zu verhindern, sagte ein WHO-Sprecher am Freitag.

Die WHO sei routinemäßig mit allen Mitgliedsländern im Austausch über die Laborsicherheit. Er wollte keine Angaben machen, wann die WHO zuletzt mit den Behörden in der Ukraine zu diesem Thema in Kontakt war. Welche Pathogene in der Ukraine sind und wo sich die Labore befinden, wollte der WHO-Sprecher auch nicht sagen.

Kreml: Bedingungen für mögliche Staatspleite nicht vorhanden

13.04 Uhr: Russland sieht keine Gefahr einer Staatspleite infolge der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs. Die Finanzbehörden hätten versichert, dass die Mittel für die Zahlung aller Auslandsschulden in Rubel bereitstehen und verfügbar seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge am Freitag. Insofern seien die Bedingungen für eine Staatspleite nicht vorhanden - es sei denn, sie würden "künstlich geschaffen", meinte er.

Experten sehen Russlands Schuldendienst trotz voller Staatskasse in Gefahr. Das Land ist wegen westlicher Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs von den internationalen Finanzmärkten so gut wie abgeschnitten. Zudem sehen große Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes in einem Bereich, der hochriskante Anlagen kennzeichnen soll. Die russische Zentralbank versucht mit mehreren Maßnahmen, die Auswirkungen der Strafmaßnahmen für den Finanzmarkt abzufedern.

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EU überweist ersten Teil der Milliardenhilfen an die Ukraine

12.59 Uhr: Die EU hat eine erste Tranche der Milliardenhilfen an die Ukraine überwiesen. Es seien 300 Millionen Euro ausgeschüttet worden, kündigte die EU-Kommission am Freitag an. Weitere 300 Millionen Euro sollen demnach nächste Woche folgen. Insgesamt sind 1,2 Milliarden Euro an Notfallkrediten vorgesehen, die restlichen 600 Millionen sollten im Laufe des Jahres folgen, hieß es. Die Nothilfe soll angesichts der Bedrohung durch Russland vor allem die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität der Ukraine sichern.

Gleichzeitig bereite die EU-Kommission ein weiteres Paket an Krediten vor, um die Ukraine auch längerfristig zu unterstützen, hieß es. Nach Angaben der EU-Kommission haben die EU und ihre Finanzinstitutionen der Ukraine seit 2014 bereits mehr als 17 Milliarden Euro in Krediten und Zuschüssen zur Verfügung gestellt.

Laut UN möglicherweise russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

12.39 Uhr: Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat in der Ukraine zahlreiche russische Angriffe auf zivile Ziele dokumentiert. Dabei könne es sich um Kriegsverbrechen handeln, sagte eine Sprecherin des Hochkommissariats am Freitag in Genf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit Beginn des Krieges am 24. Februar mindestens 26 Gesundheitseinrichtungen angegriffen worden. Dabei seien zwölf Menschen umgekommen und 34 verletzt worden, sagte ein Sprecher in Genf.

Die Sprecherin des Hochkommissariats sprach von "offenbar wahllosen Angriffen", bei denen Zivilisten getötet und verletzt wurden, was nach dem humanitären Völkerrecht verboten ist. Russische Streitkräfte setzten in der Nähe von bewohnten Gebieten Raketen sowie schwere Artilleriegranaten ein und griffen aus der Luft an. Es gebe glaubhafte Berichte über den Einsatz von Streumunition.

"Wir erinnern die russischen Behörden daran, dass gezielte Angriffe auf Zivilisten und zivile Objekte sowie das so genannte Flächenbombardement in Städten und Dörfern und andere Formen wahlloser Angriffe nach dem Völkerrecht verboten sind und Kriegsverbrechen darstellen können", sagte die Sprecherin.

Lauterbach: Angriff auf Kliniken absoluter Tiefpunkt der Kriegsführung

12.25 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den Beschuss auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine als "absoluten Tiefpunkt der Kriegsführung" kritisiert. "Ich möchte es als Minister und Arzt verurteilen, dass der hasserfüllte und unentschuldbare Krieg hier so geführt wird, dass gezielt medizinische Einrichtungen angegriffen werden", sagte Lauterbach am Freitag in Berlin.

Durch Kampfmaßnahmen könne und wolle Deutschland nicht eingreifen. "Aber wir werden zumindest alles tun, was wir können, um Flüchtlinge, Versehrte, Verwundete hier in Deutschland so gut, wie wir es können, medizinisch zu behandeln", sagte er. Deutschland wolle eine führende Rolle bei der medizinischen Versorgung von Kriegsopfern und geflüchteten Menschen aus der Ukraine spielen, bekräftigte Lauterbach.

Bei einem Angriff auf das Gebäude einer Geburtsklinik in Mariupol am Mittwoch wurden nach Angaben der Stadt drei Menschen getötet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass bis dahin 16 Berichte über Attacken auf das Gesundheitswesen in der Ukraine bestätigt wurden und weitere überprüft würden.

DFB entzieht Altkanzler Schröder die Ehrenmitgliedschaft

11.40 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund hat dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Die Entscheidung traf der DFB-Bundestag am Freitag in Bonn ohne Gegenstimme. Schröder (77) steht seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stark unter Druck – der Altkanzler hat das Vorgehen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin bislang nicht verurteilt und hält weiterhin an seinen Posten in russischen Staatsunternehmen fest. Zuletzt war bekannt geworden, dass Schröder für Gespräche mit Putin über den Krieg nach Moskau gereist ist.

ARD und ZDF berichten wieder aus ihren Studios in Moskau

11.31 Uhr: ARD und ZDF nehmen in den kommenden Tagen die Berichterstattung aus ihren Studios in Moskau wieder auf. Diese war am vergangenen Wochenende vorübergehend ausgesetzt worden, um die Folgen des neuen Mediengesetzes in Russland zu prüfen. Auf Grundlage der Prüfung haben ARD und ZDF auch im Austausch mit Partnern in der EBU entschieden, die Berichterstattung aus den Studios in Moskau über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland wieder aufzunehmen, die Berichterstattung über die militärische Lage in der Ukraine jedoch von anderen Standorten der beiden öffentlich-rechtlichen Sender zu leisten.

Die Moskauer Korrespondentinnen und Korrespondenten von ARD und ZDF sollen über die Entscheidungen der russischen Führung, aber auch über zivilgesellschaftliche Reaktionen, zum Beispiel Proteste gegen den Krieg, die Reaktionen der russischen Eliten oder die konkreten Auswirkungen der Sanktionen im Alltag russischer Bürger berichten. Die besonderen Bedingungen der Berichterstattung aus Russland werden dabei transparent gemacht. ARD und ZDF behalten sich vor, die Situation zu jedem Zeitpunkt neu zu bewerten.

Ukrainische Drohne stürzt über Zagreb ab

11.22 Uhr: In der Nacht zu Freitag ist eine Drohne vom Typ Tu-141 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb abgestürzt. Sie fiel in den Hof eines Studentenwohnheims im Stadtteil Jarun und explodierte dort. Die Tu-141 ist eine Drohne aus sowjetischer Produktion. Ob sie vom ukrainischen oder russischen Militär betrieben wurde, sei bislang unklar, erklärte Kroatiens Premierminister Andrej Plenković. Die kroatische Regierung bestätigte den Vorfall auf Twitter und gab an, die Drohne sei aus dem ungarischen in den kroatischen Luftraum eingedrungen und in Zagreb abgestürzt.

Unklar ist bislang, warum die Drohne mehrere Hundert Kilometer von der Ukraine unterwegs war. Eine mögliche Erklärung könnte eine Verwechslung oder ein Tippfehler sein: Neben dem Ort Jarum in Kroatien gibt es auch Jarun in der ukrainischen Oblast Schytomyr.

Ukrainische Vizeregierungschefin kündigt neue Fluchtrouten an

11.06 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk neue Fluchtrouten zur Evakuierung von Zivilisten aus den umkämpften Gebieten angekündigt. Zur seit Tagen belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk sagte sie am Freitag: "Wir warten und hoffen, dass heute diese Route funktioniert."

Lastkraftwagen mit Hilfsgütern und leeren Bussen seien aus Saporischschja Richtung Mariupol unterwegs. Im Donezker Gebiet soll ebenfalls ein Versuch unternommen werden, Menschen aus Wolnowacha nach Pokrowsk zu bringen. Im Gebiet Charkiw werde es erneut einen Korridor zwischen der umkämpften Kleinstadt Isjum und Losowa geben.

Im Gebiet Saporischschja soll es zwei Routen aus Polohy und Enerhodar in die Gebietshauptstadt geben. Nördlich von Kiew sei geplant, Menschen aus vier Orten Richtung Kiew zu bringen. Aus drei Ortschaften im nordwestlichen Kiewer Gebiet sollen Busse Flüchtlinge nach Westen in die Großstadt Schytomyr bringen.

EU-Außenbeauftragter schlägt 500 Millionen Euro zusätzlich an Militärhilfe für Ukraine vor

10.35 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell will die europäische Militärhilfe für die Ukraine um 500 Millionen Euro erhöhen. Borrell sagte am Freitag beim EU-Gipfel in Versailles, er habe dies den Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen. Wenn die Mitgliedstaaten dem zustimmen, würden sich die Mittel für den gemeinsamen Kauf und die Lieferung von Waffen aus dem europäischen Militärfonds auf eine Milliarde Euro erhöhen.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die EU-Länder einer ersten Tranche von 500 Millionen Euro aus der sogenannten Friedensfazilität zugestimmt. Damit sollten der Ukraine unter anderem Waffen und Munition geliefert werden, um sich besser gegen die russische Armee verteidigen zu können. Die EU-Staaten finanzieren ihren Militärfonds über Beiträge außerhalb des EU-Haushaltes.

Nukleares Forschungszentrum in Charkiw erneut beschossen

10.33 Uhr: In der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine soll erneut ein nukleares Forschungszentrum beschossen worden sein. Das teilte die ukrainische staatliche Atomaufsichtsbehörde in der Nacht zum Freitag mit. Demnach soll Russland am Donnerstagabend bereits zum zweiten Mal dieselbe Atomforschungsanlage am nördlichen Stadtrand der Millionenstadt beschossen haben. Den Angaben nach sei die Anlage nun ohne Strom, am Gebäude gebe es oberflächliche Schäden. Man versuche nun genauer zu bestimmen, welche Folgen die Schäden hätten, heißt es weiter.

Am Charkiwer Institut für Physik und Technologie befindet sich ein Forschungsreaktor, der mit schwach angereichertem Uran betrieben wird. Laut Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) wurden beide ukrainischen Forschungsreaktoren - ein zweiter befindet sich in Kiew - bereits Ende Februar heruntergefahren. Lokale Medien berichteten, dass mehrere Zimmer eines Studentenwohnheims in der Nähe des Instituts durch den Beschuss in Brand gerieten. Verletzt wurde demnach niemand.

Der Inlandsgeheimdienst SBU hatte am vergangenen Sonntag mitgeteilt, dass das Forschungszentrum mit Grad-Raketenwerfern beschossen worden sein soll. Ein Treffer in der Forschungsanlage, in der sich demnach 37 atomare Brennelemente befinden, hätte im schlimmsten Fall eine Umweltkatastrophe auslösen können, warnte die Behörde. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Putin spricht sich für Entsendung freiwilliger Kämpfer in Donbass aus

10.24 Uhr: Mehr als zwei Wochen nach dem Einmarsch ins Nachbarland Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin sich für eine Entsendung Freiwilliger zur Unterstützung der prorussischen Separatisten im Donbass ausgesprochen. "Wenn Sie sehen, dass es Menschen gibt, die auf freiwilliger Basis, vor allem nicht gegen Geld, kommen und den Menschen helfen wollen, die im Donbass leben - nun, dann muss man ihnen auf halbem Weg entgegenkommen und ihnen helfen, ins Kampfgebiet zu ziehen", sagte Putin am Freitag bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, alleine aus dem Nahen Osten hätten sich bereits mehr als 16.000 Menschen gemeldet, die für die "Befreiungsbewegung" der selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk kämpfen wollten.

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Über 109.000 Kriegsflüchtlinge aus Ukraine in Deutschland eingetroffen

10.15 Uhr: Die Zahl der in Deutschland eingetroffenen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat die Marke von 100.000 Menschen überschritten. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte, wurden bis Freitagvormittag 109.183 Flüchtlinge registriert. Dies sind 13.270 mehr als am Donnerstag.

Die tatsächliche Zahl könne aber "bereits wesentlich höher" sein, erläuterte der Sprecher. Es gebe zwar verstärkte Kontrollen der Bundespolizei, aber keine festen Grenzkontrollen.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Importstopp von Gas und Öl aus Russland

9.57 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich nach einer Umfrage wegen des Ukraine-Kriegs für einen Importstopp von Öl und Gas aus Russland aus. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" sind 55 Prozent der Befragten dafür, kein russisches Öl oder Gas mehr einzuführen, auch wenn es dann in Deutschland zu Versorgungsproblemen kommt. 39 Prozent der Befragten sind gegen einen solchen Schritt.

Mehrheitlich unterstützt wird ein solches Embargo in der Anhängerschaft von SPD (62 Prozent), CDU/CSU (56 Prozent) und Grünen (73 Prozent). Die meisten Anhängerinnen und Anhänger von FDP (57 Prozent), AfD (78 Prozent) und Linke (65 Prozent) hingegen wollen, dass Deutschland weiterhin Gas und Öl aus Russland bezieht.

Zahlreiche Straftaten in Zusammenhang mit Ukraine-Krieg in Nordrhein-Westfalen

9.19 Uhr: Das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen hat im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine bereits zahlreiche Straftaten verzeichnet. Bis Anfang dieser Woche seien 49 Delikte registriert worden, von Volksverhetzung über Sachbeschädigung bis hin zu Erpressung und Raub, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Freitag unter Berufung auf ein aktuelles LKA-Lagebild.

Bei den Geschädigten handelt es sich demnach in einem Drittel der Fälle um Russen, darunter in zwei Fällen russische Konsulatseinrichtungen. Achtmal seien Ukrainer Opfer von Straftaten geworden, die restlichen Delikte seien keinen Menschen zuzuordnen.

Britisches Verteidigungsministerium: Russische Truppen verfehlen Ziele

9.15 Uhr: Wie jeden Morgen hat das britische Verteidigungsministerium ein Update zu der Situation in der Ukraine herausgegeben. Demzufolge soll Russland "sehr wahrscheinlich" noch keine Ziele erreicht haben, die sich die Armee vor der Invasion gesteckt habe.

Am Boden mache die russische Armee weiterhin nur "begrenzte Fortschritte". Logistische Probleme sowie der erbitterte Widerstand der ukrainischen Armee seien die beiden Hauptfaktoren für die Behinderung des russischen Vormarsches.

Die russische Armee befinde sich aktuell in einer Phase der Restrukturierung, schreibt das britische Verteidigungsministerium. Das könnte auf eine Offensive in den kommenden Tagen hinweisen. Das Verteidigungsministeriums hält es außerdem für wahrscheinlich, dass die Angriffe auch die ukrainische Hauptstadt Kiew umfassen könnten.

Mehrere Flughäfen in Südrussland bleiben bis 20. März geschlossen

9.00 Uhr: Wegen des Kriegs in der Ukraine verlängern Russlands Behörden die Flugverbote im Süden des eigenen Landes bis zum 20. März. Die Flughäfen in der Großstadt Krasnodar sowie in der Stadt Anapa am Schwarzen Meer blieben weiterhin gesperrt, teilte die Betreibergesellschaft Aerodinamika laut Agentur Interfax am Freitag mit. Auch die Flughäfen von Gelendschik und Rostow am Don seien weiter von Luftraumbeschränkungen betroffen, hieß es. In der bei Touristen beliebten Stadt Sotschi am Schwarzen Meer lief der Flugbetrieb offiziellen Angaben zufolge zunächst weiter.

Russland hatte nach der Invasion im Nachbarland Ukraine am 24. Februar mehr als zehn südrussische Airports zunächst bis zum 2. März geschlossen. Später wurde das Flugverbot dort bis zum 14. März verlängert.

Staatswaltschaft wird Russland verlassende Unternehmen prüfen

8.21 Uhr: Internationale Unternehmen, die wegen des Angriffs auf die Ukraine ihr Geschäft in Russland aussetzen, geraten ins Visier der russischen Generalstaatsanwaltschaft. Unter anderem solle dabei die Einhaltung der Verpflichtungen gegenüber russischen Arbeitnehmern und deren Rechten geprüft werden, teilte die Behörde am Freitag mit. Jede Einstellung des Betriebs solle zudem auf Anzeichen einer absichtlichen oder Schein-Insolvenz geprüft werden.

Wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben zahlreiche internationale Unternehmen – Anbieter von Modeartikeln und Konsumgütern, Autobauer, Banken, Tech-Unternehmen – ihr Geschäft in Russland gestoppt. Viele gaben dabei explizit an, dass russische Mitarbeiter weiter bezahlt werden sollen. Die russische Regierung droht bereits offen mit der Enteignung der internationalen Unternehmen, die ihre Geschäfte in dem Land aussetzen.

Russisches Militär: Wolnowacha in Ostukraine eingenommen

8.10 Uhr: Prorussische Separatisten haben im Osten der Ukraine nach Militärangaben aus Moskau die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht. Die Stadt war nach russischen Angaben seit dem 28. Februar eingekesselt. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Die Truppen der "Volksrepublik Donezk" hätten zudem vier weitere Ortschaften eingenommen und seien insgesamt sechs Kilometer weit in ukrainisches Gebiet vorgedrungen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. Die russische Armee habe ihre Angriffe ebenfalls fortgesetzt – und sei um weitere 17 Kilometer vorgedrungen.

Zudem seien die Luftwaffenstützpunkte in der westukrainischen Gebietshauptstadt Iwano-Frankiwsk und in Luzk im Nordwesten des Landes mit Hochpräzisionswaffen außer Gefecht gesetzt worden, sagte der Sprecher. Insgesamt seien bisher mehr als 3000 Objekte der militärischen Infrastruktur in der Ukraine vernichtet worden, hieß es. Auch diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

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Bahnchef Lutz kündigt weitere Hilfszüge für Ukraine an

8.03 Uhr: Die Bahn will nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz weitere Züge mit Hilfsgütern in die Ukraine schicken. Ein erster Zug der so genannten Schienenbrücke ist in der Nacht zu Freitag in der Nähe von Berlin abgefahren. "Es wird nicht der letzte Zug dieser Schienenbrücke sein, sondern wir werden in den nächsten Tagen zusätzliche Züge auf den Weg bringen können, mit Hilfsgütern, die vor Ort benötigt werden, dringend benötigt werden", kündigte Lutz am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" an.

Die Deutsche Bahn, die Geflüchtete aus der Ukraine kostenlos transportiert, wolle auch mit Jobangeboten auf sie zugehen, sagte Lutz – auch wenn dies derzeit nicht vorrangig sei. In den vergangenen beiden Wochen habe die Bahn die größte Hilfsaktion ihrer Geschichte organisiert, sage Lutz, mit Zügen, Bussen, kostenlosen Tickets, Betreuung Geflüchteter in den Bahnhöfen und zusätzlichem Wohnraum.

Der erste Zug der "Schienenbrücke" mit 15 Containern hat 350 Tonnen Hilfsgüter an Bord. Er sei mittlerweile hinter der polnischen Grenze, sagte Lutz. Es gehe weiter in die Ukraine, dort sollten die Güter mit Lastwagen zu den Menschen gebracht werden.

Luftangriff auf westukrainische Stadt Luzk

7.47 Uhr: Am frühen morgen haben Luftschläge die westukrainischen Stadt Luzk getroffen. Der "Kyiv Independant" zitiert den Leiter der Oblastverwaltung Wolyn, Yuriy Pohulyayko, der von mindestens vier Explosionen in der Nähe des Flughafens von Luzk berichtet.

Im bisherigen Kriegsverlauf wurde die 215.000-Einwohner-Stadt noch nicht von Luftangriffen getroffen. Luzk liegt in der Oblast Wolyn, nur etwa 80 Kilometer vom polnischen Grenzübergang Ustyloh entfernt.

Erster Zug der "Schienenbrücke" fährt in die Ukraine

7.40 Uhr: Ein erster Zug der sogenannten Schienenbrücke mit Hilfsgütern für Menschen in der Ukraine ist in der Nacht zu Freitag bei