Neue Ausstellung: Atomuhr trifft auf Turmuhr in der Osterburg Weida

Am Freitag wird die neue Ausstellung "Der Osterburg Zeit geben" in Weida eröffnet. Neben verschiedenen Facetten des Themas Zeit soll sie neugierig machen auf das geplante Wissens-Schloss.

Ankunft der Atomuhr 2012 in Weida: Die Berufsakademie-Professoren Peter Bussemer (links) und Jürgen Müller Archivfoto: Angelika Munteanu

Ankunft der Atomuhr 2012 in Weida: Die Berufsakademie-Professoren Peter Bussemer (links) und Jürgen Müller Archivfoto: Angelika Munteanu

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Weida. Der Dimension Zeit soll sich die neue Ausstellung in der Remise des Osterburgmuseums widmen. "Der Osterburg Zeit geben" heißt die Schau, die am Freitag, um 17 Uhr, zunächst im Balkensaal des Weidaer Wahrzeichens offiziell eröffnet wird und im Anschluss besucht werden kann. Ein Höhepunkt der Schau wird die Atomuhr sein, die schon 2012 während der gut besuchten Jubiläumsausstellung zur Physikalisch Technischen (Reichs-)Bundesanstalt im Osterburgmuseum zu sehen war.

Aufgrund des großen Interesses haben sich die Kuratoren der damaligen Ausstellung - die Professoren Jürgen Müller und Peter Bussemer von der Berufsakademie Gera - entschlossen, die letzte und einzige Atomuhr der DDR wieder aufzubauen. Obwohl auch diese inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen ist, repräsentiert sie die Moderne. Schließlich kontrollieren seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hochgenaue Atomuhren die Zeit.

Kalender, Uhrmacher, Bauzeiten und die Sterne

Als Kontrast dazu wird ein Turmuhrwerk aus dem 19. Jahrhundert aus dem Fundus des Museums gezeigt, das wahrscheinlich aus einem Kirchturm der um Weida herum liegenden Dorfkirchen stammt. Weidas Ehrenbürger Kurt Häßner hat dazu eine Dokumentation zu Turmuhren erarbeitet. Besucher können das Uhrmacherhandwerk im alten Weida kennenlernen und treffen auf zwei heute noch in diesem Metier Tätige.

Blickfang schon beim Betreten der Schau soll ein großes "Sternenbanner" sein. Das hat nichts mit der Flagge der USA zu tun, sondern bildet den Sternenhimmel ab, wie ihn die Menschen damals und heute über der Osterburg sahen und sehen. Schließlich lässt sich auch an den Gestirnen die Zeit ablesen.

Kalender sind das nächste Thema. Die ältesten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Klaus-Dieter Herbst aus Jena kümmerte sich für die Ausstellung um diesen Aspekt der Zeiteinteilung. Er forscht gegenwärtig am Kalenderwesen der Frühen Neuzeit und will ein Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750 erstellen.

"Bauzeiten" heißt der dritte Schwerpunkt der Schau. Bauforscher Lutz Scherf schließt den Bogen zum Ausstellungsort. Die Osterburg ist auch nicht über Nacht entstanden. Für Gründung, Bau und Umbauten musste Zeit veranschlagt werden. Viel Zeit. Und so finden sich in der Ausstellung Ansichten und Beschreibungen der Osterburg, wie sie anno 1250, 1550 und 1950 ausgesehen hat.

Zeit ist aber nur ein Beispiel aus der breiten Palette von Naturphänomenen und technischen Systemen, die später einmal im Neuen Schloss der Osterburg im Wortsinn "begreifbar" werden sollen. Schülerlabore, Experimentierstationen und Ausstellungsflächen zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen - all das verbirgt sich hinter dem Namen "Wissens-Schloss". Im Wissens-Schloss soll die Neugier von Schülern aufgegriffen und geholfen werden, dieses Interesse und damit auch die Offenheit für eine spätere berufliche Orientierung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu bewahren. Dabei wird auch an außerschulische Weiterbildungsmöglichkeiten gedacht.

Die neue Ausstellung soll "Der Osterburg Zeit geben", die nötig ist, um das Wissens-Schloss zu etablieren. Und sie soll den Besuchern die Zeitselbst nahe bringen. Zeit kann man messen, beschreiben, einteilen, verschwenden - aber man kann sie nicht anhalten. Tempus fugit, die Zeit flieht.

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