Apoldaer Politikrunde für junge Wähler in der Tomate

Apolda  Sechs Politik-Vertreter stehen auf einer Erstwählerparty im Jugendclub Rede und Antwort vor jungem Publikum

Junge Politiker stehen Rede und Antwort (von links): Hannes Raebel (CDU), Heike Eicher (FDP), Max Reschke (Bündnis90/Grüne), Max-Otto Strobel (SPD), Kevin Reichenbach (Die Linke) und Franz Richter(Freie Wähler).

Junge Politiker stehen Rede und Antwort (von links): Hannes Raebel (CDU), Heike Eicher (FDP), Max Reschke (Bündnis90/Grüne), Max-Otto Strobel (SPD), Kevin Reichenbach (Die Linke) und Franz Richter(Freie Wähler).

Foto: Sascha Margon

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Matthias Wille vom Jugendclub Tomate in Apolda hätte sich gerne mehr Publikum gewünscht, als er am Freitag Jugendliche zu einer Erstwählerparty im Haus an der Herressener Straße empfing. Dass am Ende das Podium zahlenmäßig überwog, fand nicht nur er schade. Denn wann gibt es schon die Möglichkeit, gleich sechs Parteien bzw. ihre Vertreter im direkten Vergleich vor einem zu haben.

Einer, der sich von der Runde überraschen lassen wollte, war der 17-jährige Niklas aus Wormstedt. Er hatte vor dem Termin bereits im Internet fleißig recherchiert und Parteien nach seinen Wünschen an die Zukunft unter die Lupe genommen. So habe er, nachdem ein Teil der Parteien schon durch ein grobes Raster gefallen war, die Wahlprogramme der anderen durchgelesen. Schwierig sei das gewesen, denn keine Partei erreiche 100 Prozent Deckungsgleichheit mit seinen Vorstellungen. Auch aus diesem Grund nutzte er die Erstwählerparty in der Tomate. Denn als Jungwähler darf Niklas ab diesem Jahr an den Kommunalwahlen teilnehmen. Er findet es gut, dass junge Menschen an Politik teilhaben dürfen. Schließlich, so sagt er, habe ein 17-Jähriger ja auch eine Meinung, und warum sollte er die nicht durch seine Stimme kundtun dürfen.

Für einen geordneten Ablauf des Abends sorgte am Freitag die Moderatorin Elisabeth Wiesicke, einst selbst Mitarbeiterin im Jugendclub. Bevor die offene Fragerunde begann, bekamen die Jungpolitiker sechs Fragen gestellt, für deren Beantwortung ihnen jeweils eine Minute Zeit blieb. Warum man wählen gehen sollte, war zum Beispiel eine. Neben der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Mitgestaltung seiner Zukunft wurde von allen die Demokratie als hohes Gut herausgestellt. Denn Meinungs- und Redefreiheit und etwas an der eigen Situation ändern zu können, war nicht immer selbstverständlich.

Konkreter wurde es für Jungwähler Niklas im Publikum, als es um die Frage nach den politischen Zielen der Kommunalpolitiker ging. Für Kevin Reichenbach von den Linken steht dabei ganz vorne der Kampf gegen Rechtsextremismus, aber auch soziale Gerechtigkeit in allen Bevölkerungsschichten sowie die Förderung des Ehrenamtes liegen ihm am Herzen. Vereinsförderung, die Pflege der Kulturlandschaft, als auch die Museumsdebatte oder der Ausbau der Infrastruktur von Apolda sind für Franz Richter von den Freien Wählern die wichtigen Themen. Für Max-Otto Strobel von der SPD habe ebenso die Förderung des Ehrenamtes einen hohen Stellenwert, genau wie die politische Jugendbeteiligung, etwa durch ein Jugendparlament. Max Reschke von Bündnis90/Grüne will einerseits für die Stärkung des ÖPNV einstehen, um vor allem jungen Menschen Mobilität zu bieten, außerdem liegt sein Hautaugenmerk auf Umwelt- und Naturschutz, was jeden Menschen betreffen sollte.

Heike Eicher von der FDP steht für ein noch einwohnerfreundlicheres Apolda, zudem müssten Schulstandorte attraktiver und mehr gefördert werden. Hannes Raebel von der CDU liegt gleichfalls die Infrastruktur, speziell die Busanbindung nach Jena am Herzen, ebenso wie das Ringen um den Kreisstadtstatus von Apolda.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren