Ein Traum in Aspik: der Crossener Sülze-Wettbewerb

Crossen  Aus dem Crossener Sülze-Wettbewerb ging Christine Albert als Siegerin hervor

Die Juroren (von links) Carola Petzhold, Hans-Peter Rudolf, Heiko Krause, Steffen Scherf und Annemarie Schroeter testeten die Einreichungen beim Sülz-Wettbewerb in Crossen.

Die Juroren (von links) Carola Petzhold, Hans-Peter Rudolf, Heiko Krause, Steffen Scherf und Annemarie Schroeter testeten die Einreichungen beim Sülz-Wettbewerb in Crossen.

Foto: Jens Henning

„Hauptsache, nicht Letzter werden.“ Das war der einzige Wunsch von Christine Albert aus Thiemendorf, als sie ihre Sülze gestern bis zwölf Uhr am Veranstaltungsort im Klubhaus in Crossen abgab. Dreieinhalb Stunden später war die Hausfrau außer sich, als ihr Name als Gewinnerin beim vierten Sülz-Wettbewerb genannt wurde.

„Damit rechnet man nicht. Das ist ja alles eine Geschmacksfrage. Offenbar muss ich aber eine richtig gute Sülze gemacht haben, sonst hätten die Juroren mir nicht so viele Punkte gegeben. Ich bin mächtig stolz. Das ist ein Ding“, sagte die überglückliche Gewinnerin.

Für ihren Mann Peter kam der Sieg nicht überraschend. „Ich bin bei uns der Sülze-Tester. Und ich kann sagen, dass die Sülze meiner Tina die beste ist. Die schmeckt immer. Früher gab es bei uns viel häufiger Sülze. Heute ist das eher die Ausnahme. Sie hat aber nichts verlernt. Sie weiß genau, was in eine gute Sülze hinein muss“, sagte Peter Albert.

Und was ist das Erfolgsrezept gewesen, Frau Albert? „Majoran muss in die Sülze, dann ein kleiner Schuss Essig. Aber bloß nicht zu viel. Mehr erzähle ich aber nicht. Sonst kann ja morgen jeder meine Sülze nachmachen.“

163 Punkte bekam Christine Albert, die eigentlich aus Ribnitz-Damgarten stammt, aber seit 1967 in Thiemendorf wohnt, von den fünf unabhängigen Juroren Steffen Scherf, Carola Petzhold, Annemarie Schroeter, Heiko Krause und Hans-Peter Rudolf. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierte, auf die Sülze von Renate Elsner, die 150 Punkte erhielt, war sehr groß. Rang drei ging mit 143 Punkten an die Sülze von Jörg Heidrich vom Schloßgeist aus Bad Köstritz.

Sieben Bewerber hatten ihre Sülzen eingereicht

Mit sieben verschiedenen Sülzen war der gestrige Wettbewerb der mit den meisten Bewerbungen. „Das ist schön. Das zeigt, dass die Leute den Wettbewerb annehmen“, sagte Moderator Uwe Schlundt.

Extra aus Jena angereist war die 78-jährige Renate Haastert. Für sie war es gestern die Rückkehr an die Stätte ihrer Ausbildung zur Grundschullehrerin. „Von 1957 bis 1960 war ich hier im Schloss in Crossen. Das Schloss habe ich mir heute auch angeschaut. Und dann wollte ich unbedingt bei dem Sülz-Wettbewerb dabei sein. Das ist eine tolle Idee“, sagte sie, wenn auch ihre favorisierte Sülze am Ende nicht das Rennen machte.

Ein echter Sülze-Experte ist Hans-Peter Rudolf (59) aus Crossen. Er saß gestern zum vierten Mal in der Jury. „Ich bin ein wenig vom Fach. Ich habe früher viele Jahre Hausschlachtungen durchgeführt.“ Die sieben Sülzen ließ er sich gestern schmecken. „Die Unterschiede sind natürlich nicht groß. Es sind Kleinigkeiten. Ich habe aber auch einen Favoriten“, sagte Rudolf. Welcher der sieben Sülzen er die meisten Punkte bei seiner Bewertung gab, durfte er aber nicht verraten.

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