Meine Meinung: Ein Stückchen Daheim

Susann Grunert über die kleine Kneipe in Rauda.

Susann Grunert

Susann Grunert

Foto: Florian Girwert

Die kleine Kneipe in unserer Straße – erinnern Sie sich an diesen Klassiker von Peter Alexander? Ich hatte das Lied jedenfalls gleich im Ohr, als mich Helga Bernhardt durch ihr kleines Refugium in Rauda führte.

Seit 30 Jahren schenkt sie hier nicht nur Getränke aus, sondern bietet auch einen Ort für Geselligkeit, der für die Menschen besonders in den Wendejahren, als viele Probleme gärten, auch eine Zuflucht war. „Man redet sich heiß und spricht sich von der Seele, was einem die Laune vergällt“, heißt es im Lied.

Manchmal kokettierte Helga Bernhardt im Gespräch mit ihrem Abschied, im September feiert sie ihren 80. Geburtstag, wenn das nicht das allerbeste Rentenalter ist? Doch die Hände in den Schoß zu legen, das passe einfach nicht zu ihr, meint sie. Außerdem halte sie die Arbeit jung, und „ihre Männer“ möchte sie genauso wenig missen wie die ihre Wirtin.

Die Geschichte der Kneipe wird also weitergehen, und mir fällt das Lied wieder ein: „Die Postkarten dort an der Wand in der Ecke, das Foto vom Fußballverein, das Stimmengewirr, die Musik aus der Jukebox – all das ist ein Stückchen Daheim.“ Wie wahr.

Auf ein Bierchen bei Helga in Rauda

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