Patientenakte wird an den Waldkliniken Eisenberg digital

Eisenberg  „E-Health Cloud“ nennt sich die digitale Neuerung an den Waldkliniken Eisenberg. Die elektronische Verwaltung der Patientendaten in einer Cloud namens „Helsi“ soll am 1. November starten.

Präsentation des digitalen WKE Patientenportals „Helsi“ der Waldkliniken Eisenberg: Boris Azar als Senior Manager von Technology Publicis Sapient, stellt die Funktionsweise E-Cloud-basierten Patientenakte vor.

Präsentation des digitalen WKE Patientenportals „Helsi“ der Waldkliniken Eisenberg: Boris Azar als Senior Manager von Technology Publicis Sapient, stellt die Funktionsweise E-Cloud-basierten Patientenakte vor.

Foto: Angelika Munteanu

„E-Health Cloud“ nennt sich die digitale Neuerung an den Waldkliniken Eisenberg. Die elektronische Verwaltung der Patientendaten in einer Cloud namens „Helsi“ soll am 1. November starten. Für Thüringen und auch für Deutschland, wo die im Jahr 2003 beschlossene Einführung der elektronischen Gesundheitsakte aussteht, gilt die Eisenberger Lösung als Leuchtturmprojekt.

Gestern ist das digitale Patientenportal der Waldkliniken Eisenberg (WKE) erstmals öffentlich präsentiert worden. Die Idee dazu hatte Krankenhaus-Geschäftsführer David-Ruben Thies vor einiger Zeit schon von einer Reise in die USA mitgebracht. „Binnen neun Monaten haben wir es geschafft, gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen und vielen Partnern unsere Lösung zu entwickeln“, sagte Thies gestern nach der Präsentation im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Freistaat Thüringen hat die Entwicklung des „WKE Patientenportals“ mit einer Förderung von 1,2 Millionen Euro unterstützt. Aus Sicht von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) ist das „gut angelegtes Geld“. Ein wichtiger Ansatz der Eisenberger Lösung sei es, dass der Patient im Mittelpunkt der Digitalisierung stehe. Ein Problem bei der flächendeckenden Einführung der elektronischen Patientenakte, die „jetzt kommen soll“, sei es, dass die Daten kompatibel sein müssten. Solche Lösungen sollten unterstützt werden.

Mit der Patientenakte der Waldkliniken Eisenberg ist dieses Problem gelöst worden. Die Partner in der technische Umsetzung haben es mit einer Cloud-basierten Lösung geschafft, verschiedene elektronische Systeme bei den Partnern – von Hausärzten und Fachärzten in Medizinischen Versorgungszentren über die Klinik-Ärzte bis zur Orthopädischen Werkstatt und später auch der Reha-Klinik am Krankenhaus – miteinander zu verknüpfen. Auch der Forderung von Patienten, Datenschützern und Gesundheitsministerium nach Datenschutz und Datensicherheit bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen haben sich die Entwickler der elektronischen Patientenakte für die Waldkliniken gestellt.

Datenschutz bleibt wichtige Forderung

„Sie wurde gemeinsam mit dem Büro des Thüringer Datenschutzbeauftragten entwickelt“, versicherte die Projektmanagerin Katja Schröder. Die Cloud, in der die Patientendaten zusammenlaufen und wo sie vom Patienten und den am Behandlungsprozess Beteiligten abgerufen werden können, liegt in Deutschland. Ihr Vorteil: Die Anamnese und aufwendige und zugleich oft teuere Untersuchungen müssen nicht von Arzt zu Arzt nochmals vorgenommen werden, sondern sind – die Einwilligung des Patienten vorausgesetzt – nach der Erstuntersuchung und der Datenspeicherung für jeden weiteren Behandlungsschritt bereits verfügbar.

Boris Azar als Senior Manager der Beratungsfirma für digitales Marketing Technology Publicis Sapient hat gestern vorgeführt, wie das Cloud-gestützte Patientenportal mit dem Namen „Helsi“ in der Praxis funktionieren soll – von der Account-Aktivierung und der Dateneinwilligung des Patienten bis zur Terminvereinbarung für eine OP und der anschließenden Reha.

„Das hat sicherlich viele Vorteile für die Behandlung“, sagte später im Krankehausfoyer Monika Kötter, die derzeit Patientin in den Waldkliniken Eisenberg ist, „aber der Datenschutz muss gewährleistet werden“.

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