Pfarrer aus Schkölen wechselt nach Zwickau

Michael Schünke leitete 18 Jahre das Pfarramt. Statt jetzt 880 Gemeindemitgliedern (mit Osterfeld) wird er in der Lukas-Gemeinde im Stadtteil Planitz mehr als 1800 betreuen.

Schkölens Pfarrer Michael Schünke wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Barockkirche verabschiedet. Foto: Oliver Will

Schkölens Pfarrer Michael Schünke wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Barockkirche verabschiedet. Foto: Oliver Will

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Autor: Von Oliver Will

Schkölen Ja, er verspüre schon gemischte Gefühle, gesteht Schkölens Pfarrer Michael Schünke. "Doch bei aller Traurigkeit bleibt das Grundgefühl, dass es der richtige Schritt ist."

Nach 18 Jahren, die Schünke das Pfarramt in Schkölen inne hatte, wechselt der 51-Jährige nun nach Zwickau. Statt jetzt 880 Gemeindemitgliedern (mit Osterfeld) wird er dort in der Lukas-Gemeinde im Stadtteil Planitz mehr als 1800 betreuen. "Das wird auch für mich noch einmal eine ganz neue Herausforderung", sagt Schünke. "Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt."

Der gebürtige Bitterfelder hatte zunächst Schlosser gelernt und dann von 1985 bis 1989 an der Predigerschule in Erfurt Theologie studiert. Mitten im Wende-Herbst 1989 begann er sein Vikariat in Thale im Harz, wo er auch in seiner so genannten Entsendezeit tätig war. "Sie wurde noch verlängert, weil es keine freie Pfarrstelle gab, so dass es insgesamt sieben Jahre in Thale wurden", so Schünke.

Im Herbst 1996 kam er dann als Pfarrer nach Schkölen. "Land und Leute haben mir sofort gut gefallen", betont er. Die Gegend zwischen Eisenberg, Jena und dem Saale-Unstrut-­Gebiet gehöre für ihn gar zu den schönsten Deutschlands. Natürlich sei von der Barockkirche der Hopfenstadt ein besonderer Reiz ausgegangen. Aber gerade auch die kleinen Dorfkirchen seien ihm ans Herz gewachsen. "Und wir haben uns gerade auch in der Kirchgemeinde sehr wohl gefühlt."

Neben der täglichen Arbeit eines Pfarrer ragen für Schünke einige besondere Ereignisse aus einer 18-jährigen Dienstzeit in Schkölen heraus: die 250-Jahrfeier der Barockkirche 2006 oder die 800-Jahrfeier der Stadt Schkölen, an der sich auch die Kirchgemeinde beteiligte. "Ganz klar gehörte für uns in jedem Jahr das Burgfest dazu und insbesondere war mir die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Villa Kunterbunt sehr wichtig", sagt Schünke. "Dort bin ich immer gern."

Auch Ereignisse außerhalb Schkölens sind dem Pfarrer in guter Erinnerung geblieben. "2010 konnte eine größere Baumaßnahme in Zschorgula vollendet werden, das hat mich gefreut", so Schünke. In Groß­gestewitz habe sich ein kleines Fest mit viel Musik etabliert und seit einigen Jahren stelle die Stallweihnacht in Meyhen einen echten Höhepunkt im Kalender dar. "Und ganz besonders freue ich mich über unsere Veranstaltung ,Vertikale Weiten‘, die zweimal in Schkölen stattfand", so Schünke.

Aufbruchstimmung habe er nie empfunden, sagt der Pfarrer. "Aber nach so langer Zeit habe ich auch überlegt, ob ich noch am richtigen Platz bin." In einem Gespräch mit einem befreundeten Pfarrer sei schnell klar geworden, dass jetzt der richtige Moment für einen Wechsel gekommen sei. Und dann habe sich auch gleich die Chance auf die neue Stelle er­öffnet. "Alles hat sich sehr schnell gefügt und ich denke, es ist auch der Weg, den Gott für mich bestimmt hat", sagt ­Schünke.

Die Umzugskisten sind schon da, in dieser Woche beginnt das Packen. "Wir werden uns auch von einigen Dingen trennen müssen", so der Pfarrer. Anfang August werden er, seine Frau und vier der Kinder - zwei sind schon beim Studium - nach Zwickau ziehen. "Am 1. September beginnt dann mein neues Amt", sagt Schünke. Der Ge­danke, dass für Schkölen eine gute Nachfolgeregelung in Sicht sei, wirke beim Abschied be­ruhigend. Kommentar

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