Traktorentreffen in Rattelsdorf: freundliche Leute und ihre Maschinen

Rattelsdorf  Traktorentreffen in Rattelsdorf mit 187 Maschinen und lauter freundlichen Leuten

Das   Traktorentreffen nehmen die Rattelsdorfer zum Anlass, ihre Höfe für Besucher zu öffnen

Das   Traktorentreffen nehmen die Rattelsdorfer zum Anlass, ihre Höfe für Besucher zu öffnen

Foto: Veit Hoentsch

Eigentlich bin ich schon gar nicht mehr da, siehst Du nur meinen Schatten hier“, sagt der Kleinebersdorfer Andreas Stöckel. Am Donnerstag früh will er in Richtung Österreich aufbrechen, um dort an der Traktoren-WM teilzunehmen.

Doch das Traktorentreffen in Rattelsdorf, das nunmehr achte, kann er sich einfach nicht entgehen lassen. Ebenso wie 187 Besitzer von Traktoren, Landmaschinen und anderen Fahrzeugen. Und natürlich gut 1500 Besuchern nach offizieller Schätzung am Sonntagmittag.

Viel zu tun hatten die Ordner, welche die Traktoren zunächst im gesamten Dorf verteilten, noch vor der Anmeldung. So vermieden die Organisatoren, die Schlepperfreunde der Seitentäler, den Stau der vergangenen Jahre. Während Andreas Stöckel sein Teilnehmerschild mit der Nummer 63 am Traktor befestigt, wird bereits die Nummer 78 vergeben, obwohl die Traktorenschau gerade einmal offiziell zwanzig Minuten im Gange ist.

Bereits am Sonnabend waren die ersten Teilnehmer angereist und hatten bis in den Morgen getanzt, was den großartigen Auftakt erklärt. Nach und nach tuckerten auch die weiter gereisten an wie Frank Pohl aus Dörthendorf mit seinem roten Dampfross oder Ulrich Krause aus Gera mit seinem BTW Aktivist. Im Vorjahr kam Frank Pohl übrigens mit seinem grünen Lanz und einen grauen hat er ebenfalls noch in der Scheune stehen. Allesamt bestens restauriert und bereit für die nächste Ausfahrt.

Ganz Rattelsdorf verwandelte sich einmal mehr in ein riesengroßes Museum. Hier konnten aber auch die Maschinen angefasst und im Betrieb beobachtet werden – was nicht in jeder Ausstellung so möglich ist. Nur gut gelaunte Freunde alter und neuer Traktoren trafen hier aufeinander, fachsimpelten um die Wette. So berichteten Reinfried und Wilmar Funke, dass sie in diesem Jahr nicht nur an neun Traktorentreffen teilnahmen von Leipzig bis Apolda, sondern auch, dass ihnen ein großer Beitrag der Oldtimerzeitschrift gewidmet wurde oder sie beim Traktorentreffen in Wersdorf bei Apolda einen durch die vielen Lanz hervorgerufenen Feldbrand miterleben mussten. Auch, dass sein Bruder Reinfried in der Vorwoche bei einem Traktorentreffen das Getriebe seines Traktors „killte“. „Aber das ist bereits schon wieder in Arbeit und bald wieder repariert.

„Hier herrscht einfach eine tolle Atmosphäre und alles hat seinen eigenen Charme. Wir kommen seit vielen Jahren immer wieder gerne nach Rattelsdorf“, sagt Wilmar Funke.

Während des Traktorengottesdienstes blubberten die Lanzen und Hanomags rund um die Kirche nur in niedrigsten Drehzahlen oder blieben standen ganz still. Doch exakt dieses tiefe, langsame Blubbern sorgte immer wieder für Beachtung unter den Besuchern.

Der Helikopter drehte seine Runden über dem Freilichtmuseum und gleichzeitig stellte sich unmittelbar vor der Ausstellung rund um Milch und Milcherzeugung auch die Milchprinzessin der Tälerdörfer, Jessica Lange, der Öffentlichkeit vor. Beim Wettmelken durften sich die jüngsten Besucher erproben und merkten so ganz schnell, dass die Landwirtschaft früher doch anstrengend war. So manch ein Rattelsdorfer Hoftor stand offen und die Hausherren boten Kartoffeln und Quark, Rosmarinkartoffeln, Honig, Bowle oder Fladenbrot in diversen Varianten an.

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