Leutraputz mit einem musikalischen Finale

Thorsten Büker
| Lesedauer: 2 Minuten
Nur mit Musik allein ist die Welt nicht zu ändern. Deshalb hat die Jenaer Philharmonie am Vortag von „Der Klang von Jena" auch aktiv ein Zeichen gesetzt und die nahe gelegene Leutra von Müll befreit. Ziel war es, den gesammelten Müll nicht einfach nur zu entsorgen, sondern am Sonntag mit Unterstützung der Mobilen Musikwerkstatt Jena Instrumente daraus zu bauen. Das Projekt war eine Kooperation mit der Bürgerstiftung Jena und Kiez West e.V.

Nur mit Musik allein ist die Welt nicht zu ändern. Deshalb hat die Jenaer Philharmonie am Vortag von „Der Klang von Jena" auch aktiv ein Zeichen gesetzt und die nahe gelegene Leutra von Müll befreit. Ziel war es, den gesammelten Müll nicht einfach nur zu entsorgen, sondern am Sonntag mit Unterstützung der Mobilen Musikwerkstatt Jena Instrumente daraus zu bauen. Das Projekt war eine Kooperation mit der Bürgerstiftung Jena und Kiez West e.V.

Foto: Thorsten Büker

Jena.  Instrumente aus Müll: Jährliche Aktion des Vereins Kiez West war eingebettet in den Beethoventag der Philharmonie

Bürsten wir die Ernsthaftigkeit des E-Musik-Betriebes etwas gegen den Strich, kommt selbst Beethoven niederschwellig daher: Das war beim Konzert für vorbeifahrende Züge ebenso überzeugend wie beim Leutraputz, wo der eingesammelte Müll tags drauf in Instrumente verwandelt wurde. Dass selbst ein Einkaufswagen aus dem Bach geborgen wurde, hat dann doch überrascht.

Eigentlich steht der Leutraputz erst etwas später an: Im Beethovenjahr und angesichts des Thementages der Philharmonie machte diese nun gemeinsame Sache mit dem Kiez West und der Bürgerstiftung, um mehr als einen Kilometer entlang des Bachs die Ufer und das Gewässer vom Unrat zu befreien. Doch was hat Beethoven mit Müll zu tun? Im Kern beschreibt die Philharmonie den großen Komponisten als einen Naturfreund, der das wechselseitige Verhältnis von Mensch und Natur auch künstlerisch aufnahm.

50 fleißige Helfer in Jena

Dass viele Flaschen gefunden wurden, war zu erwarten. Neben dem Einkaufswagen sammelten fleißige Hände aber auch eine Bratpfanne, Radfelge, Bierdosen und vieles andere mehr. Unweit des Jahnplatzes stand auf Höhe der Westschule ein Container von KSJ – Treffpunkt der Sammelwütigen. „Hier wurde entschieden, was in den Müll kommt oder weiterverarbeitet werden soll“, sagt Caroline Zacheiß, bei der Philharmonie zuständig für die Musikvermittlung.

Denn dem Upcyclingprojekt I an der Leutra folgte am Sonntag der zweite Teil unter dem inoffiziellen Motto: Es muss nicht immer eine Stradivari sein! Gemeinsam mit der Mobilen Musikwerkstatt Jena wurde der Müll zu Instrumenten weiterverarbeitet. „Entstanden ist zum Beispiel ein Flaschenxylophon. Unterschiedliche Wasserfüllhöhen sorgten für unterschiedliche Töne“, sagt Ulrich Richter vom Blasmusikverein Carl Zeiss Jena. Ein anderes Beispiel war die Schlauchtrompete. Der Blasmusikverein betreibt die Musikwerkstatt, die am Sonntag zu Gast im Volkshaus war: eingebettet zwischen einem „Garbage Concerto“ und einer Podiumsdiskussion über nachhaltige Musikkultur.

„Mit 50 fleißigen Helfern sind wir richtig zufrieden“, sagt Yasmin Mergen vom Verein Kiez West und rührt sofort auch die Werbetrommel. „Wir suchen noch Unterstützung für unserer Maifest, das wieder auf dem Jahnplatz stattfindet.“

Kontakt: info@kiezwest.de