Manchmal zählt jede Sekunde im Universitätsklinikum Jena

Jördis Bachmann
| Lesedauer: 3 Minuten
Der kleine Emil Jesper erblickte am 10. Mai mit 4175 Gramm und 53 Zentimetern das Licht der Welt im Universitätsklinikum Jena. 

Der kleine Emil Jesper erblickte am 10. Mai mit 4175 Gramm und 53 Zentimetern das Licht der Welt im Universitätsklinikum Jena. 

Foto: Privat

Jena.  Neugeboren: Warum sich Mama Madlen bei der Geburt von Emil Jesper für einen geplanten Kaiserschnitt entschied.

Die Angst vor Komplikationen war zu groß, deshalb kam der kleine Emil Jesper am Dienstag, 10. Mai, 10.37 Uhr, mit einem geplanten Kaiserschnitt zur Welt. Dass seine Mama, die 33-jährige Madlen, sich dafür entschied, hängt mit den Erfahrungen der ersten Geburt zusammen: „Unsere Tochter sollte vor zweieinhalb Jahren eigentlich eine Spontangeburt werden. Leider musste dann ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden“, erinnert sich die Jenaer Krankenschwester.

Damals seien die Herztöne der kleinen Hannah Marie abgefallen. Die Nabelschnur hatte sich um den Körper des Kindes gewickelt, und eine Spontangeburt war ausgeschlossen. „Wir hatten damals einfach große Angst um sie. Mein Mann und ich starrten die ganze Zeit auf das CTG und hofften, dass alles gut geht.“ Das tat es. Heute ist die kleine Hannah Marie zweieinhalb Jahre alt und ein gesundes Kind. Seit Dienstag ist sie nun auch eine große Schwester. Bis zum gestrigen Freitagnachmittag hatte sie ihren kleinen Bruder noch nicht gesehen. „Sie ist noch im Kindergarten, und wir sind gerade erst aus der Klinik gekommen“, sagt Mama Madlen.

Mit der Geburt von Emil Jesper ist Madlen glücklich. Alles verlief nach Plan. Trotz Kaiserschnitt konnte Papa Franz Georg dabei sein. „In der Jenaer Uniklinik haben wir uns gut aufgehoben gefühlt. Für mich wäre ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt nicht denkbar gewesen. Ich bin davon einfach kein Freund. Es kann so viel passieren und im Ernstfall zählt einfach jede Sekunde“, sagt Madlen.

Beide Eltern im Schichtdienst, das ist kaum möglich

Nun wird Madlen mit Emil Jesper zunächst ein Jahr in Elternzeit gehen. Danach will sie wieder in ihren Beruf als Krankenschwester einsteigen. Gerne hätte sie auch wieder Vollzeit gearbeitet, doch die Betreuungssituation in den Kindergärten hätte das einfach nicht erlaubt. Zumal auch Papa Franz Georg als Krankenpfleger tätig sei, da müsse man sich schon gut organisieren. „Ich habe glücklicherweise eine Anstellung bekommen, in der ich aus dem Schichtdienst raus konnte“, sagt Madlen erleichtert. So kann es die Familie schaffen, Beruf und Kinder zu verbinden.

Seit dem 1. April diesen Jahres sind Madlen und Franz Georg auch verheiratet. „Und die Hochzeit ist kein Aprilscherz“, sagt Madlen. Kennengelernt hatte sich das Paar vor fünf Jahren. „Eigentlich war unser erstes Treffen eine Verkupplungsaktion einer Freundin.“ Und die funktionierte ganz hervorragend. Ja, man könnte schon sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war, sagt Madlen. Emil Jesper und Hannah Marie jedenfalls zeugen davon, dass die Verkupplung bestens funktionierte. Die Familienplanung sei aber nun abgeschlossen, sagt Mama Madlen mit Bestimmtheit.

Jetzt ist erst einmal die Zeit gekommen, in der Hannah Marie ihren kleinen Bruder besser kennenlernen kann, und sich die vierköpfige Familie in der neuen Komplett-Konstellation zusammenfindet.

Bis zum gestrigen 13. Mai gab es am Jenaer Uniklinikum 439 Geburten. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 522 Geburten.