Mehr Einwohner im Saale-Holzland als vorgesehen

Eisenberg  Saale-Holzland-Kreis schrumpft nicht mehr: Wirtschaftsentwicklung der Region als Grund ausgemacht.

Im vergangenen Jahr hat die Bevölkerungszahl im Saale-Holzland-Kreis minimal zugenommen. Ob der langfristige Rückgang der Bevölkerung damit gestoppt ist, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

Im vergangenen Jahr hat die Bevölkerungszahl im Saale-Holzland-Kreis minimal zugenommen. Ob der langfristige Rückgang der Bevölkerung damit gestoppt ist, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

Foto: Andreas Wetzel

Erfreuliche Nachricht aus dem Reich der Statistik: Die Einwohnerzahl im Saale-Holzland-Kreis hat 2018 gegenüber dem Jahr 2017 zugenommen – netto zwar nur um 38 auf 83.028. Trotzdem ist das aus Sicht von Landrat Andreas Heller (CDU) eine gute Sache: „Das ist nach der niedrigen Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent eine weitere Erfolgsnachricht und belegt die erfolgreiche Entwicklung der Region.“

Noch aber ist die Entwicklung kurzfristig und noch längst kein Trend. Der zeigte bisher klar nach unten. In den Jahren zuvor ist die Einwohnerzahl nämlich von weit über 90.000 in den späten 1990er Jahren anhaltend gesunken. Eine Ausnahme bildete lediglich die vorübergehende Zuwanderung von Flüchtlingen besonders im Jahr 2015. Ende des Jahres lebten gut 86.000 Menschen im Kreis, ein Jahr später waren es nur noch 84.500, Ende 2017 lag die Zahl der Einwohner knapp unter 83.000 – nun ist der Trend zumindest gestoppt, wenn auch noch nicht umgekehrt. Vor allem ist man zufrieden, dass die Einwohnerzahl um gut 1600 höher liegt als die Prognose der Landes-Statistiker aus dem Jahr 2015.

Zuwanderung kompensiert Sterbefälle

Doch wie setzt sich der Positiv-Saldo von 38 zusammen? Man muss Geburten, Todesfälle sowie Zuzüge und Abwanderungen berücksichtigen. 415 Menschen sind im Jahr 2018 mehr in den Kreis gezogen als von hier fort. Zudem gab es im Kreis 656 Geburten, der Trend geht hier leicht nach oben. Dem stehen aber 1033 Todesfälle gegenüber. Positiv ist die Bilanz also nur wegen Zuzüge aus anderen Regionen. Erstmals seit 15 Jahren erreicht der Saale-Holzland-Kreis wieder einen positiven Saldo bei den Wanderungen innerhalb Thüringens. Insgesamt 132 Personen kamen mehr in den Kreis als in andere Thüringer Kreise und Städte abwanderten.

Im Landratsamt macht man vor allem die gute wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich: „Der Saale-Holzland-Kreis ist in der Tat ein florierender Wirtschafts- und Forschungsstandort, eine aufstrebende Gesundheits- und Pflegeregion, ein familienfreundlicher und lebenswerter Landstrich in Mitteldeutschland“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Dass die florierende Entwicklung in Jena eine erhebliche Rolle spielt, lässt sich allerdings nicht verhehlen: „Wir profitieren zweifelsohne von der günstigen Lage an den Autobahnen und der Nähe zu Jena“, sagt der Landrat.

226 mehr Personen wanderten aus Jena zu als ab. Soll heißen: Wer in Jena oder dem Saale-Holzland-Kreis lebt, arbeitet oder zu arbeiten beginnt, zieht öfter in den Kreis – die knifflige Wohnraumsituation in der Saalestadt ist hinlänglich bekannt.

Bad Klosterlausnitz und Kahla verlieren

Trotzdem hofft man vielerorts im Landkreis auf Zuzug, um den langjährigen Trend von Abwanderung und Alterung zumindest aufzuhalten. In Bürgel, wo ein neues Wohngebiet in Planung ist, ist der mittelfristige Trend ebenso positiv wie in Hermsdorf. In den meisten anderen Ecken des Kreises sieht es erst seit Kurzem wieder besser aus. Den Negativtrend nicht stoppen konnten vor allem Kahla (Minus 51 Einwohner von 2017 auf 2018) und Bad Klosterlausnitz (Minus 52).

Die beste Kurzfrist-Entwicklung rührt aus der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen: 64 Einwohner konnte man hinzugewinnen im vergangenen Jahr.

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