Spendenaktion gestartet: Mauerwerk am Jenaer Tierheim bröckelt

Michael Groß
| Lesedauer: 3 Minuten
Kerstin Wuthenow zeigt auf Sockel und Fassade des Tierheims. Die Gebäudesubstanz ist in einem schlechten Zustand. Eine Sanierung ist nötig.

Kerstin Wuthenow zeigt auf Sockel und Fassade des Tierheims. Die Gebäudesubstanz ist in einem schlechten Zustand. Eine Sanierung ist nötig.

Foto: Michael Groß

Jena.  Sockel und Fassade des Tierheims Jena sind in einem schlechten Zustand. Eine Sanierung ist dringend nötig.

Es bröckelt an den Mauern, der Putz rieselt. Der Sockel und die gesamte Fassade des Jenaer Tierheims bräuchten dringend eine Sanierung. Kein Wunder, denn das Jenaer Tierheim ist kein Neubau. Es handelt sich um alte, einst als Schweineställe genutzte Gebäude in Göschwitz. Der Tierheimverein nahm diese Gebäude 1997 dankbar an, um das Jenaer Tierheim gründen zu können und hat hier seitdem viel für eine zeitgemäße gute Tierbetreuung auf den Weg gebracht.

Ein Hundehaus mit separaten Boxen entstand, Katzenräume und Außengehege wurden eingerichtet und vieles mehr. „Doch nun ist es an der Zeit, endlich etwas für den Erhalt der Gebäudesubstanz zu tun“, sagt Kerstin Wuthenow vom Vorstand des Tierheimvereins. Man habe auch bereits ein Angebot für die Sanierung eingeholt und einen Antrag auf Förderung beim Land Thüringen gestellt. Doch, ob die Gelder fließen werden, sei in dieser schwierigen Zeit ungewiss, räumt Wuthenow ein.

Ohne die Fördergelder könne man die Maßnahme jedenfalls nicht stemmen. Aber auch mit der Landesförderung müsse man einen Eigenanteil leisten. Deshalb sei eine Spendenaktion gestartet worden. Die Hoffnungen ruhen nun auf der Spendenbereitschaft möglichst vieler Tierfreunde.

Dabei verweisen Wuthenow und Tierheimleiterin Sophia Bigalk auf zahlreiche Bürger und Firmen, die dem Tierheim in der schwierigen Pandemiezeit die Treue gehalten haben. Auch die Stadt Jena sei ein zuverlässiger Partner geblieben, Zuschusskürzungen konnten abgewendet werden. Und was vor allem schwer wiegt: Jenas Tierfreunde haben auch in Zeiten von Corona für die Versorgung der heimatlosen Tiere gespendet. Dadurch sei man bisher ganz gut durch die Pandemie gekommen, betonen die beiden Tierschützerinnen.

So haben sich die vor einem Jahr zugunsten von gezielten Terminvergaben abgelösten Sprechzeiten bewährt. Es sei auch auf diesem Wege wieder zu zahlreichen Vermittlungen von Hunden und Katzen sowie Kleintieren gekommen.

Hier hat das Team vom Tierheim auch einen ganz wichtigen Hinweis: Katzenbesitzer sollten unbedingt ihre Lieblinge beim Tierarzt mit einem Chip versehen lassen. So könnt man bei aufgefundenen und scheinbar herrenlosen Tieren dank des Chips über die Register von „Tasso“ und „Findefix“ sofort die Eigentümer ermitteln. Das würde manch längeren Tierheim-Aufenthalt ersparen.

Wieder aufgenommen werden konnte inzwischen auch die Pensionsbetreuung, ebenso die ehrenamtliche Arbeit der Gassigeher. Für das Ausführen der Hunde könne man aber pandemiebedingt noch keine Neuaufnahmen von Interessenten ermöglichen. Derzeit werden im Tierheim 50 Katzen, zwölf Hunde und 25 Kleintiere wie Kaninchen, Vögel oder Meerschweinchen betreut.

Einige davon kann man übrigens am 28. April in der Fernsehsendung „Tierisch, tierisch“ sehen. Der MDR war mal wieder zu Gast bei den Jenaern.

Aber nicht nur bis zum MDR hat sich herumgesprochen, dass in Jenas Tierheim sachkundige Betreuungsarbeit geleistet wird. Auch die Stadt Bürgel hat nun im März einen Vertrag mit der Jenaer Einrichtung abgeschlossen, so dass sie ihre Fundtiere, sofern das die Kapazität erlaubt, im Tierheim unterbringen kann.

Spenden für die Erneuerung der Fassade des Tierheims bitte an Tierheimverein Jena, Iban: DE51 8305 3030 0000 1204 56, Sparkasse Jena, Verwendungszweck: „Fassadensanierung Tierheim“