Adams wirft Gipsindustrie Desinteresse an Innovationen vor

Nordhausen.  Der Grünen-Fraktionschef im Landtag lehnt einen leichteren Naturgipsabbau im Südharz strikt ab und setzt auf Alternativen.

Dirk Adams ist Grünen-Fraktionschef im Landtag.

Dirk Adams ist Grünen-Fraktionschef im Landtag.

Foto: Kristin Müller

In die Diskussion um den Gipsabbau im Südharz hat sich Dirk Adams, Grünen-Fraktionschef im Landtag, eingeschaltet. „Die Forderungen von Bundesregierung, Teilen der Landesregierung und der Gipsindustrie nach einem erleichterten Naturgips-Abbau sind ein Frontalangriff auf die Interessen der Südharz-Region. Wir werden uns weiter gegen das seelenlose Abbaggern der einmaligen Gipskarstlandschaft einsetzen und für eine Biosphäre vom Südharz über den Kyffhäuser bis zur Hohen Schrecke streiten“, erklärte er in einer Pressemitteilung.

Der angekündigte Kohleausstieg werde benutzt, um „die eigene Untätigkeit und das Desinteresse an Innovationen zu verschleiern“. Beispielhaft dafür stehe das Thema REA-Gips. „Denn es ist im Thüringer Landtag aktenkundig, wie sich vor 20 Jahren die Gipsindustrie mit Händen und Füßen gegen den Einsatz von REA-Gips gewehrt hat. Dass REA-Gips heute einen Anteil von 55 Prozent am deutschen Gips-Rohstoffmix hat, ist auch dem langanhaltenden Druck aus der Südharz-Region zu verdanken, weitere Neuaufschlüsse zu verhindern“, stellt Grünen-Fraktionschef Dirk Adams klar.

Aus seiner Sicht hat die Gipsindustrie mit den im Regionalplanentwurf ausgewiesenen 672 Hektar Vorrangflächen für den Abbau von Gips und Anhydrit Planungssicherheit für die kommenden 100 Jahre. „Es wäre deshalb nicht seriös, Forderungen nach einer Verdoppelung des Abbaus von Naturgips nachzugeben und dafür das Naturschutzrecht aufzuweichen.“

Stattdessen müssten Alternativen wie der ressourcenschonende Einsatz von Chemiegipsen aus der Flusssäureproduktion oder das Gipsrecycling ernsthaft unterstützt werden. Auch der Einsatz nachhaltiger Baustoffe wie Holz könne den Bedarf an Naturgips nennenswert begrenzen.

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