B 281 zwischen Pößneck und Neustadt: Straßenbauamt will nicht erst Schlaglöcher abwarten

Kolba/Lausnitz.  Autofahrer müssen sich wegen Bauarbeiten zwischen Kolba und Lausnitz auf lange Wartezeiten und eine Vollsperrung einstellen.

Landwirtschaftliches Großgerät wird man im November auf der B 281 an der Teure nicht überholen können.

Landwirtschaftliches Großgerät wird man im November auf der B 281 an der Teure nicht überholen können.

Foto: Marius Koity

An der Bundesstraße 281 im Bereich der Teure machen die ersten Schilder auf die Staus aufmerksam, zu welchen es da im November wie das Amen in der Kirche kommen wird.

Das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr, Region Ost, landläufig als Straßenbauamt Ostthüringen mit Sitz in Gera bekannt, baut dort vier Wochen lang, vom 2. bis 27. November. Aber warum eigentlich?

Es handele sich um eine „Erneuerung der Asphaltverschleißschichten, um Schäden am Straßenunterbau zu verhindern“, teilt Sachbereichsleiter Thomas Plötner in Vertretung des Regionalleiters auf Anfrage mit. Betroffen ist ein etwa 1,6 Kilometer langer Abschnitt zwischen den Abzweigen Harrasmühle in Lausnitz und Krobitz in Kolba.

Die B 281 wird nur halbseitig befahrbar sein, den Verkehr werden Ampeln regeln. Der Abzweig Krobitz ist für die Dauer der Bauarbeiten dicht. Am Wochenende 20. bis 22. November, zum finalen Asphalteinbau, wird die Bundesstraße komplett gesperrt sein.

Würde man diese planmäßigen Bauarbeiten nicht leisten, könnte es „zu aufwendigen und teuren Baumaßnahmen mit einer langen Bauzeit“ kommen, so Plötner. Es soll Schäden in der obersten, etwa vier Zentimeter dicken Fahrbahnschicht geben, beispielsweise Risse. Bevor daraus etwa Schlaglöcher werden, sei die Straßenbaubehörde verpflichtet zu handeln.

Nun finden regelmäßige Benutzer des Bundesstraßenabschnittes, dass dieser gar nicht so alt ist, um schon ein Sanierungsfall zu sein. Dem widerspricht Plötner. Die letzten Bauarbeiten im fraglichen Bereich hätten um 1996 stattgefunden, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber müssen denn Straßen nicht grundsätzlich länger halten? „Das kann man so pauschal nicht sagen“, entgegnet Plötner.

Verkehrsadern, die nach neuerem Stand der Technik grundhaft ausgebaut wurden, seien für eine Nutzungsdauer von etwa 25 Jahren gedacht. Von Straßen mit einem Unterbau aus DDR-Zeiten dürfe man das nicht erwarten.

Veränderungen etwa zur Erhöhung der Verkehrssicherheit seien bei dieser Gelegenheit nicht geplant, so Plötner auf Nachfrage. Allerdings soll „entlang der Bebauung“ im Oppurger Ortsteil Kolba eine lärmmindernde Asphaltdeckschicht eingebaut werden.

Weiträumige Umfahrung

Das Bundesstraßenstück wird von der Tief- und Ingenieurbau-Unternehmensgruppe Streicher erneuert. Das Straßenbauamt Ostthüringen rechnet mit Kosten von etwa 450.000 Euro.

Was ist, wenn es vom 20. bis 22. November zu kalt für den Asphalteinbau sein wird? „Dann wird die Vollsperrung verschoben, bis die Witterung günstiger ist“, so Plötner. Aber keine Angst, eine ampelgeregelte Teure über den ganzen Winter werde es nicht geben.

Am Vollsperrungswochenende wird man jedenfalls nicht einfach so von Pößneck nach Neustadt kommen. Der Bundesstraßenverkehr zwischen den beiden Städten wird weiträumig über Langenorla/Landesstraße L 1108, Freienorla/Kreisstraße K 206 im Saale-Holzland-Kreis und Hummelshain/Landesstraße L 1110 umgeleitet.

Die Bundesstraße B 281 verbindet auf einer Länge von etwa 102 Kilometern die Autobahn A 73 bei Eisfeld im Südosten Thüringens mit der Autobahn A 9 bei Triptis. Seit der Wende änderten sich der Verlauf und die Länge der Verkehrsader mehrmals, etwa durch den Bau der Ortsumgehungen für Triptis und Neustadt. Für das westliche Orlatal beziehungsweise für Pößneck, Krölpa und Rockendorf ist eine Umfahrung jahrzehntelanger Bemühungen zum Trotz nicht wirklich in Aussicht.