Die Lindigs aus Dobian erobern den Gaumen

Dobian  Die regionalen Fleischerzeugnisse aus dem kleinen Krölpaer Ortsteil sind neuerdings in zwei Supermärkten zu finden.

Die Unternehmer Sebastian (links) und Dirk Lindig mit Calgary, einem aus Kanada stammenden und jetzt präparierten Zuchtbullen. Von ihm stammen viele Nachkommen, die von den Lindigs zu Gaumenfreuden verarbeitet worden sind.

Die Unternehmer Sebastian (links) und Dirk Lindig mit Calgary, einem aus Kanada stammenden und jetzt präparierten Zuchtbullen. Von ihm stammen viele Nachkommen, die von den Lindigs zu Gaumenfreuden verarbeitet worden sind.

Foto: Marcus Cislak

Die Gebrüder Dirk und Sebastian Lindig führen ein stetig wachsendes Fleischerei-Unternehmen in dem kleinen Krölpaer Ortsteil Dobian. Zwölf Mitarbeiter sorgen für qualitativ hochwertige Produkte aus Rind- und Schweinefleisch. „Die Tiere kommen nicht aus Mastbetrieben“, wie Fleischermeister Dirk Lindig betont. Er schlachtet ­jedes der wöchentlich etwa 30 Schweine und bis zu zwei Rinder selbst. Waren bislang die Wurst- und Fleischwaren eher auf Wochenmärkten, der Filiale in Saalfeld oder auf Bestellung erhältlich, sind sie seit Mai auch in der Kühltheke im Pößnecker Rewe-Markt und seit vergangenem Mittwoch auch in der Filiale der Supermarkt-Kette in Jena-Lobeda zu finden.

„Unsere und deren Standards gehen Hand in Hand“, ist Sebastian Lindig, der fürs Catering zuständig ist, mit der Zusammenarbeit zufrieden. Etwa zwei Mal pro Woche beliefere man aus Dobian die beiden Märkte mit Konserven, Aufschnitt, Knackwürsten und Steaks. Wie es in Jena angenommen werde, könne zwar noch nicht gesagt werden, aber die Brüder sind optimistisch. „Das Hausschlachtene geht in Pößneck gut“, sagt der Fleischermeister.

Nicht nur in den regionalen Wursttheken findet der Kunde die hochpreisigen Produkten, sondern auch im kommenden Online-Shop. „Der ist in etwa zwei Monaten im weltweiten Netz am Start“, meint Dirk Lindig. So käme man der Nachfrage nach, die bundesweit bestünde. „Es ist unglaublich, wie die Kunden auf qualitativ hochwertiges Fleisch abgehen“, freut sich Sebastian Lindig. Beide Brüder sind sich einig, dass ihre vor fünf Jahren getroffene Entscheidung, auf die exklusive Rinderhaltung von zwei Bauern – Matthias Weise aus Dreba, und Simone Speck aus Landsendorf bei Leutenberg – umgestiegen zu sein, richtig war. „Statt den üblichen 18 Monaten in der Mast, stehen die Tiere drei bis vier Jahre auf der Weide“, erklärt Dirk Lindig den Unterschied. Auch die Schweine aus Werdau leben etwa doppelt so lange wie üblich.

„Der Antrag für eine Bio-Zertifizierung liegt auf meinem Schreibtisch“, sagt Sebastian Lindig und will sich damit den natürlichen Umgang mit der Ressource Tier bestätigen lassen. Mit einem Bio-Siegel könnte das auch für solche Verkaufsstellen interessant sein. Doch zunächst stünde die zweite Teilnahme auf der größten Landwirtschaftsmesse der Welt an: Die Grüne Woche vom 17. bis 26. Januar. „Mit den Planungen sind wir soweit durch. Es sind pro Tag vier Präsentationen auf einer Bühne geplant“, freut sich der Fleischermeister. Die Kontakte beziehungsweise Empfehlung für die Wurstvermarktung in den Rewe-Filialen stammen von der diesjährigen Ausgabe. „Ich bin gespannt, was 2020 passiert“, meint er.

Einen weiteren Termin haben die Fleischexperten sicher: Vom 9. bis 15. März wollen sie wieder ein regional erzeugtes Dinner mit den Krölpaer Grundschülern kochen.

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