Einladung zum Verweilen: Martin Lücke über sichtbare Gotteshäuser

In Sachen Kirchen und Kapellen ziehe ich den klassischen Stil vor. Nennen Sie mich ruhig altmodisch, aber so eine rustikale Kirche in einem Dorf hat einfach etwas.

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Oder ein altehrwürdiger Dom mit der ganzen Wucht der Kulturgeschichte. Modernere Kirchenkonstruktionen haben mich nie berührt. In Berlin etwa wurden viele reduzierte Kirchenentwürfe in ihre eckige Betonform gegossen. Es gab ja in der Nachkriegszeit viel wieder aufzubauen und neuer Wind wehte auch in der Architektur. Das hat alles seine Berechtigung, aber ich persönlich bevorzuge althergebrachte Ansätze des Sakralbaus. Daher gefällt mir auch die zurückhaltende Fliegl-Kapelle bei Triptis. Ich denke, die Menschen werden Gefallen daran finden. Es ist großartig, dass sie für alle sichtbar direkt an der Autobahn steht. Ob gläubig oder nicht, ein Gotteshaus ist immer eine Einladung zum Verweilen, In-sich-gehen, Reflektieren. Oder eine Erinnerung an bestimmte Werte, die uns wichtig sind, manchmal aber im Alltagsstress verblassen können. Ob Moschee, Synagoge, Kirche oder Kapelle, sichtbare ­Orte des Glaubens haben in unserer freien Gesellschaft einen Platz. Wir können sie wertschätzen, dort vielleicht mit anderen ins Gespräch kommen oder aber für einen Moment ganz für uns sein.

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