Grüne/SIP schlagen für Pößneck eine App für Hundeklo-Standorte und witzige Mülleimer-Aufkleber vor

Pößneck.  Neue Debatte zu einem alten Problem endet im Pößnecker Stadtrat mit einer Abstimmungsniederlage für die Grüne/SIP-Fraktion

Die illegale private Müllentsorgung über städtische Abfalleimer - hier symbolisch am Durchgang von der Breiten Straße zum Altstadtplatz illustriert - ist in Pößneck offenbar kaum in den Griff zu bekommen.

Die illegale private Müllentsorgung über städtische Abfalleimer - hier symbolisch am Durchgang von der Breiten Straße zum Altstadtplatz illustriert - ist in Pößneck offenbar kaum in den Griff zu bekommen.

Foto: Peter Cott / Symbolfoto / Archivfoto

Die beiden Mitglieder der Grüne/SIP-Fraktion im Pößnecker Stadtrat sind der Auffassung, dass der Stadt „kreative Maßnahmen für mehr Sauberkeit und Ordnung“ gut tun würden. So haben sie in der jüngsten Sitzung des kommunalen Parlamentes erneut die Aufstellung eines vorher breit diskutierten Müllentsorgungs- und Müllvermeidungskonzeptes für die Pößnecker Straßen und Plätze beantragt.

Alle anderen Mitglieder des Stadtrates an der Spitze mit Bürgermeister Michael Modde (parteilos) finden hingegen, dass die Vorstellungen von Steve Richter (Grüne) und Constanze Truschzinski (Soziale Initiative Pößneck) teils überflüssig seien, teils nicht funktionieren würden. Und so wurde der Antrag rundweg abgelehnt.

Richter forderte konkret mehr Mülleimer. So könnte man vermeiden, dass stark frequentierten Bereiche etwa auf dem Viehmarkt „wie die Wiewärthe“ aussehen würden.

Das sei genau der falsche Weg, meinte Wolfgang Kleindienst (Birso/UBV). Denn mit jedem zusätzlichen Mülleimer steige nur die Menge des Hausmülls, den Privatleute letztlich illegal zu Lasten der Allgemeinheit entsorgen würde. Nur so könne man sich beispielsweise Zustände auf der Altenburg erklären.

Strafen ja, aber vorher kreative Ansprache

Konzepte helfen da nicht, allenfalls Strafen, warf Oliver Bernhardt (FDP/FW/FFW) ein. „Bußgelder, die wehtun“ will auch Richter, aber nur als ein Instrument von vielen.

Vorher sollte eine intensive Ansprache der Pößnecker nicht zuletzt mit einer App über Hundeklo-Standorte erfolgen. Die Grüne/SIP-Fraktion ist auch der Meinung, dass witzige Mülleimer-Aufkleber wie „Ich bin für deinen Mist zu haben“ den Unrat auf den Straßen und Plätzen reduzieren würde. Pößneck müsse das Rad nicht neu erfinden, nur gute Erfahrungen übernehmen.

Bauamtsleiter Frank Bachmann verteidigte die bisherigen Bemühungen der städtischen Verwaltung mit dem Hinweis, dass man nicht zuletzt mit Ein-Euro-Jobbern versuche, dem Problem Herr zu werden.

Gerd Querengässer (Birso/UBV) warnte schließlich davor, örtlich begrenzte Probleme zu verallgemeinern und die Stadt vermüllter darzustellen, als sie tatsächlich sei.