Abfallwirtschaft

Teure Sanierung der abgebrannten Pößnecker Müllumladestation

Pößneck.  Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla hofft, dass 850.000 Euro reichen werden. Die Wiedereröffnung ist für Mitte 2020 geplant.

In der abgebrannten Müllumladestation Pößneck tut sich derzeit und noch mindestens bis Anfang 2020 nichts.

In der abgebrannten Müllumladestation Pößneck tut sich derzeit und noch mindestens bis Anfang 2020 nichts.

Foto: Marius Koity

Die Sanierung der abgebrannten Pößnecker Müllumladestation hätte beinahe noch in diesem Jahr beginnen können. Die Entwicklung der Baupreise hat das verhindert.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (Zaso) will seine Müllumladestation auf der Deponie Wiewärthe in Pößneck Mitte 2020 wieder in Betrieb nehmen. In einem ersten Sanierungsschritt sollten zunächst das kaputte Dach abgenommen und insgesamt sechs brandgeschädigte Wandelemente an der nördlichen und westlichen Seite des Gebäudes abgetragen werden.

Die öffentliche Ausschreibung dieser Leistungen habe allerdings einen Preis ergeben, der „mehr als 50 Prozent“ über den erwarteten Kosten liege, so Heiko Schmidt, stellvertretender Geschäftsleiter des Zweckverbandes, im Gespräch mit dieser Zeitung. So viel Extra-Geld hätte die Versicherung nie übernommen, sagte er. Die Mehrkosten wären am Zweckverband hängen geblieben.

Deshalb habe man das Verfahren aufgehoben. Es hatte sich ohnehin nur eine Firma gemeldet. Jetzt will man mit einer gezielten beschränkten Ausschreibung ein günstiges Abrissunternehmen finden in der Hoffnung, dass dieses gleich nach dem Jahreswechsel auch freie Kapazitäten hat.

Rückbau und Wiederaufbau der brandgeschädigten Wände und des Daches, neue Elektrik, neue Rolltore und ein paar andere Dinge sollen insgesamt nicht mehr als 850.000 Euro kosten. Geplant sei die Wiederherstellung des Standes von vor dem Brand unter Beachtung technischer Entwicklungen. Eine Modernisierung würde alles nur verkomplizieren und verzögern. Mit allem Drum und Dran werde der Zweckverband am Ende wohl doch noch mehr als eine Million Euro mit seinen Versicherungen abrechnen.

Die Müllumladestation ist in der Nacht zum 16. April abgebrannt. Was genau das Feuer aus­gelöst hat, ist unklar. Zwei Gutachten hätten eine Selbstentzündung des Mülls festgestellt, ohne aber genau definieren zu können, wie es zu den ersten Funken kam. „Das Problem ist, dass alles Mögliche im Hausmüll landet“, hatte Zweckverbandsgeschäftsleiter Paul Cichonski seinerzeit festgestellt. Von der Stilllegung der Müllumladestation sind weiterhin vor allem Gewerbetreibende aus den Kreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt betroffen.

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