Rudolstädter Gänsebach: Wohin mit den Fahrzeugen?

Rudolstadt.  Rudolstadt: Garagen im Bereich Am Gänsebach müssen im Zuge der Baumaßnahme weichen. Anwohner mit Alternativangebot unzufrieden

Ursula Jahn (vorn Mitte) und weitere Anlieger der Ludwig-Jahn-Straße in Cumbach vor den Garagen im Bereich Am Gänsenbach. Die Garagen auf der linken Seite sollen im Zuge der Renaturierung des Gänsebaches abgerissen werden. 

Ursula Jahn (vorn Mitte) und weitere Anlieger der Ludwig-Jahn-Straße in Cumbach vor den Garagen im Bereich Am Gänsenbach. Die Garagen auf der linken Seite sollen im Zuge der Renaturierung des Gänsebaches abgerissen werden. 

Foto: Foto: Heike Enzian

Dem zu Jahresbeginn bevorstehenden Fortgang der Bauarbeiten für die Öffnung und Renaturierung des Gänsebaches sehen vor allem einige Anwohner in der Ludwig-Jahn-Straße, aber auch andere Betroffene mit gemischten Gefühlen entgegen. Ist doch damit die Zeit der Garagennutzung und der Nutzung der Stellplätze im Bereich Am Gänsebach vorbei. Das ist für sie nicht neu, schließlich war das Vorhaben seit drei Jahren angekündigt. Dennoch sind sie, was die Parksituation betrifft, unzufrieden.

Das brachte Ursula Jahn im Namen der Betroffenen jetzt in einem Schreiben an Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) zum Ausdruck. „In einer Einwohnerversammlung hatten Sie als Bürgermeister deutlich gemacht, dass es mit Ihnen keine Zustimmung zum zweiten Bauabschnitt ohne akzeptable Pkw-Abstellmöglichkeiten geben wird. Die Stellplätze hinter den Bauernhäusern werden nun als Möglichkeit angeboten. Dieses Angebot ist für uns betroffene Bürger nicht zu akzeptieren. Auf einem Gelände Am Gänsebach gibt es eine Fläche, die uns als alternativer Parkplatz in Aussicht gestellt wurde. Es gibt keine Kenntnis darüber, wie der Bearbeitungsstand dieser Alternative ist“, heißt es darin, verbunden mit der Bitte, dazu Stellung zu nehmen. Bei einem Vor-Ort-Termin bekräftigten die Anwohner noch einmal ihr Anliegen. „Die Stellplätze sollten im Vorfeld der Baumaßnahme zur Verfügung gestellt werden, jetzt weiß keiner, was genau passiert, außer, dass die Garagen zu Jahresbeginn geräumt sein müssen“, machen sie deutlich. Wohl wissend, dass es zeitnah keine andere Möglichkeit gibt, als die Fahrzeuge vorübergehend mit einer gewissen Entfernung von den Wohnungen auf dem ehemaligen Jahn-Sportplatz abzustellen. „Was aber, wenn dieser Platz für die großen Feste wieder gebraucht wird“, fragen sie. Und sprechen auch das Thema Sicherheit an. Vor allem aber geht es den Anliegern darum, umfassend informiert zu sein. Das heißt, „zu erfahren, wann und wo perspektivisch wie viele Stellplätze wohnungsnah zur Verfügung stehen“, wie sie sagen.

Bebauungsplan in der Überarbeitung

Wann genau die Stellplätze auf dem neu zu schaffenden Parkplatz im Bereich Am Gänsebach zur Verfügung stehen, darüber hält man sich im Rathaus noch bedeckt. „Nach Abschluss der Bauarbeiten“, so die Information des Bürgermeisters. So lange stehen der ehemalige Jahn-Sportpark und der Parkplatz an den Bauernhäusern den Anwohnern für das Abstellen der Fahrzeuge vorübergehend zur Verfügung. „Wohnungsunternehmen und Stadt haben sich im Ergebnis mehrerer Beratungen mit Anliegern, Garageneigentümern und Nutzern der im Bereich der Straße Am Gänsebach vorhandenen Stellplätze bereit erklärt, für die zum Abriss vorgesehenen Garagen und die wegfallenden Stellplätze an unterschiedlicher Stelle dauerhafte Ersatzmöglichkeiten zu schaffen. Im Ergebnis der Abstimmungen wurde unter anderem verabredet, in einer Teilfläche der Gartenanlage Krumme Wiese entsprechende Ersatzstellplätze zu errichten. Einbezogen in die Abstimmung sind der Grundstückseigentümer beziehungsweise seine Vertreter, der Kreisverband der Gartenfreunde sowie die Wohnungsgenossenschaft Rudolstadt. Letztere hat sich zur Herstellung der Stellplätze bereit erklärt. Planerische Grundlage soll der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan Nummer 32 sein“, so die Information aus dem Rathaus.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligungen gab es mehrere Einwände gegen die Ausweisung von Stellplätzen. Den Einwänden werde teilweise Rechnung getragen und die geplante Stellplatzanlage hinsichtlich ihrer Anordnung und Größe würden angepasst. Etwa ein Vierteljahr werde das Verfahren dauern.

Der Bau der Stellplätze erfolgt dann Zug um Zug soweit die Bauarbeiten am Gänsebach vorangeschritten sind. „Die betroffenen Gartennutzer und Grundstücksanlieger haben im weiteren Verfahren erneut die Möglichkeit, Hinweise und Anregungen zur Planung einzubringen“, heißt es abschließend.