Hermsdorf-Reichenbach. Saale-Holzland: Blaulicht, Drehleiter, Personensuche – der Freitagabend war für die Belegschaft von Dehn Instatec bei Reichenbach ziemlich aufregend.

Blaulicht überall. Feuerwehrleute legen Atemschutzmasken an, die Rede ist von vier vermissten Personen. Schlauchverteiler liegen auf dem Boden des Geländes von Dehn Instatec, einem Unternehmen, das seit mehr als 110 Jahren im Bereich Strom, Elektrizität und Energie tätig ist. In der Hermsdorfer Niederlassung, seit 1993 am Ort, herrschte am Freitagabend Aufregung. Die Feuerwehren von Reichenbach, St. Gangloff und Hermsdorf waren zu einem Großeinsatz angerückt.

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Ein Blick zurück. Die 750.000 Euro teure Drehleiter der Feuerwehr Hermsdorf wird in Stellung gebracht. 35 Meter kann die Leiter ausfahren. Zwei Kameraden befestigen ein Zusatzteil am Personenkorb. Doch ein Feuerwehrmitglied muss sich beim Fluten des Daches von Instatec nicht in Gefahr bringen – das erledigt die Technik.

Via Fernsteuerung wird das Dach von Dehn Instatec unter Wasser gesetzt. Im Ernstfall muss sich beim Löschen von oben mit der Drehleiter keine Person einer Gefahr aussetzen. 
Via Fernsteuerung wird das Dach von Dehn Instatec unter Wasser gesetzt. Im Ernstfall muss sich beim Löschen von oben mit der Drehleiter keine Person einer Gefahr aussetzen.  © Funke Medien Thüringen | Jana Scheiding

Zum Glück gibt es im Betrieb nichts zu löschen und auch die vermissten Personen sind nur mit Stroh gefüllte Puppen. Doch wie leicht kann solch eine Übung zum Ernstfall werden. Davor haben Geschäftsleitung und Mitarbeiter des in der Oberpfalz beheimateten Unternehmens größten Respekt. Die Mitarbeiter am Standort Hermsdorf-Reichenbach sammelten Geld, die Geschäftsleitung verdoppelte. 5000 Euro beträgt die Spende an die drei Feuerwehrvereine. Und weil sich aus Sicht der Belegschaft 5000 Euro besser vierteln lassen, wurde zusätzlich der Förderverein des Kindergartens „Tälerspatzen“ in Ottendorf bedacht.

„Wir sind stolz darauf, die Region um unseren Standort in Hermsdorf zu unterstützen und einen Beitrag zum Wohl unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu leisten“, sagt Florian Meier, kaufmännischer Geschäftsführer von Dehn Instatec. „Diese Spende ist ein Ausdruck unserer Wertschätzung für die wichtige Arbeit, die von den Vereinen in unserer Region geleistet wird,“ ergänzt der technische Geschäftsführer Christian Hamann.

Vorteil durch Technik: Zwei Feuerwehrkameraden montieren den Löschkopf am Rettungskorb. 
Vorteil durch Technik: Zwei Feuerwehrkameraden montieren den Löschkopf am Rettungskorb.  © Funke Medien Thüringen | Jana Scheiding

Nach eigenen Aussagen war das Unternehmen unter anderem am Bau des Towers in Frankfurt am Main, der Elbphilharmonie in Hamburg, Möbel Rieger Erfurt und regional am Campus Cube in Hermsdorf beteiligt. Die Spende an den Kindergarten ist auch im Sinn der Feuerwehren. „Wir hoffen, dass einige Tälerspatzen der Nachwuchs von morgen sind.“

Saale-Holzland: Alle Wehren sind ein Team

Unternehmerische Spendenbereitschaft für Brandschutz weiß auch der Reichenbacher Ortsbrandmeister Norman Fuchs zu schätzen. „Überörtlicher Brandschutz geht alle an, wir Wehren sind ein Team“, betont er und fügt an: „Deshalb empfinde ich es – politisch gesehen – als Frechheit, dass Gemeinden, die kein Geld und keine Sponsoren haben, zusehen müssen, wie sie an Feuerwehrautos kommen.“

Die Firma Dehn Instatec unterstützt drei Wehren und eine Kindertagesstätte mit je 1250 Euro. 
Die Firma Dehn Instatec unterstützt drei Wehren und eine Kindertagesstätte mit je 1250 Euro.  © Funke Medien Thüringen | Jana Scheiding

In der Bevölkerung sei Hintergrundwissen über die Arbeit derer, die täglich Kopf und Kragen riskieren, mäßig bis nicht vorhanden. Deshalb initiiere die Reichenbacher Wehr jährlich einen Infoabend zu verschiedenen Brandschutzthemen. Laut Fuchs findet die diesjährige Ausgabe im September statt. Die Abende bieten Interessierten die Möglichkeit, mehr über Feuerwehrarbeit zu erfahren und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

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„Menschenrettung geht über alles“, sagt der Ortsbrandmeister. „Retten, löschen, schützen“ laute das Motto. „Deshalb müssen die Menschen begreifen, was Feuerwehr ist.“ Schließlich sei diese die höchste und größte Rettungsorganisation der Welt.