Meine Meinung

Juristisch eine Scheinehe

Was im Städtedreieck gefühlsmäßig passiert, ist nicht mal ein Flirt - meint Thomas Spanier. Ein Kommentar.

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld

Thomas Spanier, Redaktion Saalfeld

Foto: Peter Michaelis

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Größe ist nicht alles. Soviel ist klar. Seit sich Saalfeld im Zuge der Gemeindegebietsreform die Höhendörfer gegriffen hat, hat die Kreisstadt nicht nur fast 600 Meter Höhenunterschied innerhalb der Stadtgrenze zu bieten, sondern ist mit 145 Quadratkilometern flächenmäßig ein ganzes Stück größer als Jena und auf Augenhöhe mit Bochum. Rudolstadt ist mit 135 Quadratkilometern nicht viel kleiner und sozusagen auf Niveau Schwerin.

„Unser Bedarf an Eingliederungen ist für die nächsten Jahre gedeckt“, sagt Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania. Und Jörg Reichl nickt dazu. Das Wort Fusion nimmt im Städtedreieck schon lange keiner mehr in den Mund. Wer will schon so groß wie Leipzig sein?!

Zumal die Probleme bei allen positiven Entwicklungen, die es zu würdigen gilt, nicht zu übersehen sind. Der kleinkarierte Streit zwischen Saalfeld und Rudolstadt um einen Drogeriemarkt im Marktkauf ist nur das sichtbare Symptom einer ganzen Reihe von Eifersüchteleien, Missgunst und Tricksereien, die sehen kann, wer sehen möchte.

Da hilft es auch nicht, wenn Bad Blankenburgs Bürgermeister Mike George aus dem Nähkästchen plaudert, wie im „Rat der Bürgermeister“ hinter verschlossenen Türen Tacheles geredet wird; „wie in einer guten Ehe“. Mal abgesehen davon, dass die Vorstellungen von einer guten Ehe sehr unterschiedlich sein können: Das, was im Städtedreieck gefühlsmäßig passiert, ist nicht mal ein Flirt. Juristen würden von einer Scheinehe sprechen.

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