Saalfelder Höhe: Gasleitung im Ort, aber kein Erdgas für die Bürger

Warum die 180-Millionen-Euro-Investition der Ferngas Netzgesellschaft den Anwohnern wohl nichts nützen wird.

Bis in die Ortslage Eyba hinein liegen bereits die Rohre für die neue Gasleitung, die über die Saalfelder Höhe in Richtung Kamsdorf führt.

Bis in die Ortslage Eyba hinein liegen bereits die Rohre für die neue Gasleitung, die über die Saalfelder Höhe in Richtung Kamsdorf führt.

Foto: Thomas Spanier

Saalfelder Höhe Eine gewaltige Furche ziehen die Mitarbeiter der Ferngas Netzgesellschaft mbH derzeit durch den Landkreis. Zwischen Reichmannsdorf und Kamsdorf wird die Erdgasleitung (EGL) 442 erneuert. Bis zum Jahr 2023 soll die alte Leitung von Limbach bis Zwickau durch eine Hochdruckgasleitung ersetzt werden. 180 Millionen Euro werden dafür investiert. Doch profitieren davon auch die Anwohner?

Sowohl in Hoheneiche als auch in Eyba führt die neue Leitung quasi direkt durch den Vorgarten der Bürger, weshalb einige dort auf die Idee kamen, ihre Flüssiggastanks könnten durch einen Erdgasanschluss ersetzt werden. Ein OTZ-Leser berichtete von „massiven Beschwerden“ darüber, dass die Saalfelder Höhe nicht an die Leitung angeschlossen werde.

Die Ferngas Netz GmbH als erster Ansprechpartner kann da nichts machen. „An eine Hochdruckleitung wie die unsere können sich keine Bürger wie Sie und ich anschließen. Das können nur Stadtwerke beispielsweise, die dann in ihrem Netz an den Verbraucher weiterleiten“, erklärte Andreas Aumüller, der Pressesprecher des Unternehmens.

Die Stadtwerke Saalfeld GmbH - Eyba und Hoheneiche gehören seit der Eingliederung zum Stadtgebiet - ist ebenfalls nicht zuständig. „Wir haben dort keine Konzession“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Kronthaler.

Wie in den meisten ländlichen Regionen des Landkreises ist die TEAG auch hier im Besitz der Konzession, die alle 20 Jahre neu vergeben wird. TEAG-Sprecher Martin Schreiber hat keine Kenntnis von Beschwerden aus dieser Region, gibt aber zu bedenken, dass der Anschluss von Haushalten an die EGL 442 ein wirtschaftlich und technisch schwieriges Unterfangen ist. „Das ist so, als ob bei Ihnen eine Hochspannungsleitung mit 110.000 Volt durch den Garten geht und Sie davon 230 Volt für die Steckdose wollen“, sagte Schreiber. Um das mit 35 Bar Druck anliegende Gas auf gängige Werte zu bringen, benötige man eine Gasdruckregelstation - Stückpreis rund eine Million Euro.

Der TEAG-Sprecher empfiehlt interessierten Bürgern, sich zusammen zu tun und den Bürgermeister von ihrem Anliegen zu überzeugen. Der könne sich dann an die TEN wenden, die das Vorhaben prüft. „Am Ende“, so Schreiber, „muss es sich irgendwann amortisieren“.