Kommentar: Besseres Kino mit Abstand

Oliver Nowak über das Schleizer Kino

Oliver Nowak ist Redakteur in Schleiz.

Oliver Nowak ist Redakteur in Schleiz.

Foto: Andreas Wetzel

Ich bin grundsätzlich immer gerne ins Kino gegangen. Der Popkornduft im Eingangsbereich, das Rätselraten über den Film bei der Trailervorschau und das Audiosystem im Vorführungssaal schaffen eine ganz eigene Atmosphäre.

Das sind alles Faktoren, die das Heimkino in diesem Umfang nicht bieten kann. Auch wenn dort die Filmauswahl und die Anspielzeit selbst gewählt werden kann. Allerdings sehe ich beim Heimkino über den Streamingdienst noch einen weiteren großen Vorteil: Privatsphäre.

Denn oft ist es im Kino üblich, dass man sich die Armlehne des Sitzes mit jemand anderen teilt. Die Ablagefläche für Speisen und Getränke betrifft das in der Regel auch. Ein wohlgefälliges Ausbreiten ist in einem dicht besetzten Kino einfach nicht möglich.

Durch die Infektionsschutzmaßnahmen ist aber genau dieser Kino-Nachteil nun mehr oder weniger abhandengekommen. Zwei Plätze Abstand zur nächsten Besuchergruppe . Das ist eine Einladung für Jacke, Snacks und Getränke auf dem freien Nachbarsitz. Auch die freien Sitzreihen bieten viele Vorteile für den Besucher. So ist zum einen das Tuscheln der vorderen sowie eventuell hinteren Reihe deutlich weniger wahrzunehmen. Für jene die nicht so hoch gewachsen sind, erhöhen sich die Sichtchancen gewaltig. Schließlich gibt es oft Menschen, die in der Vorreihe die Sicht versperren, aber selten welche, die einem die Sicht nehmen und zwei Reihen vor einem sitzen.