Meine Woche: Freude statt Leid verbreiten

Andreas Bayer über freiwilligen Verzicht und fehlende Einsicht

Andreas Bayer

Andreas Bayer

Foto: Peter Michaelis

Vielleicht waren Sie kürzlich auch in dieser Lage: Sie sagen ein Treffen mit Freunden oder Verwandten ab. Aus Überzeugung, dass es aktuell das einzig richtige ist. Einerseits ist man traurig, auf Kontakte verzichten zu müssen. Andererseits schämt man sich ein wenig. Weil es angesichts des großen Leids, welches sich dadurch verhindern lässt, ein geringes Übel ist.

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Advent wieder eine Fastenzeit werden dürfte. Kein lebendiger Adventskalender, kein Hutzenabend, kein Glühweintrinken unterm Weihnachtsbaum. Im Rahmen meiner Straßenumfrage erhielt ich deutlich vor Augen geführt, dass es auch im Altenburger Land einige gibt, die Corona für eine Erfindung oder lediglich medial aufgebauschte Grippe halten. Doch von diesen wollte keiner mit dem eigenen Namen oder gar einem Foto in der Zeitung erscheinen. Vermutlich, weil es ihr Stereotyp von der Lügenpresse zum Einsturz brächte, wenn sie ihre eigene Meinung darin wiederfinden.

Allerdings geht es auch anders: So halten viele Menschen wieder stärker zusammen, etwa mit einer kreativen Tombola. Wir leben in spannenden Zeiten!