Tel Aviv/Berlin. Die Hamas hat laut eigenen Angaben weitere Raketen auf Israel gefeuert, auch auf den Raum Tel Aviv. Weitere Israel-News im Blog.

  • Israels Armee meldet Raketenbeschuss aus dem Libanon
  • 35.000 Demonstranten in Madrid fordern Waffenruhe in Nahost
  • Die arabisch-israelische Schauspielerin Maisa Abdel Hadi wurde wegen Kommentaren zum Hamas-Angriff angeklagt
  • Sunak und Macron betonen Bedeutung von humanitärer Hilfe für Gaza
  • Angesichts des Leidens der Zivilisten im Gazastreifen demonstrierten Menschen in zahlreichen Ländern gegen Israel
  • Der niederländische Premier pocht bei Netanjahu auf viel mehr Hilfe für Gazastreifen

Der Krieg im Nahen Osten zwischen Israel und der islamistischen Hamas ist in die nächste Phase eingetreten. Die Lage für die Zivilisten wird immer dramatischer. Große Sorge bereitet auch das Schicksal der verschleppten israelischen Geiseln. Israels Militär greift unterdessen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen verstärkt am Boden und aus der Luft an.

Hier finden Sie alle neuen Entwicklungen zur Lage in Israel im Newsblog.

Von unseren Reportern in Israel

  • Geisel-Angehörige: „Druck auf Hamas sollte viel größer sein“
  • Experte Masala:„Hamas-Tunnel zu sprengen, wäre eine Möglichkeit“
  • Heimatbesuch wird zum Drama:„Ungewissheit ist grauenhaft“
  • An die Front:Alon ist Frankfurter – und zieht für Israel in den Krieg
  • Nach Gaza entführt:„Wir sind die Hamas, ihr Israelis habt schöne Töchter“

Israel-News vom 29. Oktober: Kritik aus FDP und CDU an UN-Enthaltung Deutschlands

19.50 Uhr: Die deutsche Enthaltung in der UN-Vollversammlung bei der Abstimmung über eine Resolution zur Verbesserung der humanitären Situation im Gazastreifen stößt bei der FDP auf Unverständnis. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte dem „Tagesspiegel“ (Montag): „Das Votum des Außenministeriums ist enttäuschend und nicht nachvollziehbar.“ Bundesfinanzminister Christian Lindner sagte dazu am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, er habe mit Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) dazu noch nicht sprechen können. „Ich nehme nur wahr, dass die Hamas das Votum feiert und Israel stark kritisiert“, sagte der FDP-Chef. Unabhängig von der Entscheidung wolle er für die Bundesregierung klarstellen, dass Deutschland an der Seite Israels stehe und um dessen Recht auf Selbstverteidigung wisse. Auf der anderen Seite stehe die Terrororganisation Hamas, die zum Ziel habe, den Staat Israel zu vernichten.

Die UN-Vollversammlung hatte am Freitag einen von Jordanien eingebrachten Resolutionsentwurf in New York verabschiedet. 120 Länder stimmten dafür, 14 dagegen, 45 enthielten sich, darunter auch Deutschland - damit erreichte das Papier die notwendige Zweidrittelmehrheit. Resolutionen der UN-Vollversammlung sind allerdings nicht rechtlich bindend, sondern gelten als symbolisch. Baerbock begründete die deutsche Enthaltung mit mangelnder Ausgewogenheit des Papiers. „Weil die Resolution den Hamas-Terror nicht klar beim Namen nennt, die Freilassung aller Geiseln nicht deutlich genug fordert und das Selbstverteidigungsrecht Israels nicht bekräftigt, haben wir mit vielen unserer europäischen Partner entschieden, der Resolution am Ende nicht zuzustimmen“, sagte Baerbock nach der Abstimmung am Freitag laut Mitteilung.

Der FDP-Außenpolitiker Ulrich Lechte nannte die Positionierung Berlins im „Tagesspiegel“ „nachvollziehbar“. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen kritisierte sie hingegen. „Die Enthaltung Deutschlands ist mit der eigenen Begründung der Bundesregierung für ihr Abstimmungsverhalten in der UN unvereinbar. Die Kritik der Bundesregierung an dem Antrag hätte zwingend ein Nein zur Folge haben müssen“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“ (Montag). „Die Bundesregierung hat stattdessen laviert, sie war uneindeutig. Staatsräson war dieses Verhalten nicht“, urteilte Röttgen. „Schwäche macht Deutschland nicht gesprächsfähig, sondern unbedeutend“, fügte er hinzu.

UN-Vollversammlung nimmt Resolution zu
UN-Vollversammlung nimmt Resolution zu "humanitärer Waffenruhe" im Gazastreifen an © Unbekannt | Unbekannt

Nach Hamas-Treffen: Israel bestellt russischen Botschafter ein

19.28 Uhr: Israel hat nach einem Besuch von Vertretern der islamistischen Hamas in Moskau den russischen Botschafter einbestellt. Anatoli Wiktorow sei ins Außenministerium vorgeladen worden, teilte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums am Sonntag in Tel Aviv mit. Ihm sei deutlich gemacht worden, dass Israel das „Fehlen einer eindeutigen und klaren Verurteilung der Hamas-Terrororganisation durch Moskau“ als schwerwiegend erachte. Die Hamas-Vertreter als Gäste zu empfangen, vermittle „eine Botschaft der Legitimität des Terrorismus gegen Israelis“, hieß es weiter.

Diplomaten des russischen Außenministeriums waren am Donnerstag in Moskau mit Hamas-Repräsentanten zusammengekommen. Dabei sei über die Freilassung ausländischer Geiseln gesprochen worden, hieß es aus dem russischen Ministerium. Zudem sei die Evakuierung russischer und anderer ausländischer Staatsbürger aus dem Gazastreifen Thema gewesen.

Israels Armee: Neuer Raketenbeschuss aus dem Libanon

19.13 Uhr: Mehrere Raketen sind am Sonntag nach Angaben der israelischen Armee erneut aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. Rund zehn Raketen seien in israelisches Gebiet eingedrungen, teilte die Armee am Abend mit und kündigte Gegenangriffe an. Am späten Nachmittag hatte die Armee bereits den Abschuss von neun Raketen aus dem Libanon gemeldet. Als Reaktion sei auf den Ort des Raketenstarts geschossen worden, wobei unter anderem Abschussrampen getroffen worden seien. Unklar war, welche Gruppierung im Libanon verantwortlich war.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dass die libanesische Hisbollah scheinbar ihre Raketenangriffe ausgeweitet habe. Eine offizielle Bestätigung der eng mit dem Iran verbundenen schiitische Miliz stand jedoch aus. Auch palästinensische Gruppierungen im Libanon reklamieren regelmäßig Abschüsse für sich.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Konfrontationen. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. Die Hisbollah, die Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden Hamas pflegt, meldete seit Beginn der jüngsten Konfrontationen mindestens 53 Tote in den eigenen Reihen.

Soldaten der libanesischen Armee stehen im südlichen Grenzdorf Kfar Kila im Libanon Wache vor der israelischen Stadt Metula (im Hintergrund).
Soldaten der libanesischen Armee stehen im südlichen Grenzdorf Kfar Kila im Libanon Wache vor der israelischen Stadt Metula (im Hintergrund). © DPA Images | Bilal Hussein

35.000 Demonstranten fordern in Madrid Waffenruhe in Nahost

18.59 Uhr: Etwa 35.000 Menschen haben in Madrid für eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas demonstriert. „Die ganze Welt fordert eine sofortige Waffenruhe“, sagte bei der Kundgebung am Sonntag die spanische Arbeitsministerin Yolanda Díaz vom Linksbündnis Sumar. Viele Teilnehmer der Kundgebung in der Hauptstadt schwenkten palästinensische Fahnen und forderten in Sprechchören immer wieder „Freiheit für Palästina“.

Die spanischen Behörden gaben die Teilnehmerzahl in Madrid mit 35.000 an. Auch in Valencia gingen mehrere pro-palästinensische Demonstranten auf die Straße. In den vergangenen Tagen hatten sich international die Rufe nach einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas gemehrt. Unter anderem wird diese von UN-Generalsekretär António Guterres gefordert, um die Zivilisten im Gazastreifen mit dringend notwendigen Hilfsgütern zu versorgen.

Biden-Berater: Netanjahu muss „extremistische Siedler“ zügeln

18.45 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sollte nach Auffassung der US-Regierung „extremistische Siedler“ im Westjordanland bremsen und zur Rechenschaft ziehen. Der Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Sonntag im US-Fernsehen: „Wir glauben, dass Ministerpräsident Netanjahu die Verantwortung hat, die extremistischen Siedler im Westjordanland zu zügeln, die, wie Präsident Biden es vor einigen Tagen formulierte, Öl ins Feuer gießen.“ Es sei „völlig inakzeptabel, dass „extremistische Siedler Gewalt gegen unschuldige Menschen im Westjordanland“ ausübten.

Darauf würden die USA auch weiterhin drängen, sagte Sullivan. Dies sei keine einmalige Angelegenheit. „Dies ist eine andauernde Herausforderung, die andauernde und verstärkte Anstrengungen der israelischen Regierung erfordern wird“, betonte der Sicherheitsberater. Man erwarte, dass die israelische Regierung aktiv werde und „dass die extremistischen Siedler, die diese Art von Gewalt ausüben, zur Rechenschaft gezogen“ würden.

Auch Paris verurteilte die Gewalt durch Siedler, die laut französischem Außenministerium in den vergangenen Tagen zum Tod mehrerer palästinensischer Zivilisten in Kusra und Al-Sawija geführt hat. Die Gewalttaten seien untragbar und müssten aufhören. „Frankreich ruft die israelischen Behörden dazu auf, unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um die palästinensische Bevölkerung zu schützen, besonders die Gemeinde Susja, die unmittelbare Drohungen erhalten hat“, hieß es in einer Mitteilung von Sonntagabend.

Der US-Präsident hatte sich schon am Mittwoch besorgt über „extremistische“ Siedler im Westjordanland gezeigt und Gewalt gegen Palästinenser verurteilt. „Ich bin weiterhin beunruhigt über die Angriffe extremistischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland“, so Biden. Das müsse jetzt aufhören. Derartige Angriffe seien, als würde man Öl ins Feuer gießen, hatte er auch da schon gesagt. Dem UN-Menschenrechtsbüro zufolge steigt die Gewalt bewaffneter israelischer Siedler gegen Palästinenser .Biden hatte erneut betonte, dass Israel das Recht und die Verantwortung habe, auf die Angriffe der Hamas-Terroristen zu reagieren. „Aber das mindert nicht die Notwendigkeit, im Einklang mit den Gesetzen des Krieges zu handeln. Israel muss alles in seiner Macht Stehende tun, um unschuldige Zivilisten zu schützen, so schwierig das auch sein mag“, so der US-Präsident. Israel sollte sich darauf konzentrieren, „die Leute zu verfolgen, die diesen Krieg gegen Israel propagieren“.

Netanjahu: Kampf gegen die Hamas wird
Netanjahu: Kampf gegen die Hamas wird "lang und schwierig" © Unbekannt | Unbekannt

Netanjahu: Darum könnte er mit seiner Strategie scheitern

18.29 Uhr: Israels große Bodenoffensive in Gaza hat begonnen. Sie soll das strategische Ziel von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu umsetzen: die Zerstörung der islamistischen Terrororganisation Hamas und ihrer Netzwerke. Die israelische Bodenoffensive birgt allerdings viele Risiken. Dabei gibt es für den Kriegspremier Netanjahu eigentlich nur eine Option. Lesen Sie dazu:Netanjahu: Warum er mit seiner Strategie scheitern könnte

Mehr als 1000 Festnahmen im Westjordanland seit Kriegsbeginn

18.15 Uhr: Israels Militär hat seit Kriegsbeginn im Westjordanland nach eigenen Angaben 1030 Terrorverdächtige festgenommen. Darunter seien 700 Mitglieder der islamistischen Hamas, teilte eine Sprecherin auf Anfrage am Sonntag mit. Israel, die USA und die EU stufen die Palästinenserorganisation als terroristisch ein.

Soldaten hätten tagsüber erneut in mehreren Städten des palästinensischen Gebietes Razzien unternommen, hieß es weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah wurden dabei fünf Palästinenser an vier verschiedenen Orten bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten getötet.

Während der Einsätze seien unter anderem Sprengsätze auf die Soldaten geworfen worden, hieß es von der israelischen Armee. Zudem sei es im Flüchtlingslager Askar bei Nablus zu einem Schusswechsel gekommen. Die Soldaten waren demnach vor Ort, um das Haus eines Attentäters zu zerstören, der im Frühjahr bei einem Anschlag im Westjordanland drei Israelis getötet hatte.

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas am 7. Oktober noch weiter verschärft. Seither wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in dem palästinensischen Gebiet 114 Palästinenser getötet. Seit Jahresbeginn kamen demnach 310 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen im Westjordanland, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen ums Leben. Es ist laut Menschenrechtsorganisationen die höchste Zahl seit mehr als 15 Jahren.

Erdogan nennt Israel „Kriegsverbrecher“ – Israel reagiert umgehend

18.00 Uhr: Erdogan hatte gerufen, und seine Anhänger sind zu Hunderttausenden gekommen. Bei einer Massenkundgebung auf dem Gelände des früheren Istanbuler Flughafens Atatürk demonstrierte der türkische Staatschefs Recep Tayyip Erdogan am Samstagnachmittag seine Solidarität mit den Palästinensern und verschärfte seine Kritik an Israel. Lesen Sie dazu: „Kriegsverbrecher“: Erdogans schmutziges Spiel mit Israel

Arabisch-israelische Schauspielerin wegen Kommentaren zu Hamas-Angriff angeklagt

17.50 Uhr: Nach umstrittenen Kommentaren zum Großangriff der Hamas auf Israel vor rund drei Wochen muss sich die bekannte arabisch-israelische Schauspielerin Maisa Abdel Hadi unter anderem wegen „Anstiftung zum Terrorismus“ vor Gericht verantworten. Wie das israelische Justizministerium am Sonntag mitteilte, wurde gegen die 37-Jährige vor dem Bezirksgericht in Nazareth eine entsprechende Klage eingereicht.

Nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober hatte Abdel Hadi nach Angaben der Polizei im Onlinedienst Instagram das Foto einer älteren Frau veröffentlicht, die von Mitgliedern der radikalislamischen Miliz gemeinsam mit mehr als 220 weiteren israelischen Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden war. Dazu schrieb sie: „Diese Dame wird das Abenteuer ihres Lebens erleben“ und versah den Kommentar mit lachenden Emojis.

Kurze Zeit später veröffentlichte sie auf Facebook ein Foto einer Planierraupe, mit denen Hamas-Anhänger während des Angriffs den Grenzzaun zwischen dem Gazastreifen und Israel durchbrochen hatten. Dazu schrieb sie in Anspielung auf den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989: „Lasst es uns nach Berliner Art machen“.

Die Schauspielerin war bereits am Montag festgenommen und für 48-Stunden festgehalten worden. Mit ihren Veröffentlichungen in den Onlinenetzwerken zeige Abdel Hadi „Sympathie“ für „terroristische Handlungen“, unterstütze diese und stifte zu ihnen an, erklärte das Justizministerium am Sonntag. Ein Datum für ihren Prozess nannte es zunächst nicht.

Hamas meldet „heftige Gefechte“ mit israelischer Armee im Gazastreifen

17.37 Uhr: Die Hamas hat nach eigenen Angaben am Sonntag „heftige Gefechte“ mit der israelischen Armee im Gazastreifen geführt. „Unsere Kämpfer führen derzeit im Nordwesten des Gazastreifens heftige Gefechte mit Maschinengewehren und Anti-Panzer-Waffen gegen die eingedrungenen Besatzertruppen“, erklärte am Sonntagabend der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation.

Die Essedin-al-Kassam-Brigaden teilte zudem mit, dass sie „Mörsergranaten und Raketen“ auf einen israelischen Militärstützpunkt in Eres gefeuert haben. Eres ist der wichtigste Grenzübergang zwischen Israel und dem Gazastreifen, seit dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ist er geschlossen.

Die israelische Armee griff derweil nach eigenen Angaben am Sonntagabend weiter den Norden des Gazastreifens aus der Luft und mit Artilleriefeuer an. Es seien „Terroristen identifiziert“ worden, die in der Nähe des Grenzübergangs aus einem Tunnel gekommen seien. Israelische Soldaten hätten diese „konfrontiert, getötet und verletzt“, erklärte die Armee.

29.10.2023, Palästinensische Gebiete, Flüchtlingslager Bureij: Häuser liegen nach israelischen Luftangriffen rund um die Al-Bilal-Moschee im Flüchtlingslager Bureij in Trümmern. Foto: Mohammed Talatene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
29.10.2023, Palästinensische Gebiete, Flüchtlingslager Bureij: Häuser liegen nach israelischen Luftangriffen rund um die Al-Bilal-Moschee im Flüchtlingslager Bureij in Trümmern. Foto: Mohammed Talatene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Mohammed Talatene

Mindestens 2000 Palästinenser bei Protest gegen Israel im Libanon

17.25 Uhr: In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben sich mindestens 2000 Palästinenser sowie einige Libanesen zu einem Protest gegen Israel versammelt. Bei der Demonstration am Sonntag im Stadtzentrum riefen sie anti-israelische Parolen, wie Augenzeugen berichteten. „Wir sind die Soldaten von Mohammed Deif“, riefen einige im Verweis auf den Militärchef der islamistischen Hamas, sowie „Gott segne Hamas“. Ein Hamas-Anhänger sagte, der Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober gegen Israel sei eine „Abrechnung“ gewesen.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu gewaltsamen Konfrontationen. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. Es besteht die Sorge, dass der Krieg sich ausweiten und dass die vom Iran unterstütze Hisbollah ihre Angriffe aus Israel verstärken könnte.

Nach Schätzungen des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA leben im Libanon derzeit etwa 250.000 palästinensische Flüchtlinge. Knapp die Hälfte davon lebt schätzungsweise in den zwölf Flüchtlingslagern des Landes.

Sunak und Macron betonen Bedeutung von humanitärer Hilfe für Gaza

17.10 Uhr: Der britische Premierminister Rishi Sunak und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich zum Gaza-Krieg ausgetauscht und ihre Sorgen über eine Eskalation der Lage in Nahost zum Ausdruck gebracht. Die beiden hätten bei dem Gespräch die Bedeutung betont, dass humanitäre Hilfen den Gazastreifen erreichten, teilte eine Sprecherin der Downing Street am Sonntag mit. Sie wollten sich zusammen darum bemühen, dass sowohl Lebensmittel, Treibstoff, Wasser und Medikamente zu Bedürftigen gebracht, als auch ausländische Staatsbürger aus Gaza geholt würden.

Beide sorgten sich außerdem über die Gefahr einer Eskalation in der gesamten Region, insbesondere im Westjordanland, sagte die Sprecherin. Die langfristige Zukunft der Region und besonders die Notwendigkeit einer Zwei-Staaten-Lösung dürften nicht aus dem Blick geraten. Die herrschende islamistische Hamas repräsentiere nicht die gewöhnlichen Palästinenser und ihre Barbarei solle nicht die legitimen Bestrebungen des palästinensischen Volkes untergraben.

Nach Angaben des Élyséepalastes unterstrichen Macron und Sunak ihre Unterstützung für das Recht Israels, sich im Rahmen des Kriegs- und des Völkerrechts zu verteidigen. Außerdem tauschten sich die beiden zu den Geiseln und den Bemühungen zu deren Befreiung aus. Macron skizzierte erneut seine Vision einer Friedensinitiative mit dem Dreiklang Terrorbekämpfung, Bevölkerungsschutz und politische Gespräche. Dem Palast zufolge teilte Sunak diesen Ansatz.

Weltweite Proteste gegen Israel und Aufrufe zu Feuerpause

17.02 Uhr: Angesichts des Leidens der Zivilisten im Gazastreifen demonstrierten in zahlreichen Ländern der islamischen Welt Menschen gegen Israel. Nicht nur in Städten wie Istanbul, sondern auch in London oder New York forderten Demonstranten eine Feuerpause. Auch in mehreren deutschen Städten kam es zu wieder zu pro-palästinensischen Kundgebungen. Die größte war am Samstag mit etwa 11.000 Teilnehmern in Berlin unter dem Motto „Global South United“. Am Sonntag demonstrierten in Berlin-Mitte etwa 250 Menschen gegen Antisemitismus und Islamismus.

Tausende bei pro-palästinensischer Demo in Berlin.
Tausende bei pro-palästinensischer Demo in Berlin. © Unbekannt | Unbekannt

Rutte pocht bei Netanjahu auf viel mehr Hilfe für Gazastreifen

16.48 Uhr: Der niederländische Premier Mark Rutte von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu „dramatisch mehr“ humanitäre Hilfe für die Bevölkerung im Gazastreifen verlangt. „Sie brauchen jetzt Wasser, Lebensmittel, Treibstoff und medizinische Hilfe“, sagte Rutte am Sonntag nach einem Telefonat mit Netanjahu. „Dies ist auch notwendig, damit die Welt Israel weiterhin unterstützt.“ Der beste Weg zu einer umfassenden Unterstützung seien humanitäre Pausen. „Wir haben auch über die Möglichkeit gesprochen, den Gazastreifen auf dem Seeweg von Zypern aus mit humanitärer Hilfe zu versorgen.“

Rutte pochte auch auf Zurückhaltung bei militärischen Aktionen, um eine regionale Eskalation und den Tod möglichst vieler unschuldiger Zivilisten zu vermeiden. „Dies schmälert nicht das Recht auf Selbstverteidigung, aber Israel muss auch zeigen, dass es verhältnismäßig handelt.“ Israel müsse die Abschreckung gegenüber terroristischen Organisationen wie der Hamas wiederherstellen.

„Schließlich haben wir die Perspektive für die Palästinenser erörtert: ein sicherer eigener Staat neben einem sicheren Israel“, sagte Rutte. „Gerade in dieser dunklen Zeit sollten wir versuchen, die Gelegenheit zu ergreifen, das Gespräch darüber neu zu beginnen.“

Washington: Israel muss zwischen Hamas und Zivilisten unterscheiden

16:27 Uhr: Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hat Israel aufgerufen, bei seinem militärischen Vorgehen im Gazastreifen genau zwischen Zivilisten und militanten Hamas-Mitgliedern zu unterscheiden. Die israelische Armee und die israelische Regierung hätten die Aufgabe, „alle ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu treffen, um zwischen Hamas-Terroristen, die legitime militärische Ziele sind, und Zivilisten, die dies nicht sind, zu unterscheiden“, sagte Sullivan am Sonntag dem Sender CNN.

Präsident Joe Biden werde im weiteren Verlauf des Tages den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu anrufen, um erneut die Position Washingtons darzulegen, dass Zivilisten geschützt werden müssten kündigte Sullivan an. Bei den seit drei Wochen andauernden israelischen Angriffen wurden im Gazastreifen nach nicht bestätigten Angaben des dortigen Hamas-Gesundheitsministeriums mehr als 8000 Menschen getötet.

„Wir gehen davon aus, dass tausende palästinensische Zivilisten bei diesem Bombardement getötet wurden“, sagte Sullivan. Jeder einzelne Tote dort sei eine Tragödie ebenso wie dies in Israel der Fall sei. Die islamistische Hamas hatte Israel am 7. Oktober angriffen und dabei nach israelischen Angaben etwa 1400 Menschen getötet und 229 als Geiseln verschleppt. Israel riegelte daraufhin den Gazastreifen ab und nahm das Küstengebiet unter Dauerbeschuss.

WHO besorgt nach Aufforderung zu Klinik-Evakuierung

14.29 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation hat sich besorgt gezeigt über die Berichte des palästinensischen Roten Halbmonds, wonach Israel zur Evakuierung des Al-Kuds-Krankenhaus in Gaza-Stadt aufgerufen hat. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus schrieb auf X, früher Twitter, es sei unmöglich ein ganzes Krankenhaus zu evakuieren, ohne das Leben von Patienten aufs Spiel zu setzen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation sind in dem Krankenhaus derzeit 12.000 Menschen untergebracht. Auf der Intensivstation seien vor allem Kinder, die bei Luftangriffen verletzt worden seien. „Die meisten von ihnen sind an Beatmungsgeräte angeschlossen. Sie zu evakuieren würde bedeuten, sie zu töten“, so eine Sprecherin des palästinensischen Roten Halbmonds. Das israelische Militär kommentierte die Angaben zunächst nicht.

Hamas setzt Raketenangriffe auf Israel fort

13.22 Uhr: Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas, haben israelische Ortschaften am Sonntag erneut mit Raketen angegriffen. Sie bekannten sich in ihrem Telegram-Kanal zu Attacken auf den Großraum Tel Aviv. In mehreren Städten im Umkreis der Küstenmetropole gab es am Sonntag Raketenalarm, ebenso in Ortschaften im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Das israelische Fernsehen berichtete, bis zu zwei Millionen Menschen seien durch den Alarm und Aufrufe, sich in Schutzräume zu begeben, betroffen gewesen.

Drohungen aus Iran: „rote Linie überschritten“

11.39 Uhr: Angesichts der verstärkten israelischen Luftangriffe im Gazastreifen hat Irans Präsident Ebrahim Raisi mit dem Eingreifen weiterer Akteure in den Krieg zwischen Israel und der Hamas gedroht. Israels „Verbrechen“ hätten „die roten Linien überschritten“, warnte Raisi am Sonntag im Onlinedienst X, vormals Twitter. Dies könne „jeden dazu zwingen, Maßnahmen zu ergreifen“.

Washington würde Teheran zwar „bitten, nichts zu tun“, fügte Raisi hinzu. „Aber sie unterstützen Israel weiterhin auf breiter Front.“ Ebenso hätten die USA „Botschaften an die Achse des Widerstands“ geschickt, erklärte Raisi. Dieser Begriff wird von iranischen Funktionsträgern benutzt, um von Teheran unterstützte militante Organisationen in anderen Ländern zu bezeichnen, darunter die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen sowie weitere Gruppierungen im Irak und in Syrien.

Der Gazastreifen ist unter israelischem Beschuss. Gleichzeitig feuert die Hamas aus Gaza weiter Raketen Richtung Israel.
Der Gazastreifen ist unter israelischem Beschuss. Gleichzeitig feuert die Hamas aus Gaza weiter Raketen Richtung Israel. © AFP | FADEL SENNA

Israel kündigt Ausweitung humanitärer Hilfe für Gazastreifen an

11.37 Uhr: Israel will die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen nach eigenen Angaben erleichtern. Elad Goren von der zuständigen Cogat-Behörde sagte Journalisten am Sonntag, Hilfslieferungen sollten in den kommenden Wochen „dramatisch erhöht“ werden. Dies geschehe auf Bitten der USA.

Es sei ein neuer gemeinsamer Mechanismus mit USA, Ägypten und den Vereinten Nationen eingerichtet worden. Hilfslieferungen für Gaza sollten demnach zunächst am Nitzana-Übergang von Israel nach Ägypten geprüft werden. Man habe große Sorgen, dass in den Lastwagen auch Waffen in den Gazastreifen geschafft werden könnten, sagte Goren.

Nach der Kontrolle sollten die Hilfslieferungen über den Rafah-Grenzübergang von Ägypten in den Gazastreifen gebracht und dort den Vereinten Nationen übergeben werden. Diese Lieferungen seien nur für den südlichen Abschnitt des Gazastreifens bestimmt. Goren sprach von einer „humanitären Zone“ im Bereich von Chan Junis.

UN: Tausende brechen im Gazastreifen in Lager für Hilfsgüter ein

10.20 Uhr: Im Gazastreifen sind dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA zufolge Tausende Menschen in Lager- und Verteilhäuser für Hilfsgüter eingebrochen. Im zentralen und südlichen Gazastreifen hätten sie dabei Weizenmehl und andere Dinge wie Hygieneartikel mitgenommen, teilte UNRWA am Sonntag mit. In einem der Häuser sind Hilfsgüter gelagert, die mit humanitären Konvois aus Ägypten in den Gazastreifen gelangen.

„Dies ist ein besorgniserregendes Zeichen, dass die zivile Ordnung nach drei Wochen Krieg und einer festen Belagerung Gazas langsam zusammenbricht. Die Menschen haben Angst, sind frustriert und verzweifelt“, erklärte Thomas White, UNRWA-Leiter im Gazastreifen. Die Güter auf Märkten würden knapp und die aus Ägypten kommende Hilfe sei nicht genug. Die Bedürfnisse der Menschen seien enorm – „wenn auch nur für das einfache Überleben“. Die Versorgungslage im Gazastreifen war schon vor Kriegsbeginn sehr schlecht und hat sich durch die laufenden Kämpfe noch verschlimmert. Große Ströme der durch Israels Angriffe vertriebenen Menschen würden den Druck auf Gemeinden im Süden des Gazastreifens noch erhöhen, sagte White. Einige Familien hätten bis zu 50 Verwandte in einem Haushalt aufgenommen.

Lastwagen mit humanitärer Hilfe für den Gazastreifen fahren in Rafah aus Ägypten ein.
Lastwagen mit humanitärer Hilfe für den Gazastreifen fahren in Rafah aus Ägypten ein. © DPA Images | Mohammed Talatene

Internet im Gazastreifen teilweise wiederhergestellt

10.19 Uhr: Der nahezu vollständige Blackout bei Internet- und Kommunikationsverbindungen im Gazastreifen ist nach Angaben palästinensischer Telefongesellschaften teilweise behoben worden. Die Palestine Telecommunications (Paltel) schrieb am Sonntag auf Facebook, dass die Festnetz-, Mobilfunk- und Internetverbindungen nach den schweren Störungen, die seit Freitagabend bestanden, allmählich behoben werden.

Auch ein anderer großer Anbieter, die Jawwal Telecommunication Company, gab am Sonntag bekannt, dass ihre Telekommunikationsdienste „allmählich wiederhergestellt werden“. Die Organisation Netblocks, die für die Beobachtung von Internetsperren bekannt ist, bestätigte auf der Plattform X (vormals Twitter), dass der Internetverkehr in Gaza wiederhergestellt wurde.

Die Kommunikation innerhalb des abgeriegelten Gazastreifens über das Internet oder Telefone war am Freitagabend fast völlig zusammengebrochen. Auch die Verbindungen nach außen waren am Samstag nur mit Satellitenhandys oder von hohen Gebäuden im Süden des Gazastreifens mit israelischen Sim-Karten möglich. Schuld für den Blackout sei die heftige Bombardierung durch die israelische Armee, teilte Paltel mit. Die „New York Times“ schrieb, die Störungen könnten auch eine andere Ursache haben.

Israels Armee weitet Bodeneinsätze aus

8.20 Uhr: Israels Armee hat im Zuge der Ausweitung ihrer Kampfeinsätze im Gazastreifen nach eigenen Angaben erneut Hunderte Stellungen der islamistischen Hamas angegriffen. Wie das Militär am Sonntagmorgen auf Telegram bekanntgab, hätten Kampfflugzeuge im Verlauf des vergangenen Tages mehr als 450 Ziele bombardiert, darunter Kommandozentralen, Beobachtungsposten und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen. Im Zusammenwirken mit den eigenen Bodentruppen hätten die israelischen Kampfverbände Terrorzellen attackiert, die versucht hätten, anzugreifen und Panzerabwehrraketen abzufeuern.

Ein israelischer Offizier sei in der Nacht schwer verletzt worden, als er im nördlichen Gazastreifen von einer Mörsergranate getroffen worden sei, hieß es. Ein weiterer israelischer Soldat sei bei einem Gefecht mit Terroristen ebenfalls im Norden verletzt worden sein. Beide würden im Krankenhaus behandelt, teilte Israels Militär weiter mit.

Israelische Bodentruppen rücken im Norden des Gazastreifens vor.
Israelische Bodentruppen rücken im Norden des Gazastreifens vor. © AFP | ARIS MESSINIS

Netanjahu macht Geheimdienst Vorwürfe: Wurde nicht vor Krieg gewarnt

8.14 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem Geheimdienst vorgeworfen, ihn nicht vor Kriegsabsichten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas gewarnt zu haben. In einem Post auf der Online-Plattform X, den Netanjahu in der Nacht zu Sonntag veröffentlichte, hieß es: „Unter keinen Umständen und zu keinem Zeitpunkt wurde der Ministerpräsident vor kriegerischen Absichten der Hamas gewarnt. Im Gegenteil, alle Sicherheitsvertreter, einschließlich des Militärgeheimdienstchefs und des Chefs von Schin Bet (Inlandsgeheimdienst) waren der Einschätzung, dass die Abschreckung gegen die Hamas wirkt und diese eine Verständigung anstrebt.“

Lesen Sie dazu auch: Wie viel Rückhalt hat Benjamin Netanjahu noch?

Diese Einschätzung sei dem Ministerpräsidenten und der Regierung immer wieder vorgelegt worden, bis zum Ausbruch des Kriegs, hieß es in dem X-Post. Mittlerweile hat Netanjahu den Beitrag gelöscht. Anders als führende Repräsentanten von Militär, Geheimdienst und Verteidigungsminister Joav Galant weigert Netanjahu sich bisher beharrlich, eine Mitverantwortung für das israelische Versagen am 7. Oktober einzugestehen.

Benjamin Netanjahu ist seit dem Angriff der Hamas auf israelische Zivilisten unter Druck
Benjamin Netanjahu ist seit dem Angriff der Hamas auf israelische Zivilisten unter Druck © DPA Images | Abir Sultan
  • Geschichte: Israel als Heimat für alle Juden – Was ist Zionismus?
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Israel-News vom 28. Oktober – Israelischer Kommunikationsminister will Starlink-Nutzung in Gaza verhindern

21.45 Uhr: Israels Minister für Kommunikation, Shlomo Karhi, hat angekündigt, den Einsatz des Satellitensystems Starlink im Gazastreifen zu unterbinden. Der Parteigenosse von Ministerpräsident Netanjahu schrieb auf X (früher Twitter) über Starlink: „Hamas wird es für terroristische Aktivitäten nutzen. Daran gibt es keinen Zweifel, wir wissen es, und Musk weiß es“. Er kündigte daher an, „alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen“, um die Nutzung des Hochpräzisionsnetzwerks zu unterbinden.

Zuvor hatte Elon Musk verkündet, den SpaceX-Service zur Unterstützung humanitärer Organisationen einzusetzen. Den Ortungsdienst nutzen auch ukrainische Truppen, die sich gegen die russische Invasion verteidigen.

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Netanjahu ruft zweite Phase des Kriegs aus: Bodenoffensive ausgeweitet

20.30 Uhr: Mit der Ausweitung der Bodeneinsätze des israelischen Militärs im Gazastreifen hat nach Angaben von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die zweite Phase des Krieges gegen die Hamas begonnen. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten sowie die Herrschaft der Islamistenorganisation zu zerstören und die Geiseln nach Hause zurückzubringen, sagte er am Samstagabend vor Journalisten in Tel Aviv. Die Notstandsregierung habe die Entscheidung zur Ausweitung der Bodeneinsätze einstimmig getroffen.

Armeeangaben zufolge waren in der Nacht zum Samstag israelische Truppen in den Norden des Gazastreifens vorgedrungen. Die Bodentruppen sind demnach immer noch vor Ort. Beteiligt seien Infanterie, Panzertruppen, Ingenieurkorps und Artillerie, hieß es. Dem Militär zufolge sollen vermehrt unterirdische Ziele und terroristische Infrastruktur angegriffen werden. Das israelische Militär hatte zuvor bereits vereinzelte, zeitlich eng begrenzte Vorstöße am Boden gemacht.

Ausweitung der Bodeneinsätze – Israel greift Terrorzellen in Gaza an

19.30 Uhr: Nach der Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen hat Israels Armee dort nach eigenen Angaben mehrere Terrorzellen identifiziert und angegriffen. Die Gruppen hätten auch versucht, Raketen und Granaten abzufeuern, teilte das Militär am Samstag mit. Auch die Soldaten seien beschossen worden. Die Terrorzellen seien „neutralisiert“ worden. Unklar war zunächst, ob die extremistischen Palästinenser dabei getötet wurden.

Panzertruppen, Ingenieurkorps und Infanterie seien zusammen im Einsatz, hieß es weiter. Soldaten hätten dabei auch ein mit Sprengfallen versehenes Gebäude zerstört. Hubschrauber hätten, von Panzern geleitet, einen Treffpunkt der Hamas getroffen.

Armeeangaben zufolge waren in der Nacht zum Samstag israelische Truppen in den Norden des Gazastreifens vorgedrungen. Die Bodentruppen sind demnach immer noch vor Ort. Unter den israelischen Soldaten gebe es keine Opfer, hieß es weiter. Israels Armee habe mehrere ranghohe Kommandeure der islamistischen Hamas getötet. Dies ermögliche es den Bodentruppen, gegen einen geschwächten Feind zu kämpfen, wurde mitgeteilt.

EU-Chefdiplomat Borrell: Israel verletzt Völkerrecht

19 Uhr: Nach Ansicht von EU-Chefdiplomat Josep Borrell verletzt Israel mit seinen Angriffen im Kampf gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas das Völkerrecht. „Gaza ist im kompletten Blackout und isoliert, während der schwere Beschuss anhält“, schrieb Borrell am Samstag auf der Plattform X (ehemals Twitter). Das UN-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge warne vor der verzweifelten Lage der Menschen in Gaza ohne Strom, Nahrung und Wasser. „Viel zu viele Zivilisten, darunter auch Kinder, sind getötet worden. Das ist gegen das humanitäre Völkerrecht.“

Eine Pause der Kämpfe sei dringend notwendig, um humanitären Zugang zu ermöglichen, schrieb Borrell weiter. „Wir verurteilen alle Angriffe auf Zivilisten, einschließlich den anhaltenden wahllosen Raketenbeschuss auf Israel, und fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Geiseln.“

Hamas erneuert Angebot zum Austausch von Geiseln

18.45 Uhr: Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas ist nach eigenen Angaben zur Freilassung der von ihr verschleppten Geiseln bereit, wenn Israel seinerseits alle palästinensischen Gefangenen freilässt. Dies sei der „Preis“, den Israel „bezahlen“ müsse, hieß es am Samstag in einer vom Hamas-Fernsehen verbreiteten Videobotschaft des Sprechers des bewaffneten Arms der militanten Organisation, Abu Obeida.

„Der Preis, der für die große Zahl feindlicher Geiseln in unserer Hand zu zahlen ist, ist es, die (israelischen) Gefängnisse von allen palästinensischen Inhaftierten zu leeren“, sagte Obeida.

Die Hamas hatte am 7. Oktober einen beispiellosen Großangriff auf Israel begonnen. Dabei wurden nach israelischen Angaben etwa 1400 Menschen getötet. Zudem verschleppte sie 229 Menschen in den Gazastreifen, vier der Geiseln ließ sie inzwischen frei. Als Reaktion riegelte Israel den Gazastreifen ab und startete massive Luftangriffe. Dabei wurden nach von unabhängiger Seite nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 7700 Menschen getötet.

Israel zieht Diplomaten nach Erdogan-Aussagen aus Ankara ab

18.20 Uhr: Nach „harschen Äußerungen“ aus der Türkei hat Israel seine diplomatischen Vertreter aus dem Land zurückgerufen. Israel werde eine Neubewertung der Beziehungen zur Türkei vornehmen, schrieb Außenminister Eli Cohen am Samstag auf der Plattform X.

Die Türkei hatte in den vergangenen Wochen schon mehrfach scharfe Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem brutalen Massaker der Hamas am 7. Oktober in israelischen Grenzorten geäußert.

Am Samstag sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf einer pro-palästinensischen Demonstration in Istanbul, Israel sei nur „eine Schachfigur“ in der Region, die, „wenn der Tag kommt“, geopfert werde. Das Land begehe „Kriegsverbrechen“. Zugleich warf er „westlichen Regierungen“ vor, hauptsächlich für die „Massaker“ im Gazastreifen verantwortlich zu sein.

Binnenflüchtlinge stürmen im Gazastreifen UN-Lebensmittellager

18.10 Uhr: Im von Israel abgeriegelten und angegriffenen Gazastreifen haben palästinensische Binnenflüchtlinge ein UN-Lebensmittellager gestürmt. Sie trugen laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten am Samstag Säcke und Kartons aus dem Gebäude des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) in Deir al-Balah, das südlich der Stadt Gaza liegt.

„Wir haben kein Mehl, keine Hilfe, kein Wasser, nicht mal Toiletten. Unsere Häuser wurden zerstört. Keiner kümmert sich um uns“, sagte Abdulrahman al-Kilani. „Wir hätten das nicht getan, wenn wir nicht bedürftig wären“, begründete er die Plünderung.

Auch Um Samer al-Atta verwies auf die Not der Binnenflüchtlinge im Gazastreifen. „Wir brauchen frisches Wasser, wir brauchen Lebensmittel, wir hungern“, sagte er AFP. „Unsere Kinder können nicht schlafen. Wir müssen ihnen Wasser und Nahrung geben.“

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte am 7. Oktober einen Großangriff auf Israel gestartet und dabei nach israelischen Angaben etwa 1400 Menschen getötet. Zudem verschleppten die schwer bewaffneten Islamisten 229 Menschen als Geiseln.

Libanon hat „Notfallplan“ für israelische Eskalation

17 Uhr: Die Regierung des Libanons hat nach Worten ihres geschäftsführenden Premierministers Nadschib Mikati einen Notfallplan vorbereitet, falls sich der Gaza-Krieg ausweiten sollte. Damit sollten „Folgen von Israels Aggression im Süden und den anhaltenden Attacken auf palästinensische Brüder gemildert“ werden, sagte Mikati am Samstag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA. Details zu dem Plan nannte er nicht. Die libanesische Regierung versuche mit „diplomatischen und politischen Bemühungen, sowohl regional als auch international“, Israels Angriffe zu stoppen.

Mikati äußerte sich nach einem Treffen mit dem sunnitischen Großmufti des Libanons, Scheich Abdul Latif Derian. Beide hätten vor allem über Israels Angriffe auf den Gazastreifen und die Lage im Süd-Libanon gesprochen.

Ärztliche Versorgung im Gazastreifen „komplett paralysiert“

16.40 Uhr: Die ärztliche Versorgung im Gazastreifen ist der dortigen Gesundheitsbehörde zufolge wegen eines Blackouts bei Telefon- und Internetverbindungen „komplett paralysiert“. Das sagte der Sprecher Aschraf al-Kudra am Samstag. Krankenwagen und Ärzte-Teams könnten ihre Arbeit nicht mehr machen. Die Behörde untersteht der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas.

Die Kommunikation innerhalb des Gazastreifens über das Internet und Telefone war am Freitag fast vollständig zusammengebrochen. Als Folge konnten beispielsweise Opfer von Angriffen keinen Notruf absetzen. Mehrere UN-Organisationen sowie internationale Hilfsorganisation verloren nach eigenen Angaben den Kontakt zu ihren Mitarbeitern im Gazastreifen.

Schuld sei die heftige Bombardierung durch die israelische Armee, teilte das im Westjordanland ansässige palästinensische Unternehmen Paltel mit. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Israels Armee ruft Bevölkerung erneut zur Flucht nach Süd-Gaza auf

16.10 Uhr: Israels Armee hat Menschen, die sich noch im nördlichen Gazastreifen und in Gaza-Stadt befinden, erneut zur Flucht in den Süden des Küstengebiets aufgerufen. „Dies ist keine bloße Vorsichtsmaßnahme, sondern ein dringender Appell“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag in einer Ansprache. „Ihr Zeitfenster zum Handeln schließt sich.“ Der Aufruf diene der Sicherheit der Zivilbevölkerung. „Eine Rückkehr in den nördlichen Gazastreifen wird möglich sein, sobald die intensiven Feindseligkeiten beendet sind“, sagte Hagari weiter. Einen konkreten Zeitrahmen nannte er jedoch nicht.

Musk: Starlink-Satelliten sollen bei Kontakt zu Hilfsorganisationen in Gaza helfen

15.45 Uhr: Tech-Milliardär Elon Musk will nach eigenen Angaben mithilfe des Satelliten-Kommunikationssystem Starlink seiner Firma SpaceX dabei helfen, die derzeit unterbrochene Kommunikation zu international anerkannten Hilfsorganisationen im Gazastreifen wieder herzustellen. „Starlink wird die Konnektivität zu international anerkannten Hilfsorganisationen in Gaza unterstützen“, kündigte Musk am Samstag auf der Plattform X, früher Twitter, an. Details nannte er nicht.

Musk antwortete auf einen Beitrag der linken Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez, die zuvor angeprangert hatte, dass die Unterbrechung der Kommunikation zur Bevölkerung in Gaza nicht hinnehmbar sei. Journalisten, medizinisches Personal und humanitäre Hilfe und unschuldige Zivilisten seien gefährdet.

Weiter Raketenangriffe aus Gaza auf israelische Grenzorte

11.45 Uhr: Israelische Grenzorte sind am Samstag weiter vom palästinensischen Gazastreifen aus beschossen worden. In den Ortschaften im Grenzgebiet zu dem Küstenstreifen heulten mehrmals Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte.

Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Islamistenorganisation Hamas, bekannten sich zu einem Angriff auf den Ort Zikim. Sie hatten sich auch am Freitag zu Raketenangriffen auf Israel bekannt, unter anderem auf die Küstenmetropole Tel Aviv. Die Hamas wird nicht nur von Israel, sondern auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft .Seit Beginn des Krieges vor drei Wochen sind nach israelischen Angaben rund 8000 Raketen von Gaza aus auf Israel abgefeuert worden. Ein Teil davon sei im Gazastreifen selbst eingeschlagen und habe dort auch Opfer verursacht.

Israelische Soldaten sind mit Panzern in den Gazastreifen vorgerückt.
Israelische Soldaten sind mit Panzern in den Gazastreifen vorgerückt. © DPA Images | Ohad Zwigenberg

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Armeesprecher: Israelische Bodentruppen weiter im Gazastreifen

11.07 Uhr: Nach Ausweitung der israelischen Bodeneinsätze im Gazastreifen befinden die Truppen sich nach Militärangaben weiter vor Ort. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari sagte am Samstag, Israel schreite „in den Kriegsphasen voran“. In der Nacht „sind israelische Truppen in den Norden des Gazastreifens vorgedrungen und haben den Bodeneinsatz ausgeweitet“, sagte er. Beteiligt seien Infanterie, Panzertruppen, Ingenieurkorps und Artillerie. Die Bodentruppen seien immer noch vor Ort. Unter den israelischen Soldaten gebe es keine Opfer.

Hagari sagte, es seien mehrere ranghohe Kommandeure der islamistischen Hamas getötet worden, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird. Darunter sind nach Militärangaben auch ein Hamas-Marinekommandeur sowie der für Luftangriffe zuständige Hamas-Anführer Asem Abu Rakaba. Dieser habe unter anderem den Einsatz von Drohnen und Drachenfliegern koordiniert und sei an der Planung des Massakers an israelischen Zivilisten am 7. Oktober beteiligt gewesen.

Israel wird weitere Gaza-Hilfslieferungen ermöglichen

10.35 Uhr: Die israelische Armee hat nach Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen eine Verstärkung der humanitären Hilfslieferungen für die palästinensische Bevölkerung angekündigt. „Für die Einwohner des Gazastreifens, die in das Gebiet südlich von Wadi Gaza gegangen sind, weiten wir die humanitäre Hilfe aus“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag. Man werde im Verlauf des Tages die Einfuhr von Lastwagen mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten in den Süden des Küstenstreifens ermöglichen. „Wer sich in diesem Gebiet aufhält, wird diese erhalten“, sagte Hagari.

Die israelische Armee hatte die Menschen im Norden des Gazastreifens immer wieder aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen. Dies haben nach Militärangaben bereits mindestens rund 700 000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben in dem dicht besiedelten Gebiet mehr als 2,2 Millionen Menschen.

Gaza-Stadt: Rauch von Explosionen, verursacht durch israelischen Beschuss im nördlichen Gazastreifen, steigen in den nächtlichen Himmel.
Gaza-Stadt: Rauch von Explosionen, verursacht durch israelischen Beschuss im nördlichen Gazastreifen, steigen in den nächtlichen Himmel. © DPA Images | Abed Khaled

Sorge um Geiseln nach Ausweitung der Bodeneinsätze

10.05 Uhr: Nach Ausweitung der israelischen Bodeneinsätze im Gazastreifen haben am Samstag rund 600 Menschen in Tel Aviv an einem Solidaritätslauf für die dort festgehaltenen Geiseln teilgenommen. Sie trugen Startnummern mit Namen und Bildern der Geiseln, wie der israelische Sender Kan berichtete.

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Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete, Angehörige der Geiseln hätten nach Ausweitung der Bodeneinsätze ein dringendes Treffen mit dem sogenannten Kriegskabinett gefordert. „Diese Nacht war die bisher schlimmste von allen, und wir haben sie in großer Angst verbracht“, zitierte ynet aus einer Stellungnahme der Angehörigen. Es herrsche große Ungewissheit hinsichtlich des Schicksals der Geiseln in Gaza, „die dort festgehalten werden und auch den schweren Bombardements ausgesetzt sind“.

Meirav Leshem Gonen, Mutter einer weiblichen Geisel, sagte dem israelischen Armeesender am Samstag: „Ich verstehe nichts von Strategie, ich verstehe etwas von Mutterschaft - und ich habe das Gefühl, dass dies ein Krieg ist, den wir schon verloren haben. Wie kann man sicherstellen, dass meine Tochter und die anderen Geiseln wirklich lebend nach Hause kommen?“

Tel-Aviv: Einwohner von Kfar Azza halten während einer Demonstration Plakate von israelischen Geiseln, die von militanten palästinensischen Hamas-Kämpfern festgehalten werden.
Tel-Aviv: Einwohner von Kfar Azza halten während einer Demonstration Plakate von israelischen Geiseln, die von militanten palästinensischen Hamas-Kämpfern festgehalten werden. © DPA Images | Ilia Yefimovich

Israels Militär: Hamas-Verantwortlicher für Drohnen „ausgeschaltet“

7.04 Uhr: Israel hat nach eigenen Angaben den Verantwortlichen der Islamistenorganisation Hamas für Luftverteidigung und Co-Planer der Terrorattacke vom 7. Oktober getötet. Auf Grundlage nachrichtendienstlicher Informationen habe ein Kampfjet Asem Abu Rakaba „ausgeschaltet“, teilte das Militär am Samstag auf Telegram mit. Demnach kümmerte sich Abu Rakaba für die Hamas um Drohnen, Gleitschirme sowie Luftaufklärung- und -verteidigung. Die israelische Armee veröffentlichte dazu ein Video, das die Explosion eines Gebäudes aus der Luft zeigte.

Den israelischen Angaben zufolge plante Abu Rakaba den blutigen Angriff vom 7. Oktober im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Gazastreifen mit, bei dem mehr als 1400 Menschen starben und die Angreifer mehr als 200 weitere als Geiseln verschleppten. Er sei für Drohnenangriffe verantwortlich gewesen und habe die Kämpfer koordiniert, die mit Gleitschirmen auf israelisches Gebiet damals vordrangen, hieß es.

27.10.2023, Palästinensische Gebiete, Gaza: Ein Feuerwehrmann löscht einen Brand nach einem israelischen Bombenangriff in der Stadt im Gaza-Streifen. Foto: Saher Alghorra/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
27.10.2023, Palästinensische Gebiete, Gaza: Ein Feuerwehrmann löscht einen Brand nach einem israelischen Bombenangriff in der Stadt im Gaza-Streifen. Foto: Saher Alghorra/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Saher Alghorra

Bundeswehr soll bei Evakuierung von Deutschen helfen

5.16 Uhr: Die Bundeswehr hat für eine mögliche Evakuierung deutscher Staatsbürger inzwischen mehr als 1000 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Die überwiegende Zahl der Männer und Frauen sei nun auf Zypern in Bereitschaft, wurde der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen erklärt. Sie seien von dort aus praktisch sofort einsatzbereit, ohne dass aber die weitere Entwicklung in der Folge des Großangriffs der Hamas auf Israel abzusehen sei.

Das Verteidigungsministerium hatte am vergangenen Wochenende erklärt, die eigene Reaktionsfähigkeit in der Region werde erhöht. Auf Zypern wurde ein Planungs- und Führungsstab für einen möglichen Evakuierungseinsatz aufgebaut. Auf der Insel sind auch Spezialkräfte der Deutschen Marine (KSM) mit den Kampfschwimmern in Warteposition. Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sind nach Jordanien geflogen worden.

Israel-News vom 27. Oktober – WHO hat Kontakt zu Mitarbeitern im Gazastreifen verloren

22.31 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keinen Kontakt mehr zu Mitarbeitern, Gesundheitseinrichtungen und anderen Partnern im Gazastreifen. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend auf der Plattform X, früher Twitter. Wegen der „Belagerung“ mache er sich große Sorgen um deren Sicherheit und die unmittelbare Gesundheitsgefährdung von gefährdeten Patienten. „Wir drängen auf sofortigen Schutz.“ In einem zweiten Tweet fügte er nur das Wort: „Warum?“ hinzu.

Zuvor hatte die Palästinensische Telekommunikationsgesellschaft mitgeteilt, alle Kommunikations- und Internetdienste seien wegen der heftigen Bombardierung durch die israelische Armee ausgefallen. Auch der Palästinensische Rote Halbmond schrieb auf X, man habe den Kontakt zu allen Einsatzzentralen und Teams im Gazastreifen verloren.

Jordanischer Außenminister: Israel hat Bodenoffensive begonnen

22.26 Uhr: Israel hat seine erwartete Bodenoffensive im Gazastreifen nach Worten des jordanischen Außenministers Aiman Safadi begonnen. „Israel hat gerade einen Bodenkrieg gegen Gaza gestartet“, schrieb Safadi am Freitagabend bei X. „Das Ergebnis wird eine humanitäre Katastrophe von epischem Ausmaß über Jahre sein.“

UN-Vollversammlung nimmt Resolution zur humanitären Lage in Gaza an

21.57 Uhr: Die UN-Vollversammlung hat eine Resolution zur Verbesserung der humanitären Situation und für eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen verabschiedet. Das Papier erreichte am Freitag in New York eine notwendige Zweidrittelmehrheit, Deutschland enthielt sich. Resolutionen der UN-Vollversammlung sind allerdings nicht rechtlich bindend, sondern gelten als symbolisch.

Internet- und Telefonnetz zusammengebrochen – Gaza abgeschnitten

20.17 Uhr: Wie mehrere israelische Medien übereinstimmend berichten, soll das Internet- und Telefonnetz im Gazastreifen zusammengebrochen sein. Das palästinensische Telekommunikationsunternehmen Paltel schrieb auf X, ehemals Twitter, ebenfalls von einer „vollständigen Unterbrechung aller Kommunikations- und Internetdienste“. Als Grund nennt die „Times of Israel“ die verstärkte Bombardierung der Region durch die israelische Armee. Die umkämpfte Region sei damit weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Rote Halbmond gab an, dass er jeglichen Kontakt zu seinen medizinischen Teams im Gazastreifen verloren habe. Eine weitere Konsequenz des Ausfalls sei, dass die Menschen vor Ort sich nicht mehr telefonisch an die Rettungsdienste wenden könnten.

Israel will Bodeneinsätze im Gazastreifen ausweiten

19.42 Uhr: Israels Armee hat angekündigt, ihre Bodeneinsätze im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas auszuweiten. Das teilte Militärsprecher Daniel Hagari am Freitagabend auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. „Die Luftwaffe greift in erheblichem Umfang unterirdische Ziele und terroristische Infrastrukturen an“, schrieb Hagari dort. „In Fortsetzung der Offensivaktivitäten, die wir in den letzten Tagen durchgeführt haben, weiten die Bodentruppen heute Abend ihre Bodenaktivitäten aus“. Israelischen Medien zufolge soll der Gazastreifen aus der Luft, vom Wasser aus und durch Bodentruppen angegriffen werden.

Bereits zuvor hatte die israelische Armee ihren Beschuss im Norden der von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Region deutlich ausgeweitet. Das zeigen von der Nachrichtenagentur AFP gefilmte Live-Aufnahmen. Die Angriffe begannen demnach gegen 19 Uhr (Ortszeit) und dauerten weiter an. Die israelische Armee teilte der AFP mit, dass sie „im Gazastreifen kontinuierlich“ gegen die dort herrschende militante Hamas vorgehe.

Kommandozentrale der Hamas laut Israel unter größter Gaza-Klinik

18:20 Uhr: Die Kommandozentrale der radikal-islamischen Hamas liegt offenbar unter dem größten Krankenhaus Gazas. Das will der israelische Geheimdienst herausgefunden haben. „Hamas-Terroristen operieren innerhalb und unter dem Schifa-Krankenhaus“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Freitag. Zu der unterirdischen Basis führten Tunnel von außerhalb, zudem gebe es innerhalb der Klinik einen Eingang. Die Hamas nutze zudem auch verschiedene Abteilungen des Krankenhauses, um „Terroraktivitäten“ und Raketenabschüsse zu befehlen und zu kontrollieren, sagte er. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Palästinensische Kinder warten im Schifa-Krankenhaus auf ihre Behandlung. Laut Israel soll sich unter der Klinik in Gaza die Kommandozentrale der Hamas befinden.
Palästinensische Kinder warten im Schifa-Krankenhaus auf ihre Behandlung. Laut Israel soll sich unter der Klinik in Gaza die Kommandozentrale der Hamas befinden. © DPA Images | Mohammad Abu Elsebah

Auch andere Kliniken werden laut Israel für die Zwecke der Islamisten missbraucht. „Die Hamas führt Krieg aus Krankenhäusern heraus“, sagte Hagari weiter. In den Krankenhäusern im Gazastreifen gebe es auch Treibstoff. „Die Hamas nutzt ihn für ihre Terror-Infrastruktur“, berief sich der Militärsprecher auf Geheimdiensterkenntnisse. Die Armee zeigte unter anderem Satellitenbilder und weitere Beweismaterialien. Auf der Plattform X, vormals Twitter, veröffentlichte sie zudem eine Illustration, die unter dem Krankenhausgebäude in Gaza ein System aus Tunneln und unterirdischen Kammern zeigte.

Leseempfehlung: Woher kommt der Israel-Hass bei Fridays for Future?

17.38 Uhr:Teile der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future sorgen seit Tagen mit anti-israelischen und antisemitischen Aussagen für Aufsehen. Ein Experte ordnet ein – und spricht über Gefahren der Entwicklung.

Macron wirft Israel „undifferenziertes Bombardement“ in Gaza vor

17:12 Uhr:Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Israel ein „undifferenziertes Bombardement“ des Gazastreifens vorgeworfen. Frankreich erkenne den Willen und das Recht Israels vollständig an, gegen die Terroristen der Hamas zu kämpfen, und sei bereit, zu helfen. „Aber wir sind der Ansicht, dass die vollständige Blockade, das undifferenzierte Bombardement und erst recht die Aussicht auf eine massive Bodenoffensive nicht geeignet sind, die Zivilbevölkerung angemessen zu schützen“, sagte er.

Er bitte darum, dass Israel sich die Zeit nehme, um weitere Schritte gut vorzubereiten, so Macron. Zudem forderte er einen humanitären Waffenstillstand und kündigte eine Koalition mit mehreren europäischen Ländern an, um unter anderem einen humanitären Korridor auf See einzurichten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bei einer Pressekonferenz in Brüssel.
Der französische Präsident Emmanuel Macron bei einer Pressekonferenz in Brüssel. © AFP | Ludovic Marin

Lufthansa fliegt weiterhin nicht nach Israel

16:55 Uhr: Wegen der unsicheren Lage im Gaza-Krieg hat die deutsche Lufthansa ihre Flüge nach Israel und in den Libanon für weitere Wochen abgesagt. Die regulären Linienverbindungen von und nach Tel Aviv bleibendem nach bis einschließlich 30. November ausgesetzt, wie das Unternehmen nach einer Sitzung des Krisenstabs am Freitag mitteilte. Die libanesische Hauptstadt Beirut werde bis einschließlich 14. November nicht angeflogen. Man beobachte die Lage weiterhin intensiv und stehe im engen Kontakt mit den Behörden, hieß es.

Israel lehnt humanitäre Feuerpausen laut Sprecher weiter ab

16.48 Uhr: Erneut hat sich Israel gegen eine unter anderem von den EU-Staaten geforderten Feuerpausen im Gazastreifen ausgesprochen. „Israel lehnt einen humanitären Waffenstillstand derzeit ab“, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums am Freitag. Dazu würde jegliche Art von geforderten Feuerpausen zählen. Gleichwohl wies er darauf hin, dass das Land grundsätzlich jedoch erlaube, „dass humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gelangt, solange sie nicht in den Händen von Terroristen der Hamas landet“.

Am Donnerstagabend hatten die Staats- und Regierungschefs der EU in einer Gipfelerklärung „humanitäre Korridore und Pausen für humanitäre Zwecke“ im Gazastreifen gefordert. Die Erklärung des Gipfels, der ein heftiger Streit vorausgegangen war, stellte einen Kompromiss dar und sollte deutlich machen, dass die EU Israel nicht auffordert, den Kampf gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen mit sofortiger Wirkung einzustellen.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich immer weiter zu. Die Chancen auf eine Feuerpause sind derweil gering.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich immer weiter zu. Die Chancen auf eine Feuerpause sind derweil gering. © AFP | MAHMUD HAMS

Medizinisches Team des Roten Kreuzes erstmals seit Kriegsbeginn im Gazastreifen

15.12 Uhr: Erstmals seit Kriegsbeginn ist ein medizinisches Team des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) im Gazastreifen eingetroffen. Darunter seien auf Kriegsverletzungen spezialisierte Ärzte, teilte eine IKRK-Sprecherin am Freitag mit. Insgesamt hätten zehn Helfer und sechs Lastwagen mit Hilfsgütern die Grenze von Ägypten aus bei Rafah überquert.

„Die humanitäre Katastrophe verschlimmert sich von Stunde zu Stunde“, sagte der Regionaldirektor der Organisation, Fabrizio Carboni. „Ein sicherer und beständiger humanitärer Zugang ist dringend nötig“, betonte er. Das Team der Hilfsorganisation sei nur „eine kleine Hilfe, aber nicht genug“.

Fast die Hälfte der Israelis ist gegen zeitnahe Bodenoffensive

14.38 Uhr: Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger Israel lehnt laut einer Umfrage eine zeitnahe Bodenoffensive im Gazastreifen ab. In der am Freitag von der Zeitung „Maariv“ veröffentlichten Befragung des Instituts Panel4All sagten 49 Prozent, es sei besser, mit einer Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet „abzuwarten“. Nur 29 Prozent vertraten die Ansicht, die Offensive von Bodentruppen solle „unverzüglich“ beginnen.

Die israelische Armee bereitet sich weiter auf eine Bodenoffensive im Gazastreifen vor.
Die israelische Armee bereitet sich weiter auf eine Bodenoffensive im Gazastreifen vor. © DPA Images | Ohad Zwigenberg

Die Erhebung wurde am Mittwoch und Donnerstag vorgenommen. Für sie wurden 522 Menschen befragt. Seit dem am 7. Oktober gestarteten Großangriff der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel hat die israelische Arme zehntausende Soldaten für eine Bodenoffensive rund um den dichtbesiedelten Gazastreifen zusammengezogen.

Leseempfehlung:

14.25 Uhr: In vielen Kibbuzen nahe Gaza lebten Menschen, die in den Palästinensern gute Nachbarn sahen. Das Massaker der Hamas hat ihre Hoffnung auf Frieden zerstört. Lesen Sie hier, was Überlebende des Hamas-Terrors und Friedensaktivisten berichten.

Verfassungsschutz-Chef warnt vor Gewalt gegen Jüdinnen und Juden

14.02 Uhr: Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, warnt vor gezielten Angriffen auf Jüdinnen und Juden. Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sagte er, seit dem Überfall der Hamas auf Israel habe es in Deutschland bereits rund 1.800 Straftaten in diesem Zusammenhang gegeben. „Ich befürchte, dass uns diese neue Welle des Antisemitismus noch länger beschäftigen wird“, sagte er.

Den wachsenden Antisemitismus wertete Haldenwang als „Zäsur“. Der Judenhass auf deutschen Straßen erinnere „an die schlimmsten Zeiten der deutschen Geschichte“. Es gebe zudem „Alarmsignale, dass sich die Situation weiter zuspitzen könnte“. So seien manche Wohnhäuser von Jüdinnen und Juden mit einem Davidstern „regelrecht markiert“ worden.

Ein Polizist steht vor Demonstranten mit Israel-Flaggen bei einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus in Hamburg.
Ein Polizist steht vor Demonstranten mit Israel-Flaggen bei einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus in Hamburg. © DPA Images | Georg Wendt

„Wir müssen damit rechnen, dass gezielt Gewalt gegen Jüdinnen und Juden verübt werden könnte“, sagte der Verfassungsschutzpräsident. Sollte sich der Krieg in Israel und im Gaza-Streifen weiter zuspitzen und es „zu aufwühlenden Bildern“ kommen, könne dies „zu einer weiteren Radikalisierung auch hier in Deutschland“ führen.

UN-Menschenrechtsbüro wirft Israel Kriegsverbrechen vor

13.49 Uhr: Das UN-Menschenrechtsbüro stuft die Folgen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen für die Zivilbevölkerung als Kriegsverbrechen ein. „Für die 2,2 Millionen Menschen, die im Gazastreifen eingeschlossen sind, bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an“, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Auch die Geiselnahme der radikal-islamischen Hamas sei ein „Kriegsverbrechen“.

Israels kollektive Bestrafung der gesamten Bevölkerung von Gaza müsse sofort eingestellt werden. Auch der „Gebrauch von entmenschlichender Sprache gegenüber Palästinensern“ müsse aufhören. Trotz wiederholter israelischer Aufforderungen an Bewohner im nördlichen Gazastreifen, im Süden Schutz zu suchen, hätten die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe im südlichen und zentralen Gazastreifen intensiviert. Unterdessen gingen schwere Angriffe auf Gemeinden im Norden weiter. Eine Evakuierung unter diesen Umständen und bei vollständiger Belagerung lasse an eine Zwangsumsiedlung denken – das wäre ebenfalls ein Kriegsverbrechen.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich weiter zu.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich weiter zu. © DPA Images | Ali Mahmoud

Auch Israels Einsatz von Sprengwaffen mit Flächenwirkung in dicht besiedelten Gebieten sei „allem Anschein nach nur schwer mit dem humanitären Völkerrecht zu vereinbaren“, erklärte die Sprecherin. Eine „kollektive Bestrafung“ erfolge dadurch, dass die Zivilbevölkerung von Wasser, Lebensmitteln, Treibstoff und Strom abgeschnitten werde. Wegen Treibstoffmangels könnten Krankenhäuser und Bäckereien nicht arbeiten. Menschen würden unter immer schlimmeren Bedingungen in überfüllte Notunterkünfte gezwungen, wo Krankheitsausbrüche drohten.

Im gleichen Zug forderte das UN-Büro die bewaffneten palästinensischen Gruppen auf, vom wahllosen Raketenbeschuss auf Israel abzulassen. Die Milizen müssten „unverzüglich und bedingungslos alle Zivilisten freilassen“, die sie entführt hätten und noch immer festhielten.

„Rakete“ in Ägypten war Drohne

12.15 Uhr: Bei der angeblichen Rakete, die in Ägypten, nahe der Grenze zu Israel, niedergegangen sein soll, handelt es sich um eine Drohne. Eine „anonyme gelenkte Drohne“ sei Freitag früh in Nähe des Krankenhauses von Taba niedergegangen, sagte ein Sprecher der ägyptischen Armee am Freitag. „Der Vorfall wird von einem Sonderausschuss der betroffenen Behörden untersucht“, teilte der Sprecher mit. Sechs Menschen seien verletzt worden.

Der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News hatte vorher dagegen von einer Rakete berichtet und eine mögliche Reaktion nicht ausgeschlossen. „Sobald die Verantwortlichen hinter dem Raketenangriff feststehen, stehen alle Optionen zur Verfügung, um damit umzugehen“, berichtete der Sender unter Berufung auf einen Regierungsverteter. Ägypten behalte sich das Recht vor, zu reagieren.

Israels Armee erklärte, die Drohne sei aus „Nähe des Roten Meers“ gekommen. Israelische Kampfjets seien schnell in die Gegend beordert worden, sagte Armeesprecher Daniel Hagari laut israelischen Medien. Israel werde mit Ägypten und den USA an einer „verstärkte Verteidigung gegen Bedrohungen aus Nähe des Roten Meers“ arbeiten.

WHO kritisiert Diskussion um Totenzahlen im Gazastreifen

12.01 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält die Diskussion über die Verlässlichkeit der Opferzahlen, die von der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas stammen, für zynisch. Zum einen habe die WHO über Jahre keinen Anlass für Zweifel an Zahlen dieser Gesundheitsbehörden gehabt, sagte der WHO-Vertreter für die besetzten palästinensischen Gebiete, Richard Peeperkorn, am Freitag. Zum anderen mache es auch keinen Unterschied, ob es tausend mehr oder weniger Opfer gebe – die humanitäre Lage im Gazastreifen sei katastrophal, die Zahl der Opfer durch israelische Angriffe enorm. Peeperkorn war in Jerusalem und sprach über Videolink zu Reportern in Genf.

Nach Angaben von Peeperkorn funktionieren noch 23 der insgesamt 35 Krankenhäuser im Gazastreifen teilweise. Es müsse teils auf dem Fußboden operiert werden, sagte er. Eigentlich seien pro Tag 94 000 Liter Treibstoff für Generatoren nötig, um in den zwölf wichtigsten Krankenhäusern eine minimale Versorgung bei lebensgefährlichen Erkrankungen und Verletzungen aufrecht zu erhalten. Zweidrittel der 72 kleineren Gesundheitsstationen seien geschlossen.

Nach Angaben von Lynn Hastings, der UN-Koordinatorin für Humanitäre Hilfe in den besetzten Palästinensergebieten, bezogen die UN-Organisationen im Gazastreifen vor dem 7. Oktober Treibstoff von Israel. Nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober hat Israel die Lieferung von Treibstoff gestoppt.

UN haben manchmal Zugriff auf Treibstofflager in Gaza nahe Rafah

10.28 Uhr: Die Vereinten Nationen haben im Gazastreifen noch Treibstoff in einem Lager nahe dem Grenzübergang Rafah Richtung Ägypten. Vor dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober und der Abriegelung des Gazastreifens durch Israel seien dort etwa eine Million Liter gespeichert gewesen, sagte Lynn Hastings, die UN-Koordinatorin für Humanitäre Hilfe in den von Israel besetzten Palästinensergebieten am Freitag. Sie sprach aus Jerusalem über Video-Link zu Reportern in Genf.

Ihr sei nichts bekannt über ein separates Treibstofflager, auf das die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas Zugriff habe, sagte Hastings. Das Treibstofflager bei Rafah sei mit Kenntnis von Israel seit 2021 beliefert und von Katar bezahlt worden.

Palästinenser stehen vor der beschädigten Tankstelle, die bei einem israelischen Angriff in Chan Junis im Gazastreifen getroffen wurde.
Palästinenser stehen vor der beschädigten Tankstelle, die bei einem israelischen Angriff in Chan Junis im Gazastreifen getroffen wurde. © DPA Images | Ahmed Zakot

Dem UN-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) sei es in den vergangenen Tagen gelungen, rund 200 000 Liter aus dem Depot zu holen. Allerdings habe das UNRWA früher 130 000 Liter am Tag benötigt, etwa zur Unterstützung der Entsalzung von Trinkwasser, für Krankenhäuser, Schulen und Bäckereien. Weil wegen der Angriffe nie klar sei, ob Treibstoff aus dem Depot geholt werden könne, warne das UNRWA jeden Tag, dass Aktivitäten, die Treibstoff brauchen, womöglich eingestellt werden müssen.

UN-Hilfswerk meldet 57 tote Mitarbeiter seit Kriegsbeginn

10.24 Uhr: Seit dem Beginn der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen infolge des Angriffs der radikalislamischen Hamas auf Israel sind 57 Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) getötet worden. Das sagte UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini am Freitag bei einer Pressekonferenz in Jerusalem und ergänzte, es sei eine „bedeutende und ununterbrochene“ Hilfe für den Gazastreifen nötig.

Israelische Armee mit gezieltem Einsatz im Zentrum des Gazastreifens

7.46 Uhr: Israelische Bodentruppen haben Angaben der israelischen Armee zufolge einen gezielten Vorstoß im Zentrum des Gazastreifens ausgeführt. Auch Kampfjets und Drohnen seien im Einsatz gewesen, erklärte die israelische Armee am Freitag. Den Angaben zufolge wurden „Terrorziele“ der radikalislamischen Hamas angegriffen.

Menschen suchen nach einem israelischen Luftangriff in den Trümmern nach Überlebenden.
Menschen suchen nach einem israelischen Luftangriff in den Trümmern nach Überlebenden. © AFP | OMAR EL-QATTAA

Pentagon meldet Angriffe auf Stützpunkte der iranischen Revolutionsgarden in Syrien

6.55 Uhr: Die USA haben zwei von den iranischen Revolutionsgarden und „verbündeten Gruppen“ genutzte Stützpunkte im Osten Syriens angegriffen. Bei den Angriffen handele es sich um „eine Reaktion auf eine Reihe von (...) größtenteils gescheiterten Angriffen auf US-Personal im Irak und in Syrien durch vom Iran unterstützte Milizen“ seit dem 17. Oktober, erklärte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Donnerstag (Ortszeit).

Nach Angaben des Weißen Hauses hatte US-Präsident Joe Biden zuvor eine Botschaft an das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, gerichtet. In dieser habe Biden vor Angriffen auf US-Truppen gewarnt, da diese zu einer Ausweitung des Krieges zwischen Israel und der Hamas führen könnten. „Es wurde eine direkte Botschaft gesendet“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby.

Syrien kommt nicht zur Ruhe. Auch Raketen des syrischen Regimes schlagen immer wieder in den Städten ein.
Syrien kommt nicht zur Ruhe. Auch Raketen des syrischen Regimes schlagen immer wieder in den Städten ein. © DPA Images | Anas Alkharboutli

Rakete schlägt in Ägypten ein

4.21 Uhr: In Ägypten soll nahe der Grenze zu Israel laut einem ägyptischen Medienbericht eine Rakete eingeschlagen sein. Wie die ägyptische Nachrichtenseite „Al-Qahera News“ in der Nacht zum Freitag unter Berufung auf informierte Quellen berichtete, sollen bei dem Vorfall in der Stadt Taba nahe der Grenze zu Israel sechs Menschen verletzt worden sein. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Unklar war, ob es sich um eine Rakete des israelischen Militärs handelte. Der Vorfall werde untersucht, erklärte die Armee lediglich.

Israel-News vom 26. Oktober – USA verlegen wegen Gaza-Krieg rund 900 Soldaten in den Nahen Osten

22.42 Uhr: Das US-Militär hat angesichts des Gaza-Kriegs rund 900 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Einige der Soldaten seien bereits angekommen, andere seien auf dem Weg in die Region, sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Donnerstag. Ein Teil davon werde aus den USA verlegt. Die Truppen würden nicht nach Israel geschickt, sondern sollten die Einheiten, die sich bereits in der Region befänden, unterstützen, betonte Ryder. Zur Abschreckung regionaler Akteure haben die USA bereits mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge ins östliche Mittelmeer verlegt, Truppen des US-Militärs wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt

Die USA wollen Israel außerdem zwei Raketenabwehrsysteme vom Typ Iron Dome (Eisenkuppel) schicken. Diese befänden sich aktuell in den Lagerbeständen der USA und sollen Israel bei der Luftabwehr helfen, sagte Ryder. Außerdem liefere man Abfangraketen. Aus Sicherheitsgründen werde man sich aber nicht dazu äußern, wann diese Lieferungen verschifft und ankommen würden, so Ryder weiter.

Patrick Ryder, Sprecher des Pentagons, Brigadegeneral beantwortet Fragen während einer Pressekonferenz im Pentagon. Das US-Militär hat angesichts des Gaza-Kriegs rund 900 Soldaten in den Nahen Osten verlegt.
Patrick Ryder, Sprecher des Pentagons, Brigadegeneral beantwortet Fragen während einer Pressekonferenz im Pentagon. Das US-Militär hat angesichts des Gaza-Kriegs rund 900 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. © dpa | Kevin Wolf

USA: Feuerpause im Gaza-Krieg sollte in Betracht gezogen werden

22.18 Uhr: Die US-Regierung hat sich dafür ausgesprochen, eine begrenzte humanitäre Feuerpause im Gaza-Krieg in Betracht zu ziehen. „Dabei handelt es sich um örtlich begrenzte, zeitlich begrenzte, spezifische Pausen auf dem Schlachtfeld, damit humanitäre Hilfe zu den Bedürftigen gelangen kann oder die Menschen das Gebiet in relativer Sicherheit verlassen können“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag.

Man sei der Überzeugung, dass eine solche Feuerpause (engl. „humanitarian pause“) eine wertvolle Idee sei, der man nachgehen solle. Sie könne Stunden oder Tage dauern, so Kirby. Er sprach dabei nicht von einem humanitären Waffenstillstand (engl. „humanitarian ceasefire“). Dieser wird etwa von den Vereinten Nationen gefordert und ist weitgehender. Israel lehnt solche Forderungen bislang ab.

EU fordert Feuerpausen für Gazastreifen

21.39 Uhr: Die EU-Staaten fordern Feuerpausen und geschützte Korridore für sichere Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Die sich verschlechternde humanitäre Lage in Gaza gebe Anlass zu größter Besorgnis, heißt es in einer am Donnerstagabend in Brüssel verabschiedeten Gipfelerklärung der Staats- und Regierungschefs. Man rufe im Konflikt zwischen der islamistischen Hamas und Israel zu einem kontinuierlichen, schnellen, sicheren und ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen auf.

Die Europäische Union werde eng mit den Partnern in der Region zusammenarbeiten, um Zivilisten zu schützen, Hilfe zu leisten und den Zugang zu Nahrung, Wasser, medizinischer Versorgung, Treibstoff und Unterkünften zu erleichtern, heißt es in der Erklärung weiter. Dabei wolle man sicherstellen, dass diese Hilfe nicht von terroristischen Organisationen missbraucht werde.

Die Verwendung von Wörtern wie „humanitäre Korridore“ und „Pausen“ im Plural in der Erklärung ist ein Kompromiss und soll deutlich machen, dass die EU Israel nicht auffordert, den Kampf gegen die Hamas mit sofortiger Wirkung einzustellen. Diesen Eindruck wollen Länder wie Deutschland unbedingt vermeiden.

Israels Militär greift „Terrorzelle“ im Libanon an

21.30 Uhr: Im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon hat es am Donnerstag erneut einen Zwischenfall gegeben. Das Militär habe im Nachbarland eine „Terrorzelle“ angegriffen, deren Mitglieder versucht hätten, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern, erklärten die Streitkräfte.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu gewaltsamen Zwischenfällen. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer.

Israel: Seit Kriegsbeginn 8000 Raketen aus Gaza auf Israel abgefeuert

20.42 Uhr: Militante Palästinenser haben nach israelischen Angaben seit Kriegsbeginn rund 8000 Raketen auf Israel abgefeuert. Das teilte Regierungssprecherin Tal Heinrich am Donnerstagabend mit. Das israelische Militär gab die Zahl zuletzt mit schätzungsweise 7000 an. Dem Militär zufolge sollen mindestens 550 davon innerhalb des Gazastreifens gelandet sein.

Die Raketen der militanten Palästinenser werden in der Regel vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen. Es kommt jedoch auch immer wieder zu Einschlägen. Die Abfangrate wird laut offiziellen Angaben auf rund 90 Prozent geschätzt.

Vom Gazastreifen aus werden Raketen auf Israel abgefeuert.
Vom Gazastreifen aus werden Raketen auf Israel abgefeuert. © dpa | Ariel Schalit

Zentralrat der Juden: Deutsche Fridays for Future müssen sich abkoppeln

19.51 Uhr: Angesichts eines Anti-Israel-Posts auf dem internationalen Account der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sieht der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland dringenden Handlungsbedarf für den deutschen Ableger. „Ich erwarte von Luisa Neubauer und Fridays for Future Deutschland eine wirkliche Abkoppelung, eine Namensänderung der Organisation und den Abbruch jeglicher Kontakte zu Fridays for Future International“, sagte Josef Schuster der „Bild“. Wenn Neubauer ihre Worte vom Brandenburger Tor ernst meine, wo sie sich entsetzt über den weltweiten Antisemitismus gezeigt und auch die besondere Verantwortung Deutschlands für Israel betont habe, müsse sie sich „endlich lossagen von dieser Organisation“. Neubauer war am Sonntag bei einer Solidaritätsdemo für Israel und gegen Antisemitismus in Berlin als Rednerin aufgetreten.

Das Gesicht von Fridays for Future in Deutschland: Luisa Neubauer.
Das Gesicht von Fridays for Future in Deutschland: Luisa Neubauer. © Funke Foto Services | Reto Klar

Vereinte Nationen: Erst 62 Lastwagen im Gazastreifen angekommen

19.32 Uhr: Im Gazastreifen sind von Samstag bis Dienstag nach Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha insgesamt 62 Lastwagen mit Hilfsgütern eingetroffen. Darunter waren Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Güter. Das meiste sei bereits an die Krankenhäuser und die Vertriebenen verteilt worden, berichtete Ocha am Donnerstagabend.

Lastwagen mit humanitärer Hilfe für den Gazastreifen fahren in Rafah aus Ägypten ein.
Lastwagen mit humanitärer Hilfe für den Gazastreifen fahren in Rafah aus Ägypten ein. © dpa | Mohammed Talatene

Das Büro verwies darauf, dass die Lieferungen bei Weitem nicht ausreichen, um die mehr als 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen zu versorgen. Vor dem 7. Oktober seien rund 500 Lastwagen täglich in den Gazastreifen gefahren. Israel hatte Lieferungen nach den Terroranschlägen der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas mit rund 1400 Toten in Israel zwei Wochen untersagt. Der erste Konvoi durfte am Samstag fahren.

Trotz zahlreicher Bitten habe das israelische Militär bislang keine Treibstofflieferungen erlaubt, berichtete Ocha. Ohne Treibstoff könnten keine Generatoren betrieben werden. Sie werden unter anderem für Wasserpumpen und den Krankenhausbetrieb benötigt.

250.000 Menschen verlassen in Israel Wohnorte wegen Kriegsbedrohung

17.24 Uhr: Rund eine Viertelmillion Menschen in Israel haben wegen des Gaza-Kriegs und der Gefechte an der libanesischen Grenze ihre Wohnorte verlassen. Eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums sagte am Donnerstag, 126.000 Menschen seien im Rahmen eines offiziellen Räumungsprogramms an weniger gefährdeten Orten untergebracht worden. Zudem hätten viele Menschen von sich aus ihre Wohnorte verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen, sodass sich die Zahl insgesamt auf rund 250.000 belaufe. Israel hat insgesamt knapp zehn Millionen Einwohner.

Die zuständige israelische Behörde habe auch empfohlen, die Evakuierung der Orte an der Grenze zum Gazastreifen und zum Libanon bis zum Jahresende aufrechtzuerhalten, bestätigte die Sprecherin. Eine Billigung der Regierung dafür steht allerdings noch aus.

Ministerium: Vertreter von Hamas und Iran zu Gesprächen in Moskau

17.12 Uhr: Vertreter der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und des Iran haben sich am Donnerstag zu Gesprächen in Moskau aufgehalten. Wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mitteilte, war unter anderem der iranische Vize-Außenminister Ali Bagheri Kani in der russischen Hauptstadt. Angaben zu den Inhalten der Gespräche machte die Sprecherin nicht. Der Iran ist ein wichtiger Unterstützer der Hamas.

EU-Gipfel: Scholz wirbt für Vertrauen in Israel

17.02 Uhr: Angesichts der anhaltenden israelischen Angriffe auf den Gazastreifen hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für Vertrauen in Israel geworben. „Israel ist ein demokratischer Staat mit sehr humanitären Prinzipien“, sagte Scholz am Donnerstag am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Er habe „keinen Zweifel“, dass die israelische Armee die Regeln des Völkerrechts beachte.

Bei dem EU-Gipfel gehe es „darum, dass wir gemeinsam nochmal deutlich machen, dass wir Israel unterstützen bei der Verteidigung des eigenen Landes gegen den furchtbaren Angriff der Hamas“, betonte Scholz. Mitgliedsländer wie Belgien kritisieren Israel wegen seines Vorgehens im Gazastreifen. Auch EU-Ratspräsident Charles Michel betonte bei dem Gipfel, Israel müsse „im Einklang mit dem internationalen Recht“ handeln.

Die EU setze sich für die Freilassung der Geiseln in der Gewalt der radikalislamischen Hamas ein und für humanitäre Unterstützung der Bewohner des Gazastreifens, die selbst „Opfer der Hamas“ seien, sagte Scholz. „Deshalb ist es wichtig dass wir diese humanitäre Hilfe voranbringen“, betonte der Kanzler.

Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzler von Deutschland, trifft zu einem EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates ein.
Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzler von Deutschland, trifft zu einem EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates ein. © DPA Images | Virginia Mayo

Belgiens Premier: Israel muss humanitäre Hilfe für Gaza zulassen

16.24 Uhr: Belgiens Premierminister Alexander De Croo hat Israel aufgefordert, humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen ohne Einschränkungen sofort zuzulassen. Der Zugang müsse heute erfolgen, sagte er am Donnerstag am Rande eines Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der EU-Länder in Brüssel. Israel habe logischerweise das Recht, sich und seine Bevölkerung zu verteidigen. Das Land habe auch das Recht, Maßnahmen zu ergreifen, um zukünftige Terroranschläge zu verhindern und etwa bei weiteren Anschlägen auf die islamistische Hamas zu zielen, sagte De Croo. Aber das bedeute, sich auf die Hamas zu konzentrieren. „Das ist niemals eine Entschuldigung dafür, eine ganze Region zu blockieren. Es kann niemals eine Entschuldigung für die Blockierung humanitärer Hilfe sein. Es kann niemals eine Entschuldigung dafür sein, eine Bevölkerung auszuhungern“, sagte De Croo.

Spanischer Premier will Waffenstillstand zwischen Gaza und Israel

16.15 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez spricht sich für einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg aus. Er wünsche sich einen Waffenstillstand, sagte er am Rande des EU-Gipfels am Donnerstag in Brüssel. „Aber wenn wir dafür die Bedingungen nicht haben, dann zumindest eine humanitäre Pause, um die gesamte humanitäre Hilfe, die die palästinensische Bevölkerung dringend benötigt, zu ermöglichen.“

Um Forderungen nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand für den Gazastreifen hatte es in den vergangenen Tagen heftigen Streit in der EU gegeben. Länder wie Deutschland und Österreich sprachen sich dagegen aus, dass sich die EU solchen Aufrufen öffentlich anschließt. Sie argumentierten, ein solcher Vorstoß sei angesichts des anhaltenden Terrors der islamistischen Hamas unangemessen. Länder wie Spanien oder Irland setzten sich hingegen wegen der vielen zivilen Opfer bei israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen für einen solchen Aufruf ein.

Hamas ruft eigene Bevölkerung und alle Muslime zu Aufständen auf

15.20 Uhr: Knapp drei Wochen nach Beginn des Gaza-Krieges hat die islamistische Hamas im Gazastreifen erneut zu Protesten von Palästinensern, Arabern und Muslimen aufgerufen. Diese sollten sich vor allem am Freitag und Sonntag für eine Öffnung des Rafah-Grenzübergangs nach Ägypten einsetzen, teilte die Hamas in einer Stellungnahme am Donnerstag mit. Dabei gehe es um dringend benötigte Hilfslieferungen mit Medikamenten und Treibstoff. Sie forderten ein Ende des „Krieges des Völkermordes“ von Israel gegen den Gazastreifen.

Seit Samstag kamen zwar Dutzende Lastwagen mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten über den Grenzübergang Rafah. Den Vereinten Nationen zufolge sind für die Versorgung der gut 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen aber eher 100 Lkw-Ladungen täglich nötig.

Palästinenser in Gaza-Stadt inspizieren die Zerstörung nach einem israelischen Luftangriff.
Palästinenser in Gaza-Stadt inspizieren die Zerstörung nach einem israelischen Luftangriff. © DPA Images | Mohammed Abu Elsebah

Nach einem ähnlichen Aufruf der Hamas vor zwei Wochen kam es zu massiven Protesten unter anderem in den Nachbarländern Israels – Ägypten, Libanon und Jordanien. Im Westjordanland und im arabisch geprägten Ost-Jerusalem wurden nach palästinensischen Angaben insgesamt 14 Menschen bei Konfrontationen getötet. In Deutschland wurden in mehreren Städten pro-palästinensische Demonstrationen wegen Sicherheitsbedenken verboten.

Pro-palästinensische Proteste in Ramallah im Westjordanland.
Pro-palästinensische Proteste in Ramallah im Westjordanland. © AFP | JAAFAR ASHTIYEH

Ungarischer Ministerpräsident Orban solidarisiert sich mit Israel

15.00 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sich am Rande eines EU-Gipfels unmissverständlich an die Seite Israels gestellt. „Wir sind ganz klar für das Recht Israels, sich zu verteidigen“, sagte er am Donnerstag in Brüssel. Das Land dürfe alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit sich das, was passiert sei, nicht wiederhole. Es habe einen Terroranschlag im Namen der Hamas auf den israelischen Staat gegeben.

Spanische Ministerin fordert wegen Gaza-Angriffen Anklage Netanjahus

14.30 Uhr: Die spanische geschäftsführende Ministerin für Sozialrechte, Ione Belarra, hat wegen der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen eine Anklage des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gefordert. Dies gelte auch für andere Verantwortliche für die Bombardierungen, sagte die linke Ministerin der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

Zudem rief die Politikerin des links-alternativen Wahlbündnisses Unidas Podemos die europäischen Staaten zu einer Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zu Israel, sowie zur Verhängung von Wirtschaftssanktionen und eines Waffenembargos gegen Israel auf.

Sánchez von der sozialistischen PSOE teilt diese Forderungen Belarras nicht. Allerdings befindet es sich nach der Parlamentswahl vom Juli mitten in einer schwierigen Regierungsbildung, für die er neben separatistischen auch Parteien links von der PSOE braucht.

Rettungskräfte transportieren nach einem Luftangriff ein Opfer ab.
Rettungskräfte transportieren nach einem Luftangriff ein Opfer ab. © AFP | SAID KHATIB

Entwurf für Gipfelerklärung: EU fordert Feuerpausen für Gazastreifen

14.10 Uhr: Beim EU-Gipfel in Brüssel soll zu einem schnellen, sicheren und ungehinderten humanitären Zugang zum Gazastreifen aufgefordert werden. Zu notwendigen Maßnahmen gehörten auch humanitäre Korridore und Feuerpausen, heißt es in dem jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des Spitzentreffens an diesem Donnerstag und Freitag. Die sich verschlechternde humanitäre Lage in Gaza gebe Anlass zu größter Besorgnis.

Um Forderungen nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand für den Gazastreifen hatte es in den vergangenen Tagen heftigen Streit in der EU gegeben. Länder wie Deutschland und Österreich sprachen sich dagegen aus, dass sich die EU solchen Aufrufen öffentlich anschließt. Sie argumentierten, ein solcher Vorstoß sei angesichts des anhaltenden Terrors der islamistischen Hamas unangemessen. Länder wie Spanien oder Irland setzten sich hingegen wegen der vielen zivilen Opfer bei israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen für einen solchen Aufruf ein.

Palästinensischer Außenminister fordert sofortigen Waffenstillstand

14 Uhr: Der palästinensische Außenminister Riad Malki hat einen sofortigen Waffenstillstand für den Gazastreifen gefordert. Humanitäre Hilfe dürfe nicht behindert werden, sagte der Minister am Donnerstag in Den Haag. Er sprach von einem „Krieg der Rache“ von Israel, wie die palästinensische Vertretung im niederländischen Den Haag mitteilte. Demnach zielt Israel auf eine vollständige Zerstörung.

Der Minister hatte am Abend zuvor den Internationalen Strafgerichtshof besucht und auch mit Chefankläger Karim Khan gesprochen. Er habe ihn aufgefordert, gegen Israel wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen zu ermitteln. „Wir wollen, dass Israel zur Verantwortung gezogen wird.“ Das Gericht ermittelt seit 2021 gegen die islamistische Hamas und Israel wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen.

Das Gericht hatte 2021 festgestellt, dass es auch für die seit 1967 besetzten Palästinensergebiete wie das Westjordanland und den Gazastreifen zuständig ist. Israel erkennt die Zuständigkeit des Gerichts nicht an. Palästina ist seit 2015 Vertragsstaat.

Bewohner suchen nach einem Luftangriff im südlichen Gazastreifen nach Überlebenden.
Bewohner suchen nach einem Luftangriff im südlichen Gazastreifen nach Überlebenden. © AFP | MAHMUD HAMS

Israels Armee: Zivilisten werden an Flucht gehindert

13.12 Uhr: Die islamistische Hamas hindert Zivilisten im Gazastreifen nach israelischer Darstellung weiterhin an der Flucht aus dem besonders unsicheren Norden des Küstengebietes. Die israelische Armee fordere die Bevölkerung aus Sicherheitsgründen zur Flucht in den Süden auf, teilte das Militär am Donnerstag mit. Doch Hamas-Mitglieder würden unter anderem Straßenblockaden aufstellen. In einem von der Armee veröffentlichten Gespräch berichtet ein Palästinenser zudem von Schüssen auf Zivilisten, die flüchten wollten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Es sind allerdings laut Armeeangaben schon mindestens rund 700.000 Menschen in den Süden geflohen, die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Geflüchteten durch die israelischen Luftangriffe.

Israel setzt Untersuchungskommission ein

12.39 Uhr: Ein israelischer Minister hat die Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission in Bezug auf den Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober angekündigt. Diese solle nach dem Krieg „die Schuldfrage“ auf israelischer Seite klären, sagte Kulturminister Miki Sohar am Donnerstag der Internetseite ynet. Die Kommission werde „unabhängig“ sein. „Die ganze israelische Bevölkerung wird sich auf sie verlassen können.“ In Israel gibt es massive Kritik an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der bisher keine direkte Verantwortung für das politische und militärische Versagen am 7. Oktober übernommen hat. Im Gegensatz dazu hatten sich auch führende Vertreter von Militär und Geheimdienst zu ihrer Verantwortung bekannt.

Neue Angriffe aus Gaza auf Israel

11.45 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen greifen israelische Ortschaften auch während der heftigen Luftangriffe in dem Palästinensergebiet weiter mit Raketen an. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Donnerstag wieder die Warnsirenen. Zuvor gab es auch in den Ortschaften am Rande des Gazastreifens immer wieder Raketenalarm, wie die israelische Armee mitteilte. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer. Seit Beginn des Krieges vor fast drei Wochen sind nach israelischen Armeeangaben Tausende von Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Etwa ein Fünftel sei zuletzt im Gazastreifen selbst eingeschlagen und habe dort auch Opfer verursacht.

Rauch steigt nach einem Luftangriff in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen auf.
Rauch steigt nach einem Luftangriff in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen auf. © AFP | MAHMUD HAMS

Israel bombardiert Hunderte Ziele im Gazastreifen

10.34 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat im Kampf gegen die islamistische Hamas nach eigenen Angaben erneut zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert. Wie das israelische Militär am Donnerstag auf Telegram bekanntgab, hätten Kampfflugzeuge im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 250 „Terrorziele“ angegriffen. Dazu gehörten Kommandozentralen, Tunnelschächte und Raketenabschussrampen inmitten von Wohngebieten, von wo aus seit Kriegsbeginn auf israelisches Gebiet geschossen worden sei. Zudem hätten Soldaten eine Abschussbasis für Boden-Luft-Raketen der Hamas in der Gegend von Khan Younis im Süden des Gazastreifens getroffen, hieß es weiter.

Israelische Kampfflugzeuge haben Hunderte Ziele im Gazastreifen angegriffen (Archivbild).
Israelische Kampfflugzeuge haben Hunderte Ziele im Gazastreifen angegriffen (Archivbild). © AFP | JACK GUEZ

Die Abschussbasis habe sich in der Nähe einer Moschee und eines Kindergartens befunden, so die Armee. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Hamas bewusst zivile Einrichtungen für Terrorzwecke nutze.

Leseempfehlung zur Haltung von Fridays for Future zum Nahostkonflikt

10.03 Uhr: Die Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ hat einen Israel-feindlichen Post veröffentlicht. Der Inhalt: Verschwörungstheorien: „Fridays for Future“ schockiert mit Anti-Israel-Post

Außenpolitiker Roth kritisiert gespaltene Haltung Europas

9.38 Uhr: Der SPD-Außenpolitiker Michael Roth hat den EU-Streit über die Positionierung zum Gaza-Krieg scharf kritisiert. „Europa ist gespalten. Und wenn Europa gespalten ist, ist es völlig irrelevant“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir tragen derzeit nichts zu einer dauerhaften Lösung im Nahen Osten bei, weil wir auch Zweifel lassen an der Solidarität und an der Freundschaft mit Israel.“

Roth kritisierte: „Wenn man sich jetzt für einen Waffenstillstand ausspricht, während vielleicht sogar in diesem Moment Hamas-Raketen Menschenleben in Israel zerstören oder zu zerstören versuchen“, dann nehme man Israel „das Recht, die Infrastruktur des Terrorismus im Gazastreifen zu zerstören“. Wenn man aber über humanitäre Pausen spreche, sei das etwas ganz anderes. „Wir wollen ja auch, dass Hilfsgüter so schnell wie irgendwie möglich auch die Zivilisten im Gazastreifen erreichen.“

Asselborn ruft Europa zu gemeinsamer Linie auf

9.33 Uhr: Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat die EU-Staaten im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu einer gemeinsamen Linie aufgerufen. Wenn die EU politischen Einfluss auf Lösungen im Nahost-Konflikt haben wolle, „muss sie zumindest eine gemeinsame Linie haben. Wissen, was sie will“, sagte Asselborn am Donnerstag in einem Interview des Deutschlandfunks.

Der luxemburgische Außenminister ruft die EU zu einer gemeinsamen Linie auf.
Der luxemburgische Außenminister ruft die EU zu einer gemeinsamen Linie auf. © AFP | John Thys

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten wollen am Donnerstag bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel darüber beraten, wie die EU dazu beitragen kann, eine regionale Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu verhindern.

Leseempfehlung zu António Guterres

08:32 Uhr: Die Empörung über António Guterres ist groß. Er nimmt die Palästinenser in Schutz gegen Israel. Er ist nahe bei sich – und bei der UNO: Wer ist der Mann, der Israels Wut auf sich zieht?

Israel führt mit Panzern „gezielten Überfall“ im Gazastreifen durch

7.56 Uhr: Infanterie und Panzer sind über Nacht in den Norden des Gazastreifens eingedrungen. Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) am Donnerstagmorgen auf der Plattform „X“ schreiben, haben die Truppen Terroristen, Infrastruktureinrichtungen und Abschusspositionen für Panzerabwehrraketen angegriffen. Im Anschluss verließen sie das feindliche Gebiet wieder. Laut IDF handelt es sich um einen „gezielten Überfall“, um die „nächsten Phasen des Krieges“ vorzubereiten.

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Irans Außenminister überraschend in USA eingetroffen

5.45 Uhr: Irans Außenminister ist angesichts des Gaza-Kriegs überraschend in die USA gereist. Besuche iranischer Spitzenpolitiker in den Vereinigten Staaten, die als Erzfeind der Islamischen Republik gelten, sind selten. Chefdiplomat Hussein Amirabdollahian traf am späten Mittwochabend (Ortszeit) in New York ein, wie sein Außenministerium mitteilte. Demnach will der Minister bei einer UN-Sitzung die Interessen der Palästinenser unterstützen. Diese genießen auch die Rückendeckung der vom Iran unterstützten und mit Israel verfeindeten Hisbollah-Miliz im Libanon.

Nahost-Resolutionen der USA und Russlands scheitern im UN-Sicherheitsrat

00.59 Uhr: Im UN-Sicherheitsrat sind erneut zwei Resolutionen zum Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gescheitert. Russland und China legten am Mittwoch (Ortszeit) ihr Veto gegen einen von den USA vorgelegten Resolutionsentwurf ein – während auch ein von Russland vorgelegter Text abgelehnt wurde.

Linda Thomas-Greenfield, Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, spricht vor der Abstimmung. Beide Resolutionen werden nicht angenommen.
Linda Thomas-Greenfield, Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, spricht vor der Abstimmung. Beide Resolutionen werden nicht angenommen. © DPA Images | Bebeto Matthews

Die Resolution der mit Israel verbündeten Vereinigten Staaten sieht „humanitäre Pausen“ in dem Krieg vor, um Hilfsgüter in den blockierten Gazastreifen zu lassen, und unterstützt zudem das Recht „aller Staaten“ auf Selbstverteidigung unter Einhaltung des Völkerrechts. Ein vollständiger Waffenstillstand wird darin nicht gefordert.

Die Beschlussvorlage Russlands hingegen strebt einen „sofortigen, dauerhaften und vollständig eingehaltenen humanitären Waffenstillstand“ an und verurteilt „jegliche Gewalt und Feindseligkeiten gegen Zivilisten“.

Das Israel-Blog der vergangenen Tage finden Sie hier.