Altenburger Land. Kristina Leibnitz studiert mit Schülerschar ein eigenes Theaterstück ein. Krönender Abschluss des Schuljahres 2023/2024 im Altenburger Land.

  • Junge Talente auf der Meuselwitzer Bühne.
  • Leibnitz‘ kreative Bühnenwelt.
  • Schülerschar entdeckt Theater.

Am 14. Juni führt Kristina Leibnitz mit ihrer Theater-AG um 10 Uhr in der Schnaudertalhalle in Meuselwitz „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ auf – in einer von ihr selbst geschriebenen Version. Es wird der krönende Abschluss des Schuljahres 2023/24. Und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

„Die Schnaudertalhalle bietet wirklich die besten Voraussetzungen, was den Platz angeht – sowohl auf der herrlich großen Bühne als auch im Publikumsbereich“, freut sich Kristina Leibnitz schon. Schließlich sollen an diesem Tag nicht nur Schulkinder, sondern auch Eltern, Großeltern und Kinder des Kindergartens Sonnenkäfer aus Meuselwitz die Gelegenheit bekommen, das bislang noch nie aufgeführte Stück aus ihrer Feder zu sehen.

Selbst geschrieben – ohne Brutalität

„Ja“, betont Kristina Leibnitz auf Anfrage. „Ich habe das Stück selbst geschrieben – und mir dabei kleine künstlerische Freiheiten herausgenommen“, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu. „Es ist auf jeden Fall nicht das Schneewittchen wie im Hollywood-Film und auch nicht so, wie im Märchen.“

Und wo ist der große Unterschied? „Mir war vor allem wichtig, die Brutalität aus der Handlung und aus der Sprache herauszunehmen“, sagt Kristina Leibnitz. „Ich möchte nicht, dass in einem Theaterstück für Kinder explizit die Ermordung von Schneewittchen gefordert wird. Das kann man auch indirekter, für Kinder weniger bedrohlich formulieren. Und ich finde es auch absolut nicht kindgerecht, wenn der Jäger ein Tier erlegt und ihm das Herz oder die Leber entnimmt. Diese Gewalt hat in Kinderstücken nichts zu suchen. Ich denke, dass man der allgegenwärtigen Gewalt in den Medien heutzutage etwas entgegensetzen muss.“

Deshalb können sich die Besucherinnen und Besucher auch auf das Zotteltier freuen. Was das ist? „Nun“, sagt Kristina Leibnitz lächelnd. „Das werden Sie schon sehen.“ Auf jeden Fall bleibt das Zotteltier am Leben, und es werden ihm nur die Haare abgeschnitten. „Ob das ankommt, bleibt abzuwarten“, ist Kristina Leibnitz selbst gespannt.

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Überhaupt sei es eine der größten Herausforderungen gewesen, das „Drehbuch“ so zu schreiben, dass keine Langeweile aufkommt, „so, dass es spannend bleibt und die Kinder nicht unruhig werden“. Das ist auch mit ein Grund, warum „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ nur eine Stunde dauert.

Der technische Aufwand ist enorm

Ein „Wahnsinnsaufwand“ ist die Vorbereitung des Theaterstücks dennoch, sagt Kristina Leibnitz, die die verschiedenen Bühnenbilder selbst gestaltet und auf alte Bettlaken gemalt hat. Zwei Helfer sind nur damit beschäftigt, die etwa sieben Bühnenbilder zwischen den einzelnen Szenen in kürzester Zeit hin- und herzubewegen. Dazu kommen die vielen Requisiten wie ein langer Tapeziertisch, an dem die Zwerge sitzen und das Essen aus Pappmaché, das darauf steht. „Wir haben inzwischen glücklicherweise einen großen Fundus aus den vielen Märchen, die wir inzwischen bereits aufgeführt haben“, erzählt Kristina Leibnitz. „Eltern spenden für kleinere Anschaffungen und auch die Schule hilft, wo es nur geht.“ So wurde jetzt eine Nebelmaschine ganz neu angeschafft, mit der zum Beispiel der Umbau zwischen den Szenen etwas „vernebelt“ werden soll.

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19 Kinder der dritten und vierten Klassen wirken im Rahmen der Theater AG mit, die von der inzwischen pensionierten Hort-Erzieherin und Lehrerin mit viel Liebe und Leidenschaft weiterbetrieben wird. Dazu kommen zur Auflockerung noch Kinder der ersten und zweiten Klassen, die kleine Balletteinlagen zum Besten geben.

Alle Rollen wurden zu Beginn des Schuljahres in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern und nach ihren persönlichen Einschätzungen verteilt. Seitdem wird einmal die Woche geprobt.

Langsam wird es spannend

Eine gewisse Nervosität macht sich nun schon langsam breit. „So lange ist es nicht mehr hin bis zur Aufführung, und es gibt Ferien, unterrichtsfreie Tage oder Krankenstand, die die Arbeit weiter einschränken“, zählt Kristina Leibnitz auf. „Ich möchte doch nur, dass die Kinder bestmöglich vorbereitet sind und dass alles klappt. Sie freuen sich doch schon so darauf, andere eine Freude zu bereiten und es tut ihnen selber ja auch gut. Sie glauben gar nicht, wie sehr einige Kinder beim Theaterspielen über sich hinauswachsen – und wie stolz die Eltern dann sind. Das ist einfach großartig und sehr motivierend für mich. Vor allem, wenn die Kinder mich noch nach Jahren auf die Theaterstücke ansprechen, die wir zusammen aufgeführt haben.“

Doch ohne die Unterstützung vieler und ganz besonders die von Viola Dölz und Henry Meinel, aber auch Andrea Hofmann, der Lehrerin, die für den musikalischen Teil verantwortlich ist, wäre das alles kaum zu stemmen, ist die Kristina Leibnitz sicher. Ein Dank geht aber auch an den Hallenwart der Schnaudertalhalle, Pierre Salvequart, und den Hausmeister des Gynasiums und der Awo „sowie Frau Milde vom Pflegeheim, ohne deren Unterstützung würden Auftritte in den verschiedensten Locations wahrscheinlich nicht stattfinden.“

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Für ihr „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ werden vorab keine Karten verkauft. Das Stück wird am 14. Juni um 10 Uhr in der Schnaudertalhalle in Meuselwitz aufgeführt. Vorab ist es unter anderem im betreuten Wohnen der Awo, im Kindergarten und im Pflegeheim in der Bebelstraße zu sehen. Und in der Turnhalle des Gymnasiums spielen sie für alle Kindergärten der Stadt.